Die führenden Wirtschaftsforscher sagen der deutschen Wirtschaft für das kommende Jahr einen kräftigen Aufschwung voraus. Die Gründe dafür seien am Markt gut positionierte Unternehmen, niedrige Zinsen, sichere Jobs, steigende Löhne sowie konsumfreudige Bürger, heißt es im Frühjahrsgutachten der Bundesregierung. Größtes Risiko für die deutsche Konjunktur bleibe eine Verschärfung der Euro-Staatsschuldenkrise.

Die Forschungsinstitute rechnen bereits in diesem Jahr mit einem Aufschwung. Allerdings korrigierten sie ihre Prognose leicht nach unten: Gingen sie im Herbst noch von einem Plus von 1,0 Prozent für 2013 aus, rechnen sie nun mit einem Zuwachs von 0,8 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt (BIP).

Das ist immer noch doppelt so viel, wie die Bundesregierung in ihrer Prognose erwartet. 2014 könnte die Wirtschaft dann um 1,9 Prozent oder mehr wachsen. 2012 hatte das BIP nach einem Einbruch im vierten Quartal nur um 0,7 Prozent zugelegt.

Experten gegen Mindestlohn

Auch die Lage am Arbeitsmarkt dürfte sich weiter entspannen, so die Ökonomen. Im Jahresdurchschnitt kalkulieren die Institute mit 2,9 Millionen Arbeitslosen, im kommenden Jahr mit 2,7 Millionen. Die Arbeitslosenquote dürfte von 6,7 Prozent auf 6,4 Prozent sinken, heißt es in dem Gutachten.

Einen gesetzlichen Mindestlohn lehnen die Ökonomen ab. Der von SPD, Grünen und Linkspartei im Wahlkampf eingeforderte gesetzliche flächendeckende Mindestlohn von 8,50 Euro vernichte Arbeitsplätze und ziehe "erhebliche negative Beschäftigungseffekte" nach sich.

Die Experten erwarten zudem einen Anstieg der Einkommen. Dank der im Schnitt gesunkenen Beiträge zur Sozialversicherung und des höheren Grundfreibetrags bei der Einkommensteuer würden die Nettolöhne in diesem Jahr voraussichtlich um 3,3 Prozent und 2014 um 3,2 Prozent steigen. Das stärke die Binnennachfrage, weil die Verbraucher mehr Geld ausgeben.