Tarifkonflikt : Sicherheitspersonal streikt am Flughafen Düsseldorf

Mindestens 166 Flugausfälle und lange Warteschlangen: In Düsseldorf haben die Fluggastkontrolleure erneut die Arbeit niedergelegt. Der Streik soll bis Mitternacht dauern.

Reisende müssen sich ein weiteres Mal auf Flugausfälle und Verspätungen in Düsseldorf einstellen: Das Sicherheitspersonal ist erneut in einen ganztägigen Streik getreten. Die Gewerkschaft ver.di hat die Fluggastkontrolleure dazu aufgerufen, die Arbeit am drittgrößten deutschen Airport bis Mitternacht niederzulegen.

Schon am frühen Morgen bildeten sich an den Terminals lange Warteschlangen, da nur wenige Abfertigungsschleusen geöffnet werden konnten. Um die Kontrollen zu beschleunigen, sollten Passagiere nach Möglichkeit "weitestgehend auf Handgepäck verzichten", teilte ein Sprecher des Flughafens mit. Insgesamt werden bis Mitternacht 53.200 Passagiere erwartet. Von den geplanten 593 Starts und Landungen sind bereits 166 Flüge gestrichen worden.

Ein ver.di-Sprecher sagte, der Streik sei legitim und "das einzige Mittel, um die Lohnforderungen durchzusetzen". In den vergangenen Wochen hatte die Gewerkschaft mit Streiks der Sicherheitsleute sowohl in Düsseldorf als auch in Köln/Bonn wiederholt für erhebliche Behinderungen gesorgt.

Lohnerhöhung zwischen 2,50 und 3,64 Euro je Stunde

Der Tarifkonflikt in der Sicherheitsbranche ist in Nordrhein-Westfalen seit Langem festgefahren. Ver.di fordert für die 34.000 Beschäftigten der Branche Lohnerhöhungen zwischen 2,50 und 3,64 Euro pro Stunde. Für die Beschäftigten der untersten Lohngruppe hätten die vom Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) vertretenen Arbeitgeber bisher lediglich 40 Cent mehr angeboten.

Die Arbeitgeber werfen ver.di vor, die Forderungen liefen auf Erhöhungen um bis zu 43 Prozent hinaus. Der BDSW habe für die Fluggastkontrolleure für die Jahre 2013 und 2014 insgesamt 13,7 Prozent mehr Lohn geboten und für die untere Lohngruppe insgesamt 9,2 Prozent.

Auch in Hamburg geht der Streit um höhere Löhne weiter: Dort sind die Tarifparteien jedoch an den Verhandlungstisch zurückgekehrt. Nach vier Streiktagen und einem Spitzengespräch haben die Arbeitgeber ein neues Angebot für die 600 Sicherheitskräfte angekündigt.

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Kommentare

3 Kommentare Kommentieren

Kann ich nicht nachvollziehen

34000 Mitarbeiter, max + 3,64 € bei ( ich rate mal) 160 Stunden pro Monat ergibt monatliche Kosten von fast 20 Mio. €. Was kostet es einen Flug zu streichen und diesen ggf. Leer fliegen zu lassen?

Mir geht die Rechnung der Arbeitgeber nicht auf. Neben den einfachen Kosten Kommt auch ein großer Image-Schaden dazu. Demnächst bucht man eher in Frankfurt als in Düsseldorf oder Köln / Bonn.

Die Gewerkschaft verdi

sollte begreifen, dass Lohnforderungen von bis zu 30% schlichtweg unrealistisch sind. Sicherlich sind die bisher gezahlten Löhne nicht besonders toll, es darf aber auch nicht vergessen werden, um welche Arbeit es sich dabei handelt, d.h. wie hoch die Ausbildung dafür sein muss. Und unter diesem Aspekt sind die bisherigen Löhne nicht soooo schlecht und eine Forderung von 8-10% Erhöhung weitaus realistischer.

Ganz Recht...

Es darf aber auch nicht vergessen werden, um welche Arbeit es sich dabei handelt. Diese Leute sorgen dafür, dass keine Bombe im Flugzeug kommt, dass niemand mi einer Waffe oder gefährlichen Substanzen in das Flugzeug einsteigt. Mit einem Stundenlohn von 16 € wären diese Leute in der nähe des DURCHSCHNITTS bei einer 40! Stundenwoche.

Wie viel ist Ihnen ihre Sicherheit wert?