Die Finanzaufsicht BaFin soll nach Informationen der Süddeutschen Zeitung den Wechsel des Spielers Mario Götze von Borussia Dortmund zum FC Bayern München untersuchen. Der BVB stehe unter dem Verdacht, seine Informationspflicht gegenüber den Aktionären verletzt zu haben.

Der rund 37 Millionen teure Wechsel war am Dienstag durch die Presse bekannt geworden. Die offizielle Erklärung für die Aktionäre wurde erst zwei Tage später abgegeben. Der Aktienkurs reagierte, ohne dass die Aktionäre informiert wurden – das könnte den Verein nun bis zu eine Million Euro kosten.

"Wir haben keine Untersuchung eingeleitet, wir sehen uns den Sachverhalt routinemäßig ergebnisoffen an", sagte eine BaFin-Sprecherin der Zeitung. Klar ist: Ein börsennotiertes Unternehmen muss kursrelevante Informationen frühzeitig an seine Aktionäre weitergeben. Der Wechsel von Götze zu Bayern München gilt als außergewöhnlich und für den Aktienkurs als Risiko.

Der Finanzchef der Borussen, Thomas Treß, sagte: "Wir haben korrekt gehandelt, daher gehen wir davon aus, dass es keine Geldbuße geben wird". Das offizielle Angebot von Bayern München sei erst am Donnerstag eingegangen, woraufhin der BVB die ad-hoc-Meldung an die Aktionäre herausgegeben habe, sagte Treß der Süddeutschen.

Derweil verteidigt Bayern-München-Trainer Jupp Heynckes die offensive Einkaufspolitik seines Vereins: "Ich habe schon im letzten Jahr gesagt, der FC Bayern muss eine ganz klare Philosophie haben in Sachen Einkäufe. Ich habe immer gesagt, man muss Top-Spieler einkaufen und verpflichten".

Wer wann wovon wusste und informierte, wird die BaFin nun klären. In ähnlichen Fällen hat die Finanzaufsicht Vereine bereits zur Kasse gebeten. 2011 wurde laut Süddeutscher Zeitung ein Spitzen-Bußgeld von 95.000 Euro verlangt.