ArbeitsmarktBA-Chef erwartet kräftige Zuwanderung aus Rumänien und Bulgarien

Ab 2014 gilt Arbeitnehmerfreizügigkeit für Rumänen und Bulgaren. Zu rechnen sei mit 180.000 Zuwanderern pro Jahr, sagt der Chef der Arbeitsagentur, Frank-Jürgen Weise.

Die Aktion "Ein guter Platz für Fachkräfte" von Bundesregierung und Bundesagentur für Arbeit wirbt um qualifizierte Zuwanderer.

Die Aktion "Ein guter Platz für Fachkräfte" von Bundesregierung und Bundesagentur für Arbeit wirbt um qualifizierte Zuwanderer.

Die Bundesagentur für Arbeit rechnet mit einer starken Zuwanderung von Rumänen und Bulgaren nach Deutschland ab dem Jahr 2014. "Wir erwarten aus Bulgarien und Rumänien eine Netto-Zuwanderung von 100.000 bis 180.000 Arbeitskräften pro Jahr", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise der Rheinischen Post. Die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU soll am 1. Januar 2014 auch für Rumänien und Bulgarien in Kraft treten.

Die von Weise genannten Zahlen gehen aus einer Einschätzung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hervor. "Es werden sicher gut qualifizierte Arbeitnehmer kommen, die hier mehr Chancen für sich sehen als in ihren Heimatländern", sagte Weise. "Es ist aber auch zu erwarten, dass Menschen für einfache Arbeiten kommen."

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Auf die Frage, ob eine Armutszuwanderung in die deutschen Sozialsysteme oder in die Schwarzarbeit zu befürchten sei, sagte Weise: "Solche Erscheinungen gibt es, aber sie dominieren nicht den Arbeitsmarkt." Ähnliche Befürchtungen habe es gegeben, als Polen 2011 die Arbeitnehmerfreizügigkeit erhielt. Sie hätten sich nicht bestätigt: "Wir erleben eine Nettozuwanderung von 100.000 Arbeitskräften pro Jahr aus Ländern wie Polen, Ungarn und den baltischen Ländern. Die Menschen sind überwiegend gut qualifiziert."

Ingenieure und Ärzte sind gefragt

Zugenommen hat laut Weise die Zahl der Zuwanderer aus den von der Euro-Krise betroffenen Staaten: "Die Zahl der Beschäftigten in Deutschland aus Spanien, Italien, Portugal und Griechenland hat sich um 33.000 auf 462.000 erhöht. Der Anstieg der Beschäftigten fiel bei den Spaniern und Griechen mit 16,7 bzw. 10,9 Prozent am stärksten aus." Vor allem Ingenieure, Ärzte und Pflegekräfte seien gefragt.

Die Rahmenbedingungen für qualifizierte Ausländer müssten attraktiver werden, sagte der BA-Chef. Der Gesetzgeber, die Verwaltung und die Wirtschaft seien hier auf einem guten Weg.

 
Leser-Kommentare
    • H.v.T.
    • 30.03.2013 um 13:14 Uhr

    "Erst geben wir den Ländern Geld zur Integration und dann kommt dieses Geld nicht bei den Bedürftigen an."
    -------

    Und Länder wie Bulgarien und Rumänien entledigen sich recht einfach der eigenen sozialen Probleme, die sie zudem auch selbst zu verantworten hätten.

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    • pinero
    • 31.03.2013 um 4:41 Uhr

    "Und Länder wie Bulgarien und Rumänien entledigen sich recht einfach der eigenen sozialen Probleme, die sie zudem auch selbst zu verantworten hätten."

    Die Realität in Bulgarien spricht aber eine ganz andere Sprache.
    Kein EU-Land hat derzeit so stark mit einem "Brain Drain" zu kämpfen wie Bulgarien. Die bestausgebildeten Leute verlassen schon seit Jahren das Land.
    Aus diesem Grund wird sich der Wunsch von Herrn Weise aber auch nicht voll erfüllen. Denn diese Leute sind schon weg, z.B. in die skandinavischen Länder, wo die Arbeitnehmerfreizügigkeit für Bulgaren und Rumänen schon früher realisiert wurde.

    • pinero
    • 31.03.2013 um 4:41 Uhr

    "Und Länder wie Bulgarien und Rumänien entledigen sich recht einfach der eigenen sozialen Probleme, die sie zudem auch selbst zu verantworten hätten."

    Die Realität in Bulgarien spricht aber eine ganz andere Sprache.
    Kein EU-Land hat derzeit so stark mit einem "Brain Drain" zu kämpfen wie Bulgarien. Die bestausgebildeten Leute verlassen schon seit Jahren das Land.
    Aus diesem Grund wird sich der Wunsch von Herrn Weise aber auch nicht voll erfüllen. Denn diese Leute sind schon weg, z.B. in die skandinavischen Länder, wo die Arbeitnehmerfreizügigkeit für Bulgaren und Rumänen schon früher realisiert wurde.

    • shtok
    • 30.03.2013 um 13:21 Uhr

    die Einwanderungshürde und nicht die Anforderungshöhe an Arbeitsplätze, denn für deutsche Ing. sind die schon relativ hoch, fliessend mehrsprachig (mindestens jedoch de, en, fr), mehrjährige Berufserfahrung in D, Zusatzstudium der Betriebswirtschaft, anwendbare Kenntnisse der Jurisprudenz und nach Möglichkeit Promotion.

    Etwas gutes haben diese Wirtschaftsmigranten jedoch, sie werden das dt. System schneller zum Kollabieren bringen und dann werden Leute davon betroffen sein, die jetzt im Traum noch nicht mal dran denken, dass es sie treffen könnte.

    10 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Aus dem Artikel"
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    Da müßte uns die "Elite" (Euphemismus für "herrschende Klasse") ganz schön hassen, um uns das anzutun...

    Da müßte uns die "Elite" (Euphemismus für "herrschende Klasse") ganz schön hassen, um uns das anzutun...

    • vyras
    • 30.03.2013 um 13:25 Uhr

    ... diese beiden Bereiche scheinen immer deckungsgleicher zu werden. Und ich Naivling dachte doch tatsächlich, dass der Staat im Sinne aller Bürger handelt.

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    • russo1
    • 30.03.2013 um 13:29 Uhr

    sind aber eher klein und Europa ist groß. Problematische wird es wenn viele Europäer nach Rumänien und Bulgarien auswandern um Arbeit zu finden, die s dor gibt weil diese Länder ein international wettbewerbsfähiges Lohnniveau haben.

  1. "...und irgendwann wird sich das rächen." Es rächt sich jetzt schon. Das System wird so lange ausgebeutet bis es kollabiert.

    Ich habe den Eindruck, man wünscht sich mit allen daraus entstehenden Konsequenzen wieder bei null anzufangen: Stichworte Schuldenschnitt / Euro / BRD.

    Danke, für Ihre klaren Worte und Ihren wachen Verstand.

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  2. 2ter Versuch, mit gepflegter Wortwahl:

    Wir erfahren das vom Arbeitsamt-Häuptling, weil er Angst hat, dass dies seine schönen Statistiken runinert.

    Wer von der Regierung stellt sich hin und kann den Sachverhalt Zuzug aus Bulgarien/Rumanien rechtfertigen?

    Keiner. Da ducken sich alle weg. Dafür ist keiner zuständig.

    Da hat man auf EU Ebene wieder was angefangen, was die Städte und Gemeinden ausbaden dürfen.

    Für die Redaktion:
    So, war das jetzt gepflegt genug, oder ist das immer noch zu derb?

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    • Max Le
    • 30.03.2013 um 13:51 Uhr

    aber freuen. Da können sie dann ihren Profit weiter steigern, denn diese Leute werden zu noch schlechteren Bedingungen Arbeit annehmen als es jetzt schon der Fall ist.

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  3. Ich verstehe das nicht mehr und die Entwicklung macht mir Angst. Wir haben - zumindest hier in Frankfurt - schon so viele Probleme. Was sollen die Leute denn hier arbeiten? Ich habe gerade einen Job nicht angenommen, weil ich von Bulgaren so 'gedumpt' worden bin (Programmierer), dass sich die Arbeit nicht wirklich gelohnt hätte. Jeder Klempner verdient mehr. Da die Konkurrenten nicht so gute Qualität abgeben, hoffe ich dass mein ehemaliger Arbeitgeben irgendwann die Rechnung dafür bezahlen muss.

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    Wenn man das nicht gewollt hätte, hätten diese Länder nicht in die EU aufgenommen werden können bzw. dürfen.

    Im Übrigen:

    Jede Neuaufnahme eines Landes bedarf der Einstimmigkeit. Deutschland hätte es verhindern können, wenn es dies gewollt hätte.

    Nun läuft eben alles wie geplant.

    Wenn man das nicht gewollt hätte, hätten diese Länder nicht in die EU aufgenommen werden können bzw. dürfen.

    Im Übrigen:

    Jede Neuaufnahme eines Landes bedarf der Einstimmigkeit. Deutschland hätte es verhindern können, wenn es dies gewollt hätte.

    Nun läuft eben alles wie geplant.

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