BriefträgerMillionen Briefe bleiben wegen Post-Streik liegen

Warnstreik bei der Deutschen Post: Im Tarifstreit haben Briefträger und Sortierer ihre Arbeit niedergelegt. Millionen Briefe und Pakete kommen deshalb verspätet an.

Bei der Deutschen Post wird seit dem Morgen bundesweit gestreikt. Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di werden deshalb Millionen Briefe und Pakete nicht ausgeliefert. Zunächst sollten vor allem Briefträger in den Ausstand treten, später könnten auch andere Bereiche betroffen sein, sagte ein ver.di-Sprecher.

In Nordrhein-Westfalen kamen nach Gewerkschaftsangaben rund 600 Postboten nicht zur Arbeit. Allein hier sollen etwa eine Million Briefe und Pakete ihre Empfänger nicht erreichen.

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In Berlin und Baden-Württemberg trugen jeweils 500 Zusteller die Post nicht aus, in Hessen sollten sich gut 300 Briefträger an den Warnstreiks beteiligen. In Niedersachsen legten auch Sortierer und Filialmitarbeiter die Arbeit nieder. Etwa 600.000 Briefe und Pakete kämen in diesen Bundesländern deshalb mit Verzögerung an, hieß es.

Insgesamt sind Zusteller in 17 Städten und Regionen zum Ausstand aufgerufen. Zudem sind in Großstädten wie Berlin, Hamburg und Köln Kundgebungen geplant.

Ver.di fordert für 132.000 Tarifbeschäftigte der Deutschen Post eine Einkommenserhöhung von sechs Prozent, mindestens aber 140 Euro mehr pro Monat. Der bisherige Tarifvertrag wurde bereits zum 1. April gekündigt.

Auslöser für die Warnstreiks ist die Weigerung der Post, ein neues Angebot vorzulegen. "Jetzt muss der Druck erhöht werden", sagte ver.di-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. Ziel sei es, in der nächsten Tarifrunde am 25. April ein Ergebnis durchzusetzen. Bis dahin soll es weitere Warnstreiks geben.

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Leserkommentare
  1. Was passiert denn mit den nicht sortierten und zugestellten Sendungen? Werden die von den heute streikenden Mitarbeitern dann morgen sortiert / zugestellt? Das dürfte Mehrarbeit bedeuten. Wenn, dann müssten die Sendungen komplett liegenbleiben, und die Post müsste zusehen, wie sie die zugestellt bekommt.

    Aber daran kann man sehen, warum es einst üblich war, sensible Infrastruktur wie Briefpost staatlich zu organisieren und mit Staatsdienern, sprich Beamten zu betreiben.

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  2. .. dass man noch Menschen findet, die diesen Job freiwillig machen wollen.

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    So freiwillig Sie sich für diese Jobs entscheiden können, wenn Sie Ihnen als ALG-II-Empfänger angeboten werden...

    Aber im Ernst: Ich habe 18 Monate lang Briefe sortiert, damals war das noch ein gut bezahlter Job und unter Studenten trotz der besch...en Arbeitszeiten sehr beliebt. Zum eh üppigen Stundenlohn kamen noch Erschwerniszuschlag, Schichtzulagen, Nachtzuschläge und Freischichten für Arbeitszeiten vor 4 Uhr. Ob das heute noch so ist?

    • TDU
    • 17. April 2013 14:42 Uhr

    Was ist denn an den Jobs auszusetzen? Schnell Sortieren kann nicht jeder und Post austragen ist ehrenwert und überhaupt nicht überflüssig. Trotz E-Mails.

    Aber scheinbar ist das nicht allgemeine Auffassung, sonst müssten nicht zunehmend "einfache" Arbeiten von denen erledigt werden, die zu Hause noch schlechter dran wären, weil es da solche Jobs mangels Nachfrage nicht gibt. Und man klage über Arbeitslosigkeit, wenn wieder mal was den Maschinen überlassen wird.

    Ich finde es nur toll, dass es noch Menschen gibt, die so einen Job machen!

  3. So freiwillig Sie sich für diese Jobs entscheiden können, wenn Sie Ihnen als ALG-II-Empfänger angeboten werden...

    Aber im Ernst: Ich habe 18 Monate lang Briefe sortiert, damals war das noch ein gut bezahlter Job und unter Studenten trotz der besch...en Arbeitszeiten sehr beliebt. Zum eh üppigen Stundenlohn kamen noch Erschwerniszuschlag, Schichtzulagen, Nachtzuschläge und Freischichten für Arbeitszeiten vor 4 Uhr. Ob das heute noch so ist?

    2 Leserempfehlungen
    • TDU
    • 17. April 2013 14:32 Uhr

    Irgendwie hat der Bürger zunehmend was auszubaden, wofür er gar nichts kann. Ist vielleicht der Charakter der Dienstleistung. Produktionsstopps treffen eher den Arbeitgeber. Die Lösung wäre die Herstellung von Solidarität beim Bürger. Zumal das doch kein Warnstreik mehr ist.

    Aber diese Unregelmässigkeit des Posteingangs, die völlige Gleichgültigkeit der Monopolgewerkschaft Verdi bezüglich der Dienstleistung an sich und die Gleichgültigkeit der Dienstleister gegenüber dem Kunden allgemein dürfte das verhindern.

    Und immer sind es die Verhältnisse, die anständige Arbeit unmöglich machen. Aber man kann nicht alle bezahlen wie den linken? Herrn an der Spitze. Auch nicht bei staatlicher Post.

    Eine Leserempfehlung
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    Dieses bürokratische Monstrum ist nur am Selbsterhalt interessiert.

    Aktuelles Beispiel: Haustarif einer Uniklinik.

    Wissenschaftliche MA bekommen 200€ weniger als vorher im (alten) TV-L (nach dem neuen TV-L dürfte der Abstand nochmal wachsen). Dafür dürfen sie eine Stunde in der Woche weniger arbeiten (hahahahahahahaha). Urlaub auf einmal nach Betriebszugehörigkeit (faktische Kürzung - welcher WMA kommt schon auf mehr als 10 Jahre Betriebszugehörigkeit?).

    Der Knüller: Volles Weihnachtsgeld bekommen nur noch diejenigen, die in 11/13 seit bereits 15 Monaten ver.di-Mitglieder waren (der TV wurde allerdings erst in 12/12 veröffentlicht...).

    Danke, ver.di! Ganz großes Tennis. Und dann verkauft der Personalrat das Ding noch als "mit wesentlichen Verbesserungen"...

    • TDU
    • 17. April 2013 14:42 Uhr

    Was ist denn an den Jobs auszusetzen? Schnell Sortieren kann nicht jeder und Post austragen ist ehrenwert und überhaupt nicht überflüssig. Trotz E-Mails.

    Aber scheinbar ist das nicht allgemeine Auffassung, sonst müssten nicht zunehmend "einfache" Arbeiten von denen erledigt werden, die zu Hause noch schlechter dran wären, weil es da solche Jobs mangels Nachfrage nicht gibt. Und man klage über Arbeitslosigkeit, wenn wieder mal was den Maschinen überlassen wird.

  4. 6. ver.di

    Dieses bürokratische Monstrum ist nur am Selbsterhalt interessiert.

    Aktuelles Beispiel: Haustarif einer Uniklinik.

    Wissenschaftliche MA bekommen 200€ weniger als vorher im (alten) TV-L (nach dem neuen TV-L dürfte der Abstand nochmal wachsen). Dafür dürfen sie eine Stunde in der Woche weniger arbeiten (hahahahahahahaha). Urlaub auf einmal nach Betriebszugehörigkeit (faktische Kürzung - welcher WMA kommt schon auf mehr als 10 Jahre Betriebszugehörigkeit?).

    Der Knüller: Volles Weihnachtsgeld bekommen nur noch diejenigen, die in 11/13 seit bereits 15 Monaten ver.di-Mitglieder waren (der TV wurde allerdings erst in 12/12 veröffentlicht...).

    Danke, ver.di! Ganz großes Tennis. Und dann verkauft der Personalrat das Ding noch als "mit wesentlichen Verbesserungen"...

    Antwort auf "Irgendwie "
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    was ein Haustarif ist.

    Im übrigen, gerade der Job des Briefträger zeigt wie schnell ein guter Job verkommen kann. Früher war der eine absolute Respektperson, der für die Wahrung des Briefgeheimnisses stand und heute ist er nur noch ein "Radler mit gelben Fahrrad" den man beliebig austauschen kann.

    Warum eigentlich??

    Die Leute haben recht das sie streiken. Gleiche Verantwortung aber nur noch Peanuts als Bezahlung. So sieht es eben aus, wenn der Preiskampf auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen wird.

  5. was ein Haustarif ist.

    Im übrigen, gerade der Job des Briefträger zeigt wie schnell ein guter Job verkommen kann. Früher war der eine absolute Respektperson, der für die Wahrung des Briefgeheimnisses stand und heute ist er nur noch ein "Radler mit gelben Fahrrad" den man beliebig austauschen kann.

    Warum eigentlich??

    Die Leute haben recht das sie streiken. Gleiche Verantwortung aber nur noch Peanuts als Bezahlung. So sieht es eben aus, wenn der Preiskampf auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen wird.

    Antwort auf "ver.di"
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    Natürlich weiß ich, was ein Haustarif ist. Ich weiß aber auch, wann ich vera*t werde. Anderer Städte Unikliniken mit Exzellenzanspruch haben Haustarife, damit sie _mehr_ zahlen und damit _bessere_ Leute holen können. Hier funkelt zwar auch die Exzellenzgier in den ministeriellen Augen, aber exzellent zahlen will keiner.

    Meine Kritik bezog sich auch eher auf ver.di, die sich immer so hinstellt, als wären sie der einzige Garant für faire Tarifverträge. Das stimmt aber eben nicht, im Gegenteil werden verschiedene Beschäftigtengruppen einfach gegeneinander ausgespielt, und zu allererst werden natürlich ver.di-Interessen bedient. Und die sind nicht immer mit denen der Beschäftigten identisch.

    Von mir aus können die Postmitarbeiter gerne streiken. Ich find nur einen Streik sinnlos, bei dem ich heut die Arbeit nicht mache, die ich morgen dann nachholen muss.

  6. 8. Bitte?

    Natürlich weiß ich, was ein Haustarif ist. Ich weiß aber auch, wann ich vera*t werde. Anderer Städte Unikliniken mit Exzellenzanspruch haben Haustarife, damit sie _mehr_ zahlen und damit _bessere_ Leute holen können. Hier funkelt zwar auch die Exzellenzgier in den ministeriellen Augen, aber exzellent zahlen will keiner.

    Meine Kritik bezog sich auch eher auf ver.di, die sich immer so hinstellt, als wären sie der einzige Garant für faire Tarifverträge. Das stimmt aber eben nicht, im Gegenteil werden verschiedene Beschäftigtengruppen einfach gegeneinander ausgespielt, und zu allererst werden natürlich ver.di-Interessen bedient. Und die sind nicht immer mit denen der Beschäftigten identisch.

    Von mir aus können die Postmitarbeiter gerne streiken. Ich find nur einen Streik sinnlos, bei dem ich heut die Arbeit nicht mache, die ich morgen dann nachholen muss.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, ff
  • Schlagworte Ver.di | Arbeit | Brief | Euro | Post | Region
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