BankenaufsichtBundesbank prüft angebliche Bilanztricks bei Deutscher Bank

Hat die Deutsche Bank während der Finanzkrise Verluste in ihrer Bilanz versteckt? Die Bundesbank geht den Vorwürfen nach und ermittelt auch in den USA.

Die Chefs der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen (links) und Anshu Jain

Die Chefs der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen (links) und Anshu Jain  |  © Lisi Niesner/Reuters

Die Bundesbank prüft, ob es Bilanztricks bei der Deutschen Bank gegeben hat. Zusammen mit der Finanzaufsichtsbehörde BaFin untersucht die Notenbank, ob die größte Bank des Landes 2008 während der Finanzkrise Milliardenverluste mit Derivaten verschleiert hat, bestätigten mit den Ermittlungen vertrauten Personen.

"Da läuft eine Sonderprüfung", hieß aus den nicht näher genannten Quellen. Ermittler der Bundesbank wollen nach Informationen der Financial Times nächste Woche nach New York reisen, um Mitarbeiter des Konzerns sowie die Urheber der Vorwürfe zu befragen. "Man ist noch am Anfang der Recherche", sagte einer der Beteiligten.

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Die Ermittler betonten, dass der Unschuldsverdacht gelte. "Erst mal geht die Aufsicht davon aus, dass die Bilanzierung den Regeln entsprach", hieß es. "Schließlich haben sich auch im Nachhinein keine Lücken in der Bilanz aufgetan."

Offiziell will sich die Bundesbank nicht zu den Vorwürfen äußern. "Wir dürfen keine Auskunft zu Maßnahmen der Bankenaufsicht geben, die einzelne Institute betreffen. Grundsätzlich können Sie davon ausgehen, dass wir erhobenen Vorwürfen nachgehen, um sie auf ihre Stichhaltigkeit hin zu überprüfen", hatte ein Sprecher nach Veröffentlichung des FT-Berichts gesagt. Die Deutsche Bank wie dies Vorwürfe als "vollkommen unbegründet" zurück.

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Leserkommentare
  1. Es wird wie immer nichts dabei rauskommen, auch wenn es ggf. starke Verdachtsmomente geben mag. Da die Beschuldigte weiss , dass gegen sie ermittelt wird, wird man schon Sorge dafuer tragen, dass alle potentiellen Beweise grosszuegig geschreddert werden. Schoen ist natuerlich, dass man fuer die Befragungen von Beschudigten diese selbstverstaendlich aufsucht anstatt einzubestellen, wie es normalerweise der Fall ist. Im Falle einer Weigerung nach DE zu kommen, kann man ja einen internationalen Haftbefehl erlassen. Natuerlich besteht in einem solchen Ermittlungsverfahren auch keine Verdunkelungsgefahr. Ich glaube nicht, dass jemals ein Deutschbanker ein Gefaengnis von innen sieht. Die sind ja systemisch.

    • genrik
    • 04. April 2013 17:01 Uhr

    Die Ermittler betonten, dass der Unschuldsverdacht gelte.
    Putzig, daß es jetzt den Verdacht auf Unschuld zu geben scheint. Bisher war es lediglich eine Vermutung...

    • KHans
    • 05. April 2013 17:39 Uhr

    Müssen wir uns russische Härte Wünschen Hat alles mit nichts zu tun?:

    "Wir wollen wissen, woher das Geld kommt" : Putin verteidigt Druck auf Stiftungen.
    Mir ist klar, daß es da getzz nicht ums Geld geht. Nirgends, nee nich.
    Und jetzt hübsch aufregen über den Anti-Demokraten Putin.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa, tis
  • Schlagworte Bundesbank | BaFin | Bankenaufsicht | Bilanzierung | Ermittlung | Finanzkrise
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