Venezuela: Chávez hat das System erhalten und das Land ruiniert
Der Comandante hat das Erdöl benutzt, um sein sozialistisches Experiment in Venezuela zu finanzieren. Mit Chávez' Tod ist das System am Ende.
© Eitan Abramovich/AFP/Getty Images

Ein Mann neben einem Graffito in Caracas
In Caracas erweisen Zehntausende ihrem verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez die letzte Ehre. Dabei ist das wirtschaftliche Erbe des Comandante katastrophal. Vor Tankstellen und Lebensmittelläden warten die Menschen in langen Schlangen. Brücken stürzen ein, der Strom fällt aus, Fabriken verrotten und Felder liegen brach. Die öffentlichen Kassen sind leer, obwohl Venezuela reich an Erdöl ist. Die Preise steigen, die Inflation liegt bei 20 Prozent.
Chávez hat von Wirtschaft nie viel verstanden. Und er hatte schlechte Berater. Einer der ersten war der postmarxistische Deutsch-Mexikaner Heinz Dieterich. Er prägte den Begriff vom Sozialismus des 21. Jahrhunderts, der nicht mehr bestimmt sein sollte durch individuelle Lohnarbeit und die Gesetzmäßigkeiten von Angebot und Nachfrage. Stattdessen sollten Kollektive die Wirtschaft regeln und nach "wissenschaftlichen Kriterien" festgesetzte Preise.
Großen Einfluss auf Chávez hatte auch sein kommunistischer Bruder Adán, der das Feindbild vom bösen Kapitalisten prägte. Kaum eine Episode illustriert Chávez' Verständnis von Wirtschaftspolitik besser als sein Anruf bei einem Bankdirektor im Januar 2011 – live übertragen während eines seiner stundenlangen Fernsehauftritte: "Rodriguez, wenn Ihnen die Gesetze nicht passen, dann verkaufen Sie mir ihre Bank, haben Sie verstanden? Wie viel kostet das? Wie, die Bank steht nicht zum Verkauf? Passen Sie bloß auf, was sie sagen. Ich kann Sie auch enteignen."
Politischer Rückhalt durch Subventionen
Nach den 14 Jahren, in denen Chávez das Land regiert hat, produziert Venezuela so wenige Güter wie selten zuvor. Staatliche Preiskontrollen und Enteignungen machen den Fabrikanten das Leben schwer. Importe sind wegen der staatlichen Eingriffe in den Devisenverkehr eingeschränkt.
Dennoch konnte die heimische Bevölkerung ihren Konsum um 40 Prozent steigern. Mehr als ein Fünftel der 23 Millionen Venezolaner erhält staatliche Unterstützung oder ist beim Staat angestellt. Die Regierung importiert Nahrungsmittel und verkauft sie in den staatlichen Mercal-Supermärkten zu Preisen, die bis zu 70 Prozent unter dem Einkaufspreis liegen. Ähnlich ist es mit dem Benzin. Ein Liter kostet vier Cent – weniger als die Herstellungskosten und weniger ein Liter Wasser. Weil die Nachfrage längst die heimischen Raffineriekapazitäten übersteigt, muss der Erdölexporteur Benzin importieren.
Indem er den Lebensstandard der Venezolaner mit Subventionen verbesserte, sicherte sich Chávez politischen Rückhalt. "Die Bevölkerung sieht nur den höheren eigenen Konsum, nicht das Haushaltsdefizit und die Schulden", sagt Chávez-Biograph Alberto Barrera.




Venezuela ist mit 25 % des BSP verschuldet, da können wir nur von träumen.
Brücken stürzen ein, es gibt Stromausfälle? Was ein Glück, dass so etwas in den kapitalistischen Ländern nicht vorkommt.
Kein Wort darüber dass die Armut von über 50 % auf ca. 26 % der Bevölkerung gesunken ist. Auch nicht darüber, dass sehr viel Geld in Bildung gesteckt wurde und Venezuela sogar dafür ausgezeichnet wurde.
20 % erhalten staatliche Unterstützung oder sind beim Staat angestellt? Wahnsinn. Auf diese Quote dürften wir auch kommen.
<<< Hier wird immer wieder wikipedia erwähtn, obwohl dort jeder Hinz und Kunz sein "Wissen" verewigen kann. Wie wäre es denn mit
https://www.cia.gov/libra... <<<
Und die CIA ist natürlich bei der Bewertung nicht-kapitalistischer Staatsformen die die US-Hegemonie gefährden natürlich total objektiv.
Die wissen sofort, dass an allen Problemen des Landes die "unorthodoxe Wirtschaftspolitik" Schuld ist, und Venezuela das Paradies auf Erden wäre, wenn, ja, wenn statt Dieterich einer der Friedman- oder Hayek-Freunde Chavez wirtschaftspolitisch beraten hätte...
Chaves ruft beim Bankdirektor an: "Rodriguez, wenn Ihnen die Gesetze nicht passen, dann verkaufen Sie mir ihre Bank, haben Sie verstanden? Wie viel kostet das? Wie, die Bank steht nicht zum Verkauf? Passen Sie bloß auf, was sie sagen. Ich kann Sie auch enteignen."
Bankdirektor Einsackermann ruft bei Bundeskanzlerin an: "Frau Bundeskanzlerin, wenn Ihnen die Gesetze nicht passen, die ich für Sie geschrieben habe, dann verkaufen Sie mir ihre Land, haben Sie verstanden? Wie viel kostet das? Wie, ihr Land steht nicht zum Verkauf? Passen Sie bloß auf, was sie sagen. Ich kann Sie auch enteignen."
Eines muss man Chaves ja lassen, er weiß wie man Einsackermännern umgeht.
Venezuela hat also die gleichen Probleme, wie andere Länder, die über ihre Verhältnisse gelebt haben. Nur eben ohne eine kleine Schicht superreicher Gewinnler, und ohne Verelendung eines Teiles der Bevölkerung?
Und das ging nur, weil die Rohstoffe des Landes verhökert wurden, sonst wäre das nicht finanzierbar gewesen?
Aber andere Länder mit Ölvorkommen, nehmen wir mal Nigeria, die schaffen das doch auch. Bevölkerung knechten, Land ausbeuten, wer aufmuckt wird vertrieben, Elite mästen. Und die ein oder andere westliche Aktiengesellschaft stößt sich auch noch gesund. Irgendwie hat das der Chavez total vergeigt.
Jetzt mal ehrlich, Frau Weiss, ich habe auch keine Ahnung von Venezuela, meine Datengrundlage ist im Wesentlichen ihr Artikel. Aber irgendwie komme ich einfach nicht auf die gleichen Schlußfolgerungen.
wie ein linker Autokrat, selbst bei Rückhalt in der Bevölkerung ein reiches Ölland mit seiner Ideologie so ruiniert, dass sogar Benzin importiert werden muss. Man sollte ein Land wie Venezuela mit Norwegen vergleichen und da zeigt sich doch schon einiges an Unterschieden zum diktatorisch sozialistischen Weg Venezuelas - selbst wenn in beiden Ländern der Ölreichtum der Bevölkerung zu gute kommt.
Massive Unterdrückung der politischen Gegner, die Idee auf Lebenszeit zu herrschen, enge Freundschaft mit Ahmadinedschad und Syriens Assad, das Land versinkt in Kriminalität, die, die etwas können verlassen es fluchtartig,
Nachdem unser Riexinger zunächst den Schulterschluß mit den Syriza Extremisten gepflegt hat, die den Weg der Gesundung von GR mit allen Mitteln boykottieren, Lafontaine Melenchon und seine CGT Gewalttätertruppe unterstützt, ist es natürlich nicht verwunderlich, dass Riexinger auch den Verantwortlichen für eine weitere sozialistische Ruine zum Vorbild nimmt und den Zerstörer eines so reichen Landes auch noch über den grünen Klee lobt.
Ähnliches wäre ja auch in Deutschland zu erwarten, wenn seine Truppe hier ans Ruder käme und etwas abgemildert, wenn deren Ideen bei anderen Parteien Rückhalt finden.
<<< Chavez ist das beste Beispiel wie ein linker Autokrat, selbst bei Rückhalt in der Bevölkerung ein reiches Ölland mit seiner Ideologie so ruiniert, dass sogar Benzin importiert werden muss. Man sollte ein Land wie Venezuela mit Norwegen vergleichen und da zeigt sich doch schon einiges an Unterschieden zum diktatorisch sozialistischen Weg Venezuelas - selbst wenn in beiden Ländern der Ölreichtum der Bevölkerung zu gute kommt.
Massive Unterdrückung der politischen Gegner, die Idee auf Lebenszeit zu herrschen, enge Freundschaft mit Ahmadinedschad und Syriens Assad ... <<<
Der Vergleich Venezuela / Norwegen ist Humbug, allein schon weil Norwegen seit Jahrzehnten ein stabiles Staatssystem hat, und geschichtlich nicht vorwiegend Spielplatz imperialistischer Interessen und Kleptokraten war.
Das Benzin importiert wird, sagt ebenso wenig über die Zustände in Venezuela aus, denn, falls Sie das nicht wissen; in Venezuela wird Erdöl gefördert, kein Benzin.
Ja, und was soll ich zur Unterdrückung der politischen Gegner sagen...in welchem auf Herrschaft beruhenden System ist das anders?
Jedes System hält sich, den Status Quo für Alternativlos und versucht den politischen Gegner, die Systemkonkurrenz mal mit mehr, mal mit weniger legalen Mitteln auszuschalten.
In Venezuela gibst nichts schändliches, was es in kapitalistisch orientierten Staaten nicht auch gibt; mit dem Unterschied, dass es dort den Armen zu Vergleichsländern besser gibt.
<<< Chavez ist das beste Beispiel wie ein linker Autokrat, selbst bei Rückhalt in der Bevölkerung ein reiches Ölland mit seiner Ideologie so ruiniert, dass sogar Benzin importiert werden muss. Man sollte ein Land wie Venezuela mit Norwegen vergleichen und da zeigt sich doch schon einiges an Unterschieden zum diktatorisch sozialistischen Weg Venezuelas - selbst wenn in beiden Ländern der Ölreichtum der Bevölkerung zu gute kommt.
Massive Unterdrückung der politischen Gegner, die Idee auf Lebenszeit zu herrschen, enge Freundschaft mit Ahmadinedschad und Syriens Assad ... <<<
Der Vergleich Venezuela / Norwegen ist Humbug, allein schon weil Norwegen seit Jahrzehnten ein stabiles Staatssystem hat, und geschichtlich nicht vorwiegend Spielplatz imperialistischer Interessen und Kleptokraten war.
Das Benzin importiert wird, sagt ebenso wenig über die Zustände in Venezuela aus, denn, falls Sie das nicht wissen; in Venezuela wird Erdöl gefördert, kein Benzin.
Ja, und was soll ich zur Unterdrückung der politischen Gegner sagen...in welchem auf Herrschaft beruhenden System ist das anders?
Jedes System hält sich, den Status Quo für Alternativlos und versucht den politischen Gegner, die Systemkonkurrenz mal mit mehr, mal mit weniger legalen Mitteln auszuschalten.
In Venezuela gibst nichts schändliches, was es in kapitalistisch orientierten Staaten nicht auch gibt; mit dem Unterschied, dass es dort den Armen zu Vergleichsländern besser gibt.
aber nur wenn das Benzin mal wieder besonders "günstig" ist, also den Preis von Früher mal aus versehen hat, sagen wir, weil sich jemand vertan hat.
dieses genie müsste man nach griechenland schicken, um die probleme des landes zu lösen...
oder besser zu uno um die welt neu zu ordnen ganz im sinne von bush familie !!
die verfasserin ist bestimmt bei der zeit eingestellt, wegen vitamin b zufuhr..denn der beitrag riecht nach irgendeinem geheimdientauftrag !!
herrschende klasse explodiere vor wut !
chavez wird abgöttisch geliebt.
viva el commandante !
Dieser Artikel ist so grundlegend falsch, dass man sich nur die Haare raufen kann. Wer sich ein realistisches Bild über die Wirtschaft Venezuelas verschaffen möchte, dem empfehle ich die Studie "Venezuela’s Economic Recovery: Is it Sustainable?", die Mark Weisbrot und Jake Johnston für das Center for Economic and Policy Research im September 2012 verfasst haben: http://www.cepr.net/docum...
Zitat ZEIT: "Die Preise steigen, die Inflation liegt bei 20 Prozent."
Weisbrot und Johnston: "The biggest devaluation during the Chávez years, in January 2010 produced no increase in the core rate of inflation, and only a temporary increase in the headline rate. Inflation has since fallen to an annual rate of 13.7 percent over the last quarter, the lowest it has been in more than four years."
Vor Chavez Amtsantritts 1998 lag die Inflationsrate übrigens weit höher. Erhellend ist hier Abbildung 13, "Inflation, Before and After Chávez".
Zitat ZEIT: "Dennoch konnte die heimische Bevölkerung ihren Konsum um 40 Prozent steigern."
Spätestens hier hätte der Autorin dämmern müssen, dass sie auf dem Holzweg ist.
(wird fortgesetzt)
Zitat ZEIT: "Doch Chávez verschleuderte die wichtigste Ressource seines Landes, um sich politische Unterstützung auch im Ausland zu erkaufen."
Weisbrot und Johnston: "Venezuela has about 500 billion barrels of oil, according to the U.S. geological survey estimates, the largest in the world. Its proven reserves are about 300 billion barrels. The country is currently using about 1 billion barrels of those reserves per year."
Venezuela könnte mit dem jetzigen Niveau der Ölförderung also mindestens 300 Jahre weitermachen. Das soll also verschleudern sein?
Zitat ZEIT: "Auch die Auslandsverschuldung hat sich seit 2003 verzehnfacht."
Weisbrot und Johnston: "The relevant measure for external debt is therefore interest payments as a share of public export earnings. (...) For 2011 this amounts to 3.4 percent of export earnings, and is projected to rise to 4.1 percent by 2012, decreasing thereafter. (...) This is not a large percentage of public sector export earnings going to debt service, so there is no obvious problem regarding debt sustainability for the external debt."
(wird fortgesetzt)
Zitat ZEIT: "Doch Chávez verschleuderte die wichtigste Ressource seines Landes, um sich politische Unterstützung auch im Ausland zu erkaufen."
Weisbrot und Johnston: "Venezuela has about 500 billion barrels of oil, according to the U.S. geological survey estimates, the largest in the world. Its proven reserves are about 300 billion barrels. The country is currently using about 1 billion barrels of those reserves per year."
Venezuela könnte mit dem jetzigen Niveau der Ölförderung also mindestens 300 Jahre weitermachen. Das soll also verschleudern sein?
Zitat ZEIT: "Auch die Auslandsverschuldung hat sich seit 2003 verzehnfacht."
Weisbrot und Johnston: "The relevant measure for external debt is therefore interest payments as a share of public export earnings. (...) For 2011 this amounts to 3.4 percent of export earnings, and is projected to rise to 4.1 percent by 2012, decreasing thereafter. (...) This is not a large percentage of public sector export earnings going to debt service, so there is no obvious problem regarding debt sustainability for the external debt."
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