SteuerhinterziehungSchweizer Banken gehen gegen deutsches Schwarzgeld vor

Die Banken Credit Suisse und Julius Bär haben ihren deutschen Kunden ein Ultimatum gesetzt: Entweder sie melden ihr Geld beim Finanzamt oder sie verlieren ihr Konto.

Der Druck auf deutsche Steuersünder steigt. Zwei Schweizer Banken verlangen künftig von ihren deutschen Kunden Beweise, dass diese ihre Konten auch tatsächlich bei den Finanzbehörden gemeldet haben. Sprecher der Credit Suisse und des Geldhauses Julius Bär bestätigten entsprechende Berichte der Schweizer Zeitungen Tages-Anzeiger und Der Bund.

Credit Suisse habe seine Kunden bereits informiert, dass ihre Konten bei Zuwiderhandlung gesperrt würden, teilte ein Sprecher der Bank mit. Julius Bär habe bereits im Februar einen ähnlichen Schritt unternommen, nachdem das Steuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz gescheitert war, sagte ein Sprecher des Geldhauses. Die Aufforderung der beiden Geldinstitute betrifft nicht nur kürzlich eröffnete Konten und Geldanlagen, sondern auch jene, die schon seit Jahrzehnten bestehen.

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Die größte Schweizer Bank UBS plant keinen solchen Schritt. Ein Sprecher der Bank teilte mit, dass sie ihre Kunden schon seit Langem dazu ermutige, "ihre finanzielle Situation falls nötig zu regeln". Ein Ultimatum für die Vorlage entsprechender Beweisdokumente sei aber nicht angedacht.

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Leserkommentare
  1. Das kann doch nur ein Druckfehler sein und es kann sich doch nur um russisches Schwarzgeld handeln. Auf Zypern lagert doch auch nur russisches Geld. Und warum sollten Schweizer Unternehmen Investitionen in Deutschland finanzieren während viele Deutsche ihr Geld außer Landes bringen?

    ARD-Schönenborn fragt Putin: „Viele Deutsche haben zum ersten Mal bewusst wahrgenommen, wie viel russisches Geld in Zypern liegt und fragen sich, warum sollen deutsche Unternehmen europäische Investitionen in Russland finanzieren, während viele Russen ihr Geld außer Landes bringen?“

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    "ARD-Schönenborn fragt Putin", Wie er mit Etiketteninterviewniveau gefragt hat war einfach nur peinlich.... Schönborn griff, aus meiner Sicht mit seinem "Ich weiß alles besser" Stil, weil ich weiss, wie die "Deutschen" denken, daneben....

    Putin: So ein Gesetz gibt es in den USA schon seit 1938. Schöneborn: Davon weiß ich nichts.

    Das ist Grabenkampf-Journalismus wie man sie kennt und einfach lieben muss. Alles, was nicht ins Weltbild passt, wird einfach ignoriert.

    ein Versuch die Hatz auf Reiche weiter medial zu flankieren, um so den Sozialdemokraten ( die ach so sozial sind) Hilfe zu geben.

    (Abgesehen davon wären die Mehreinnahmen für den Staat marginal und er würde sie sowieso verschenden. )

    Medienvertretter sind vermutlich verwundert, dass die von der Opposition beschworene Mär der ( nicht existenten, womöglich bestenfalls relativen) Armut und UNgerechtigkeit nicht zieht.

    Ergo werden bis zur Wahl noch vielerlei Kampagnen ausgeschlachtet und gefahren werden mit dem Ziel "linke " Themen ins Vordergrund zu rücken.

    Hoffen wir, dass das Volk darauf nicht hineinfällt und sich RotGrün politisch nicht durchsetzt. DAs wäre gerecht!

  2. Ratlos sitzt der verschlafene Zeit Online Leser am kühlen Somntag Morgen vor dieser Meldung und versucht verzweifelt, irgendwo zwischen den Zeilen eine erhellende Hintergrundinformation über diesen Schritt der anscheinend nervösen Schweizer Banken zu entdecken.
    Doch sein Streben ist vergeblich und so bleibt ihm nur die schiere Spekulation.

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    Der verschlafene ZO Leser soll das Gefühl bekommen, dass es nun auf einmal gerecht zugeht in der EU. Schnell mal ein paar Spekulationen und Sebelrasseln gegen Steuersünder und schon ist der Michel glücklich.

    Schäuble und Rössler verlangen und kündigen an sich zu kümmern.
    Ich gehe jede Wette ein das bedeutet (wie immer), dass das Thema bald durch ist und GAR NICHTS passiert.
    Der Staat hilft ja sogar beim Steuersparen (wenn man es denn so nenen mag).
    Wer das nicht glaubt, kann sich ja mal den TLG Immobilien Fall anschauen, gegen den jetzt Die Linke klagt.
    Dort wurden zig Millionen Euro Grunderwerbssteuer unterschlagen.
    Sponsert bei Wolfgang Schäuble und der Bundesregierung:

    http://www.morgenpost.de/...

    Auch diese Geschichte von wegen die Medien wollen die Informationen nicht rausgeben... jaja

    • Meteo
    • 07. April 2013 9:22 Uhr

    Und das alles ohne Steuerabkommen mit der Schweiz.
    Dieses "Steuerabkommen" war in erster Linie eh als Freibrief für Steuerverbrecher gedacht.
    Mit Schäubles Steuerabkommen wäre sowas niemals möglich gewesen.

    33 Leserempfehlungen
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    ...und mit whistleblowern und öffentlichem Druck funktioniert es, wer hätte das gedacht.

    Ich zum Beispiel, schon damals.

    Wann wird dieser Mann, für den alles natürlich ist und im Grunde das Volk an der Nase herumführt an den Pranger gestellt....
    Ich erwarte einen Stimmeneinbruchbei der BTW 13 bei der CDU.

    Die Deutschen werden noch viel blöder schauen! Anstatt von der Schweiz 2 Mia Direktzahlung zu erhalten und bis zu 10 Mia für Vergangenheitsbewältigung, werden sie dank ihrer dumm dreisten Bockigkeit, null Komma nichts erhalten. Die Deutschen Steuerflüchtlinge werden ihr Geld irgendwohin transferieren und dann ist das Geld weg.

    Die SPD und ihre Anhänger haben dem Land einen Bärendienst erwiesen. Die Behörden können nun Milliarden in die Jagd investieren, finden werden sie dabei in Zukunft wohl so gut wie nichts. Aber das strafen steht ja in Deutschland im Vordergrund, da spielt es keine rolle wie hoch die Kosten sind.

    Die Schweizer Banken verfahren mit den Deutschen wie mit den Amerikanern, sie geben ihnen einen kräftigen Tritt in den Aller wertesten.

    Der EU kann man nur viel spass mit Zypern, Luxemburg, Österreich, England usw. wünschen.

    Die Schweiz wird sich den neuen Gegebenheiten anpassen, dass hat sie schon immer getan. Anders geht es auch gar nicht für ein kleines Land.

    so ganz langsam könnte ich es werden...

    Wer daran glaubt, das die Listen, die nun überall auftauchen, aus dem nichts kommen... der mag´s ja weiter glauben.

    Wer daran glauben könnte, das es ein paar Finanzministern nicht unbedingt egal ist, das Beweismittel illegal beschafft werden und das diese sich nun nicht darüber freuen, das an allen Ecken und Enden dieser Welt aus völlig unbekannter Quelle ominöse Listen auftauchen, quasi vom Himmel fallen - nun der mag auch daran glauben.

    Ich für meinen Teil glaube eher, das es einem russischen Oligarchen, der 2011/12 eben mal aus der Privatschatulle (sic!!!) läppische 150 Millonen Euro für eine AntiSchwarzgeldkampagne gegen die Schweiz hingeblättert hat, wohl ziemlich egal sein wird, woher und wie seine Mitarbeiter die Daten auftreiben werden, die letztendlich dazu führen würden ein paar Steueroasen den Garaus zu machen.

    Tse, immer diese phösen russischen Oligarchen...

    Und wer nun noch einen Schritt weiter denkt, das kein russischer Oligarch eine solche Aktion, wie z.B. den Einkauf des EX- Glamourbotschafters der Schweiz etcpp... wagen würde, ohne vorher um Rückendeckung beim Chef persönlich zu bitten...

    Nun, der darf dann das obige gleich noch ergänzen...

    Tse, immer diese phöse Putin ....

    Wir leben in einer wirklich phösen Welt....

  3. ...und mit whistleblowern und öffentlichem Druck funktioniert es, wer hätte das gedacht.

    Ich zum Beispiel, schon damals.

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  4. "ARD-Schönenborn fragt Putin", Wie er mit Etiketteninterviewniveau gefragt hat war einfach nur peinlich.... Schönborn griff, aus meiner Sicht mit seinem "Ich weiß alles besser" Stil, weil ich weiss, wie die "Deutschen" denken, daneben....

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    Antwort auf "Deutsches Schwarzgeld?"
  5. Wann wird dieser Mann, für den alles natürlich ist und im Grunde das Volk an der Nase herumführt an den Pranger gestellt....
    Ich erwarte einen Stimmeneinbruchbei der BTW 13 bei der CDU.

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    Sie unterschätzen die Standfestigkeit des teutschen Untertan-Wählers, noch dazu katholisch orientiert (Die Obrigkeit ist von Gott eingesetzt).

  6. Dieser Schritt, sparrt einfach um einiges mehr Ärger als es Nutzen bringt. Gerade in dieser von Schwarzgeldern verseuchten Schlagzeilen-zeit.

    Es nichts mit gutem Willen und oder Verständniss zu tun. Egal wie das in der Schweiz(natürlich gewinnbringend) verkauft werden wird.
    Assistenz zur Kriminalität ist nur Zeitweise ausser Kraft gesetzt und damit, sicher noch lange nicht vom Tisch.

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    Glauben Sie mir, in der Schweiz ist die Hilfe zur Steuerhinterziehung damit Geschichte.
    Nicht, weil es die Banken nicht über andere Wege noch einmal versuchen wollten, sondern nur deshalb, weil das Image als sicherer Finanzplatz, als Fels in der Brandung, nun endgültig zerstört ist.

    Wenn jemand vorhat Geld zu hinterziehen, würde er es nicht in der Schweiz tun, sondern in weiter entlegenen Staaten (Karibik, Singapur, etc.)

    Die Schweiz ist nicht mehr sicher und das weiss mittlerweile auch das Stammklientel. Die Steueroase wird langsam trocken gelegt; das Geschäftsmodell ist passé.

  7. regnet es Meldungen über aufgedeckte Steuerparadiese, tauchen CDs mit Daten von Finanzflüchtlingen auf und bekommen Medien brisantes Material über Schwarzgeldschleuser zugespielt. Minister und Manager werden reihenweise mit ihren Schiebereien konfrontiert und Ermittlungen werden eingeleitet.

    Und was kommt auf der anderen Seite des Trichters raus? Müssten nicht mal langsam die ersten zwanzig dubiosen Millionäre abgeurteilt und in den Knast einmarschiert sein? Nö, scheint nicht der Fall zu sein. Viel Rauch aber angeblich kein Feuer. Auch nicht hinter der abgesperrten Wand, hinter der es leuchtet. Versprochen. Kein Handlungsbedarf.

    Im Fall Wulff wird mangelnde Fairness vonseiten der Medien und der Bevölkerung beklagt, aber eigentlich bricht sich doch dort nur die Verbitterung über die Zustände ihre Bahn. Endlich glaubten WIR, mal einen von DENEN gefasst zu haben und stellen nun ernüchtert fest, dass wir doch nur wieder die Jacke in der Hand haben und der Rest hemdsärmlich weiterrennt.

    Justitia, die Göttin der Gerechtigkeit hat zwar verbundene Augen und das ist auch gut so, aber leider gibt existiert die Dame zweimal. Die eine winkt das Kapital durch und die andere prüft kritisch Hartz-IV-Bescheide. Beide scheinen sich noch nie begegnet zu sein. Schade.

    25 Leserempfehlungen
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    • chri.s
    • 07. April 2013 11:16 Uhr

    Das ist wohl das Problem, auf einen Hartz IVler kann die Gesellschaft gut verzichten. Hetzt die Gesellschaft (oder auch nur die, die selbst nur getrieben durch die Medien zum Mitläufer werden) aber die, die etwas mehr - in finanzieller Sicht - erreicht haben, dann läuft dem deutschen Hansel früher oder später das Kapital hinfort, wie es momentan in Frankreich den Anschein macht. Die Folge wäre keine Verringerung der Hartz IV Menge - sondern eine Vergrößerung unter gleichzeitigem einsetzen von Verlusten von bisher ordnungsgemäß getätigten Steuereinnahmen - in doppelter/dreifacher Hinsicht Kapitalgeber/Firmen/Arbeitnehmer.

    Ob Deutschland darauf verzichten kann ist fraglich. Doppelte Justitia.

    ... dieses Wort hat das Zeug zum Unwort des Jahres.

    Oliver van Troogk schreibt: "Müssten nicht mal langsam die ersten zwanzig dubiosen Millionäre abgeurteilt und in den Knast einmarschiert sein?"

    Nun, eine kurze google-Suche "Urteil Steuerflucht gefängnis" ergibt schon auf Seite 1 und 2 fünf verschiedene Fälle (Fälle, zu denen mehrere Treffer waren, habe ich nur einmal aufgeführt):

    Drei Jahre Haft für 41-Jährigen wegen Steuerhinterziehung
    -> http://www.thueringer-all...

    Steuerhinterziehung: Karlheinz Schreiber zu acht Jahren Haft verurteilt
    -> http://www.spiegel.de/pol...

    Wegen Steuerhinterziehung ins Gefängnis
    -> http://www.frankenpost.de...

    Wegen Steuerhinterziehung: Anwalt Wolski sitzt nun im Gefängnis
    -> http://www.faz.net/aktuel...

    BGH-Urteil zu: "Strafzumessung bei Steuerhinterziehung in Millionenhöhe"
    -> http://dejure.org/dienste...

    Es sind also Steuerhinterzieher wirklich zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Und wegen der vielen Selbstanzeigen war der Bundeshaushalt 2012 auch so viel besser als geplant.

    Jag

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, fz
  • Schlagworte Julius Bär | Credit Suisse | Finanzamt | Geldanlage | Zeitung | Banken
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