Der niederländische Finanzminister und Chef der Euro-Staaten, Jeroen Dijsselbloem, hat mit Äußerungen zur Zypern-Rettung den Ärger seines Amtsvorgängers auf sich gezogen. "Es stört mich, wenn man so tut, als ob die Art und Weise, wie das Zypern-Problem zu lösen versucht wurde, als Blaupause für zukünftige Rettungspläne gilt", sagte Juncker am Mittwoch im ZDF. Der für Zypern erarbeitete Plan von Europäischer Zentralbank, Internationalem Währungsfonds und der Euro-Staaten sei keine Vorlage für andere Mitgliedsländer der Währungsunion.

In Zypern sollen sich die Sparer mit mehr als 100.000 Euro Vermögen an der Finanzierung der Bankenrettung beteiligen. Juncker fürchtet, dass Dijsselbloems Äußerungen Investoren abschrecken. "Wir dürfen nicht den Eindruck geben, als ob es zukünftig so wäre, dass Spareinlagen in Europa nicht sicher wären", sagte er. "Wir dürfen nicht den Eindruck geben, als ob Investoren ihr Geld in Europa nicht anlegen sollen."

Euro-Gruppen-Chef Dijsselbloem hatte in Interviews die Einbeziehung von wohlhabenden Kunden zyprischer Banken in die Maßnahmen zur Zypern-Rettung als richtungsweisend hingestellt, die Aussagen aber wieder relativiert. Fachleute hatten deshalb auch sein Kommunikationsverhalten kritisiert.

"Kein Vergleich mit Luxemburg"

Einen Vergleich Zyperns mit Luxemburg, wo Juncker Regierungschef ist, wies der Politiker zurück: "Es gibt keine Parallelen zwischen Zypern und Luxemburg, und wir lassen uns auch keine Parallelen aufzwingen." sagte er. Sein Land hat ebenso wie Zypern einen im Vergleich zur Wirtschaftsleistung überdimensionierten Bankensektor. Hier sind vor allem Töchter europäischer Banken und Fondsgesellschaften vertreten. "Wir locken nicht russische Gelder mit hohen Zinssätzen nach Luxemburg", beteuerte Juncker.

Die Finanzminister der Euro-Zone hatten am Montag beschlossen, Zypern Hilfe von bis zu zehn Milliarden Euro zu gewähren. Zugleich soll der Bankensektor des Landes umstrukturiert werden. Zudem ist ein Abschlag auf Bankguthaben von mehr als 100.000 Euro bei der marktführenden Bank of Cyprus vorgesehen.

Erstmals seit dem Beschluss sollen am heutigen Donnerstag die Banken des Landes wieder öffnen. Um einer umfassenden Kapitalflucht vorzubeugen, sind Abhebungen aber auf 300 Euro pro Tag begrenzt.