Euro-ZoneArbeitslosigkeit im Euro-Raum erreicht Rekord

In den 17 Euro-Ländern hat die Arbeitslosenquote zum Jahresauftakt einen Höchststand erreicht. Besonders hoch ist sie weiterhin in Griechenland und Spanien.

Graffiti in Madrid thematisiert Arbeitslosigkeit

Graffiti in Madrid thematisiert Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone hat einen Rekordstand erreicht. Im Februar waren nach Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat 19,071 Millionen Menschen ohne Arbeit – so viele wie nie zuvor seit der Einführung des Euro im Jahr 2002.

Die Arbeitslosenquote liegt damit nun bei 12 Prozent, was ebenfalls ein neuer Höchststand ist. Die Quote hatte bereits im Januar diesen Wert erreicht, die Statistiker hatten jedoch zunächst 11,9 Prozent gemeldet. Nachträglich hat die Behörde die Quote für den Januar nach oben korrigiert.

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Die Lage in den südeuropäischen Krisenländern ist weiterhin besonders schwierig. Griechenland und Spanien melden eine Arbeitslosenquote von mehr als 26 Prozent, in Portugal liegt sie bei 17,5 Prozent. Am niedrigsten ist sie in Österreich: Dort liegt die Arbeitslosenquote bei 4,8 Prozent, gefolgt von Deutschland mit 5,4 Prozent und Luxemburg mit 5,5 Prozent.

Die Zahlen weichen ab von den jüngsten Angaben der Bundesagentur für Arbeit, die die Zahlen anders berechnet: Demnach lag die Arbeitslosenquote in Deutschland im Februar bei 7,4 Prozent.

Junge Menschen im Süden besonders häufig arbeitslos

Besonders leiden die jungen Menschen im Süden Europas unter der Krise. In Griechenland hat inzwischen mehr als jeder zweite unter 25 Jahren keine Arbeit (58,4 Prozent). In Spanien liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 55,7 Prozent, in Portugal bei 38,2 Prozent und in Italien bei 37,8 Prozent.

Im Durchschnitt lag die Jugendarbeitslosigkeit in der Euro-Zone im Februar bei 23,9 Prozent und damit leicht unter dem Wert des Vormonats. Am geringsten ist die Quote in Deutschland mit 7,7 Prozent, gefolgt von Österreich mit 8,9 Prozent und den Niederlanden mit 10,4 Prozent.

In der gesamten Europäischen Union haben 26,338 Millionen Menschen keinen Job.

 
Leser-Kommentare
  1. Abwertung hilft überhaupt nicht. Mit der Abwertung werden nur die Probleme anders verlagert, nicht aber beseitigt, weil das System es nicht hergibt.

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    Dass Abwertung hilft, lässt sich theoretisch und empirisch belegen. Aber alleine reicht das nicht. Auch an dem politischen Ordnungsrahmen des Wirtschaftens muss sich einiges Entscheidende ändern ("Agenda 2020"). Und das asap.

    Endlich mal jemand mit einer vernünftigen Auffassung zu diesem ganzen:
    Ohne-Euro-würden-die-währungen-einfach-abgewertet-und-die-ganze-welt-wäre-rosarot-geplabber

    Kommentar 26: "Abwertung hilft überhaupt nicht. Mit der Abwertung werden nur die Probleme anders verlagert, nicht aber beseitigt, weil das System es nicht hergibt."

    Richtig ist: Abwertung ist nicht alles. Aber ohne Abwertung ist alles nichts.

    Sprich: Ohne Abwertung haben die Krisenstaaten keine Chance. Mit Abwertung wird einiges von selbst besser. Für Länder für Griechenland, die außderdem eine schlechte rechtliche Wirtschaftsverfassung haben, gilt: sollten sie wirklich reicher werden wollen, müssten sie *nach* einer Abwertung *zusätzlich* einiges an ihrer staatlichen Verwaltung und möglicherweise anderen rechtlichen Dingen ändern. Aber ohne Abwertung... wird gar nichts gehen.

    Dass Abwertung hilft, lässt sich theoretisch und empirisch belegen. Aber alleine reicht das nicht. Auch an dem politischen Ordnungsrahmen des Wirtschaftens muss sich einiges Entscheidende ändern ("Agenda 2020"). Und das asap.

    Endlich mal jemand mit einer vernünftigen Auffassung zu diesem ganzen:
    Ohne-Euro-würden-die-währungen-einfach-abgewertet-und-die-ganze-welt-wäre-rosarot-geplabber

    Kommentar 26: "Abwertung hilft überhaupt nicht. Mit der Abwertung werden nur die Probleme anders verlagert, nicht aber beseitigt, weil das System es nicht hergibt."

    Richtig ist: Abwertung ist nicht alles. Aber ohne Abwertung ist alles nichts.

    Sprich: Ohne Abwertung haben die Krisenstaaten keine Chance. Mit Abwertung wird einiges von selbst besser. Für Länder für Griechenland, die außderdem eine schlechte rechtliche Wirtschaftsverfassung haben, gilt: sollten sie wirklich reicher werden wollen, müssten sie *nach* einer Abwertung *zusätzlich* einiges an ihrer staatlichen Verwaltung und möglicherweise anderen rechtlichen Dingen ändern. Aber ohne Abwertung... wird gar nichts gehen.

  2. dem ist nichts hinzuzufügen, d'accord

  3. Und bisher hat es noch kein (großes) Land (ohne Öl oder Steueroasen) geschafft es zu tun. Warum? Weil Gewinne privatisiert werden, aber Steueraufkommen für die Obersten immer weiter (durch Wettbewerb) gesenkt werden.

    Das Problem sind nicht die Schulden, sondern die Vermögensverteilung, wie auch die fehlende Sicht auf den Nutzen und den Bedarf an sich.

    Es ist schon ironisch, dass man Arbeit für Alle fordert, unmengen an Müll produziert, aber nach noch mehr (durch den Wettbewerb) Arbeit fordert, anstatt mal mit Arbeitszeitverkürzung, etc. zu reagieren (nur eins der vielen Beispiele der Strukturprobleme in Dt. z.B.).

    10 Leser-Empfehlungen
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    wesentlichen Knackpunkt:

    Es gibt eine relativ kleine Anzahl an Leuten, die ganz bestimmte Tätigkeiten besonders gut ausführen können, auf die wir dadurch wesentlich angewiesen sind.
    Für besagte Arbeiten herrscht ein derartiger Personalmangel, das besagte Fachkräfte einfach schon jetzt massiv Überstunden schieben müssen.

    Auf der anderen Seite haben wir eine große Anzahl an Leuten, die ein geringes Ausbildungslevel haben und nur für "einfache Arbeiten" in Frage kommen.

    Da ist schon ein recht starker Kontrast zu sehen, der sich im Sinne der Arbeitszeitverkürzung nur beheben lässt, wenn unsere Bürger wieder besser ausgebildet werden.

    Weiterhin gibt es noch ein Problem:
    Ein Unternehmen muss sich Fachkräfte zumeist ein ganzes Stück weit selbst ausbilden und ist natürlich sehr daran interessiert dann auch qualitativ angemessene Arbeit zu angemessenen Arbeitszeitlängen zu erhalten.

    Weniger Arbeitszeit bedeutet für die Unternehmen: mehr kostenintensive Ausbildungsarbeit zu gleichem Ertrag an Arbeit.
    Außerdem ist für Unternehmen natürlich eine gewisse Arbeitslosigkeit der Bevölkerung auch ganz angenehm, um flexibler wachsen zu können.

    Ich meine kein Chef will für eine halbwegs ordentliche Arbeit einen ungebildeten Schulabbrecher einstellen.

    Knackpunkt also:
    Mehr Bildung, bessere berufsqualifizierende Bildung

    wesentlichen Knackpunkt:

    Es gibt eine relativ kleine Anzahl an Leuten, die ganz bestimmte Tätigkeiten besonders gut ausführen können, auf die wir dadurch wesentlich angewiesen sind.
    Für besagte Arbeiten herrscht ein derartiger Personalmangel, das besagte Fachkräfte einfach schon jetzt massiv Überstunden schieben müssen.

    Auf der anderen Seite haben wir eine große Anzahl an Leuten, die ein geringes Ausbildungslevel haben und nur für "einfache Arbeiten" in Frage kommen.

    Da ist schon ein recht starker Kontrast zu sehen, der sich im Sinne der Arbeitszeitverkürzung nur beheben lässt, wenn unsere Bürger wieder besser ausgebildet werden.

    Weiterhin gibt es noch ein Problem:
    Ein Unternehmen muss sich Fachkräfte zumeist ein ganzes Stück weit selbst ausbilden und ist natürlich sehr daran interessiert dann auch qualitativ angemessene Arbeit zu angemessenen Arbeitszeitlängen zu erhalten.

    Weniger Arbeitszeit bedeutet für die Unternehmen: mehr kostenintensive Ausbildungsarbeit zu gleichem Ertrag an Arbeit.
    Außerdem ist für Unternehmen natürlich eine gewisse Arbeitslosigkeit der Bevölkerung auch ganz angenehm, um flexibler wachsen zu können.

    Ich meine kein Chef will für eine halbwegs ordentliche Arbeit einen ungebildeten Schulabbrecher einstellen.

    Knackpunkt also:
    Mehr Bildung, bessere berufsqualifizierende Bildung

  4. ... dass die Schweiz durch allerlei Kapitalimport seitens ausländischer Kleptokraten und Steuerflüchtlinge einen *kleinen* Bonus hat, nicht komplett unter den Tisch fallen lassen...

    5 Leser-Empfehlungen
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    Die Schweiz erzeugt trotz einem teuren Franken einen Leistungsbilanzüberschuss und betreibt daher einen Nettokapitalexport.

    Die Schweiz erzeugt trotz einem teuren Franken einen Leistungsbilanzüberschuss und betreibt daher einen Nettokapitalexport.

  5. nur ja keine Strukturänderungen, damit alles so bleibt.

    Die hohe Arbeitslosigkeit gerade bei Jugendlichen ist und bleibt ein Vergehen an der Zukunft aller.

    3 Leser-Empfehlungen
  6. Dass Abwertung hilft, lässt sich theoretisch und empirisch belegen. Aber alleine reicht das nicht. Auch an dem politischen Ordnungsrahmen des Wirtschaftens muss sich einiges Entscheidende ändern ("Agenda 2020"). Und das asap.

    Eine Leser-Empfehlung
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    "Dass Abwertung hilft [...] empirisch belegen."

    Es ist nur in einem sehr engem Rahmen belegt. Einem Rahmen, welches nicht das gesamte System im Blick hat und somit für diese Aussage vollkommen nicht passt. Es verändert lediglich den Wettbewerb bei der Produktion - es erweitert bzw. verbessert diesen nicht.

    [Auch an dem politischen Ordnungsrahmen des Wirtschaftens muss sich einiges Entscheidende ändern]

    Und dieser wäre?

    Glauben Sie im ernst, dass in diesem System die Vermögensverteilung so einfach zu vollziehen sein wird? Diese ungleiche Vermögensverteilung ist das Problem des Systems (+ Strukturprobleme in der Ausbildung der Menschen, etc.).

    Niedrigere Löhne sind keine Lösung. Ebenso gut hätte die dt. Regierung Mindestlöhne und höhere Steuern auf Unterenhmen vollziehen können (damit der Rest der EU an Wettbewerb gewinnt). Das tat Dt. nicht - warum wohl (siehe Frankreich und Hollande)?

    Unser System ist auf Schulden aufgebaut. Profit ist die Maxime. Und wer Schwäche zeigt, verliert. Die Probleme können nur durch einen neuen gemeinsamen Gesellschaftsvertrag/-verträgen gelöst werden. Nur haben die "Gewinner" keine Lust etwas abzugeben (ebenso die Mittelschicht, oder die Armen), weil es für jeden einen möglichen Verlust (das Verlieren) bedeutet.

    Sie können sich vorstellen, wie gut eine Lösung (wo jeder gegen jeden aggiert) dabei entwickelt wird (nämlich garkeine).

    Sie reden von Gewinn und wirtschaftliche Ordnung, nur den Sinn und Zweck haben Sie schon längst vergessen.

    "Dass Abwertung hilft [...] empirisch belegen."

    Es ist nur in einem sehr engem Rahmen belegt. Einem Rahmen, welches nicht das gesamte System im Blick hat und somit für diese Aussage vollkommen nicht passt. Es verändert lediglich den Wettbewerb bei der Produktion - es erweitert bzw. verbessert diesen nicht.

    [Auch an dem politischen Ordnungsrahmen des Wirtschaftens muss sich einiges Entscheidende ändern]

    Und dieser wäre?

    Glauben Sie im ernst, dass in diesem System die Vermögensverteilung so einfach zu vollziehen sein wird? Diese ungleiche Vermögensverteilung ist das Problem des Systems (+ Strukturprobleme in der Ausbildung der Menschen, etc.).

    Niedrigere Löhne sind keine Lösung. Ebenso gut hätte die dt. Regierung Mindestlöhne und höhere Steuern auf Unterenhmen vollziehen können (damit der Rest der EU an Wettbewerb gewinnt). Das tat Dt. nicht - warum wohl (siehe Frankreich und Hollande)?

    Unser System ist auf Schulden aufgebaut. Profit ist die Maxime. Und wer Schwäche zeigt, verliert. Die Probleme können nur durch einen neuen gemeinsamen Gesellschaftsvertrag/-verträgen gelöst werden. Nur haben die "Gewinner" keine Lust etwas abzugeben (ebenso die Mittelschicht, oder die Armen), weil es für jeden einen möglichen Verlust (das Verlieren) bedeutet.

    Sie können sich vorstellen, wie gut eine Lösung (wo jeder gegen jeden aggiert) dabei entwickelt wird (nämlich garkeine).

    Sie reden von Gewinn und wirtschaftliche Ordnung, nur den Sinn und Zweck haben Sie schon längst vergessen.

  7. das problem ist nicht die deutsche europa-politik,
    nichtmal der euro ist das problem.

    schlicht eine sache ist das problem, ein ganzer haufen länder hat nach euro-einführung auf einmal wesentlich bessere kreditkonditionen vorgefunden als diesem haufen länder eigentlich entsprochen hätten.

    die unfähigkeit der finanzpolitiker dieser länder hat dann schlichtweg dazu geführt, das man sich derart blauäugig überschuldet hat, dass nun kein ausweg außer dem teilweisen abschreiben der schulden besteht..

    die versager die diese länder in die krise geritten haben - die ganzen berlusconis usw. - haben sich dann schnell vom acker gemacht
    und greifen jetzt die unzufriedenheit im volk auf und kanalisieren auf kosten des deutschen ansehens die meinungen auf eine große schuld des euros, der eu und unseres landes hin.

    Das ist einerseits erschreckend, wie einfach es diesen tölpeln andernorts gelingt. Es ist aber auch bezeichnend für ein volk, das angst um sein erspartes hat, sich solchen "volksverhetzern" anzuschließen.
    der einfachste weg ist halt leider nun mal immer der, die schuld für eigene fehler bei anderen zu suchen.

    Das eine Frau Merkel hier nichts groß anders machen kann ist selbstverständlich. Sie steht in meinen augen zu unrecht in der kritik und hat meinen respekt für ihren ruhigen und sachlichen umgang mit der wirklich schwierigen lage und ihren verzicht auf populismus.

    2 Leser-Empfehlungen
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    • mtume7
    • 02.04.2013 um 14:27 Uhr

    ... absolut kein Ahnung. Auf jeden Fall nicht von Politik und Wirtschaft. Und das lässt sich leicht belegen. Das ist Obrigkeitsgläubigkeit in Reinkultur ... mit leichtem Hang zur Hörigkeit.

    • mtume7
    • 02.04.2013 um 14:27 Uhr

    ... absolut kein Ahnung. Auf jeden Fall nicht von Politik und Wirtschaft. Und das lässt sich leicht belegen. Das ist Obrigkeitsgläubigkeit in Reinkultur ... mit leichtem Hang zur Hörigkeit.

  8. 48. Danke!

    Endlich mal jemand mit einer vernünftigen Auffassung zu diesem ganzen:
    Ohne-Euro-würden-die-währungen-einfach-abgewertet-und-die-ganze-welt-wäre-rosarot-geplabber

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