Anti-Euro-ParteiEine gefährliche Alternative

Euro-Austritt, Rückkehr zur D-Mark – damit will die Alternative für Deutschland in den Bundestag. Ihr Programm ist brandgefährlich. von Malte Buhse

Der Parteigründer Bernd Lucke

Der Parteigründer Bernd Lucke  |  © Getty Images

Sie wollen zeigen, dass es auch anders geht. Die Leute um den Hamburger VWL-Professor Bernd Lucke wollen den Euro abschaffen und ohne Rettungspakete auskommen. Ihr Parteiname ist etwas sperrig, doch die Alternative für Deutschland (AfD) hat bereits 7.500 Mitglieder und seit dem Gründungsparteitag am Wochenende auch ein Programm. Eine gute Alternative zur herrschenden Euro-Krisen-Politik bietet sie dennoch nicht. Die wichtigsten Forderungen der Partei aus ihrem Programm im Schnelltest:

Forderung 1: "Wir fordern eine geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes. Deutschland braucht den Euro nicht. Anderen Ländern schadet der Euro."

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Raus aus dem Euro – darauf können sich die Parteimitglieder einigen. Dabei ignorieren sie wie andere Euro-Kritiker auch, dass die gemeinsame Währung einige unabweisbare Vorteile hat. Erstens senkt sie Transaktionskosten. Obwohl die USA und China wichtige Kunden sind, verkaufen deutsche Exportunternehmen ihre Waren immer noch vor allem nach Europa. Die wichtigsten Handelspartner deutscher Unternehmen sind Frankreich und die Niederlande, zwei Euro-Länder. Die gemeinsame Währung macht den Handel mit ihnen erheblich billiger. Sie sorgt außerdem dafür, dass die Unternehmen sich nicht teuer gegen Währungsschwankungen absichern müssen.

Zweitens, und auch das wollen die Kritiker nicht hören: Der Euro ist aus deutscher Sicht stark unterbewertet im Vergleich zu dem Wechselkurs, den eine fortbestehende D-Mark erreicht hätte. Zwei Volkswirte der Citigroup, Nathan Sheets und Robert Sokin, errechneten im vergangenen Jahr in einer Studie, dass die D-Mark bis zu 20 Prozent höher bewertet wäre als der Euro derzeit. Das hilft dem Export. Und selbst wenn die Währungsunion im Moment in Problemen steckt: Deutschland verschafft das auch Vorteile. Die Zinsen auf Staatsanleihen sind so niedrig wie nie zuvor. Im vergangenen Jahr haben die Anleger teilweise sogar Negativzinsen in Kauf genommen, um dem deutschen Staat Geld leihen zu dürfen. Auch deswegen steht der deutsche Staatshaushalt so gut da – trotz aller Rettungspakete.

War wirklich der Euro an der Misere schuld?

Und die Länder im Süden? Auch gegen die Behauptung, ihnen habe der Euro geschadet, gibt es gute Argumente. Eines lautet: Nicht der Euro hat die Länder herabgedrückt, sondern falsche Entscheidungen an den Weltmärkten. So argumentieren zumindest Uffe Mikkelsen von der Dänischen Nationalbank und Esther Pérez Ruiz vom Internationalen Währungsfonds. Sie glauben, dass die schwere Krise Griechenlands oder Portugals mehr mit dem Aufstieg Chinas zu tun hat als mit der Gemeinschaftswährung. Im vergangenen Jahr hatten die beiden Volkswirte in einer Studie gezeigt: Die Krisenländer hatten sich auf Branchen wie die Textilindustrie konzentriert, in denen vor allem günstige Arbeitskräfte für den Erfolg der Unternehmen wichtig sind. Diese Branchen aber konnten bald nicht mehr mit den chinesischen Billiglöhnen mithalten.  

Der Euro war daran nicht schuld, er hat diesen Ländern im Gegenteil sogar etwas mehr Luft zum Atmen gegeben, um auf die Konkurrenz aus China reagieren zu können. Die Zinsen in den südlichen Euro-Staaten sind durch die Euro-Einführung deutlich gesunken. Für Unternehmen und den Staat wäre es es also billiger gewesen, in Forschung und Entwicklung oder neue Geschäftsmodelle zu investieren. Dass das nicht passiert ist, kann man nicht dem Euro anlasten. Es ist die Schuld der Politiker.

Der entscheidende Punkt aber ist: Selbst wenn man die Auflösung der Währungsunion richtig findet, muss man schon sagen, wie das gehen soll. Die AfD hat einen solchen Plan aber nicht. Sie fordert nur eine "geordnete Auflösung des Währungsgebietes". Das klingt zwar gut, aber im Moment spricht alles dafür, dass ein deutscher Euro-Austritt nicht geordnet, sondern ziemlich chaotisch ablaufen würde. Griechenland, Portugal und Irland wären wohl auf einen Schlag bankrott, auch die Staatshaushalte in Spanien und Italien würden die Auflösung des Euros wahrscheinlich nicht überleben. Das würde wiederum die Banken in diesen Ländern in den Ruin treiben, mit fatalen Folgen für die Weltwirtschaft. Das Chaos wäre vermutlich größer als nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers.

Leserkommentare
  1. "Der entscheidende Punkt aber ist: Selbst wenn man die Auflösung der Währungsunion richtig findet, muss man schon sagen, wie das gehen soll"

    Jetzt noch einmal für alle Zeit Journalisten: Parallelwährung.

    "Vor allem aber: Wenn man über Haftungsrisiken spricht, sollte man auch ehrlich sagen, wie viel Geld Deutschland bei einem Euro-Austritt verlieren würde."

    Wenn wir schonmal ehrlich sind, sollte man auch bedenken, wieviel der Verbleib Deutschlands im Euro Raum kosten wird.

    [...]

    Gekürzt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

    94 Leserempfehlungen
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    ...ist weder Journalismus noch Banken-Krise als Unterhaltung gedacht.

    ...eine Erklärung mit....

    "Jetzt noch einmal für alle Zeit Journalisten: Parallelwährung."

    In welchem Paralleluniversum wird diese Parallelwährung als Zahlungs.- / Verrechnungsmittel akzeptiert und wie und wer legt die Veränderungen an den Handelsplätzen in beiden Welten fest?

    ...bitte um Details.

    Also Deutschland hat den Euro und den Thaler und jetzt Sie....

    Das ist die Politik von CDU / FDP. SPD / Grüne stimmen dem immer wieder zu.

    "Vor allem aber: Wenn man über Haftungsrisiken spricht, sollte man auch ehrlich sagen, wie viel Geld Deutschland bei einem Euro-Austritt verlieren würde."

    Prof. Starbatty wurde auf der Veranstaltung im Februar in Oberursel gefragt, wie viel wir von dem Geld zurückbekommen, dass wir beispielsweise Griechenland geliehen haben. Also im falle des Euro-Austritts.

    Er antwortete darauf. Vielleicht 10, oder 20%.

    Schweigen im Saal.

    Darauf Starbatty: Ja, die Reaktion kenne ich. Nur - wenn wir so weiter machen wie bisher, sehen wir 0% von unserem Geld wieder.

    Die fortwährende Rettung von insolventen Banken / Spekulanten erhöht die Fallhöhe immer weiter. Bei dem unweigerlich kommenden - unkontrollierten - Zusammenbruch des Euros, sehen wir keinen Cent wieder. Das sollte jedem klar sein.

    Man muss sich nur vor Augen führen, dass mittlerweile die Steuergelder, die in die Finanzwirtschaft umgeleitet werden, nicht mehr ausreichen, so dass auch die Sparbücher herangezogen werden müssen, um insolvente Institute über Wasser zu halten.

    Der kontrollierte Austritt der verschiedenen Länder wird Geld kosten, es wird nicht geräuschlos gehen, aber es ist eben kein Fass ohne Boden!

    als reine Wirtschaftswährung funktioniert. Schon den ECU vergessen.

    Der Artikel gibt sehr gut die eigentliche Lage wieder und zeigt deutlich, das gewisse Aussagen der AfD nur zum Stimmenfang dienen.

    Dennoch bin ich mir sicher, das man damit niemand umstimmen kann, denn die AfD Jünger wollen glauben. Und Gläubigen kann noch nicht einmal mit rationalen Argumenten kommen.

    Dazu noch noch diesen Artikel http://deutsche-wirtschaf...

  2. Die mehrheit der Deutschen will den Euro behalten. Ich Auch!
    Kleinstaaterei ist doch bei den aktuellen Herausforderungen keine Lösung mehr.

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    Was genau hat die Frage ob Währungsunion oder nicht mit Kleinstaaterei zu tun? (EU ungleich EWU btw.)

    Walters2, da stimme ich ihnen zu. Kleinstaaterei sollten wir überwinden und nicht verschärfen. Alternativen sollten transparent vermittelt werden, dazu gehört es auch, die bekannten/abschätzbaren Implikationen und Kosten zu benennen. Das gilt natürlich auch für die Alternative "Verbleib im Euro".

    Daneben zeugt es gerade von einer, im besten Falle herzerweichenden Naivität von VWL-Professor Bernd Lucke zu erwarten, er würde die potentielle Wirkung seiner Alternative nicht aus dem Elfenbeinturm heraus bewerten. Wer sich von der AfD ein besseres Deutschland erwartet, wird im besten Fall feststellen, dass Deutschland nach einem kurzen, euphorischen Aufstieg ganz schnell im Strudel der zusammenbrechenden Euro-Länder untergeht. Ob das eine Feigenblatt-Parallelwährung abwenden könnte - ich bezweifle es.

    Um Gottes Willen, wer hat diesen Schmarrn eigentlich in die Welt gesetzt?
    Wie geht es den Kleinstaaten Dänemark, Schweiz usw.? Ach so, ich vermute: "Das ist etwas anderes" .
    Außerdem steht D auf Platz Nr 16 der Bevölkerungsanzahl:
    http://www.indexmundi.com...
    Kleinstaaterei ist natürlich negativ konnotiert. Klingt nach Gartenzwergen, Hickhack, Heine-haut-ab-nach-Paris usw. Aber der Gegenentwurf, den uns die EU da bietet, ist nu auch nicht das Wahre....

    Ich will den EURO auch behalten!

    Mit dieser hanebüchenen Vorderung den EURO abzuschaffen reiht sich die Afd ein in die Liste der Nonsens Partein wie die NPD.
    Zurecht darf man fragen in welchen Wählerschichten die AfD fischt.

    UND wer den EURO so poulistisch abschaffen will, soll mal sagen wie er sich ein geeintes Europa denn so vorstellt?

    Wer über das Ende eine Währungsunion redet sollte wissen das auch wir zu D-Mark Zeiten in einer solchen Union lebten. Denn von Flensburg bis Passau haben wir mit der D-Mark bezahlt, das war auch nicht immer so!!!

    ICH WILL DEN EURO!

    und im Verbund klappt was genau jetzt richtig gut?
    Welche Herausforderungen werden gerade international überzeugend gemeistert?

    ist die Devise der aktuellen Europapolitik. Und das zerstört nicht nur den Euro sondern auch Europa. Es steht viel auf dem Spiel, nicht nur eine dämliche Währung. Es ist ja schon alleine die Terminologie falsch: Eine Euro-Krise hat es ja gar nie gegeben. Sondern eine globale Finanz-, Banken-, und Staatsschuldenkrise.

    euro zerbrechen wuerde, was hätte das mit rueckfall in kleinstaaterei zu tun???
    uebernehmen sie hier nicht zu sehr platt fremde aussagen und meinungen, die die dorfsau euro als einzige mögliche lösung durch die gassen jagt .
    zb der ecu hatte nichts mit kleinstaaterei mehr zu tun, und schaffte ein gemeinsames europäisches buendniss und unabhängigkeit vom dollar.

    und es gibt andere lösungen. dieses jetzige konstrukt ist doch nur eines von vielen auch möglichen. gruss aus schweden

    Will ich ihn?
    Können wir noch Freunde werden?

    Das kommt auf Ihn an!

    Ein vernünftig "konstruierter" Euro mit Regeln, an die sich auch jeder hält - gerne, sehr gerne!

    Der Euro, den wir momentan haben ist davon aber weit entfernt.
    Sehr, sehr weit...

    Ein Regelwerk, an das sich keiner hält (Schuldengrenzen, No-Bail-Out...), Mitglieder werden mit wissentlich gefälschten Daten aufgenommen, Politiker stimmen über Rettungsschirme ab deren Konstrukt sie nicht verstehen während die Bevölkerung ignoriert wird...

    Solch einen Euro brauchen wir so nötig wie ein zweites A*****loch!

    ---

    @ Autor:
    Die Target-2 Salden sinken wieder - schön!

    Wie groß sind sie noch?
    Auf welche Länder verteilen sie sich Anteilsmässig?
    Welche Anteile sinken, welche steigen?
    Wie groß ist das Verhältnis zwische Aussenhandelssumme (EU only natürlich) zu Target-2 - sprich: wieviel Prozent unseres Exportes bekommen wir bezahlt, und wieviel Prozent geben wir ohne Sicherheiten her?

    DARÜBER würde ich gerne mal einen gut recherchierten Bericht lesen - warum nicht in der "besten Presse der Welt"...???

    • Afa81
    • 16. April 2013 12:09 Uhr

    Mit Kleinstaaterei hat ein Austritt aus dem Euro deshalb noch nichts zutun. Die AfD will nicht die Europäische Union abschaffen.

    • zozo
    • 16. April 2013 13:00 Uhr

    Woher wissen Sie das ? Private Meinungsnachfragen gelten nicht als Antwort, ich will etwas öffentliches, prüfbares.

    Danke.

    In wenigen Jahren wird der Euro definitiv kollabieren, weil Griechenland, Portugal, Italien und Spanien mit ihren maroden Industrien und schlechten Managementkulturen nicht in der Lage sind die Wettbewerbsnachteile gegenüber den Nordländern irgendwie auszugleichen, das ginge nur über den besseren Preis mit schlechterer Qualität oder einer eigenen Währung. Ein made in south europe ist aber wegen made in china kaum vorstellbar. Die Ahnungslosen Bürger werden in wenigen Jahren auch irgendwelche Abgaben zahlen müssen, damit einige Länder gerettet werden können. Dann schimpfen die Bürger genauso über Merkel, wie die Bürger heute über die politischen Irrtümer des Parteidiktators Helmut Kohl beklagen.

    Die Mehrheit der Deutschen will den Euro behalten? Die AfD will ihn abschaffen? Und die AfD ist populistisch??? Wie geht das denn? (Jeder, der bis drei zählen kann, durchschaut die Meinungsmache der Medien)

    Der Artikel ist natürlich kompletter Schmarrn. Der Journalist belegt in seinem so scheinbar überlegenen Gedankengang, dass man sich auch Jahre später Gedanken über mögliche Alternativen machen kann. Die AfD und die Anhänger sind diesen Weg zum Glück schon lange gegangen. Und wenn der Journalist sich nur halb so viele Fragen gestellt hätte, wie er an die AfD richtet, als der ESM implementiert wurde, wären viele Menschen heute sicher viel schlauer. Es wird nicht billig, es wird schwer, es wird nicht so laufen, wie sich die AfD das alles wünscht. Hat man sich auch gefragt, was passiert, wenn wir für die Bürgschaften, die wir eingegangen sind, auch gerade stehen müssen? Soll ja mal vorkommen sowas. Und was passiert, wenn Fr als Teilhaber des ESM zb ausfällt, und D und die anderen Länder das dann mittragen dürfen?
    Oh bitte bitte bitte lass das nicht geschehen! denken sich die Euro-Anhänger und Pseudo-EU-Befürworter.

    Es ist nicht nur mein Wunsch, sondern auch meine Verantwortung, der verkrusteten Parteilandschaft und den typischen Auswüchsen einer dekadenten Zeit etwas entgegenzusetzen. Ach, wer erwartet denn, dass die AfD die Regierung übernimmt? Man sollte realistisch bleiben. Es wäre ja schon schön, hätten wir eine Opposition, die sich gegen das Zypernpaket ausspräche.

    2."Die mehrheit der Deutschen will den Euro behalten. "

    Sie kennen die Ergebnisse von Volksentscheidungen,die noch nicht stattgefunden haben,enorm.

    • MaxS2
    • 16. April 2013 8:13 Uhr

    Die AfD fordert nicht die Rückkehr zur D-Mark, sondern hält sich mehrere Optionen offen. Im Programm steht zur D-Mark nur "eine Rückkehr darf kein Tabu sein". Das ist nicht das gleiche.

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    eine wieder mal - inzwischen fast schon ZEIT-typisch - populistische Überschrift.

    Und doch:
    Beim Lesen dachte ich: Stimmt - und das ist gut so - weitermachen!
    Diese Partei kann für die Etabliertern und ihre Pfründe gar nicht gefährlich genug sein!

    Schließlich war die Einführung des Euro ein giganisches Experiment, wobei man sich auch da schon nicht an die Versuchsanordnung gehalten hat.

    Die Rückabwicklung ist zwingend und alternativlos. Sie wird kommen. Der Euroraum kann so nicht bestehen, andernfalls wird der politische Wille den Bürger und folgenden Generationen nur weitere Milliarden kosten.

    ... gebe ich Ihnen recht.
    Ich halte diese journalistische Vorgehensweise jedoch nicht für populistisch sondern (mindestens) für tendenziös und in dieser bewußt verkürzten Wiedergabe einer zentralen Position der AfD für schlicht falsch.
    Ich bin kein Freund der AfD, aber eine derartige Stimmungsmache in einem sogenannten "Qualitätsmedium", die auch vor Unwahrheiten nicht zurückschreckt, ist schon sehr bedenklich.

    Wäre das Thema anders behandelt worden, dann wäre die Überschrift völlig in Ordnung. Leider ist Deutschland auf dem rechten Auge erblindet.

    • zimra1
    • 16. April 2013 8:14 Uhr

    die den Euro mit den Einlagen der Sparer nach zyprischem Modell retten wollen.
    Wenn man gegen die Einheitswährung ist dann bedeutet das noch lange nicht die Rückkehr zur DM. Die CDU und FDP ist zurecht in Panik geraten.
    Sie haben federführend mitgeholfen den EU Finanzmarkt zu destabilisieren.
    Dank den Träumereien der etablierten Parteien versinken wir nun in Schulden.
    Der Sparer ist die letzte Rettung. Das ist es was uns Angst machen sollte.

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    >> Der Sparer ist die letzte Rettung. <<

    ... ist nicht die letzte Rettung - enteignen kann man auch nur einmal. Die letzte Rettung ist immer der Steuerzahler.

  3. 5. stimmt

    eine wieder mal - inzwischen fast schon ZEIT-typisch - populistische Überschrift.

    Und doch:
    Beim Lesen dachte ich: Stimmt - und das ist gut so - weitermachen!
    Diese Partei kann für die Etabliertern und ihre Pfründe gar nicht gefährlich genug sein!

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    <<< Diese Partei kann für die Etabliertern und ihre Pfründe gar nicht gefährlich genug sein! <<<

    Was die Journaille leider in ihrem €-Wahn komplett unter den Tisch fallen lässt (wahrscheinlich weil es gut ins eigene Weltbild passt), ist, dass es sich bei der AfD um eine strammneoliberale Truppe handelt, die glaubt, alle weiteren Probleme des Kapitalismus lösen zu können, wenn man Steuern senkt, den Sozialstaat kastriert und das Lohnniveau nur weit genug runterprügelt.

    Die AfD wird (wenn es soweit kommt) m.E. weniger deswegen in die Geschichte eingehen, als die Partei die Dtl. aus dem € führte, als die, die Mithalf, den totalen Markt zu etablieren und Europa in eine zivilisatorische Trümmerwüste zu verwaneln..
    Was jetzt natürlich keine Aufforderung ist, stattdessen etabliert zu wählen, als sich Gedanken um ein alternatives politisches System zu machen, statt über alternative Charaktermasken, die man mittels Wahl blankobevollmachtet, an die Futtertröge mandatiert.

    Diese Partei kann für die Etabliertern und ihre Pfründe gar nicht gefährlich genug sein!

    Wenn die Affde-Jubelperser etwas nachdenken und genauer hinschauen würden, dann würde ihnen sicher auffallen dass das Stammpersonal ihrer neuen Idolpartei aus genau solchen gutbepfründeten Etablierten besteht, denen sie doch ganz doll gefährlich werden soll.

    Aber die Deutschen fanden ja auch nichts dabei, einem kleinwüchsigen schwarzhaarigen Männlein mit Zahnbürstelbart nachzulaufen, das ihnen von der Überlegenheit einer großen blonden Herrenrasse erzählt hat.

    Oder sich christlichen nennenden Parteien, die in Sonntagsreden ständig von "Werten" faseln aber für die in Wirklichkeit nur die Werte zählen, die sie aus jüdischen Vermächtnissen auf geheime Konten schaufeln können.

    Also eigentlich passt die AfD ganz gut in unsere politische Alptraumlandschaft.

    • gquell
    • 16. April 2013 8:25 Uhr

    Selbst beim Austritt Deutschlands aus der Eurozone bleiben die Schulden und Schuldverpflichtungen weiter bestehen.

    Ein Problem des Euros sind die unterschiedlichen Regeln, nach denen die Europartner spielen. Frankreich hat beispielsweise eine Möglichkeit bekommen, parallel zur EZB Geld zu schöpfen, um seine Banken zu retten - den sogenannten STEP-Markt. Deutschland hat keine Möglichkeit, hier Einfluß zu nehmen! Der STEP-Markt, bei dem eine besondere Form von Anleihen gehandelt werden, findet weitgehend im Schattenbankensystem statt. Hier entsteht eine neue Kreditblase!

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    • MaxS2
    • 16. April 2013 8:36 Uhr

    Fall 1: Wenn schwache Länder austreten, geht das nur mit einem teilweisen Schuldenschnitt, da die Länder ihre Last im dann relativ starken Euro gar nicht tragen könnten.
    Fall 2: Treten starke Länder aus, kann man erwarten, dass die Schulden wegen der nachfolgenden Inflation des Euros an Wert verlieren.

    In beiden Fällen müssten die Gläubiger - d.h. auch Deutschland - Forderungen abschreiben. Es gibt aber zwei Argumente, weshalb das trotzdem gut wäre: Erstens, weil Forderungen gegenüber Pleitestaaten sowieso mindestens teilweise uneinbringbar sind (man würde nur einen Verlust realisieren, den man eigentlich eh schon erlitten hat). Zweitens, weil ein "weiter so" das schon bestehende Problem nur vergrößert. Die Afd will nach meiner Interpretation eher ein "Ende mit Schrecken" statt einem "Schrecken ohne Ende".

  4. der Euro.

    Alle weiteren Meldungen zur Abkehr vom Euro, egal von woher, sind diesbezüglich ungefährlich.

    52 Leserempfehlungen
    • MaxS2
    • 16. April 2013 8:36 Uhr

    Fall 1: Wenn schwache Länder austreten, geht das nur mit einem teilweisen Schuldenschnitt, da die Länder ihre Last im dann relativ starken Euro gar nicht tragen könnten.
    Fall 2: Treten starke Länder aus, kann man erwarten, dass die Schulden wegen der nachfolgenden Inflation des Euros an Wert verlieren.

    In beiden Fällen müssten die Gläubiger - d.h. auch Deutschland - Forderungen abschreiben. Es gibt aber zwei Argumente, weshalb das trotzdem gut wäre: Erstens, weil Forderungen gegenüber Pleitestaaten sowieso mindestens teilweise uneinbringbar sind (man würde nur einen Verlust realisieren, den man eigentlich eh schon erlitten hat). Zweitens, weil ein "weiter so" das schon bestehende Problem nur vergrößert. Die Afd will nach meiner Interpretation eher ein "Ende mit Schrecken" statt einem "Schrecken ohne Ende".

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    Antwort auf "Und die Schulden??"
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    • Afa81
    • 16. April 2013 12:26 Uhr

    Damit haben Sie recht. Gehen wir einfach mal davon aus, AfD käme an die Macht und würde ihre Forderungen umsetzen. Das würde uns zumindest temporär hart treffen. Da der Wähler aber sehr ungeduldig ist, bräuchte sich AfD die nächsten 100 Jahre keine Hoffnungen mehr machen, wieder gewählt zu werden. Schröders Agenda (die natürlich auch Punkte beinhaltet, die zurecht kritisiert werden) ist dafür ein gutes Beispiel.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Bundesbank | Bernd Lucke | D-Mark | Euro | Griechenland | Hans Werner
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