MilliardenhilfenDie wichtigsten Punkte des Rettungspakets

Die internationalen Geldgeber haben sich mit Zypern auf ein Hilfsprogramm im Umfang von zehn Milliarden Euro geeinigt. Die wichtigsten Punkte

Anlegerschutz: Im Gegensatz zur ursprünglichen Fassung der Abmachung von Mitte März werden Konten mit Guthaben von weniger als 100.000 Euro nicht angerührt. Die geplante generelle Zwangsabgabe auf Konten entfällt.

Endgültige Abmachung: Sie soll im April stehen. Zuvor müssen nationale Parlamente wie in Deutschland noch zustimmen. Die ersten Auszahlungen aus dem europäischen Rettungsschirm ESM soll es dann im Mai geben.

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Umfang: Die Finanzhilfen der Geldgeber umfassen bis zu zehn Milliarden Euro. Der Internationale Währungsfonds will sich beteiligen, eine Summe steht noch nicht fest. Im Gespräch ist rund eine Milliarde Euro.

Zyprische Banken: Zypern sichert zu, sein aufgeblähtes Bankensystem zu sanieren und deutlich zu verkleinern. Die zweitgrößte Bank Laiki wird abgewickelt. Der Branchenprimus Bank of Cyprus wird zurechtgestutzt und übernimmt den überlebensfähigen Teil von Laiki.

Großanleger, Gläubiger und Anteilseigner müssen sich auf erhebliche Verluste einstellen. Bei der Bank of Cyprus werden zunächst alle Anlagen von über 100.000 Euro eingefroren. Die Hilfsgelder werden nicht für Finanzspritzen zugunsten der Bank of Cyprus oder Laiki eingesetzt.

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Leserkommentare
  1. Gerettet ? Nun kommen wieder einmal „harte Einschnitte“ für „die Bürger“ und damit zukünftig nicht wieder ein paar Banken die Anleger an den Börsen beunruhigen, wird Zyperns „Geschäftsmodell“ nun weltweit geächtet, Banken an ihr Kerngeschäft (good bank!) erinnert, Steueroasen geschlossen, dem Casino die Attraktivität genommen, die Tobin Steuer umgesetzt,eine Sozialunion in Europa forciert und endlich Konsequenzen aus der neoliberalen Irrlehre gezogen.

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  2. anlagen einfrieren und die anleger auf verluste vorbereiten - das ist raub, egal wie er gerechtfertigt wird

    das beispiel sollte man sich gut merken, für die zukunft ...

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    Wenn Ihre Bank Ihnen 5% oder mehr Zinsen anbietet, dann sollten Sie tatsächlich misstrauisch werden.

    Bei der Sparkasse gibt's ein halbes Prozent, höchstens. Da ist auch Ihr Geld nicht in Gefahr.

  3. Da ist ein Ertrinkender in flacheres Wasser gezogen worden - mehr nicht! Jetzt kommt´s auf weiter Maßnahmen an wie bspw. die Absegnung der Hilfsgelder durch die enstsprechenden nationalen Parlamente. Und da lauern auch noch erhebliche Gefahren.

    Übrigens: Der griechische Teil Zyperns hat ca. 950.000 Einwohner, etwa so viel wie die Stadt Köln. Die hat, wenn ich richtig informiert bin, ungefähr 3 Mrd. Euro Schulden - und kommt damit haushaltsrechtlich kaum zurande. Wie also soll das kleine Zypern mit den irrsinnigen zehn Milliarden klarkommen, ich meine zins- und tilgungsmäßig, die ihm jetzt von den Eurostaaten und dem IWF zur Verfügung gestellt werden? - Da tickt doch die nächste Finanzbombe, oder?

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    Die Kölner haben ja nicht nur ihre 3 Mrd. Rechnen Sie dazu den Anteil an den Schulden des Bundes und des Landes, dann kommen Sie auf die richtigen Zahlen.

    Heisser Tip : Erst nachdenken dann in die Tastatur.

  4. Dieses Europäische Rettungszenario kommt mir immer wieder so vor Augen,.wie ein gekentertes Schiff-mit einem Rettungsboot und 27 Ertrinkenden-einer nach dem anderen wird ins Boot gezogen, von denen die vorher schon drin waren -plötzlich ist das Boot überladen ,es sinkt und 27 gerettete ertrinken-es gibt kein Rettungsboot mehr das sie aufnehmen kann!
    Das ist die EU heute!

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    • luro
    • 25. März 2013 12:11 Uhr

    Ich denke, dass 100.000 € auch noch dazugehören

    • idua
    • 25. März 2013 12:22 Uhr

    Mit der Zwangsabgabe wäre nun sowohl Steuerzahler als auch der betroffene Milliardär glücklicher gewesen.
    Wer kann mir die äußerst positive Reaktion der Märkte, die die Politik ja unter Kontrolle zu haben glaubt, erklären?...
    Ich gehe aber eh davon aus, dass kurz vor der tatsächlichen Entscheidung nochmal gravierende Veränderung zugunsten der Reichen vorgenommen werden.

  5. Wer an die Konsistenz von reinen Geldanlagen(Rentenpapiere) glaubt ist ein Träumer!

    Bei dem Rettungspaket werden Anteilseigner(Aktionäre) verschont, bis auf die der Laiki Bank. Diese Bank stand seit geraumer Zeit zum Verkauf, Interessenten gab es aber nicht.

    Das Zyperndesaster wurde durch die Investtiion in Rentenpapiere ausgelöst.

    Staatl. Garantien für Geldanlagen sind klassische Bauernfängerei. Wenn dem Garanten die Mittel fehlen, oder fehlen sollen, sind die Garantien "Nonvaleurs"!
    Lediglich Anlagen in Aktien aus der Realwirtschaft werden überleben.

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    • Lefty
    • 25. März 2013 12:37 Uhr

    und dann kommen Luxemburg,Niederlande,sowie ab Ende September dann auch Deutschland.Kommt dann wenigstens der Soli zur Eurorettung ?
    Dann werden die geliebten Finanzmärkte zufrieden sein.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sk
  • Schlagworte Euro | Rettungsschirm | Gespräch | Verlust | Zypern
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