Sparmaßnahme : Griechische Regierung entlässt Tausende Beamte

15.000 griechische Staatsbedienstete verlieren bis 2015 ihren Job. Die Euro-Gruppe hatte Athen zum Sparen gezwungen. Die Opposition wettert: "Troika-Memorandum-Diktatur".

Die griechische Regierung hat ein Gesetz verabschiedet, wodurch bis Ende nächsten Jahres 15.000 Beamte und Staatsbedienstete entlassen werden sollen. Mit dieser Sparmaßnahme will die Regierung die Grundlage für den Erhalt weiterer internationaler Finanzhilfen schaffen.

Finanzminister Ioannis Stournaras bezeichnete das Gesetz als absolut notwendig. "Am Montag wird die Arbeitsgruppe der Euro-Gruppe über die 2,8 Milliarden Euro und am 13. Mai die Euro-Gruppe über die restlichen sechs Milliarden Euro entscheiden", sagte Stournaras dem Parlamentsfernsehen.

Die Opposition kritisierte das Gesetz und die Eile, mit der es beschlossen wurde. "Wir haben hier eine Troika-Memorandum-Diktatur", sagte der Sprecher der stärksten Oppositionspartei Bündnis der radikalen Linken (Syriza), Panagiotis Lafazanis, im Parlament. Die Regierung handle nach den Geboten der Geldgeber aus EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) und nicht nach den Regeln des Parlamentes.

Vor dem Parlamentsgebäude demonstrierten etwa 3.000 Menschen gegen die geplanten Entlassungen. Zu der Kundgebung hatte die Gewerkschaft der Staatsbediensteten (ADEDY) aufgerufen.

Die internationalen Geldgeber hatten sich am 15. April mit den Sparmaßnahmen der griechischen Regierung zufrieden erklärt. Voraussetzung für die Auszahlung der nächsten Tranche der Finanzhilfen sei jedoch, dass die Regierung beim Eintreiben von Steuern und bei der Entlassung von unfähigen oder überflüssigen Staatsdienern nicht nachlasse.

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Kommentare

45 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

Abschaffung des Internet und

Einführung Todesstrafe sind nun für mich neu - gibts da was zu ausserhalb des Videos vom Parteitag?
(Interessant, dass das weg ist....)
Sehr interessant die Einschätzung und klaren Worte gerade von n-tv:
"Vieles spricht dafür, dass die AfD sich zu einer konservativen Partei entwickeln wird, nicht ausgeschlossen ist auch, dass rechtspopulistische Töne die Debatte dominieren werden, wenn sie Fahrt aufnimmt. Aus vielen der Bewerbungen für den Parteivorstand spricht ein großes Maß an zum Teil recht aggressiver Wut gegen "die Politik" im Allgemeinen, zum Teil auch in klarer rechtsradikaler Diktion gegen "das System", gegen "Political Correctness", gegen die "Systemparteien", die sich über "die wahren Interessen des Volkes" hinwegsetzen.
..... Aber neu ist die Alternative vor allem in anderer Hinsicht: An einem einzigen Tag gibt sich die AfD eine Satzung, beschließt eine Finanzordnung, ein Wahlprogramm, wählt einen Vorstand, einen Schatzmeister und ein Schiedsgericht. Mit "mehr Demokratie wagen" hat das nichts zu tun. Die Hektik hat einen anderen Grund – denselben, mit dem die Kanzlerin ihre Euro-Politik verteidigt: Sie wird als alternativlos empfunden."
http://www.n-tv.de/politi...

Die wissen wo die Melkkuh ist

Wenn die EU-16 den Griechen vor 3 Jahren angeboten hätte, 50% der damaligen Schulden zu streichen, und die weiteren 50% auf 20 Jahre umzuschulden - wäre ja irgendwie vernünftig gewesen - die Griechen hätten nicht angenommen, wenn sie dafür aus dem Euro hätten ausscheiden müssen.

Die denken garnicht daran, die Nabelschnur nach Brüssel zu kappen. Irgendwie fliesst ja Geld, für das man nicht arbeiten und sich umorganisieren muss. Ausserdem sind die Kanäle, die die Cliquen bevorzugen seit 30 gut etabliert - die ganzen 'Tunnel' hat Europa bezahlt und die längste Zeit nicht einmal gemerkt und noch weniger daran mitgewirkt, die Kanäle zu verstopfen.