KonjunkturWirtschaftsweise halbieren ihre Wachstumsprognose

Der Sachverständigenrat rechnet für Deutschland im laufenden Jahr nur noch mit einem Miniwachstum. Ursache ist das schwache Jahresende 2012.

Bauarbeiten in Kiel

Bauarbeiten in Kiel  |  © Carsten Rehder/dpa/lno

Die fünf Wirtschaftsweisen haben ihre Prognose für die deutsche Wirtschaft drastisch nach unten korrigiert. Für 2013 werde nur noch ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,3 Prozent erwartet, teilte der Sachverständigenrat mit. Im Herbst hatte er noch 0,8 Prozent vorhergesagt.

Grund für die Senkung sei der unerwartete Einbruch im vierten Quartal 2012, als Europas größte Volkswirtschaft mit 0,6 Prozent so stark schrumpfte wie seit Anfang 2009 nicht mehr. Dadurch startet sie mit deutlich weniger Schwung in das Jahr 2013.

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Die Fachleute sehen vor allem den Konsum als Konjunkturtreiber, während andere Wirtschaftssektoren schwächeln: "Positive Wachstumsimpulse dürften nur aus dem Inland kommen – vor allem von den privaten Konsumausgaben, die sich angesichts der anhaltend guten Situation auf dem Arbeitsmarkt weiterhin robust entwickeln dürften", hieß es. Dagegen dürften die Unternehmen weniger investieren. Auch der Außenhandel werde keine Impulse setzen. Denn die Exporte wüchsen langsamer als die Importe.

Die Zahl der Arbeitslosen wird dem Expertengremium um den Essener Wirtschaftsprofessor Christoph Schmidt auf 2,949 Millionen steigen. Das wären rund 50.000 mehr als im abgelaufenen Jahr. Die Zahl der Erwerbstätigen soll dagegen um 0,3 Prozent auf 41,7 Millionen steigen.

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Leserkommentare
    • Chali
    • 25. März 2013 15:45 Uhr

    Der Einbruch war bitte was?!?

    Da muss die Wahrnehmung der Realität aber sehr ... selektiv ... gewesen sein:
    Deutschland hat seine Kunden in den Ruin getrieben, und nun ist es "unerwartet", dass sie ihre Rechnungen nicht zahlen können,gescheige denn neues bestellen?

    9 Leserempfehlungen
  1. Eun schwaches Jahresende wird als Grund angegeben? Lachhaft! Die übermässig steigenden Energiekosten zwingen zum Sparen. Und warum steigen die Energiepreise? Wegen dem überhasteten und schlecht geplanten Ausbau der überteuerten EE-Stroms. Und warum so schnell? Weil die globale Erwärmung schon seit 15 Jahren nicht mehr stattfindet! Heute Nacht wurde in Potsdam die kälteste Nachttemperatur seit 110 Jahren gemessen. Wegen einer falschen These wird die Wirtschaft jetzt sichtbar ruiniert.

    2 Leserempfehlungen
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    Die Wirtschft zahlt kaum für ihren energieverbrauch. Das wird subvntioniert. Daher kommen auch die steigenden Energiekosten für den Verbraucher, der muss nämlich den Mehrverbrauch Schultern.

    Hinzu kommt dass bei Atomstrom der Abfall vom Steuerzahler bezahlt wir. Berechnungen nach ist der Atomstrom bei eirechnung der Entsorgungskosten teurer als der Solarstom, mit dem kleinen unterschied, dass sie den über die Steren bezahlen.

    An ihrem Beispiel (tiefste Temperatur...) erkennt man dass sie keine Ahnung haben. Sie reden Nämlich Vom Wetter nicht vom Klima.

    Zum Artikel: Ist doch klar das unserer Wirtschaft, die ja total exportabhängig ist, irgend wann die Puste aus geht, wenn alle anderen Staaten drumherum kein geld mehr zum ausgeben haben.

    Unsere Wirtschaft kann sich da nur selbst helfen, indem es die Löhne massiv erhöht und zwar die kleinen Löhne denn das sind diejenigen die das Geld auchausgeben. Die Manager geben ihr Geld ja nur zu einem kleinen Teil aus der Rest fließt in Finanzprodukte.

  2. Wenn Europa einbricht, wird schon der Rest der Welt uns schon unsere tollen Deutschen Maschinen und Autos abnehmen. Und wenn das nicht mehr klappt, dann übernehmen die Marsbewohner diese Aufgabe. Oder etwa nicht?

    4 Leserempfehlungen
  3. Diejenigen, für die der Einbruch im vierten Quartal 2012 unerwartet kam, korrigieren ihre Prognose für 2013.
    Finde den Fehler.

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  4. >> vor allem von den privaten Konsumausgaben, die sich angesichts der anhaltend guten Situation auf dem Arbeitsmarkt weiterhin robust entwickeln dürften <<

    ... mir war, als hätte ich gerade hier neulich noch gelesen, dass die privaten Konsumausgaben befeuert werden durch einen schwunghaften Handel mit Waren, die sich die Kunden gar nicht leisten können - "Der Wahn der Null-Prozent-Kredite" hieß der Artikel.

    Und jetzt ist es doch die anhaltend gute Situation auf dem Arbeitsmarkt, die den privaten Konsum anregt? Die Leute rennen dank exorbitant gestiegener Reallöhne los und kaufen, was das Zeug hält?

    So, so. Dann ist ja alles gut.

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  5. wer hätte das ahnen können?

    Da hilft nur eine Medizin:

    Die Südländer müssen endlich ihren Schlendrian austreiben und sparen, sparen und nochmals sparen auf dass die Götter der Finanzmärkte gnädig gestimmt werden.

    Aber auch „wir“ haben zu lange schon über unsere Verhältnisse gelebt, sind gar reformmüde geworden. Dabei gilt es jetzt gemeinsam die Gürtel enger zu schnallen und zwar dynamisch, d.h. immer mehr und immer weiter bis wir endlich das höchste Nirwana der Wettbewerbsfähigkeit erreicht haben werden.

    Agenda 2020, 2030 wir ersehnen euch!

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    passender zynischer Beitrag, der es voll trifft!!

    "aus heiterem Himmel"

    Sie müssen wissen, daß die Weisen, ähnlich wie das Orakel von Delphi damals, hinter einer Wand, in einer Art Nebel aus Aromakerzenduft und Weihrauch sitzen und schon lange keinen Kontakt mehr mit der realen Welt hatten. Sie sitzen über ihren Büchern aus dem vorvorgehenden Jahrhundert und murmeln Formeln und Beschwörungsliturgien - bis jeder das herauslesen kann, was er will.

    Also, die Weisen traf es wirklich wie aus heiterm Himmel.

    Ich habe seit vielen Jahren (seit ich Max Otte las) Lebensmittel für 6 Wochen zuhause und Geld für 2 Monate.
    Vor einem jahr lachten noch sehr viele darüber. Den Menschen in Zypern ist das Lachen aber bereits vergangen und mich wird der Untergang des "Schneeballsystems Euro" zwar nicht verschonen, aber auch nicht wie aus heierem Himmel treffen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Konjunktur | Arbeitslose | Arbeitsmarkt | Außenhandel | Bruttoinlandsprodukt | Export
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