Hauptstadtairport : Hartmut Mehdorn wird neuer BER-Chef

Der frühere Bahn-Chef Mehdorn übernimmt die Geschäfte des neuen Berliner Flughafens. Für Verkehrsminister Ramsauer folgt der 70-Jährige einer "patriotischen Berufung".

Der frühere Air-Berlin- und Bahnchef Hartmut Mehdorn soll neuer Chef des Berliner Hauptstadtflughafens werden. "Ich freue mich, dass wir Hartmut Mehdorn als neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung gewinnen konnten", sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. "Ich bin mir sicher, er folgt damit auch ein Stück weit einer patriotischen Berufung, eine solche Herausforderung von nationaler Tragweite anzupacken."

Der 70-jährige Mehdorn verfügt über eine jahrzehntelange Erfahrung als Spitzenmanager von Großkonzernen. Er war von 1999 bis 2009 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn, gehörte davor unter anderem dem Vorstand der EADS-Vorläufergesellschaft Dasa an und führte die Heidelberger Druckmaschinen AG. Nach seinem Engagement als Bahnchef war er bis zum Januar 2013 Interimschef von Air Berlin, der zweitgrößten deutschen Fluglinie.

Mehdorn gilt als tatkräftig, durchsetzungsstark und verfügt aus seiner Zeit bei der Bahn auch über langjährige Erfahrungen in der Führung eines Staatsunternehmens. Der CSU-Minister Ramsauer lobte dessen "hervorragende Management-Fähigkeiten" sowie sein "Höchstmaß an wirtschaftlicher und technischer Kompetenz".

Debatte um Gehalt des Flughafenchefs

Die Spitze der Berliner Flughafengesellschaft ist seit längerem vakant, weil der frühere BER-Chef Rainer Schwarz seinen Posten räumen musste. Grund sind die unzähligen Bau- und Planungsmängel sowie Personalquerelen beim neuen Hauptstadtflughafen, der eigentlich schon längst in Betrieb hätte gehen sollen. Der Eröffnungstermin musste bereits viermal verschoben werden, inzwischen ist völlig offen, wann auf dem Areal in Berlin-Schönefeld die ersten Flieger starten und landen. 

Erst Anfang der Woche sorgte die Absage von Wilhelm Bender als neuer Chefberater beim BER für Aufsehen. Der frühere Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport hatte den Posten abgelehnt, auch weil er sich die öffentliche Diskussion um seine Honorierung verbeten hatte.

Wie hoch das Gehalt von Mehdorn sein wird, ist noch unklar. Sein Vorgänger Schwarz kassierte mehr als 500.000 Euro jährlich.

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Kommentare

215 Kommentare Seite 1 von 37 Kommentieren

Ich kann die

exzessiv negativen Kommentare hier nicht nachvollziehen.

Immerhin hat sich einer für den Job gefunden, der halbwegs vom Fach ist. Die Auswahl war wahrscheinlich nicht groß, mit anderen Worten, Null.

Dass er sich auf diesen Schleudersitz setzen will, nötigt mir einen gewissen Respekt ab. Er wird seine Gründe haben, aber ein Traumjob ist das bestimmt nicht.

Die Verfasser der hämischen Kommentare sollten sich fragen, ob ihnen eine Bauruine lieber ist. Oder wen sie anstelle Mehdorns eingestellt hätten.

Da kommen einem die Tränen.

Ich bitte Sie, strubbeliger als das Objekt jetzt schon ist, kann Mehdorn es auch nicht mehr machen. Aber zumindest Momentan scheint er der Einzige zu sein, der soviel Selbstvertrauen besitzt, die Baustelle zu "Ende" zu führen.

Aber was soll's! Wenn jetzt selbst der Aufsichtsratsvorsitzende aus Gründen des Populismus beginnt, die Geschäftsfähigkeit des Flughafens einzuschränken, ist uns nicht mehr zu helfen.

Wir sind ganz schön tiel gesunken.

Der Einzige?

Ich möchte gerne wissen, wieviele Personen gefragt wurden, ob die den Job machen wollen. Für einen jüngeren Manager, auch für einen ohne publikumswirksame Erfahrungen der besonderen Art, wäre es sicherlich eine dankbare Herausforderung gewesen, sich an einem bekanntlich sehr vorbelasteten Projekt zu versuchen, zumal ihn niemand zur Verantwortung gezogen hätte im Falle eines Misserfolgs. Un ein Jüngerer wäre bestimmt viel preisgünstiger gewesen.