KonjunkturWachstum in Brasilien bricht ein

Die sechstgrößte Volkswirtschaft schwächelt: 2012 legte Brasiliens Wirtschaft nur noch um 0,9 Prozent zu. Staatliche Gegenmaßnahmen sind bislang wirkungslos verpufft.

Orangenernte in Limeira, Brasilien

Orangenernte in Limeira, Brasilien  |  © Paulo Whitaker/Reuters

Brasiliens Wirtschaft hat nach mehreren Boomjahren stark an Schwung verloren: Das Bruttoinlandsprodukt stieg 2012 nur noch um 0,9 Prozent, wie die nationale Statistikagentur mitteilte. Vor zwei Jahren hatte die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt noch ein Wachstum von 7,5 Prozent erreicht.

Im vierten Quartal wuchs Brasiliens Wirtschaft um 0,6 Prozent – weniger stark als erwartet. Vor allem die Verbraucher stützten die Konjunktur. Der Konsum stieg um 1,2 Prozent, die Investitionen dagegen nur um 0,5 Prozent.

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Um gegenzusteuern, hatte die Regierung die Steuersätze auf verschiedene Konsumprodukte sowie die Lohnnebenkosten gesenkt. Zudem verringerte die Zentralbank den Leitzins schrittweise auf ein historisches Tief von derzeit 7,25 Prozent. Doch bisher war die Stimulation wirkungslos verpufft.

Investitionen aufgeschoben

Neben den historisch niedrigen Zinsen und starken Steuerkürzungen will Präsidentin Dilma Rousseff die Wirtschaft auch mit einem für die Exporteure günstigeren Wechselkurs beleben. Dem Land macht aber bereits die hohe Inflation zu schaffen, die die Kaufkraft schwächt.

Daher zeichnet sich für dieses Jahr eine Zinserhöhung der Zentralbank ab. Höhere Zinsen verteuern aber Kredite und belasten damit die Wirtschaft, die dann Investitionen aufschiebt. 

Investitionsvolumen zuletzt gestiegen

Besserung ist aber in Sicht: Zum Jahresende stieg das Investitionsvolumen erstmals seit vier Quartalen wieder. Das lässt Konjunkturfachleute für dieses Jahr hoffen.

Mit mehreren südamerikanischen Staaten ist Brasilien in der Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur verbunden. Mit seinen etwa 195 Millionen Einwohnern und einer Fläche von rund 8,5 Millionen Quadratkilometern ist Brasilien das fünftgrößte Land der Welt. Es verfügt über eine der größten landwirtschaftlichen Nutzflächen der Welt. Die Bauern können mehrfach pro Jahr ernten. Gemessen an seiner Wirtschaftsleistung liegt das Land auf Rang acht, zwischen Italien und Spanien.

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Leserkommentare
  1. Alles bricht natürlich zusammen wenn sich das Wachstum verringert.
    Was wollen die Medien erst schreiben wenn es kein Wachstum mehr ist?
    Staatspleite

    • Lefty
    • 02. März 2013 15:18 Uhr

    Nirgendwo wachsen die Bäume in den Himmel;auch nicht in Brasilien.
    0,6% Wachstum ständen uns gut,allerdings passt der enorm hohe Leitzins nicht ins Bild.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, tst
  • Schlagworte Brasilien | Bruttoinlandsprodukt | Dilma Rousseff | Inflation | Kaufkraft | Konjunktur
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