Beschäftigung Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone steigt auf Rekordstand

Die Krise hat einen neuen Negativ-Rekord: Nie zuvor waren in der Euro-Zone so viele Menschen ohne Job. Besonders hart trifft es die südlichen Krisenländer.

Arbeitssuchende warten vor einem Arbeitsamt in Madrid

Arbeitssuchende warten vor einem Arbeitsamt in Madrid   |  © Sergio Perez/Reuters

Die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone hat einen neuen Höchststand erreicht: Im März lag die Erwerbslosenquote in der Währungsunion bei durchschnittlich 12,1 Prozent, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Im Vergleich zum Vormonat ist das ein Anstieg um 0,1 Prozentpunkte, vor genau einem Jahr gab es 1,1 Prozent weniger Arbeitslose. 

Damit sind in den 17 Euro-Ländern mehr als 19,2 Millionen Männer und Frauen ohne Job – 1,7 Millionen mehr als noch vor einem Jahr.

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Besonders betroffen sind weiterhin die südlichen Krisenländer. In Griechenland und Spanien liegt die Arbeitslosenquote bei etwa 27 Prozent, in Portugal sind es 17,5 Prozent.

Die Arbeitslosigkeit trifft dort vor allem die Jungen: In Griechenland haben fast 60 Prozent der unter 25-Jährigen keinen Job, in Spanien ist deutlich mehr als jeder Zweite betroffen und in Portugal und Italien liegt die Quote bei mehr als 38 Prozent. In der gesamten Euro-Zone sind bei einer Quote von 24 Prozent fast 3,6 Millionen junge Menschen ohne Arbeit.

Die niedrigste Quote verzeichnet Österreich mit 4,7 Prozent, gefolgt von Deutschland (5,4 Prozent) und Luxemburg (5,7 Prozent).  

Deutsche Arbeitslosenzahl sinkt weniger stark als erwartet

In Deutschland sank die Zahl der Arbeitslosen im April nicht so stark wie für die Jahreszeit üblich. Die Bundesagentur für Arbeit zählte 3,020 Millionen Arbeitslose. Das sind laut der Monatsstatistik 78.000 weniger als im März, aber 57.000 mehr als vor einem Jahr.

Wegen des Frühjahrsaufschwungs mit steigender Beschäftigung am Bau und in der Landwirtschaft geht die Zahl der Arbeitslosen üblicherweise im April zurück. Dass die Abnahme geringer ausfiel, dürfte laut Bundesagentur mit dem langen Winter zusammenhängen. "Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich insgesamt weiter in einer guten Grundverfassung, die aktuelle Entwicklung ist allerdings eher gedämpft", sage Agenturchef Frank-Jürgen Weise.

Rechnet man die jahreszeitbedingten Schwankungen heraus, stieg die Arbeitslosenzahl sogar im Vergleich zum Vormonat um 4.000. Von Reuters befragte Banken-Volkswirte hatten einen Anstieg um 2.000 Erwerbslose erwartet.  

Die Zahlen decken sich mit den Vorab-Analysen von Fachleuten. Sie hatten mit einem Rückgang um etwa 75.000 auf 3,02 Millionen gerechnet.

"Die Konjunktur schiebt immer weniger", kommentiert Commerzbank-Analyst Eckart Tuchtfeld diese seit Monaten andauernde Seitwärtsbewegung auf dem Arbeitsmarkt. Rolf Schneider von der Allianz ergänzte mit Blick auf die erneute Eintrübung des Ifo-Index sowie anderer Frühindikatoren: "Wir haben zuletzt leider Informationen von der Konjunkturseite, die nicht ganz so erfreulich sind." Nach dem rückläufigen vierten Quartal des vergangenen Jahres gebe es den "großen konjunkturellen Durchbruch" bislang noch nicht, weshalb sich die Unternehmen mit Einstellungen weiter zurückhielten.

Das sieht auch die Bundesagentur so. Der von der Nürnberger Behörde monatlich ermittelte Stellenindex BA-X ging im April um 6 auf 147 Punkte zurück. Das dürfte vor allem damit zusammenhängen, dass sich die Unternehmen wegen "fortdauernder Konjunkturrisiken bei zusätzlichen Neueinstellungen zurückhaltender zeigen als beispielsweise noch 2010 oder 2011", hieß es von der Bundesagentur. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verlor der Indikator 23 Punkte.

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Leserkommentare
  1. Jeder der sich mit der Materie etwas eingehender beschäftigt, weiß das Merkels angebliche Spitzenwerte bei den Arbeitslosenzahlen, einfach nur Lug und Trug sind.

    Ohne die Verrentung der Geburtenstarken Jahrgänge würde es bei uns genauso düster aussehen wie in allen anderen Ländern.

    Aber lieber verkauft man den Leuten, das der Gehaltsverzicht und der Niedriglohnsektor uns so weit gebracht hätten.

    16 Leserempfehlungen
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    • Lefty
    • 30. April 2013 10:45 Uhr

    Sie haben in jeder Beziehung recht.Ich glaube nur Zahlen,die ich selbst gefälscht habe (Winston Churchill).

    • Chilly
    • 30. April 2013 9:53 Uhr

    zu beobachtende Anstieg der saisonbereinigten Zahlen in solchen Beiträgen immer sehr versteckt geschildert wird. Man muss schon sehr gezielt danach suchen, ansonsten wird dies von Positivvokabeln wie "Belebung", "Sinken um 75.000" etc. überdeckt. Doch genau in diesem schleichenden Anstieg steckt die eigentliche Gefahr. Wenn trotz der vielen altersbedingten Abgänge durch die Verrentung der geburtenstarken Jahrgänge die Arbeitslosigkeit wieder steigt, lässt dies auch die ganzen Haushaltsprognosen wieder zur Makulatur werden.

    Aber wir haben ja die unerreichte und geniale und sowieso großartige Superkanzerlin, die es schon richten wird.

    CHILLY

    7 Leserempfehlungen
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    , die "saisonbereinigten" Arbeitslosen , in der BRD seit Monaten.

  2. Wie schrecklich!
    Was soll dieses apokalyptische Geschwätz.
    Es kann und wird nie eine Vollbeschäftigung geben.
    Und anstatt die Arbeitslosenzeiten zur besseren Weiterbildung zu nutzen,
    macht man, wie im Kindergarten, Aufbewahrungskurse und Fachkräfte sucht man dann im Ausland.

    5 Leserempfehlungen
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    • HeidiS
    • 30. April 2013 13:48 Uhr

    Die Neuverschuldung fiel niedriger aus als ursprünglich vorgesehen.

  3. "Die Unternehmen warten auf den großen konjunkturellen Durchbruch."

    ... können die Unternehmen auch auf das Erscheinen des Christkinds am 24.12.2013 warten.

    6 Leserempfehlungen
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    • Chali
    • 30. April 2013 10:47 Uhr

    ... ist aber keine Bundestagswahl!.

    Unsere Grosse Bescherung dürfen wir am 1.September erwarten, viele blitzblanke neue Arbeistplätze, hervorgerufen durch den Abbau von Arbeitsplätzen und deren Umbau in Minijobs, Werkverträge uam.

    • Lefty
    • 30. April 2013 10:45 Uhr

    Sie haben in jeder Beziehung recht.Ich glaube nur Zahlen,die ich selbst gefälscht habe (Winston Churchill).

    Eine Leserempfehlung
    • Chali
    • 30. April 2013 10:47 Uhr

    ... ist aber keine Bundestagswahl!.

    Unsere Grosse Bescherung dürfen wir am 1.September erwarten, viele blitzblanke neue Arbeistplätze, hervorgerufen durch den Abbau von Arbeitsplätzen und deren Umbau in Minijobs, Werkverträge uam.

    5 Leserempfehlungen
    • Berski
    • 30. April 2013 10:49 Uhr

    Die Frage ist, ob man wegen 57.000 Arbeitsplätze im Vergleich um Vorjahr so ein Fass aufmachen und mit Binsenweisheiten um sich werfen muss. Wir sollten immer bedenken, dass es uns hier immer noch verdammt gut geht. Man muss nicht sehr weit reisen um das Gegenteil zu sehen...

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    >> Wir sollten immer bedenken, dass es uns hier immer noch verdammt gut geht. <<

    ... uns vor allem überlegen, ob und wann wir von "wir" sprechen sollten. Wer sind denn diese "wir"?

    >> Man muss nicht sehr weit reisen um das Gegenteil zu sehen... <<

    Von hier aus wäre Belgien ein nahes Reiseziel. Dort könnte man sich auch gleich umhören, was die Leute von deutschem Sozialdumping halten. Denn Reisen bildet ja bekanntlich.

    "Man muss nicht sehr weit reisen um das Gegenteil zu sehen..."

    ... komplett richtig.
    Ein kleiner Ausflug in die sozialen Brennpunkte der deutschen Mittel- und Großstädte reicht absolut, um sich vom Gegenteil Ihrer Aussage zu überzeugen.

    "Ein kleiner Ausflug in die sozialen Brennpunkte der deutschen Mittel- und Großstädte reicht absolut, um sich vom Gegenteil Ihrer Aussage zu überzeugen."

    Ich bezweifle, dass es in den "sozialen Brennpunkten" so hergeht wie in der griechischen Hauptstadt und zudem machen diese nur einen Teil des Bildes aus. Sicherlich sind die Arbeitslosenzahlen fadenscheinig, dennoch geht es den Deutschen gut; soviel sollte man eingestehen.

  4. >> Seitwärtsbewegung auf dem Arbeitsmarkt <<

    ... bewegt sich also seitwärts?

    Och, das ist aber mal ein hübscher Euphemismus für de facto steigende Arbeitslosenzahlen. Kannte ich so noch gar nicht.

    6 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, ff, tst
  • Schlagworte Frank-Jürgen Weise | Arbeitslose | Arbeitslosenquote | Arbeitslosigkeit | Arbeitsmarkt | Euro-Zone
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