Chef des Dubai-Airport"Nicht nur Demokratie funktioniert"

Der Flughafen Dubai floriert, Berlin dagegen leidet am Pannenflughafen BER. Im Interview beschreibt Dubai-Airport-Chef Paul Griffiths die Effizienz autokratischer Regime. von 

Der Großflughafen Dubai International Airport

Der Großflughafen Dubai International Airport  |  © Karim Sahib/AFP/GettyImages

ZEIT ONLINE: Herr Griffiths, Sie stehen an der Spitze des Großflughafens in Dubai. Der Berliner Pannenflughafen BER sucht dringend einen neuen Chef. Interesse?

Paul Griffiths: (lacht) Dafür ist mein Deutsch leider zu schlecht.

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ZEIT ONLINE:  Wie spricht denn die Branche über das Desaster in Berlin?

Griffiths: Mit viel Verständnis, weil es ein so verflucht kompliziertes Projekt ist. Aber eine Frage stellt sich jeder: Wie kann so ein Vorzeigeprojekt in einem Land schief gehen, das für Organisation, Disziplin und Wissen bekannt ist? Und warum geht es so schief, dass sich die Eröffnung nicht um Monate, sondern um Jahre verschiebt? Das ist sehr sonderbar. Normalerweise ist das nur möglich, wenn die Politik das Sagen hatte. So war es wohl auch in diesem Fall.

ZEIT ONLINE: Aus ihrer Erfahrung: Was sollte jetzt am Berliner Flughafen geschehen?

Griffiths: Der Flughafen darf nicht einfach auf ein unrealistisches Datum hin betriebsbereit gemacht werden. Alles muss wirklich getestet werden und funktionieren. Die gesamte Kette der Baumaßnahmen und der Zulieferer muss dafür vereinheitlicht werden. Wenn ich mir den Flughafen anschauen müsste, würde ich schauen, ob ich mit meinen Partnern am gleichen Strang ziehe. Und ob die Pläne realistisch sind. Dann würde ich testen, testen, testen. Erst wenn ich zufrieden wäre, würde ich die Türen öffnen. Es wird hart, aber es ist möglich.

Paul Griffiths

ist seit 2007 Chef des Flughafens Dubai International Airport. Der gebürtige Brite leitete zuvor den Flughafen London-Gatwick.

ZEIT ONLINE: Berlin diskutiert sogar über ein Nachtflugverbot.

Griffiths: Ich denke, Europa muss sich entscheiden. Will man neue Landebahnen bauen? Oder will man die bestehende Fläche besser nutzen, indem größere Flugzeuge starten und landen dürfen. Dann muss man auch Nachtflugverbote überdenken. Ansonsten wird das Wachstum in Europa dramatisch gebremst. Hier in Dubai regt sich niemand über nächtlichen Flugverkehr auf. Dubai hatte nie ein Nachtflugverbot, die Flugzeuge werden auch immer leiser.

ZEIT ONLINE: In Europa wollen immer mehr Menschen fliegen, aber zugleich wächst der Widerstand gegen neue Flughäfen. Wie kann man diesen Zielkonflikt lösen?

Griffiths: Schwierig. Das Problem ist, dass es eine entwickelte Infrastruktur gibt. Es gibt einen großen Hang dazu, alles so zu lassen, wie es einst geschaffen wurde. In Europa ist der Bau einer neuen Landebahn eine heiße Kartoffel für jeden Politiker. Keine Regierung will sich daran verbrennen. In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist die Lage komplett anders. Hier leben sechs Millionen Menschen auf einer riesigen Fläche, davon der meiste Teil Wüste.

ZEIT ONLINE: Wie wichtig ist die Luftfahrtbranche für Dubai?

Griffiths: Derzeit kommen 28 Prozent des Wachstums in Dubai aus der Luftfahrt und dem Tourismus. In London und dem Rest Europas wachsen die Flughäfen oft nur um ein bis zwei Prozent im Jahr. Hier in Dubai konzentriert sich alles auf die Frage, wie die Luftfahrt zum Wachstum beitragen kann. In diesem Jahr rechnen wir mit 66 Millionen Passagieren. In gut fünf Jahren haben sich die Passagierzahlen verdoppelt.

ZEIT ONLINE: Das ganze Wachstum ist künstlich, sagen Kritiker.

Griffiths: Warum das denn? Die Menschen kommen doch real hierher. Viele Menschen sind zwar nur einige Stunden im Land. Aber immer mehr steigen auch tatsächlich aus. Wir verbinden Asien mit Europa. Damit sind wir der logische Mittelpunkt der Erde: Zwei Drittel der Weltbevölkerung leben im Umkreis von acht Flugstunden.

Leserkommentare
  1. dem manne ist nur recht zu geben. wir sollten genauso wie in jenen autokratischen laendern mit den arbeitskraeften umspringen, gleichheit in der rechtsgeltung abschaffen, usw. dann wird's was mit den gross-projekten, der mensch ist ja nur mittel zum zweck.... und klar, die politik allein ist schuld am berliner flughafen, beim stuttgarter bahnhof, etc..... aufgefallen ist ja nun mal keinem, dass es vor allem projekte im public-private partnership sind, in denen die politik-seite auszubaden hat und sich oft zum steigbuegelhalter macht, dafuer dass die business seite alles tun kann den Staatstopf auszusaugen und zu handwerklich schlampern bis an und zunehmend haeufiger ueber die Grenze des moeglichen. siehe hierzu auch als erhellende Lektuere etwa Colin Crouch.

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    damit zu tun, wie "wir" mit Arbeitskraeften umspringen?

    Welche von den Problemen sind denn auf Ungleichheit in der Rechtsgeltung zurückzuführen?

    Diese Baukatastrophen sind schlicht und ergreifend durch unfähige Auftraggeber verursacht.
    Ganz oben Politiker, die niedrige Kosten brauchen, um solche Projekte überhaupt durch die Ausschüsse zu bekommen.

    Und darunter Amtsträger, die mit Aufgaben solcher Komplexität überfordert sind.

    Nehmen wir mal ein einfaches Beispiel vom Berliner Flughafen, die redundante Kabelführung bei Anlagen der Flugsicherung, die getrennte Verlegung bedingt.

    Wenn sich kein Schwein darum kümmert, ob diese Vorgaben auch eingehalten werden, darf man hinterher nicht klagen, wenn man wieder aufgraben muß.

  2. ... ein dt. Architekt zu Gast, der in China Großprojekte betreute bzw. leitete, und von den dortigen Verhältnissen schwärmte, vor allem wie leicht es dort sei, die Lebenswelt von ein paar 1000 Menschen einfach per Order zu verlegen, wenn das Projekt dies erforderte.
    Scheint besonders in hohen "Verantwortungs"-Ebenen usus zu sein, dass man Menschen vor allem als Verfügungs- und Verwertungsmasse, günstigstenfalls noch als Kunden wahrnimmt.
    Ist das schon die "Banalität des Bösen", die sich einschleicht?

    Und sofern die ZIelsetzung der Politik ist (und der Eliten denen sie am Mund hängt) weltpolitisch weiterhin das ganz große Rad drehen zu wollen, Stichwort: EU als dynamischster und wachstumsstärkster Wirtschaftsraum der Welt, dann geht das nur, wenn man dem globalen Kapital ordentliche Rendite ermöglicht, d.h. die Kapitalbesitzer die "eigenen" Humanressourcen entsprechend profitale ausbeuten können.
    Eine Diktatur oder wenigstens eine marktkonforme "Demokratie", gerne auch ohne Steuerpflicht und Sozialstaat, ist dabei natürlich ein absoluter Wettbewerbsvorteil.

    Kapitalismus ist mit einer selbstbestimmten, gleichen und gerechten Gesellschaft nicht vereinbar. War er bislang nicht, und wird er aller Voraussicht auch nie sein.

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    "die Lebenswelt von ein paar 1000 Menschen einfach per Order zu verlegen, wenn das Projekt dies erforderte."

    Kennen Sie den Tagebau Garzweiler?

  3. ...denn im Prinzip hat er ja vollkommen recht.
    Es braucht Rechtsicherheit für die Investoren und gut ausgebildete Arbeitnehmer, dann lässt sich Geld verdienen. Ob jetzt ein Präsident, ein Kanzler, ein General, ein König oder ein Oligarch Macht hat spielt dann keine Rolle.

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  4. Es gibt keine demokratische Plkanung oder autoritäre Planung, es gibt gute Planung und es gibt schlechte Planung.

    Alles andere ist eher eine Frage des Marketings.

    Wenn man einen Kostenrahmen vorgibt und einen Anforderungskatalog dazu gibt, dann brauchen die Planen ihn nur abzuarbeiten und die Genehmigungen erfolgen, wenn sie richtig gearbeitet haben problemlos.

    Wenn man alle paar Wochen Änderungen macht dann endet das natürlich in einem Chaos.

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  5. ... braucht einen Flughafen, auf dem 66 Mio. Passagiere abgefertigt werden??
    Ich bin froh darüber, in Europa zu leben, wo immer mehr Menschen merken, dass Gigantomie und autokratisch durchgesetzte Großprojekte vielleicht gut für den Shareholder Value, aber nicht unbedingt ein Maßstab für die Lebensqualität in einem Land sind.

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    • matbhm
    • 07. März 2013 20:33 Uhr

    ... drei Empfehlungen Ihres Beitrages zeigen - sich stets verbreitende Meinung. Nur: Der ShareholderValue ist das, was das BSP ausmacht, und das wiederum ist das, was den Lebensstandard der Menschen ausmacht. Dass sich - anders als China, Südamerika, weite Teile Asiens und erst Recht Afrika - der Westen ausgesucht viel Gedanken über Umweltschutz, Gleichverteilung von Einkommen usw. machen kann, haben die Gesellschaften des Westens allein einem Umstand zu verdanken: Dass die Wirtschaftseliten dieser Gesellschaften Jahrzehnte sich um einen guten ShareholderValue gekümmert haben. Und die immer "mehr Menschen", die angeblich merken, dass Gigantomanie usw. nicht mehr zeitgemäß ist, sind dieselben, die fröhlich per Billigflieger ins verlängerte Wochenende fliegen - und gegebenenfalls hinterher wegen der unverschämten Verspätung bei einem Flugpreis von 89,- € die Ausgleichsleistung nach der Fluggastverordnung zwischen 250,- und 600,- € pro Person kassieren. Is' schließlich eine Unverschämtheit, dass der Flughafen so klein und schlecht organisiert ist, dass erst verspätet abgeflogen werden kann.

    Und all jene, die ihr Menschenrecht auf Lärmfreiheit mitten in einer 3,5-Mio.-Einwohnermetropole erkämpfen, ist es völlig egal, wenn statt BBI Tegel weiterbetrieben wird, mit dramatisch mehr Menschen in den Einflugschneisen als am BBI. Demokratie setzt voraus, dass die Leute verantwortungsvoll handeln, nicht danach, was ihnen gerade am Besten passt.

    • tobmat
    • 08. März 2013 10:38 Uhr

    "Ein Staat mit 6 Mio. Einwohnern...

    ... braucht einen Flughafen, auf dem 66 Mio. Passagiere abgefertigt werden??"

    Falls sie es noch nicht mitbekommen haben, ist Dubai inzwischen eines der wichtigsten Drehkreuze für den Luftverkehr zwischen Asien und Europa. Mit der Einwohnerzahl des Landes hat das nicht das geringste zu tun.

    • paul12
    • 07. März 2013 19:37 Uhr

    Warum fühlt ihr euch angegriffen? Er hat doch recht! Er sagt die Wahrheit.
    Ist es nicht so, dass es gewisse wirtschaftliche Vorteile hat, wenn nicht jeder seinen Senf dazu gibt, wenn es um Geschäfte machen geht? Wenn auch moralisch fragwürdig!

    Aber Moral, das interessiert hier doch wirklich keinen. Nachtflugverbote? Das ist den Politikern sowas von egal, es sei denn man macht das zum Wahlkampfthema.

    Bestes Beispiel sind doch Waffenverkäufe aus Deutschland.
    Wie hat es doch Schröder ungefähr gesagt: " Das sind Arbeitsplätze"!!!

    MFG

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    Dann ist die Welt in 20 Jahren dahin, denn diese Art von Wirtschaft kennt heute schon keine Moral mehr. Und Umweltschutz braucht man nicht mehr, weil es keine Natur mehr gibt. Ich sehe sie heute schon, da ich nur arbeiten bin, nur selten. Da malen wir uns ein paar Bilder und verteilen sie überall. Vielleicht sollte sich die UNO mal die Pläne von allen zeigen lassen, denn überall ist unbegrenztes Wachstum ein Wunsch. Da wissen wir dann, wo es hin geht.

  6. Dann ist die Welt in 20 Jahren dahin, denn diese Art von Wirtschaft kennt heute schon keine Moral mehr. Und Umweltschutz braucht man nicht mehr, weil es keine Natur mehr gibt. Ich sehe sie heute schon, da ich nur arbeiten bin, nur selten. Da malen wir uns ein paar Bilder und verteilen sie überall. Vielleicht sollte sich die UNO mal die Pläne von allen zeigen lassen, denn überall ist unbegrenztes Wachstum ein Wunsch. Da wissen wir dann, wo es hin geht.

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    • paul12
    • 07. März 2013 22:15 Uhr

    Umgekehrt wird ein Schuh draus: Die Frage ist, wo fing das an?
    Im Westen!!! Wir haben es doch vorgelebt.
    Die Umwelt und die Ressourcen haben keine Chance, denn wir leben maßlos. Und alles ist der Gier der Konzerne unterworfen. Jetzt will man mit Wasser handeln. Mit Wasser?

    Da stehen mir die Nackenhaare.

    MFG

    Ich möchte ihnen ein Zitat von dem Herren nennen.... ich weiß ja nicht ob sich noch jemand seiner erinnert, aber hier das Zitat: Moral ist eine Verhaltensweise die mal Leuten gegenüber an den Tag legt, die man nicht mag.

    Ich denke, mehr muss man zur Moral nicht sagen.

    Oder doch.... es wäre noch zu sagen, dass moralische Grundsätze rein kulturell bedingt sind, und es damit arrogant, ja nach unseren eigenen Grundsätzen der Meinungsfreiheit sogar geradezu menschenverachtend wäre anderen Gesellschaften unsere Moralvorstellungen aufzuzwingen.

  7. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Demokratie in ihrer heutigen Form ein Auslaufmodell ist und uns nichts als hohe Kosten und Wettbewerbsnachteile bringt.

    Die Demokratie und der Sozialstaat liegen wie die Bleikugel am Sprinterbein der deutschen Wirtschaft. Während der Kaiserzeit (1870-1918) konnte die Wirtschaft ungehindert wachsen und ermöglichte den Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes einen unglaublichen Vermögenszuwachs.

    Wenn wir jetzt die besagten Fesseln abstreifen und den Markt von allen Barrieren befreien, wird der Markt alle heutigen Probleme vergessen lassen. Die Menschen haben die Wahl: Wohlstand oder Demokratie!

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    Der freie Markt wird uns alle erlösen!

    << Wenn wir jetzt die besagten Fesseln abstreifen und den Markt von allen Barrieren befreien, wird der Markt alle heutigen Probleme vergessen lassen. Die Menschen haben die Wahl: Wohlstand oder Demokratie! <<

    Gut möglich, dass in ein paar weiteren Krisen-Jahren, die Staaten so am Boden sind, dass relevante Aufgaben des Staates (Sicherheit, Infrastruktur, ...) von Privatunternehmen (Konzernen) übernommen werden.
    Stille Übernahme ganzer Länder in Investorenhände.
    Gibts ja bereits in einigen südamerikanischen Ländern, dass die Verwaltung ganzer Städte profitorientiert stattfindet bzw. zeitnah geplant ist.

    Würde für viele Politiker und Funktionäre sicher auch Vorteilhaft sein; könnten diese doch bei guter Zusammenarbeit mit den Investoren, übernommen werden, mit ungleich höheren Gehältern als im Staatsdienst.

    Und irgendwann steht dann ein kleines Männlein in der Allianz-Arena oder der Goldman-Sachs-Oper und brüllt vom Podium herab: "Wollt ihr den totalen Markt?"
    Natürlich eine rein rethorische Frage, da alles schon längst beschlossen ist und das Publikum, marktkonform, dem zujubelt, der ihm zukünftig Arbeit gibt und bezahlt.

    • Demo4
    • 07. März 2013 23:02 Uhr

    "Wenn wir jetzt die besagten Fesseln abstreifen und den Markt von allen Barrieren befreien, wird der Markt alle heutigen Probleme vergessen lassen. Die Menschen haben die Wahl: Wohlstand oder Demokratie!"

    ist das Ironie oder Ernst? schlimm schlimm

    solange man oben oder recht weit oben steht schwingt man solche Reden gerne,
    aber wie geht es den Leuten in China, in Russland, im gesamten Nahen Osten im Durchschnitt?

    einzelne kleine Leuchtturme herauszuheben ist immer schlimm,
    ganz übel auch Bayern in Deutschland ("besser als NRW"),
    Deutschland in Europa ("schaut her, wir sind die beste Regierung")

    dabei wird viel zu oft vergessen dass gewisse Konzentrationen ganz normal sind,
    das gesamte Geld in Europa sucht sich den besten verfügbaren Platz, Deutschland ist relativ am sichersten -> alle Investitonen dort, noch bessere Lage, noch mehr Geld

    Bayern sieht in Deutschland mal gut aus (lange war es nicht so) -> Firmen ziehen hin, alle Top-Studenten aus NRW & Co. ziehen hin, noch bessere Lage

    Leuchttürme sind immer nur mit sehr viel 'platten Land' drumherum möglich, welches in gewisser Weise ausgezogen wird,

    in Nahost ist es mit Öl die ganze Welt, sonst wäre da nur Wüste,
    hat man einmal einen Vorteil, kann man sich natürlich mglw. mit einer Glitzerstadt vorerst halten

    zu Demokratie vs. was auch immer fehlt nun der Platz, naja, wer daran zweifelt..

    Oder möglichst viel Billigmentalität? Da gibt es schon Unterschiede.

    Wenn der Markt von allen Barrieren befreit werden würde hieße das totale Ausbeutung aller Menschen. Das nenne ich mal Wohlstand vom Feinsten. Für wen eigentlich?

    aber nur dann, wenn es mir in dieser schoenen neuen Welt gestattet ist, Sie taeglich grundlos und ungestraft zu verpruegeln, um Ihre Arbeitsmotivation zu erhoehen. Sie verstehen was ich meine? Kein wirklich ernsthafter Oekonom wuerde auf die schraege Idee kommen Wachstum ueber alles zu stellen, denn dies hat nichts zwingend mit Wohl des Volkes zu tun. Was hat ein Volk davon wenn die Wirtschaft um 10% waechst, dieser Zuwachs gaenzlich einer Clique von 10% der Gesellschaft zu Teil wird? Warum nicht aus oekonomischen Gruenden einfach die Wiedereinfuehrung der Sklaverei fordern? Weniger Wachstum kann durchaus die Wohlfahrt einer Gesellschaft erheoehen.

    Ich sehe das etwas anders.

    Das Problem ist glaube ich nicht so sehr "Demokratie" an sich, denn "Demokratie" kann in der Praxis ja sehr viel bedeuten. Was wir hierzulande "Demokratie" nennen (irgendein "repräsentatives" Zwei-Parteien-System, bei dem der einzelne Bürger alle vier Jahre ein 50-Millionstel zur Entscheidung zwischen Pest und Cholera beiträgt) ist nun mal fast die schwächste denkbare Form von Demokratie, die man sich vorstellen kann. Ein "weniger" Demokratie an Demokratie geht eigentlich nur noch, indem man nur noch eine Partei zulässt und oder die Länge einer Legislaturperiode verlängert.

    Das Problem liegt daher meiner Meinung nach eher darin, dass unsere Regierungsform im Grunde nix Halbes und nix Ganzes ist - eine Scheindemokratie mit all den damit verbundenen Nachteilen. Dem gegenüber haben sogar autoritäre Systeme hier und dort auch Vorteile, weil sie sich gegenüber zumindest irgendwo ehrlich sind.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Dubai | Tourismus | Luftfahrt | Airport | Demokratie | Europa
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