AktienmarktDow Jones erreicht historischen Höchststand

Der wichtigste US-Aktienindex ist über den Rekordwert gestiegen, den er vor der Finanzkrise 2007 erreichte. Anleger fühlen sich durch die lockere Geldpolitik ermutigt.

Der Handelsraum der New York Stock Exchange

Der Handelsraum der New York Stock Exchange

Der wichtigste US-Aktienindex Dow Jones hat den höchsten Stand seiner Geschichte erreicht. Zu Handelsbeginn an der Wall Street in New York lag der Index bei mehr als 14.220 Punkten. Die bisherige Höchstmarke von 14.198 Punkten hatte der Dow Jones vor der Finanz- und Wirtschaftskrise am 11. Oktober 2007 erreicht.

Ermutigt wurden Anleger vor allem durch jüngste Ankündigung der Notenbanken der USA und Japans, den Kurs der lockeren Geldpolitik fortzusetzen. Auch Nachrichten aus China beförderten die Kaufstimmung. Die Regierung in Peking will mit einem Rekordhaushalt das Wirtschaftswachstum des Landes stärker anregen. Investoren spekulieren darauf, dass US-Unternehmen davon profitieren. Das Rekordhoch folgt außerdem auf die Veröffentlichung einer Reihe von positiven Wirtschaftszahlen in der vergangenen Woche, unter anderem vom US-Häusermarkt.

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Die Sorgen über die Folgen des Haushaltsstreits in den USA traten etwas in den Hintergrund. US-Präsident Barack Obama hatte am Freitag hohe Kürzungen in den Staatsausgaben veranlasst. Es wird befürchtet, dass sich die automatischen Einschnitte von 85 Milliarden Dollar negativ auf die Konjunktur auswirken.

 
Leser-Kommentare
  1. ... am Aktienmarkt.

    4 Leser-Empfehlungen
  2. lieber Dow Jones.

    Yiieeepiee, nun können wir ja wieder anfangen zu tanzen, wie um das goldene Kalb.

    Die Welt scheint gerettet, es ist wie früher und wird noch besser.

    Beste Grüße
    FSonntag

    2 Leser-Empfehlungen
  3. ...man will halt "too big to fail" sein wenn die Musik plötzlich zu spielen aufhört.
    Allzeithoch und jede Menge großer Mergers das waren auch die letzten Zuckungen der Dotcom Blase die dann dafür sorgte das die Fed mit ihrer Niedrigzinspolitik die Immobilienblase verursachte, die dann die Bankenkrise verursachte, die dann die Staatskrisen verursachte, die dann....

    "Wer das erste Knopfloch verfehlt, kommt mit dem Zuknöpfen nicht zu Rande."
    Johann Wolfgang von Goethe

    5 Leser-Empfehlungen
  4. Wirtschaftsaussichten im Keller, Aktien im Höhenflug? Sind die großen Investoren auf der Suche nach dem stupid money der Zeitungsleser?

    Als "Milchmädchenhausse" bezeichnet man die Distributionsphase, in der die großen Investoren versuchen, ihre Aktien am Höhepunkt der Hausse an unerfahrene Anleger loszuwerden, BEVOR der Absturz kommt (hat 87, 2000 und 2007 mit Hilfe von Qualitätsmedien und "Wirtschaftswissenschaftlern" gut funktioniert).

    Interessante Gedanken zu dem Thema von Ronald Gehrt von "Rott & Meyer":

    http://www.rottmeyer.de/w...

    "Wer gigantische Positionen hält, wie es Banken im Eigenhandel, Fonds oder Hedge Funds tun, braucht starkes Kaufinteresse, um diese verkleinern zu können. Denn nur so gelingt es, die Portfolios zu reduzieren, ohne die Kurse zu sehr unter Druck zu setzen. Und genau das ist natürlich unerwünscht, weil dann ja der Wert der restlichen eigenen Positionen mit sinken würde. Daher war es bislang immer eine klassische Milchmädchen-Hausse, die am Ende eines Aufwärtstrends stand. Aktienmärkte in den Schlagzeilen, angeblich ewig weiter steigende Kurse, der Beginn einer neuen Zeit. 1987, 2000, 2007 lief das so. Diesmal haut es nicht hin. Und das macht die aktuelle Lage extrem gefährlich."

    4 Leser-Empfehlungen
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    das ist die Ruhe vor dem Sturm.

    "Anleger fühlen sich durch die lockere Geldpolitik ermutigt."

    Nein, es ist ein Zocker-Markt, der mit Spielgeld (silly money) befeuert wird.

    Das die normalen Bürger diesem Casino fern bleiben, ist sehr klug - denn sie werden nicht mit frischen Geld beschenkt, wenn's schief geht.

    http://www.wiwo.de/finanz...

    • zappp
    • 05.03.2013 um 18:46 Uhr

    bei der vermeintliche Insiderinformationen zum Hauspersonal durchsickern, aber eben doch erst nachdem die Herrschaft bereits ihren Reibach gemacht hat?

    das ist die Ruhe vor dem Sturm.

    "Anleger fühlen sich durch die lockere Geldpolitik ermutigt."

    Nein, es ist ein Zocker-Markt, der mit Spielgeld (silly money) befeuert wird.

    Das die normalen Bürger diesem Casino fern bleiben, ist sehr klug - denn sie werden nicht mit frischen Geld beschenkt, wenn's schief geht.

    http://www.wiwo.de/finanz...

    • zappp
    • 05.03.2013 um 18:46 Uhr

    bei der vermeintliche Insiderinformationen zum Hauspersonal durchsickern, aber eben doch erst nachdem die Herrschaft bereits ihren Reibach gemacht hat?

  5. Das kann nicht postiv bewertet werden. Anscheinend freuen sich Investoren, Anleger und Spekulanten das vielen wichtigen staatlichen Ausgaben in den nächsten Monaten komplett gestrichen werden. Für den Anleger ist es nicht wichtig ob in bestimmten Stadteilen in amerikanischen Städten die Kindersterblichkeit sinkt weil weniger kostenlose Kinderimpfungen angeboten werden oder ob ein paar alte Menschen verhungern weil das amerikanische Equivalent zu Essen auf Rädern eingestampft wird. Programme für offentliche Schulen usw.

    Daran erkennt man wie krank das System wirklich ist und was es aus den Menschen macht die davon profitieren. Seit dem Ausbruch der WWK sehen die Statistiken in alle Industrienationen gleich aus. Die oberen 10% sind seit der Krise noch deutlich reicher geworden. Die öffentlichen Haushalte haben sich durch Bankenrettungen bzw. Vermögensrettung von Reichen und Bankengläubigern extrem verschuldet. Dieses Geld wird durch Einsparungen bei Bürgern der Mittel- und Unterschicht wieder reingeholt. Eine Umverteilung von Unten nach Oben. Dies ist offensichtlich und den hohen Stand des Dow deute ich so, dass das Kapital die kurzen Widerstände die es während der Krise gab als überwunden ansieht.

    Schuld sind die Medien. Wir leben in einer Mediengesellschaft in der es die Medien nicht geschafft haben auf zu rütteln oder umfassend zu berichten. Es wird verschwiegen und bagtellisert. An der Ökonomiserung der Medien gehen Gesellschaft und Kultur kaputt.

    8 Leser-Empfehlungen
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    Es ist wirklich ein Drama, dass gerade offizielle Qualitäts-Massenmedien, allen voran übrigens die ARD, seit mittlerweile sechs Jahren nichts zum Thema lernen.

    Ich erinnere mich an einen Presseclub mit WDR Chefredakteur (?) Volker Herres, in dem er sinngemäß sagte "Jetzt ist die Eurokrise ja in Wahrheit keine Eurokrise, sondern eine Schuldenkrise der Länder". Das ist gefühlt ein halbes Jahr her und hat mich damals wirklich sprachlos gemacht.

    Journalisten etablierter Massenmedien haben, glaube ich, keine Motivation mehr, sich derlei komplexer Themen anzunehmen. Zu kompliziert, zu undurchsichtig, her mit den Experten Sinn und Hüther und dann gern "Sturm der Liebe". Das ist schade, denn gerade an der Krise des internationalen Finanzsystems schreiben sich kritische Ökonomen seit 40 Jahren die Finger wund. Es wäre ganz wünschenswert, wenn die "Demokratieabgabe" hier ein bisschen zur Klärung beitragen würde.

    Es ist wirklich ein Drama, dass gerade offizielle Qualitäts-Massenmedien, allen voran übrigens die ARD, seit mittlerweile sechs Jahren nichts zum Thema lernen.

    Ich erinnere mich an einen Presseclub mit WDR Chefredakteur (?) Volker Herres, in dem er sinngemäß sagte "Jetzt ist die Eurokrise ja in Wahrheit keine Eurokrise, sondern eine Schuldenkrise der Länder". Das ist gefühlt ein halbes Jahr her und hat mich damals wirklich sprachlos gemacht.

    Journalisten etablierter Massenmedien haben, glaube ich, keine Motivation mehr, sich derlei komplexer Themen anzunehmen. Zu kompliziert, zu undurchsichtig, her mit den Experten Sinn und Hüther und dann gern "Sturm der Liebe". Das ist schade, denn gerade an der Krise des internationalen Finanzsystems schreiben sich kritische Ökonomen seit 40 Jahren die Finger wund. Es wäre ganz wünschenswert, wenn die "Demokratieabgabe" hier ein bisschen zur Klärung beitragen würde.

  6. Die US-Wirtschaft befindet sich in der Rezession, oder maximal in einem Mini-Wachstum.
    Die Lage am Arbeitsmarkt ist für US-Verhältnisse katastrophal.
    Der Staat ist bis über beide Ohren verschuldet und wahrscheinlich wird es zu automatischen Haushaltskürzungen kommen.

    Trotzdem befindet sich der Leit-Index auf einem Allzeithoch... Bin ich der Einzige, der das irgendwie merkwürdig findet? Das zeigt doch nur wieder, wie sehr diese Finanzmärkte von der Wirklichkeit abgekoppelt sind!

    Mit freundlichen Grüßen, der minzig Frische.

    7 Leser-Empfehlungen
    • Moika
    • 05.03.2013 um 17:44 Uhr

    Liebe Zeit-Online Redaktion, daß ihr euch da mit dem historischen Höchststand mal nicht gewaltig irrt. 1987 hatte der Index - vor dem Börsencrash - einen Stand von ca, 18.500 Punkten, der Nikkei lag übrigens bei etwas über 38.000.

    Neue Höchststände sind also nicht so einfach zu erklimmen....

    Eine Leser-Empfehlung
  7. das ist die Ruhe vor dem Sturm.

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    Antwort auf ""Milchmädchen Hausse""

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