Borussia DortmundFinanzaufsicht untersucht Götze-Wechsel

Die BaFin soll klären, ob der BVB den Wechsel zu spät bekanntgegeben hat. Fest steht: Der Transfer ließ die Aktie sinken, bevor die Aktionäre informiert wurden.

Zukünftiger Bayern-München-Spieler Mario Goetze bei einem Spiel der Champions League

Zukünftiger Bayern-München-Spieler Mario Goetze bei einem Spiel der Champions League  |  © Federico Gambarini/dpa

Die Finanzaufsicht BaFin soll nach Informationen der Süddeutschen Zeitung den Wechsel des Spielers Mario Götze von Borussia Dortmund zum FC Bayern München untersuchen. Der BVB stehe unter dem Verdacht, seine Informationspflicht gegenüber den Aktionären verletzt zu haben.

Der rund 37 Millionen teure Wechsel war am Dienstag durch die Presse bekannt geworden. Die offizielle Erklärung für die Aktionäre wurde erst zwei Tage später abgegeben. Der Aktienkurs reagierte, ohne dass die Aktionäre informiert wurden – das könnte den Verein nun bis zu eine Million Euro kosten.

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"Wir haben keine Untersuchung eingeleitet, wir sehen uns den Sachverhalt routinemäßig ergebnisoffen an", sagte eine BaFin-Sprecherin der Zeitung. Klar ist: Ein börsennotiertes Unternehmen muss kursrelevante Informationen frühzeitig an seine Aktionäre weitergeben. Der Wechsel von Götze zu Bayern München gilt als außergewöhnlich und für den Aktienkurs als Risiko.

Der Finanzchef der Borussen, Thomas Treß, sagte: "Wir haben korrekt gehandelt, daher gehen wir davon aus, dass es keine Geldbuße geben wird". Das offizielle Angebot von Bayern München sei erst am Donnerstag eingegangen, woraufhin der BVB die ad-hoc-Meldung an die Aktionäre herausgegeben habe, sagte Treß der Süddeutschen.

Derweil verteidigt Bayern-München-Trainer Jupp Heynckes die offensive Einkaufspolitik seines Vereins: "Ich habe schon im letzten Jahr gesagt, der FC Bayern muss eine ganz klare Philosophie haben in Sachen Einkäufe. Ich habe immer gesagt, man muss Top-Spieler einkaufen und verpflichten".

Wer wann wovon wusste und informierte, wird die BaFin nun klären. In ähnlichen Fällen hat die Finanzaufsicht Vereine bereits zur Kasse gebeten. 2011 wurde laut Süddeutscher Zeitung ein Spitzen-Bußgeld von 95.000 Euro verlangt.

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Leserkommentare
  1. Ein Spitzenbußgeld von 95.000,00 Euro ??? Da zahlt der Rummenigge doch beim nächsten Besuch in Kathar mehr fürs Hotelzimmer. Ein paar geschmuggelte Diamanten oder Rolexe gleichen das locker wieder aus.

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    • TDU
    • 27. April 2013 16:02 Uhr

    Haben Sie die Zeitung verwechselt und die Sätze waren Ihnen zu lang? Rummenige ist nicht beim BVB und die 95.000 waren insgesamt angefallen.

    • TDU
    • 27. April 2013 16:02 Uhr

    Haben Sie die Zeitung verwechselt und die Sätze waren Ihnen zu lang? Rummenige ist nicht beim BVB und die 95.000 waren insgesamt angefallen.

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Peanuts"
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    Die Geschichten die im Hintergrund ablaufen sind vereinsübergreifend - das hier Dinge ablaufen, die den Fußballgläubigen noch nicht mal in den Sinn kommen, rückt den Sumpf des internationalen Betruges in Sachen Profifußball erst ins richtige Licht.

    • TDU
    • 27. April 2013 17:01 Uhr

    Das weiss ich nicht. Aber hier Personen zu diffamieren, um was zu beschreiben? Nicht schön.

    Im übrigen könnte es auch sein, dass man es schlicht vergessen hat. Bayern München hat wirklich das beste Management. Die sind nich nie wie z. B. Dortmund und auch Köln nach lukrativen Siegen oder Verkäufen erst mal ärmer geworden.

    Interessant wäre es natürlich zu wissen, ob ein(e) Wissende(r) schnell noch die eigenen Aktien verkauft hat.

    • TDU
    • 27. April 2013 16:07 Uhr

    Ich fands nicht gut, zu dem Zeitpunkt den Wechsel zu veröffentlichen. Aber wennn wesentliche Vermögenswerte veräusert werden, muss informiert werden. Ein Beispiel dafür, dass die Ware Mensch nicht mit allen Unternehmensvorschriften komaptibel ist.

  2. Dass der Wechsel zwischen Bayern und Dortmund schon vor mehreren Wochen bereits abgemacht war? Das empfinde ich genauso als Täuschung der Aktionäre wenn man so tut als hätte man nächste Saison seine Leistungsträger noch wenn sie längst verkauft sind!

    2 Leserempfehlungen
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    DIREKT nach der offiziellen Anfrage von Bayern wurde eine Ad-Hoc-Meldung rausgegeben.

    Hätte Götze gesagt er will wechseln, Bayern hätte dann aber nie das Geld bezahlt hätte Dortmund schön blöd dagestanden wenn man schon eine Mitteilung rausgegeben hätte.

    • KHans
    • 27. April 2013 16:27 Uhr

    Nein. Halt. Doch eher dekandente Spielchen, Fauls, Regelverstöße, falsche Helden, verlogene Spielchen, Zynismus, Ablenkungsmanöver, Spiegelfechtereien, Wurstigkeiten von Wurstfabrikanten, ...

    3 Leserempfehlungen
  3. Die Geschichten die im Hintergrund ablaufen sind vereinsübergreifend - das hier Dinge ablaufen, die den Fußballgläubigen noch nicht mal in den Sinn kommen, rückt den Sumpf des internationalen Betruges in Sachen Profifußball erst ins richtige Licht.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "@ 1 Tiger Wutz"
    • TDU
    • 27. April 2013 17:01 Uhr

    Das weiss ich nicht. Aber hier Personen zu diffamieren, um was zu beschreiben? Nicht schön.

    Im übrigen könnte es auch sein, dass man es schlicht vergessen hat. Bayern München hat wirklich das beste Management. Die sind nich nie wie z. B. Dortmund und auch Köln nach lukrativen Siegen oder Verkäufen erst mal ärmer geworden.

    Interessant wäre es natürlich zu wissen, ob ein(e) Wissende(r) schnell noch die eigenen Aktien verkauft hat.

    Antwort auf "@ 1 Tiger Wutz"
  4. Auch die Bayernaktionäre sollten das wissen müssen wenn ihr Unternehmen 37 Millionen in einen Transfer steckt.

    Man stelle sich vor eine Industrie-AG würde eine Investition in Höhe von 15% ihres Jahresumsatzes durchführen und das vor den Aktionären monatelang geheimhalten.

    Da würden sich die Anwälte aber die Hände reiben angesichts des Streitwertes vor Gericht.

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    • E.Wald
    • 27. April 2013 18:32 Uhr

    in Streubesitz. Bayern hat möglicherweise seine Aktionäre informiert - nur muss Bayern dafür nicht die Öffentlichkeit informieren, sondern nur die Vereinsverantwortlichen sowie adidas und Audi.

    Wie der BVB rechtlich gesehen genau handeln muss, weiß ich nicht wirklich. Spontan würde ich aber vermuten, dass die Info von Götze, dass er die AK ziehen möchte, für die Notwendigkeit einer ad-hoc-Meldung reicht; denn wo Götze das Geld herhat, um die AK zu zahlen, ist mMn nicht relevant.

    Vermutlich wird auch hier wieder den Bayern eine Schuld angehängt (Bayern ist halt immer Schuld wenn's um Transfers geht), obwohl der BVB das AktG und die ihnen daraus entstehenden Pflichten doch selbst kennen muss. Sogar das Leck war ja beim BVB.

    • TDU
    • 27. April 2013 18:36 Uhr

    Man müsste wohl seinen Marktwert kennen. Denn eine Betrachtung im Nachhinein kann die Vorschrift ja auch nicht im Sinn haben. Dennw enn ein unedeutender verkauft würde lief das wohl unetr der Rubrik "Tagesgeschäft"

    Es zeigt, dass Fussballer nichts als eine Ware sind. Auf hohem Niveau und in einer Aktiengesellschaft. Aber wennn Piech zu BMW gehen würde, müsste mans wohl auch melden. Da können wir Kleinen doch froh sein. Man geht oder wird entlassen und keinen interessierts. Aber wir sind trotzdem was wert. Als Masse. Werden viele von uns entlassen, steigen die Aktien.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, nf
  • Schlagworte Bundesliga | FC Bayern München | Fußball | Borussia Dortmund | Philosophie | BaFin
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