Rating-Agentur : Fitch straft Italien nach Wahlpatt ab

Die stockende Regierungsbildung in Italien wirkt sich auf die Wirtschaftskraft des Landes aus. Die Rating-Agentur Fitch hat die italienische Bonität deshalb herabgesetzt.

Wegen des unklaren Wahlausgangs und der anhaltenden Rezession hat die Rating-Agentur Fitch die Kreditwürdigkeit Italiens herabgestuft. Die Bonität werde nur noch mit BBB+ und damit eine Stufe unter der bisherigen Note A- bewertet, teilte die Agentur mit. Das ist die erste Abwertung der Bonität des Landes seit den Parlamentswahlen, die wegen des Patts für Unsicherheit an den Märkten gesorgt hatten.

Zudem droht Fitch der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone eine weitere Herabstufung an. Der Ausblick für das Rating sei negativ, teilte die Agentur mit. Sollte die Wirtschaft weiter und stärker schrumpfen, sei eine weitere Senkung der Kreditwürdigkeit möglich. Die aktuelle Note liegt nur noch drei Stufen über dem sogenannten Ramschniveau.

Die Wahl in Italien hatte keine klare Mehrheit zustande gebracht. Zwar wurde das Mitte-Links-Lager um Pier Luigi Bersani stärkste Kraft im Abgeordnetenhaus, im gleichberechtigten Senat kam aber kein Bündnis auf die nötige Mehrheit.

Unmittelbar nach der Wahl hatte auch die Rating-Agentur Moody's mit einer Abstufung der Bonität gedroht, da dem Land politischer Stillstand drohe. Der unter dem bisherigen Regierungschef Mario Monti angestoßene Reformkurs könne verzögert werden, hatte Moody's seinerzeit argumentiert.

Die andere große Agentur Standard & Poor's (S&P) hatte sich dagegen weniger kritisch gezeigt und bloß vor verschleppten Strukturreformen gewarnt. Bei beiden Agenturen rangiert Italien im Ranking bereits in der B-Klasse, bei Moody's liegt es derzeit bei Baa2 und bei S&P erhält Italien die Note BBB+.

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