Euro-Zone : EU-Krisenstaaten locken wieder mehr Investoren

Die Reformen zahlen sich aus: Deutsche Unternehmen investieren zunehmend in Portugal, Spanien und Italien, um Geld zu sparen. Für den DIHK ein Warnsignal für Deutschland.

Die südeuropäischen Krisenländer der Europäischen Union sind als Investitionsstandorte wieder attraktiver geworden. Zu diesem Fazit kommt eine Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), für die rund 2.500 weltweit tätige deutsche Unternehmen zu ihren Investitionsabsichten befragt wurden.

Ausschlaggebend für deren Investitionsentscheidung sind demnach vor allem die sinkenden Kosten in Ländern wie Portugal, Spanien oder Italien, die aus den Reformen vor Ort resultieren. "Die Krisenstaaten haben eine beachtliche Anzahl von Reformen angestoßen und setzen diese beharrlich um", sagte DIHK-Außenwirtschaftsexperte Ilja Nothnagel dem Handelsblatt. Dies mache "viele Standorte allmählich wieder attraktiver".

Laut Studie zieht es von den Unternehmen, die aus Kostengründen im Ausland investieren wollen, 41 Prozent in die westeuropäischen Länder der Europäischen Union. Im vergangenen Jahr waren es 30 Prozent. "Damit lösen die sogenannten EU-15 die neuen EU-Staaten und China als Zielregion für Investitionen aus Kostengründen ab", heißt es in der Untersuchung.

Warnung für Deutschland

Für 18 Prozent jener Betriebe, die 2013 in diesen Staaten investieren wollen, sind Kostenersparnisse maßgeblich – fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr und so viele wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Vor allem die pharmazeutische Industrie, die Textilindustrie sowie die Gummi- und Kunststoffindustrie haben laut DIHK Europa als Standort im Blick.

Die Ergebnisse der Studie wertet DIHK-Experte Nothnagel auch als "ein Warnsignal für den Wirtschaftsstandort Deutschland". So werde "die Schere zwischen den Investitionsplänen für das In- und für das Ausland 2013 wieder größer", sagte er. "Das große Reformtempo um Deutschland herum sollte deshalb auch hierzulande Ansporn sein."

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