Die Regierung in Zypern will nun doch Kleinsparer mit Guthaben bis zu 20.000 Euro von der geplanten Zwangsabgabe ausnehmen. Dies verlautete aus Kreisen des Finanzministeriums. Die Sondersteuer soll nach Plänen der Euro-Finanzminister erhoben werden, um das Land vor einem Staatsbankrott zu bewahren.

Sparguthaben bis zu 100.000 Euro sollen wie gehabt mit 6,75 Prozent belastet werden. Für Beiträge über 100.000 Euro sollen 9,9 Prozent an den Staat gehen. Eine offizielle Bestätigung gibt es allerdings noch nicht.

Mit der Ausnahme der Kleinsparer würden Zypern etwa 300 Millionen Euro fehlen, um die nötigen 5,8 Milliarden Euro einzusammeln, die zusammen mit den zehn Milliarden Euro der Geldgeber das Land vor einem Staatsbankrott retten sollen. Wie es aus Kreisen des Ministeriums hieß, soll das fehlende Geld "aus anderen Quellen" kommen. Welche diese sind, blieb unklar.

Telefonkonferenz der Euro-Gruppe

Wegen der heftigen innenpolitischen Debatte um geplante Zwangsabgaben auf die Sparguthaben in Zypern vertagte das Parlament die Abstimmung über das von der Euro-Gruppe beschlossene Rettungspaket abermals. Die Euro-Finanzminister wollten am Abend in einer Telefonkonferenz über die umstrittene Zwangsabgabe beraten. Das verlautete aus Brüsseler EU-Kreisen.

Dem Vernehmen nach sollte es in der erneuten Konferenz um Änderungen an dem erst in der Nacht zum Samstag beschlossenen Paket gehen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte, es sei Sache Zyperns, die Details der Abgabe auf Spareinlagen festzulegen. Er könne die Debatte in Zypern gut nachvollziehen, sagte Schäuble weiter.

Die Hoffnung, dass eine Rettung Zyperns auch ohne eine Zwangsabgabe von Kleinsparern gelingt, hat Anleger an den Börsen beruhigt. Die europäischen Indizes grenzten ihre Verluste spürbar ein, der Dax schaffte es wieder über 8.000 Punkte. Der Euro kam wieder an die Marke von 1,30 Dollar heran.