Nach langem Streit begrenzt die EU die Bonuszahlungen an Spitzenmanager von Banken. Vertreter des EU-Parlaments und der EU-Mitgliedsländer haben sich auf neue Regeln geeinigt. Die Extrazahlung darf ab 2014 das Grundgehalt nicht mehr übersteigen. Nur in Ausnahmefällen und mit Zustimmung der Aktionäre kann sie doppelt so hoch ausfallen.

Die EU-Finanzminister hatten dem Kompromiss schon bei ihrem Treffen Anfang März weitestgehend zugestimmt. Großbritannien leistete aber lange Widerstand gegen die Bonus-Regelungen, deshalb waren weitere Beratungen nötig gewesen. Die britische Regierung fürchtete um die internationale Bedeutung des Finanzplatzes London.

"Das Parlament hat dem Druck der britischen Regierung widerstanden und keine Änderung an der Deckelung von Bonuszahlungen mehr zugelassen", sagte der Verhandlungsführer der Sozialdemokraten im Europaparlament, Udo Bullmann. "Gegen erbitterte Widerstände aus nationalen Hauptstädten und der Finanzindustrie wird Europa schon 2014 ein Stück gerechter."

Für die britische Regierung sei die Verhandlung eine ernüchternde Erfahrung gewesen, sagte ein EU-Diplomat. Großbritannien sei zum ersten Mal alleine überstimmt worden. Formell muss die Einigung noch vom Europaparlament und den Mitgliedstaaten abgesegnet werden.

EU beschließt Basel III

Die Boni-Regelung ist Teil eines umfangreichen Gesetzespakets zur Regulierung des Finanzsektors. Darin sind auch höhere Kapitalanforderungen für Banken enthalten, die dem internationalen Abkommen Basel III entsprechen.

Die Banken sollen dadurch besser gegen künftige Krisen gewappnet sein. Sie müssen nun mehr Eigenkapital bereithalten. Zunächst steigt die geforderte Quote auf acht Prozent. Bis 2019 soll sie 10,5 Prozent erreichen.