Hauptstadtairport : Flughafenmanager Bender sagt als BER-Chefberater ab

Weiterer Rückschlag für den neuen Hauptstadtflughafen: Flughafenmanager Wilhelm Bender hat als Berater des BER abgesagt. Den Gesellschaftern warf er Vertrauensbruch vor.
Flughafenmanager Wilhelm Bender © Arne Dedert/dpa

Der frühere Vorstandschef des Frankfurter Flughafens wird nicht Chefberater des Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) gab die Absage Wilhelm Benders in Schönefeld bekannt. "Ich kann Ihnen mitteilen, dass Herr Bender abgesagt hat. Ich muss diese Entscheidung akzeptieren", sagte Platzeck, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Berliner Flughafengesellschaft ist.

Grund für die Absage Benders ist offenbar ein Streit über sein Honorar und die grundsätzliche Planung des Flughafens BER. Der ehemalige Frankfurter Flughafenchef begründete seine Absage in einer Erklärung mit unterschiedlichen Auffassungen der Gesellschafter in wesentlichen Zukunftsfragen des Flughafens sowie "der Nichteinhaltung von Verabredungen und dem mehrfachen Bruch der vereinbarten Vertraulichkeit".

Bender sehe unter diesen Voraussetzungen "keine ausreichende Gewähr dafür, dass seine Tätigkeit für den BER erfolgreich sein kann", hieß es in einer Erklärung seines Büros.

Platzeck hatte als neuer Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft zunächst versucht, Bender als Vorsitzenden der Geschäftsführung zu gewinnen, dann als Berater für Technikchef Horst Amann. Für diese Position hatte Bender einen Tagessatz von rund 4.000 Euro inklusive Spesen und Reisekosten ausgehandelt.

Suche nach neuem Flughafenchef

Die Eröffnung des Großflughafens ist wegen Pannen und Personalquerelen mehrfach verschoben worden. Im Januar hatte der Aufsichtsrat Flughafenchef Rainer Schwarz gefeuert und sucht seitdem nach einem Nachfolger. Noch immer besteht kein Überblick über das Ausmaß der Technikprobleme, Planungsfehler und Baumängel, und es ist offen, wann am BER die ersten Flieger starten und landen können.

Aufsichtsratschef Platzeck und der Verkehrsstaatssekretär des Bundes, Rainer Bomba (CDU), trafen am Montag in Schönefeld zusammen, um die Sitzung des Kontrollgremiums an diesem Freitag vorzubereiten. Gesucht wird für den Flughafen außer dem Chef auch noch ein Bewerber für den neuen Posten des Finanzgeschäftsführers. Gesellschafter der Flughafengesellschaft sind der Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg.

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Neue Märchen gebraucht

Und wenn sie nicht gestorben sind, ....

Jetzt helfen nur noch die Grimmschen Märchen. Wie wäre es z.B. mit folgenden Titeln?

Märchen von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen

Das tapfere Schneiderlein

Hänsel und Gretel (bzw. Klaus und Matthias)

und ganz besonders passend:

Hans im Glück

Ach, wenn das Wünschen doch nur helfen würde. Oder Hölderlins unsterbliche Sätze:

Nah ist
Und schwer zu fassen der Gott.
Wo aber Gefahr ist, wächst
Das Rettende auch.

@3 - tolerant: Ich glaube ich weiß warum die "klugen ...

... Kommentatoren" nicht schreiben, dass die Vereinigung von Berlin und Brandenburg nicht die Ursache für das Scheitern von BER ist:
Weil sie (die Kommentatoren) eben klug sind und nicht spekulieren, wofür es keinerlei Grundlage gibt.

Außerdem haben die Brandenburger wohl weniger aus nicht vorhandenem Interesse mit "NEIN" votiert, sondern weil sie ebenfalls klug sind ....

@3, @16 - tolerant Eigenartig:

Ich weiß nicht, warum Sie mir das nun persönlich zustellen:

"da mögen sie recht haben, jedoch bin ich seit jahren für mindestens halbierung der
bundesländer und deshalb immer noch verärgert über die nicht zustanden
gekommene fusion von berlin und brandenburg."

Weil Sie selbst wissen, das "Verärgerung" ein schlechtes Argument ist ?
Im Übrigen wäre es tatsächlich nicht schlecht, die Anzahl der Bundesländer zu veringern.
Jedoch außer, dass beide eine gemeinsame Geschichte und Geographie haben, passen Berlin und Brandenburg heute nicht mehr zusammen - es sind zwei Gebilde die ansonsten wenig Gemeinsamkeiten haben.
Und derentwegen versucht man sich schon seit geraumer Zeit über entsprechende Verträge nicht nur erfolglos zu arrangieren.