Für etwa 800.000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder gibt es in diesem und im kommenden Jahr eine Gehaltserhöhung um insgesamt 5,6 Prozent. Auf einen entsprechenden Tarifabschluss haben sich die Tarifgemeinschaft der Länder sowie die Gewerkschaften Ver.di und dbb Tarifunion in der dritten Verhandlungsrunde in Potsdam geeinigt.

Die Erhöhung erfolgt in zwei Stufen: Zunächst steigen die Gehälter rückwirkend zum 1. Januar 2013 um 2,65 Prozent. Vom 1. Januar 2014 an folgt eine weitere Erhöhung um 2,95 Prozent. Die Einigung bleibt damit hinter der Forderung der Gewerkschaften zurück: Sie hatten ein Gehaltsplus von 6,5 Prozent über eine Laufzeit von maximal einem Jahr verlangt. 

Nicht geklärt wurde der Streit über die Lehrer-Bezahlung. Die Gewerkschaften wollten erreichen, dass sich die Arbeitgeber zum Einstieg in eine bundeseinheitliche Regelung zur Gehaltseinstufung für die ungefähr 200.000 angestellten Lehrer bereiterklären. Gewerkschaften und Arbeitgeber hatten bereits bei ihrer jüngsten Tarifrunde 2011 darüber gestritten. Anschließende Verhandlungen waren ohne Ergebnis geblieben.

Großes Gehaltsgefälle zwischen Ost und West

Bislang macht es für die angestellten Pädagogen einen großen Unterschied, wo sie in Deutschland unterrichten. Die Bundesländer zahlen sehr unterschiedlich, vor allem zwischen Ost und West gibt es ein spürbares Gefälle. Das soll sich nach dem Willen der Gewerkschaften künftig ändern. Hier gab es aber keine Annäherung.

Die Auseinandersetzung über die Lehrer-Frage hatte die Verhandlungen erschwert. Ursprünglich hatten Gewerkschaften und Arbeitgeber ihre Gespräche bereits am Freitag zum Abschluss bringen wollen.

Um Druck auf die Arbeitgeber auszuüben, hatten die Gewerkschafter in den vergangenen Wochen überall in Deutschland zu Warnstreiks aufgerufen. Daran nahmen über drei Wochen insgesamt mehr als 150.000 Landesbeschäftigte teil – ein Großteil davon angestellte Lehrer.

Die Gespräche fanden vor dem Hintergrund steigender Steuereinnahmen, aber dennoch schwieriger Haushaltssituation in den Ländern statt. Jeder Prozentpunkt Tariferhöhung kostet die Länder etwa eine Milliarde Euro.