Finanzkrise : Fast alle großen US-Banken bestehen Stresstest

Die Großbanken in den USA sind gut gerüstet für eine mögliche neue Finanzkrise. Dies ergab der neuste Stresstest der Fed. Einzig ein Institut fiel durch.
Die Börse an der Wall Street in New York © Chip East/Reuters

Die großen US-Banken haben ihre Hausaufgaben nach der Finanzkrise gemacht. Dies bescheinigt ihnen die amerikanische Notenbank Federal Reserve. Ihrem jüngsten Stresstest zufolge würden 17 von den 18 wichtigsten Finanzkonzernen des Landes einen neuerlichen katastrophalen Wirtschaftsabschwung überstehen.

Das einzige Institut das durchfiel ist Ally Financial. Der frühere Finanzdienstleister von General Motors, der in der Krise vom Staat mit 17 Milliarden Dollar unterstützt worden war und bei dem der Staat noch immer 70 Prozent der Anteile besitzt, hatte bei dem Test die vorgeschriebenen Kapitalreserven von fünf Prozent unterschritten.

Die Zentralbank führt die jährlichen Stresstests bei den Banken auf Basis eines im Zuge der Finanzkrise geschaffenen Gesetzes durch. Dabei prüft die Notenbank, ob die Institute auch unter widrigen volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen noch über genügend Kapital verfügen würden, um zu überleben. Dabei nimmt die Federal Reserve beispielsweise an, dass die Arbeitslosigkeit kräftig ansteigt und zugleich die Immobilienpreise ins Bodenlose fallen. Beides hätte massive Auswirkungen auf die Kapitalausstattung der Geldhäuser.

"Widerstandsfähigkeit verbessert"

Diese hat sich seit dem Crash 2008/2009 offenbar erheblich verbessert. "Die größten US-Banken verfügen über eine viel stärkere Kapitalausstattung als vor der Finanzkrise", teilte die Fed mit. Sie hätten ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber extremen Wirtschaftsszenarien verbessert.

Überzeugen konnten abermals die großen Investmentbanken, Goldman Sachs, JP Morgan und Bank of America, die bereits 2012 den Test bestanden hatten. Damals konnten allerdings noch vier Institute die Anforderungen der Zentralbank nicht erfüllen, darunter die Citigroup.

Auch auf Europas Banken wird in diesem Jahr noch ein solcher Stresstest zukommen. Angesichts der Euro-Krise dürfte der Ausgang indes spannender ausfallen als in den USA, wo etwa die Zahl der fragwürdigen Eigenheim-Kredite abgenommen hat.

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Kommentare

8 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Propaganda

"Die US Notenbank Federal Reserve (Fed) hat einen Stresstest durchgeführt, bei dem, wenig verwunderlich, bis auf die verstaatlichte Ally alle Kandidaten die niedrig angesetzten Hürden überspringen konnten.

Der Zweck der Übung ist, dass die Großbanken Dividenden in Milliarden-Höhe an ihre Anteilseigner ausschütten dürfen.

Überraschend schlecht schnitt Goldman Sachs ab: Im Falle einer erneuten Finanzkrise wird das Risiko der Bank mit 20 Milliarden Dollar beziffert. Ihre Eigenkapital-Quote (tier one ratio) liegt bei wahnwitzigen 5,8 Prozent.

Nicht viel besser sieht es bei Morgan Stanley aus: Das Institut kommt auf 5,7 Prozent. JPMorgan erreichte 6,3 Prozent. Die Untergrenze beträgt 5 Prozent.
http://deutsche-wirtschaf...

Ich glaube mein verlinkter Artikel entspricht leider der Realität.

Würde die ZEIT nicht einfach diese Propaganda-Meldung von REUTERS durch-reichen, würde Sie zu einer ähnlichen Bewertung kommen.

Die Eigenkapitalquoten sind wirklich aberwitzig niedrig. Das muss (wieder) schief gehen.