Rating-AgenturFitch straft Italien nach Wahlpatt ab

Die stockende Regierungsbildung in Italien wirkt sich auf die Wirtschaftskraft des Landes aus. Die Rating-Agentur Fitch hat die italienische Bonität deshalb herabgesetzt.

Wegen des unklaren Wahlausgangs und der anhaltenden Rezession hat die Rating-Agentur Fitch die Kreditwürdigkeit Italiens herabgestuft. Die Bonität werde nur noch mit BBB+ und damit eine Stufe unter der bisherigen Note A- bewertet, teilte die Agentur mit. Das ist die erste Abwertung der Bonität des Landes seit den Parlamentswahlen, die wegen des Patts für Unsicherheit an den Märkten gesorgt hatten.

Zudem droht Fitch der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone eine weitere Herabstufung an. Der Ausblick für das Rating sei negativ, teilte die Agentur mit. Sollte die Wirtschaft weiter und stärker schrumpfen, sei eine weitere Senkung der Kreditwürdigkeit möglich. Die aktuelle Note liegt nur noch drei Stufen über dem sogenannten Ramschniveau.

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Die Wahl in Italien hatte keine klare Mehrheit zustande gebracht. Zwar wurde das Mitte-Links-Lager um Pier Luigi Bersani stärkste Kraft im Abgeordnetenhaus, im gleichberechtigten Senat kam aber kein Bündnis auf die nötige Mehrheit.

Unmittelbar nach der Wahl hatte auch die Rating-Agentur Moody's mit einer Abstufung der Bonität gedroht, da dem Land politischer Stillstand drohe. Der unter dem bisherigen Regierungschef Mario Monti angestoßene Reformkurs könne verzögert werden, hatte Moody's seinerzeit argumentiert.

Die andere große Agentur Standard & Poor's (S&P) hatte sich dagegen weniger kritisch gezeigt und bloß vor verschleppten Strukturreformen gewarnt. Bei beiden Agenturen rangiert Italien im Ranking bereits in der B-Klasse, bei Moody's liegt es derzeit bei Baa2 und bei S&P erhält Italien die Note BBB+.

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Leserkommentare
    • doof
    • 08. März 2013 19:08 Uhr

    Da muss sofort etwas unternommen werden!
    Am besten Bersani gibt die Regierungsbildung an einen Manager von Goldman-Sachs ab!
    Das wird den Märkten Vertrauen geben und sie beruhigen!

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    • sane
    • 08. März 2013 19:16 Uhr

    Mal unbenommen davon ob das überhaupt sinnvoll ist, aber wenn Sie die Kreditwürdigkeit Italiens bewerten müssten, würden Sie sie jetzt aufwerten?

    Anders gefragt, würden Sie jetzt italienische Staatsanleihen für ihre Altersvorsorge kaufen? Das wäre mind. indirekt der Fall bei einer Aufwertung.

    ...wenn sowas in der Art kommt. Finanzminister vielleicht?

  1. 2. Fitch

    Fitch straft in erster Linie die Geberländer, respektive dessen Bürger ab, denn die müssen letztendlich wieder dafür aufkommen.

    3 Leserempfehlungen
    • sane
    • 08. März 2013 19:16 Uhr

    Mal unbenommen davon ob das überhaupt sinnvoll ist, aber wenn Sie die Kreditwürdigkeit Italiens bewerten müssten, würden Sie sie jetzt aufwerten?

    Anders gefragt, würden Sie jetzt italienische Staatsanleihen für ihre Altersvorsorge kaufen? Das wäre mind. indirekt der Fall bei einer Aufwertung.

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Wie schrecklich!"
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    • doof
    • 08. März 2013 19:36 Uhr

    dass ich nichts davon halte, dass Privatunternehmen von ausserhalbn demokratisch legitimierte Prozesse bewerten und sich damit in diese einmischen:
    Ja, genau NUN zu investieren wäre, hätte man genug Geld und den Willen dazu, das Sinnvollste, was man tun könnte um diesen Spielern das Handwerk zu legen.

  2. ...wenn sowas in der Art kommt. Finanzminister vielleicht?

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Wie schrecklich!"
  3. wäre die Skala auf ZZZ erweitert worden, weil das Land dann nämlich dieses perfide Spiel nicht mehr mitspielte!!!

    12 Leserempfehlungen
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    • ZPH
    • 08. März 2013 19:40 Uhr

    Das perfide Spiel geborgtes Geld zurückzuzahlen? Meien Sie das? Na dann wird es ja wirlich höchte Zeit, das die EZB ihrerseits das perfide Spiel Italien Geld zu borgen nicht mehr mitspielt, damit der EZB und damit den Steuerzahlern der Euro-Zone außer den 100 Milliarden Euro Italienischer Anleihen aus der Bunga Bunga Zeit nicht noch mehr Geld verloren geht, falls Grillo den Laden übernimmt.

    Und wenn die Reaktion "der Märkte" eines zeigt, dann dies:

    Wir brauchen demokratie-konforme Märkte!

    • ZPH
    • 08. März 2013 19:33 Uhr

    Wozu hat Landmann Draghi die große Geldpresse? Und die wird ja nur Vermögen in anderen Ländern vernichten, man selber hat ja Immobilien.

    Eine Leserempfehlung
    • doof
    • 08. März 2013 19:36 Uhr

    dass ich nichts davon halte, dass Privatunternehmen von ausserhalbn demokratisch legitimierte Prozesse bewerten und sich damit in diese einmischen:
    Ja, genau NUN zu investieren wäre, hätte man genug Geld und den Willen dazu, das Sinnvollste, was man tun könnte um diesen Spielern das Handwerk zu legen.

    7 Leserempfehlungen
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    <<< Abgesehen davon, dass ich nichts davon halte, dass Privatunternehmen von ausserhalbn demokratisch legitimierte Prozesse bewerten und sich damit in diese einmischen:
    Ja, genau NUN zu investieren wäre, hätte man genug Geld und den Willen dazu, das Sinnvollste, was man tun könnte um diesen Spielern das Handwerk zu legen. <<<

    Italien ist kein armes Land; wozu braucht das überhaupt Auslandskapital?
    Gleiches gilt für Deutschland, welches um arabisches Kapital buhlt.
    Wozu?
    Die Industrienationen könnten, wenn sie denn wollten, sich problemlos selbst finanzieren, ohne auf den Goodwill ausländischer Investmentbanken und Ratinagenturen oder Oligarchen angewiesen zu sein.
    Das hieße aber, dass man die Vermögen der eigenen Oberschichten kappt.
    Und das will ja keiner...also macht man sich lieber vom Ausland abhängig und versetzt die eigene Oma und verpfändet das Familiensilber um dessen Vertrauen zu behalten...

    • ZPH
    • 08. März 2013 19:40 Uhr

    Das perfide Spiel geborgtes Geld zurückzuzahlen? Meien Sie das? Na dann wird es ja wirlich höchte Zeit, das die EZB ihrerseits das perfide Spiel Italien Geld zu borgen nicht mehr mitspielt, damit der EZB und damit den Steuerzahlern der Euro-Zone außer den 100 Milliarden Euro Italienischer Anleihen aus der Bunga Bunga Zeit nicht noch mehr Geld verloren geht, falls Grillo den Laden übernimmt.

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    • doof
    • 08. März 2013 19:46 Uhr

    sicherlich den Aktionären der Banken in den anderen EU-Ländern?

    Selbst da wäre die Frage, obs für "keine Verlsute" machen nicht zu spät ist, denn schauen Sie mal nach Spanien, Irland, Zypern, . ....

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, nf
  • Schlagworte Abgeordnetenhaus | Agentur | Italien | Mario Monti | Parlamentswahl | Regierungschef
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