Stuttgart-21-Gegner"Diese Faktenresistenz nervt tierisch"

Der Beschluss des Aufsichtsrats werde den Widerstand erstarken lassen, sagen die Stuttgart-21-Gegner. Sie planen neue Aktionen. Doch die Zeit drängt.

Hannes Rockenbauch musste dann doch kurz schlucken, als er am Dienstagnachmittag vom Beschluss des Bahn-Aufsichtsrats erfuhr. Das Gremium hatte in einer außerordentlichen Sitzung entschieden, Stuttgart 21 weiterzubauen. Das war zwar erwartet worden. Aber Rockenbauch hatte dennoch auf eine Überraschung gehofft.

"Diese Faktenresistenz nervt tierisch", sagt er am Tag danach. "Wir alle würden unsere Kraft lieber für den Bau eines Kopfbahnhofs einsetzen."

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Damit spricht der 32-jährige Rockenbauch stellvertretend für die ganze Stuttgarter Anti-S21-Szene. Er darf das, so einfach aus der Hüfte schießend: Im Jahr 2011, als es auf die Volksabstimmung zuging, war er Sprecher des Aktionsbündnisses gegen den Tiefbahnhof. Er weiß, wie die Szene tickt und wie Politik funktioniert. Seit 2004 sitzt Rockenbauch im Stuttgarter Gemeinderat, seit 2009 als Chef der Fraktionsgemeinschaft SÖS-Die Linke.

Im Oktober vergangenen Jahres trat er sogar zur Stuttgarter Oberbürgermeisterwahl an und erkämpfte 10,4 Prozent der Stimmen. Da war er längst schon als einer der Hauptredner der Protestszene bekannt, und als gut vorbereiteter Gegenspieler der Bahn in den Schlichtungsgesprächen mit Heiner Geißler.

"Es geht längst nicht mehr um Fakten"

Zu dem Beschluss des Bahnaufsichtsrats vom Dienstag hat Rockenbauch eine klare Meinung: "Bei dem Projekt geht es längst nicht mehr um Fakten, sondern um einen drohenden Gesichtsverlust." Vor allem Angela Merkel wolle im Südwesten Ruhe vor der Bundestagswahl. Das Bahnhofsthema solle "wahltaktisch rausgehalten werden".

Genau das wollen Rockenbauch und seine Mitstreiter verhindern. Es glaube doch kein Mensch, dass der neue Tiefbahnhof tatsächlich nicht mehr als 6,5 Milliarden Euro kosten werde, sagt er. "Immer im letzten Drittel des Baus werden Großprojekte explosionsartig teurer." Da könne der Aufsichtsrat beschließen, was er wolle, er bleibe dabei: "Das ist technisch und finanziell nicht beherrschbar und politisch nicht durchsetzbar."

Andere Mitglieder des Aktionsbündnisses sehen das ähnlich. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Baden-Württemberg zum Beispiel. "Mit aller Macht sollen neue Fakten geschaffen werden", sagt die Vorsitzende des BUND Baden-Württemberg, Brigitte Dahlbender. Durch das Bauprojekt würden bundesweit die Fahrkarten teurer und die Fahrpläne dünner, zum Schaden aller Bürger.

Strafanzeigen wegen Betrugs und Untreue

Der aktuelle Sprecher des Aktionsbündnisses, Eisenhart von Loeper, kündigt Strafanzeigen gegen den Vorstand der Bahn, den Aufsichtsrat und weitere "Drahtzieher des Projekts" an. Er beschuldigt sie der Untreue. Eine Anzeige hat Loeper schon Mitte Februar gestellt: Gemeinsam mit Dieter Reicherter, einem ehemaligen Richter am Stuttgarter Landgericht, zeigte er Bahnchef Rüdiger Grube und seinen Infrastrukturvorstand Volker Kefer bei der Staatsanwaltschaft Berlin an. Betrug und Untreue lauteten die Vorwürfe.

Hannes Rockenbauch ist überzeugt, dass der Widerstand gegen den Tiefbahnhof jetzt wieder erstarken wird. Der "Tunnelblick" der Bundespolitik sei für alle sichtbar, "ziviler Ungehorsam" legitimer denn je. "Das muss im Widerstand genau überlegt werden, was jetzt die richtigen Schritte sind", sagt Rockenbauch. Er will das Momentum dieser Tage "klug ausnutzen".

Er meint damit nicht nur neue Sitzblockaden. Rockenbauch will die Öffentlichkeit weiter aufklären und beharrlich für seine Argumente werben. Der Tiefbahnhof werde weniger leistungsfähig sein als das jetzige Konstrukt, sagt er. "Ein Ausstieg bleibt volkswirtschaftlich und infrastrukturell jederzeit lohnenswert, unabhängig von den Kosten."

Die Zeit drängt für die Gegner. Es ist ja nicht nur Bundestagswahl. Schon vorher, im Sommer, will die Bahn damit beginnen, ihre Tunnel in die Stuttgarter Halbhöhen zu treiben. Der zentrale Trog für den Tiefbahnhof soll bald ausgehoben werden.

 
Leser-Kommentare
  1. wird immer deutlicher. Rockenbauch hat einfach recht!

    34 Leser-Empfehlungen
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    Hat der Aufsichtsrat richtig entschieden?

    Der Bahn-Aufsichtsrat hat trotz Milliarden-Mehrkosten dem Weiterbau von Stuttgart 21 zugestimmt. Halten Sie das für die richtige Entscheidung?

    ja 23,8%

    nein 76,2%

    abgegebene Stimmen: 7498

    also damals wollten ihn ja wohl ein paar...bzw. wollten sie aus der Finanzierung nicht aussteigen oder so

    Demokratie ist, was du draus machst.

    Wenn die modernen Kleinbürger und Basisdemokraten natürlich die ERgebnisse der von ihnen ins Leben gerufenen Volksbegehren nicht akzeptieren ,wird Demokratie recht schnell zur Diktatur einer Regierung

    Hat der Aufsichtsrat richtig entschieden?

    Der Bahn-Aufsichtsrat hat trotz Milliarden-Mehrkosten dem Weiterbau von Stuttgart 21 zugestimmt. Halten Sie das für die richtige Entscheidung?

    ja 23,8%

    nein 76,2%

    abgegebene Stimmen: 7498

    also damals wollten ihn ja wohl ein paar...bzw. wollten sie aus der Finanzierung nicht aussteigen oder so

    Demokratie ist, was du draus machst.

    Wenn die modernen Kleinbürger und Basisdemokraten natürlich die ERgebnisse der von ihnen ins Leben gerufenen Volksbegehren nicht akzeptieren ,wird Demokratie recht schnell zur Diktatur einer Regierung

  2. <<< Gemeinsam mit Dieter Reicherter, einem ehemaligen Richter am Stuttgarter Landgericht, zeigte er Bahnchef Rüdiger Grube und seinen Infrastrukturvorstand Volker Kefer bei der Staatsanwaltschaft Berlin an. Betrug und Untreue lauteten die Vorwürfe. <<<

    Da wird natürlich nichts passieren.
    Strafverfahren werden in Dtl. nur gegen Demonstranten eröffnet, die die Frechheit besitzen, gegen die Obrigkeit Widerstand zu leisten:
    http://blognau.wordpress....
    Nicht etwa gegen korrupte Vorstände oder Politiker. Wo kämen wir da hin; das wäre ja ein immenser Ansehensverlust für Demokratie® und Rechtsstaat®!

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    • Boono
    • 07.03.2013 um 9:39 Uhr

    Da haben Sie Recht.
    Ich sage das schon seit Jahren und mich wundert deswegen nichts mehr:
    Wir haben in Deutschland keine Demokratie, sondern ein als Demokratie kaschiertes Feudalsystem.

    Ein Geflecht aus Seilschaften in Wirtschaft und Politik bestimmt, was gemacht wird. Man kennt sich, schützt sich gegenseitig vor Angriffen von außen und macht allzu kritische Gegner dadurch unschädlich, dass sie auf Pöstchen geschoben werden, wo sie keinen "Schaden" mehr anrichten können.

    • Boono
    • 07.03.2013 um 9:39 Uhr

    Da haben Sie Recht.
    Ich sage das schon seit Jahren und mich wundert deswegen nichts mehr:
    Wir haben in Deutschland keine Demokratie, sondern ein als Demokratie kaschiertes Feudalsystem.

    Ein Geflecht aus Seilschaften in Wirtschaft und Politik bestimmt, was gemacht wird. Man kennt sich, schützt sich gegenseitig vor Angriffen von außen und macht allzu kritische Gegner dadurch unschädlich, dass sie auf Pöstchen geschoben werden, wo sie keinen "Schaden" mehr anrichten können.

  3. Was mich nervt ist erstmals dieser Pumuckl und dann die ganze karnevalesken S21-Gegner.

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    • output
    • 06.03.2013 um 19:09 Uhr

    Dummerweise hat er auch noch Recht, Sagt doch einfach, was falsch ist an Pumuckls Aussagen!
    Ich wünsche mir viele Pumuckl in der Republik

    Rösler Vieregg sind alles andere als "Karnevalsfreunde".

    Nur um das klar zu stellen, ich bin immer noch pro Transrapid, wenn man ihn richtig plant.

    Aber ich halte es für den größten Leichtsinn irgendwo ein Loch zu bohren und zu beten, dass dass Umgebungsgestein schon irgendwie halten wird.

    Ob der Bau von S21 technisch überhautpt durchführbar ist wurde bis heute noch gar nicht testiert.

    ...verdienen Sie daran, dass der Bahnhof gebaut wird?

    • output
    • 06.03.2013 um 19:09 Uhr

    Dummerweise hat er auch noch Recht, Sagt doch einfach, was falsch ist an Pumuckls Aussagen!
    Ich wünsche mir viele Pumuckl in der Republik

    Rösler Vieregg sind alles andere als "Karnevalsfreunde".

    Nur um das klar zu stellen, ich bin immer noch pro Transrapid, wenn man ihn richtig plant.

    Aber ich halte es für den größten Leichtsinn irgendwo ein Loch zu bohren und zu beten, dass dass Umgebungsgestein schon irgendwie halten wird.

    Ob der Bau von S21 technisch überhautpt durchführbar ist wurde bis heute noch gar nicht testiert.

    ...verdienen Sie daran, dass der Bahnhof gebaut wird?

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    • 06.03.2013 um 19:09 Uhr

    Dummerweise hat er auch noch Recht, Sagt doch einfach, was falsch ist an Pumuckls Aussagen!
    Ich wünsche mir viele Pumuckl in der Republik

    40 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Faktenresistenz nervt?"
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    das wird ihm den Hals brechen.
    Denn es ist klar, dass man über die Entwicklung des Verkehrsknotens Stuttgart (weil es eben nicht nur um einen Bahnhof geht!) durchaus unterschiedliche Meinungen haben kann.
    Dass aber nun in einen Bundesland, welches mit einem der besten Schulsysteme (s. Studien) und funktionierender Wirtschaftspolitik ausgestattet war, Politchaoten alles Stück für Stück demontieren, ist der Verblendung des kleinbürgerlichen Pumuckl´s zu verdanken.

    das wird ihm den Hals brechen.
    Denn es ist klar, dass man über die Entwicklung des Verkehrsknotens Stuttgart (weil es eben nicht nur um einen Bahnhof geht!) durchaus unterschiedliche Meinungen haben kann.
    Dass aber nun in einen Bundesland, welches mit einem der besten Schulsysteme (s. Studien) und funktionierender Wirtschaftspolitik ausgestattet war, Politchaoten alles Stück für Stück demontieren, ist der Verblendung des kleinbürgerlichen Pumuckl´s zu verdanken.

  4. ... lokale Stuttgarter Ereignisse auf einer in ganz Deutschland vertretenden Internetzeitung wie ZEIT-Online ?

    Das Ganze mag ja noch ganz interessant gewesen sein, als es vor einiger Zeit hoch her ging und die Stuttgarter Polizei mit Wasserwerfern auf friedliche Demonstranten losging.

    Mittlerweile ist es aber nicht mehr interessant, wenn man nicht gerade in Stuttgart wohnt.

    Und im Übrigen ist es besser, wenn Züge durch eine Stadt durchfahren können, als wenn man einen Sackbahnhof in einer Großstadt aufrechterhält.
    Das gerät immer wieder in Vergessenheit.

    4 Leser-Empfehlungen
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    Bitte üben Sie Kritik an anders lautenden Ansichten argumentativ und sachlich. Danke, die Redaktion/fk.

    • output
    • 06.03.2013 um 19:19 Uhr

    Wenn die Stuttgarter den Bahnhof wollen, bitte schön, warum nicht. Aber wie selbstverständlich greifen sie dabei noch in unser Säckel und halten das auch noch für rechtens.

    Übrigens das Argument ein Durchgangsbahnhof sei leistungsfähiger als Kopfbahnhof ist ein hübsches Marketingargument. Doch mehr nicht. Das ist super klar bei der Schlichtung heraus gearbeitet worden.

    "Mittlerweile ist es aber nicht mehr interessant, wenn man nicht gerade in Stuttgart wohnt."
    Anscheinend haben sie die Entwicklungen der letzten Tage verschlafen, sonst wüßten Sie, daß die Entscheidung des Bahnaufsichtsrates jeden Steuerzahler und Bahnfahrer in der Republik etwas angeht.
    Und was Ihre Abneigung gegen Sackbahnhöfe anbetrifft: Warum sind sie gegen Sackbahnhöfe? Viele Metropolen leben gut mit ihnen.

    ....Kommentare wie ihrer mindern meine intellektuelle Verwirrung darüber, wie es möglich ist das die Politk es fertig bringt, immer wieder aus neue wohlgemerkt, vielen Wählern einen Bären aufzubinden.

    Es ist einfach der mangel an Informationen und die fehlende Bereitschaft diesen Mangel abzustellen.

    Deshalb in aller kürze. Die 6,5 Milliarden Euro für dieses besonders knuffige Projekt kostet alle Deutschen etwas.
    z.B. direkt bei Fahrpreiserhöhungen, oder indirekt durch fehlende Investitionen der DB in andere Projekte. (Zugverspätungen/wirtschaftlicher schaden)

    Sie als Steuerzahler sind aber auch direkt daran beteiligt. Es spielt dabei keine Rolle wo sie in Deutschland wohnen. Ob es nun EU Fördergelder sind oder Bundesmittel. Seien sie versichert, sie sind dabei.

    Sie sollten ferner bedenken das sie dank dem Länderfinanzausgleich, auch an Projekten wie dem Berliner Flughafen direkt beteiligt sind.
    Sie sind ein Bürger Deutschlands und bürgen müssen sie für mehr, als ihnen offensichtlich bewußt ist.

    MfG

    Warum uns das alle angeht und nicht nur die Leute in Stuttgart?
    - Weil wir alle dafür bezahlen. Erstens mit unseren Steuergeldern und zweitens mit unzureichender Infrastruktur in der Breite, weil die Kohle lieber in sinnfreie Leuchtturmprojekte gesteckt wird. Da kann es dann zu solchen Zuständen im Rest der Republik kommen:
    http://www.zeit.de/reisen... (war erst gestern auf diesem Portal zu lesen)

    um Milliarden gibt.

    In Zeiten von Bankenrettungen, Staatenrettungen und uferlosen Target2 Salden mögen wohl ein paar Milliarden Euro recht wenig erscheinen, aber nichts desto Trotz ist das immer noch eine Menge Geld und ich wäre mehr als enttäuscht, wenn eine überregionale Zeitung nicht darüber berichten würde.

    Und selbst wenn das nicht so wäre, wären immer noch die politischen Konstellationen .interessant, weil sich gerade herausstellt, das gerade die, die als wirtschaftlich gebildeten Parteien angesehen werden ein finanzielles Desaster nach dem anderen anrichten.

    "Mittlerweile ist es aber nicht mehr interessant, wenn man nicht gerade in Stuttgart wohnt."
    Sollten sie Bahnfahrer sein und der Stuttgarter Bahnhof die 10 Milliardengrenze knacken wird,werden auch sie sich dafür interessieren. Denn dann werden auch die übrigen Bahnnutzer der zusätzlichen Preiserhöhung teilhaftig werden.

    • Hickey
    • 07.03.2013 um 7:59 Uhr

    Hier in München haben wir auch einen Kopfbahnhof und trotzdem fahren die Züge hier, ich wüßte, aufgrund der Signale und sowieso vollen Bahnlinien keinen vernünftigen Grund für einen Durchgangsbahnhof, er erhöht die Kapazitäten nicht.

    Hier geht es doch eher um Politker, Vorstände die es in Kauf nehmen das das Projet am Ende 10 Milliarden kostet, nur müssen wir das alle bezahlen und das will eben keiner.

    Keiner versteht den Sinn eines Projekts, das seit über 20 Jahren geplant ist und was dabei rauskommt ist doch mehr als lächerlich. Dasselbe am Berliner Flughafen.

    Man meint eben, bei S21 können die Verantwortlichen nicht rechnen und beim Berliner Flughafen scheiterts an Auflagen und Sonderwünschen der Politiker. Ein bisschen Größenwahn in meinen Augen.

    Es wird sich auch nicht mit Stuttgart 21 wenig daran ändern, daß die meisten dort haltenden Züge Züge in Stuttgart Hbf enden oder beginnen. "Durchfahren" werden nur sehr wenige Züge, das sieht man ja auch, welch großer Anteil an ICE-Reisenden in Stuttgart des Zug verläßt. Und wieviele neu einsteigen. Die Zahl derjenigen, die von Mannheim bis Ulm oder gar München sitzen bleiben, ist verhältnismäßig gering.

    Der ist bei S21 gar nicht vorgesehen:

    http://www.stern.de/polit...

    Ihre Illusion in Ehren, aber man sollte sich schon mit der Situation vertraut machen, bevor man öffentlich Grundsatz-Statements dazu abgibt.

    Bitte üben Sie Kritik an anders lautenden Ansichten argumentativ und sachlich. Danke, die Redaktion/fk.

    • output
    • 06.03.2013 um 19:19 Uhr

    Wenn die Stuttgarter den Bahnhof wollen, bitte schön, warum nicht. Aber wie selbstverständlich greifen sie dabei noch in unser Säckel und halten das auch noch für rechtens.

    Übrigens das Argument ein Durchgangsbahnhof sei leistungsfähiger als Kopfbahnhof ist ein hübsches Marketingargument. Doch mehr nicht. Das ist super klar bei der Schlichtung heraus gearbeitet worden.

    "Mittlerweile ist es aber nicht mehr interessant, wenn man nicht gerade in Stuttgart wohnt."
    Anscheinend haben sie die Entwicklungen der letzten Tage verschlafen, sonst wüßten Sie, daß die Entscheidung des Bahnaufsichtsrates jeden Steuerzahler und Bahnfahrer in der Republik etwas angeht.
    Und was Ihre Abneigung gegen Sackbahnhöfe anbetrifft: Warum sind sie gegen Sackbahnhöfe? Viele Metropolen leben gut mit ihnen.

    ....Kommentare wie ihrer mindern meine intellektuelle Verwirrung darüber, wie es möglich ist das die Politk es fertig bringt, immer wieder aus neue wohlgemerkt, vielen Wählern einen Bären aufzubinden.

    Es ist einfach der mangel an Informationen und die fehlende Bereitschaft diesen Mangel abzustellen.

    Deshalb in aller kürze. Die 6,5 Milliarden Euro für dieses besonders knuffige Projekt kostet alle Deutschen etwas.
    z.B. direkt bei Fahrpreiserhöhungen, oder indirekt durch fehlende Investitionen der DB in andere Projekte. (Zugverspätungen/wirtschaftlicher schaden)

    Sie als Steuerzahler sind aber auch direkt daran beteiligt. Es spielt dabei keine Rolle wo sie in Deutschland wohnen. Ob es nun EU Fördergelder sind oder Bundesmittel. Seien sie versichert, sie sind dabei.

    Sie sollten ferner bedenken das sie dank dem Länderfinanzausgleich, auch an Projekten wie dem Berliner Flughafen direkt beteiligt sind.
    Sie sind ein Bürger Deutschlands und bürgen müssen sie für mehr, als ihnen offensichtlich bewußt ist.

    MfG

    Warum uns das alle angeht und nicht nur die Leute in Stuttgart?
    - Weil wir alle dafür bezahlen. Erstens mit unseren Steuergeldern und zweitens mit unzureichender Infrastruktur in der Breite, weil die Kohle lieber in sinnfreie Leuchtturmprojekte gesteckt wird. Da kann es dann zu solchen Zuständen im Rest der Republik kommen:
    http://www.zeit.de/reisen... (war erst gestern auf diesem Portal zu lesen)

    um Milliarden gibt.

    In Zeiten von Bankenrettungen, Staatenrettungen und uferlosen Target2 Salden mögen wohl ein paar Milliarden Euro recht wenig erscheinen, aber nichts desto Trotz ist das immer noch eine Menge Geld und ich wäre mehr als enttäuscht, wenn eine überregionale Zeitung nicht darüber berichten würde.

    Und selbst wenn das nicht so wäre, wären immer noch die politischen Konstellationen .interessant, weil sich gerade herausstellt, das gerade die, die als wirtschaftlich gebildeten Parteien angesehen werden ein finanzielles Desaster nach dem anderen anrichten.

    "Mittlerweile ist es aber nicht mehr interessant, wenn man nicht gerade in Stuttgart wohnt."
    Sollten sie Bahnfahrer sein und der Stuttgarter Bahnhof die 10 Milliardengrenze knacken wird,werden auch sie sich dafür interessieren. Denn dann werden auch die übrigen Bahnnutzer der zusätzlichen Preiserhöhung teilhaftig werden.

    • Hickey
    • 07.03.2013 um 7:59 Uhr

    Hier in München haben wir auch einen Kopfbahnhof und trotzdem fahren die Züge hier, ich wüßte, aufgrund der Signale und sowieso vollen Bahnlinien keinen vernünftigen Grund für einen Durchgangsbahnhof, er erhöht die Kapazitäten nicht.

    Hier geht es doch eher um Politker, Vorstände die es in Kauf nehmen das das Projet am Ende 10 Milliarden kostet, nur müssen wir das alle bezahlen und das will eben keiner.

    Keiner versteht den Sinn eines Projekts, das seit über 20 Jahren geplant ist und was dabei rauskommt ist doch mehr als lächerlich. Dasselbe am Berliner Flughafen.

    Man meint eben, bei S21 können die Verantwortlichen nicht rechnen und beim Berliner Flughafen scheiterts an Auflagen und Sonderwünschen der Politiker. Ein bisschen Größenwahn in meinen Augen.

    Es wird sich auch nicht mit Stuttgart 21 wenig daran ändern, daß die meisten dort haltenden Züge Züge in Stuttgart Hbf enden oder beginnen. "Durchfahren" werden nur sehr wenige Züge, das sieht man ja auch, welch großer Anteil an ICE-Reisenden in Stuttgart des Zug verläßt. Und wieviele neu einsteigen. Die Zahl derjenigen, die von Mannheim bis Ulm oder gar München sitzen bleiben, ist verhältnismäßig gering.

    Der ist bei S21 gar nicht vorgesehen:

    http://www.stern.de/polit...

    Ihre Illusion in Ehren, aber man sollte sich schon mit der Situation vertraut machen, bevor man öffentlich Grundsatz-Statements dazu abgibt.

  5. 6. [...]

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    Wenn ein Projekt solche Befürworter hat, braucht es eigentlich keine demonstrierenden Gegner - oder war Ihr Kommentar ironisch gemeint?

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    • Dr.No
    • 06.03.2013 um 19:15 Uhr

    Mit Stuttgart 21 kastriert sich die Bahn selbst. Welches Unternehmen baut für ein Milliardenvermögen eine Betriebsstätte, mit der man nicht mehr produzieren kann als vorher? Stuttgart 21 ist ein Immobilienprojekt und kein Verkehrsprojekt, bzw. doch: Es zementiert die Vormachtstellung des Autos im Stuttgarter Raum für die nächsten 50 Jahre. DB Vorstand Kefer sagte damals: "Schienen kann man immer legen". Aber nur überirdisch Herr Kefer! Die Umstiegszeiten sind völlig illusorisch. Wir sind eine älter werdende Gesellschaft. Die braucht Zeit zum Ein- und Aussteigen. Aber auch junge Leute, ob Fahrradtouristen oder Fußballfans, sie alle werden die viel zu kurz getakteten Umstiegzeiten von S21 außer Tritt bringen. S21 bringt die Bahn nicht vorwärts. Und auf Herrn Kretschmann kann man hier nicht hoffen: "Dir Grünen sind eine Partei der Autofahrer" sagte er der Süddeutschen im letzten Jahr.

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  6. Rösler Vieregg sind alles andere als "Karnevalsfreunde".

    Nur um das klar zu stellen, ich bin immer noch pro Transrapid, wenn man ihn richtig plant.

    Aber ich halte es für den größten Leichtsinn irgendwo ein Loch zu bohren und zu beten, dass dass Umgebungsgestein schon irgendwie halten wird.

    Ob der Bau von S21 technisch überhautpt durchführbar ist wurde bis heute noch gar nicht testiert.

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    ... ist heute schon im Untergrund durchlöchert wie ein schweizer Käse. Das ist doch nicht der erste Tunnel, der dort gebaut wird.

    ... ist heute schon im Untergrund durchlöchert wie ein schweizer Käse. Das ist doch nicht der erste Tunnel, der dort gebaut wird.

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