Der Adidas-Konzern hat eine Verstrickung in private Geschäfte des FC Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß zurückgewiesen. Der frühere Vorstandschef Robert Louis-Dreyfus sei nicht in die Verhandlungen über eine strategische Partnerschaft mit dem FC Bayern München involviert gewesen, teilte das Unternehmen mit.

Zuvor war berichtet worden, dass Louis-Dreyfus dem Bayern-Präsidenten im Jahr 2000 mehrere Millionen Euro für Börsenspekulationen gegeben haben soll. Kurze Zeit später stieg Adidas dann mit zehn Prozent bei dem Fußballklub ein. Dazu sagte der Sportartikelhersteller nun: "Etwaige private Geschäfte zwischen Louis-Dreyfus und Hoeneß kann der Konzern nicht kommentieren."

Außerdem sei Louis-Dreyfus zur fraglichen Zeit nicht mehr Vorstandsvorsitzender gewesen, teilte das Unternehmen mit. "Bereits zum 1. Januar 2000 hatte Louis-Dreyfus das operative Geschäft an Herbert Hainer als stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden übertragen", heißt es in der Stellungnahme.

"Mit einem deutschen Unternehmen"

Fraglich ist dennoch, ob neben dem früheren Vorstandschef auch andere Gremien bei Adidas von dem Privat-Geschäft gewusst haben könnten, ob etwa der Aufsichtsrat über die Verbindungen zwischen Louis-Dreyfus und Hoeneß informiert war.

Wie Hoeneß damals laut Süddeutscher Zeitung sagte, hatten sich auch andere Firmen als Adidas für einen Einstieg beim FC Bayern interessiert. Er habe aber Adidas den Vorzug gegeben, weil er "mit einem deutschen Unternehmen" zusammenarbeiten wolle. Dafür habe er höhere Angebote von "zig interessierten Unternehmen" ausgeschlagen. Auch Adidas' Hauptkonkurrent Nike habe damals Interesse an einem Einstieg gehabt.