Urbanisierung in China : Hochhaus versus Mensch

Ohne Rücksicht auf Anwohner klotzt China neue Hochhäuser in Wohnviertel. Die letzten dörflichen Strukturen gehen verloren. Fotografische Impressionen der Urbanisierung

Die meisten der 1,3 Milliarden Chinesen leben inzwischen an der Ostküste Chinas, in den Metropolregionen rund um Shanghai und Peking. Lange war der Landbevölkerung der Zuzug in die Städte nicht frei möglich, inzwischen sind die Vorschriften gelockert. Der Zuzug setzt die Städte unter Druck, Wohnraum wird knapp. In den Städten und Provinzen werden die letzten dörflichen Strukturen beseitigt, um neuen Hochhäusern und modernen Wohnanlagen Platz zu machen. Der Fotograf Jason Lee hat sich die Verstädterung angesehen.

Verlagsangebot

Entdecken Sie mehr.

Lernen Sie DIE ZEIT 4 Wochen lang im Digital-Paket zum Probepreis kennen.

Hier testen

Kommentare

11 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

wahnsinn!!!

diese hochhäuser, diese lichter, diese dynamik!! ich würde meine wohnung in einem langweiligen häuschen in der vorstadt sofort gegen sowas tauschen.. auf den garten verzichte ich gern wenn ich aus dem 18. stock auf die gesamte stadt blicken kann. geil. sowas müsste man auch bei uns bauen.. aber ich glaube dafür sind wir für zu traditionsverklebt. bei uns liebt man so museumsstädte wie münchen, wo man meint sich im 18 Jhd. zu befinden wenn man durchläuft. und das wolkenkratzerbauen ist in vielen städten verboten..

Bedenklich

„In Deutschland ist dieser Punkt praktisch nirgendwo erreicht…“

Außer in jeder deutschen Stadt, in der die Mieten explodieren und man bei Wohnungsbesichtigungen schon mal mit 100 anderen Interessenten konkurriert. Vor diesem Hintergrund ärgert es mich sehr, dass in meiner Stadt so flach gebaut wird. Man könnte schon hin und wieder mal etwas höher bauen. Wenigstens bei Bürogebäuden. Dann könnte man die Fläche die da gespart wird mit Wohnungen bebauen.

Bei letztgebautem Hochhaus gab es Trouble mit der Unesco und dem Kölner Dom sollte der Titel Weltkulturerbe anerkannt werden. Der Blick auf den Dom von der gegenüberliegenden Rheinseite war verbaut worden. Seit dem wird es in Köln schwierig bis unmöglich höher zu bauen als die allgemeine Traufhöhe. Wie gesagt, angesichts des extremen Wohnungsmangels finde ich diese Haltung bedenklich.

Luft.

Grundsätzlich stimme ich Ihnen zu. Bei Wohntürmen gibt es ein für mich sehr gewichtiges Kriterium: lassen sich die Fenster in den oberen Etagen öffnen oder nicht. Ich war bisher in zwei Wohntürmen, die als Hotels genutzt wurden. Bei dem einen war alles okay. Man konnte die Fenster öffnen. Vor den Fenstern war noch mal eine weitere Glasfront mit Schlitzen, durch die Frischluft einziehen konnte. So konnte man nicht rausspringen oder etwas rauswerfen, aber eben durchlüften.

In dem anderen gingen die Fenster gar nicht auf. Belüftet wurde ausschließlich durch die Klimaanlage. Das geht gar nicht. Wir japsten nach Luft.

Schwellenländer am Pranger

Schon erstaunlich, wie es sich unsere Gesellschaft, hier vertreteten durch ein Leitmedium, immer wieder herausnimmt, Schwellenländer wie China, Indien und Russland zu kritisieren.

Die Urbanisierung ist keine Erfindung China, nicht einmal der USA. Sie ist eine Folge der Industrialisierung, welche die Leute vom Land in die Stadt zieht. Wenn wir uns Sorgen um die chinesischen Dörfer machen, was passiert im gleichen Moment eigentlich mit unseren Dörfern und Altbauten?

Vielen davon sind bereits vor Jahrzehnten gewichen. In Amsterdam wurden Leute von der Polizei niedergeprügeld, die in den 70ern gegen den massenweisen Abriss protestierten, die wir heute als Touristen besuchen. Einige haben den Protest übrigens nicht überlegt.

Was heute nach Lesart der Eliten zählt ist einzig und allein der "Fortschritt". Und dieser ist aus deren Sicht nichts anderes als Effizienz und Wirtschaftlichkeit als Leitplanken des Lebens der Massen zu installieren. Während sich die Reichen in Altbauten und Landhäuser englischen Stils verschanzen, müssen die einfachen Arbeiter und Arbeitslosen sich in gesichtslosen Wohnsilos zurechtfinden, die weder ein lebenswertes Umfeld nach humanistischem Ideal bieten, noch Sicherheit und Entfaltungsmöglichkeit.

Die Geschäftszentren und Ghettos, die in China und anderen Schwellenländern jetzt gebaut werden, haben wir längst errichtet. Sie stehen in New York genauso wie am Rande Berlins - Ost wie West - kein Unterschied.

zu kOOcity

Zur zeit baut man die Eisenbahnstrecke Paris - Mannheim aus, damit die Züge anstatt mit 160 km dann mit 200 km/Std. fahen können. Das wurde vor 5 Jahren zwischen franz. und deutschen Europapolitikern vereinbart.
"Wir bauen die Strecke aus, da können Sie nichts dagen machen" sagte man mir be einer Ortsbescihtigung, weil Teile meines Grundstückes dazu nötig sind. Gut, an mir wird und soll dieses Projekt nicht scheitern, aber dieser Ton, diese Bestimmtheit. ..."da können Sie nichts machen" Gemeinwohl geht vor Eigennutz" das sehe ich auch so. Aber diese "Alternativlosigkeit". Man fühlt sich rechtlos.
20 km Strecke werden für Millionen von Euro ausgebaut. Der Zug der so scnell fahren kann, verkehrt 4 mal täglich ! Die Zeitersparnis zwischen Paris und Mannheim beträgt also 1,5 Minuten. Und das 4 mal am Tag.
Kosten/Nutzen? "Interessiert nicht", meinte der Herr vom Planungsbürö," das wurde von der Politik beschlossen"
Darüber gab es keine Diskussionen, keine Abstimmung, keine Alternative.

Und warum sollte es in China anders sein?