Britische Banken brauchen nach Berechnungen der Notenbank bis Ende des Jahres 25 Milliarden Pfund (29,5 Milliarden Euro) mehr Eigenkapital. Grund ist die Vorgabe der Bankenaufsicht, nach der die Banken bis Dezember auf eine harte Kernkapitalquote (Core Tier 1) von mindestens sieben Prozent der Bilanzrisiken kommen sollen. Einige Banken erfüllten die Vorgaben bereits, den übrigen fehlten Ende 2012 noch 25 Milliarden Pfund, teilte die Kontrollbehörde mit.

Den britischen Banken drohen nach Einschätzung der bei der Notenbank angesiedelten Bankenaufsicht in den nächsten drei Jahren wegen fauler Kredite, Risiken der Euro-Zone sowie Entschädigungskosten aus dem Skandal um Falschberatung Ausfälle in Höhe von bis zu 50 Milliarden Pfund. Zu den Risiken trügen auch Anlagen in britischen Geschäftsimmobilien bei.

Die Märkte reagierten positiv auf die Ankündigung höherer Eigenkapitalvorgaben. Im Herbst war noch über eine Lücke in Höhe von 60 Milliarden Pfund bei den britischen Banken spekuliert worden. Vor allem die Aktien der beiden teilverstaatlichten Banken Lloyds und Royal Bank of Scotland profitierten.

Nach den neuen Eigenkapitalvorschriften des internationalen Regelwerks Basel III müssen die Banken weltweit eine Kapitalquote von sieben Prozent erst bis 2018 erreichen, Großbritannien hatte bei der EU aber die Möglichkeit gefordert, die Vorgaben zu verschärfen. Mithilfe des zusätzlichen Eigenkapitals sollen Banken besser für nächste Finanzkrisen gewappnet sein, um nicht dem Steuerzahler zur Last zu fallen.