Die fünf Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika haben sich grundsätzlich auf die Gründung einer gemeinsamen Entwicklungsbank geeinigt, den Vollzug mussten sie aber wegen Streits über Standort und Finanzierung erneut verschieben.

Die Brics-Entwicklungsbank soll vor allem Infrastruktur-Projekte in Entwicklungsländern finanzieren. Südafrikanischen Angaben zufolge wollen die fünf Brics-Staaten jeweils zehn Milliarden US-Dollar (7,8 Milliarden Euro) bereitstellen. Sie soll ebenso wie der geplante Brics-Antikrisenfonds ein Gegengewicht zum Internationalen Währungsfonds (IWF) und zur Weltbank bilden. Die Brics-Staaten haben die westliche Dominanz der in Washington ansässigen Institutionen häufig kritisiert.

Allerdings konnten sich die Staaten nicht über Kapital-Ausstattung und Standort einigen. "Wir haben beschlossen, formale Verhandlungen zur Gründung einer Brics-geführten Entwicklungsbank aufzunehmen", sagte Südafrikas Präsident Jacob Zuma zum Abschluss der Konferenz in Durban. Damit wird die Bankgründung weiter aufgeschoben.

Im Zentrum der zweitägigen Konferenz stehen das Bestreben nach mehr ökonomischer Unabhängigkeit vom Westen sowie die stärkere Einbeziehung des afrikanischen Kontinents. Die Brics-Staaten umfassen 40 Prozent der Weltbevölkerung. Zusammen erwirtschaften sie ein Viertel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Südafrikas größter Handelspartner

Zu den Themen, die zwischen den Ländern diskutiert werden, gehören die Gründung einer Rating-Agentur, eines Systems für Rückversicherungen, eines Unternehmerrats und eines Einstufungssystems für Universitäten.

Der Gastgeber, Südafrikas Präsident Jacob Zuma, hatte das Treffen zudem als Möglichkeit bezeichnet, die Wirtschaftskrise und hohe Arbeitslosigkeit in seinem Land anzugehen. Zudem würdigte er bei einem Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Pretoria die "umfassende strategische Partnerschaft" beider Länder. Der Gipfel in Durban ist der erste für Xi Jinping. In einer Rede am Montag in Tansania hob er die "ernsthafte Freundschaft" seines Landes mit Afrika hervor. Es sei eine Beziehung, die Afrikas "Würde und Unabhängigkeit" respektiere.

China sei inzwischen Südafrikas größter Handelspartner, sagte Zuma. Angesichts eines deutlichen Handelsdefizits Südafrikas im bilateralen Handel gehe es nun darum, "Maßnahmen für einen ausgeglichenen Handel zu finden", sagte Zuma. Südafrikanische Industrieverbände hatten davor gewarnt, dass Südafrika weiteren Freihandelsvereinbarungen zustimmt. Diese würden nur billige Importe vor allem aus China fördern und die heimische Industrie gefährden. Schon bisher seien in der Textilindustrie Zehntausende Arbeitsplätze verloren gegangen.