SlowenienDie Euro-Krise erreicht den Osten

Slowenien war lange das Musterland in Europa – jetzt halten es viele für den nächsten Rettungskandidaten. Wie konnte das passieren? Von Jana Gioia Baurmann, Ljubljana

Die staatsbetriebene NKBM-Bank in Ljubljana

Die staatsbetriebene NKBM-Bank in Ljubljana

Seit Anej vor Kurzem seinen Job verloren hat, trägt er das knallrote T-Shirt, über dem Bauch spannt der Stoff. Marx ist da darauf zu sehen, unter seinem Konterfei steht auf Slowenisch: "Wir haben nichts zu verlieren, außer unsere Ketten." Es ist ein abgewandeltes Zitat aus dem Manifest der Kommunistischen Partei, Anej trägt das Shirt  aus Protest. Sein Land wird bereits mit Zypern verglichen, vielleicht ist Slowenien als nächstes dran. "Fuck you", sagt Anej, und meint seinen früheren Arbeitgeber, die slowenische Regierung und mittlerweile auch den Kapitalismus.

Anej ist 28, promoviert und Mitglied der sogenannten Arbeiter- und Punk-Universität Ljubljanas, kurz DPU (Delavsko Punkerska Univerza). Die DPU ist keine richtige Universität, eher eine Vereinigung, seit 1998 gibt es sie. Nicht immer war die DPU marxistisch ausgerichtet, aber seit die Finanzkrise vor fünf Jahren ins Land kam, rückte das Bündnis nach links.

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Die Krise traf Slowenien hart. Das kleine Land, das ungefähr so groß ist wie Hessen, aber weit weniger Einwohner hat – nur rund zwei Millionen – galt lange Zeit als Europas Musterland. 2004 trat Slowenien der EU bei, das Wirtschaftswachstum lag damals bei 3,6 Prozent, die Arbeitslosenquote unter dem EU-Durchschnitt. 2007 führte Slowenien als erster der neuen EU-Staaten den Euro ein, die Wirtschaft wuchs weiter, bis ein Jahr später die Finanzkrise ausbrach. Inzwischen schrumpft die Wirtschaftsleistung um zwei Prozent, die Arbeitslosigkeit ist auf rund neun Prozent gestiegen – doppelt so viel wie seit Beginn der Krise. Besonders betroffen ist die Jugend: Fast jeder dritte zwischen 15 und 24 hat keinen Job.

Slowenien könnte der nächste Rettungskandidat werden

Bisher spielte die Krise des Euro im Süden, in Portugal oder Zypern. Doch auch Sloweniens Wirtschaft ist derart abgestürzt, dass einige fürchten, dass Land könne der nächste Rettungskandidat werden.  "Slowenien hat  zwei Probleme: Faule Kredite und ein hohes Defizit im Staatshaushalt", sagt die Ökonomin Polona Domadenik von der Universität in Ljubljana. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) halten slowenische Banken rund sieben Milliarden Euro an faulen Krediten. Das entspricht immerhin rund 20 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Kleines Land, hohe Schulden, großer Bankensektor – ist Slowenien das nächste Zypern? Der Ökonom Maks Tajnikar hält den Vergleich für unangebracht: "Zyperns Probleme im Bankensektor zusammen mit der Staatsverschuldung sind zehnmal größer als die Probleme hier in Slowenien." In Zypern sei die Bilanzsumme der Banken achtmal größer als das BIP gewesen, die Staatsverschuldung habe bereits vor der Bankenrettung bei 190 Prozent der Wirtschaftsleistung gelegen. In Slowenien liegt die Schuldenquote nur bei 60 Prozent. "Zypern und Slowenien kann man nicht miteinander vergleichen!", sagt Tajnikar.

Leser-Kommentare
    • SuR_LK
    • 05.04.2013 um 8:42 Uhr

    Erst gestern gabs es in der FAZ einen Artikel das Goldman Sachs slowenische Anleihen gekauft hat, braucht es nicht viel dazu zum Ergebnis zu kommen das die finanzielle "Rettung" Sloweniens demnächst alternativlos ist und die goldmannschen Anleihekäufe fein vom Euro-Bürger abgesichert werden.

    SIeht man mal wer die Richtung vorgibt, jedenfalls nicht unsere Politik.

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    • topu78
    • 05.04.2013 um 9:24 Uhr

    Die Rolle von Goldman Sachs bleibt tatsächlich zu hinterfragen.

    "SIeht man mal wer die Richtung vorgibt, jedenfalls nicht unsere Politik."

    Das Schlimme ist, dass diejenigen, die in der Politik sitzen, mit denen die die Richtung vorgeben, verbündet sind.

    http://www.youtube.com/wa...

    GS-Mann Draghi: "Die Zinsen auf die Staatsanleihen sind zu hoch" -> EZB kauft Anleihen -> Die Zinsen sinken, die Kurse steigen -> GS verkauft die gehaltenen Anleihen mit Gewinn an die EZB -> Die EZB hält noch mehr Schrott. Ende der Operation...

    • topu78
    • 05.04.2013 um 9:24 Uhr

    Die Rolle von Goldman Sachs bleibt tatsächlich zu hinterfragen.

    "SIeht man mal wer die Richtung vorgibt, jedenfalls nicht unsere Politik."

    Das Schlimme ist, dass diejenigen, die in der Politik sitzen, mit denen die die Richtung vorgeben, verbündet sind.

    http://www.youtube.com/wa...

    GS-Mann Draghi: "Die Zinsen auf die Staatsanleihen sind zu hoch" -> EZB kauft Anleihen -> Die Zinsen sinken, die Kurse steigen -> GS verkauft die gehaltenen Anleihen mit Gewinn an die EZB -> Die EZB hält noch mehr Schrott. Ende der Operation...

    • topu78
    • 05.04.2013 um 9:24 Uhr

    Die Rolle von Goldman Sachs bleibt tatsächlich zu hinterfragen.

    "SIeht man mal wer die Richtung vorgibt, jedenfalls nicht unsere Politik."

    Das Schlimme ist, dass diejenigen, die in der Politik sitzen, mit denen die die Richtung vorgeben, verbündet sind.

    http://www.youtube.com/wa...

    14 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Goldman"
  1. jedes Land einzeln hier zu behandeln und die Krisenrethorik unvermindert anzuwenden?
    Es wurde vielseitig und ausreichend zu den Krisenerscheinungen Besprechungen durchgenommen. Was aber seitens der Medien im Detail fehlt, sind die EU-Mechanismen und Netzwerke, die sich der Krise bedienen, sie verschärfen, grundlegende wirtschaftliche und finanzpolitische Mechanismen, die die Blasen aufblähen lassen usw.
    Glauben Sie wirklich Frau Baurmann, die Meute wird jedem 'Krisenland', dass die Medien vorgeben, noch hinterherhecheln, gleich einer Beute, die man zerfleischen kann? Die Medien haben versagt, dass ist wohl eines der schwerwiegenderen Resultate der letzten 5 Jahre. Nur einer, aber ein wichtiger Faktor für den Rückgang der Absatzzahlen.

    12 Leser-Empfehlungen
  2. sind schöne Beispiele für den Unsinn der immer wieder hochgehaltenen Theorie: "Mach einfach die Steuern möglichst niedrig für die Wirtschaft, dann wächst alles wie von allein."
    Jetzt kommt die aktuelle vorherrschende Theorie zum Tragen: "Der Staat ist nicht der bessere Unternehmer, verhökere alles an den Meistbietenden, der Markt wird dann alles zum Guten wenden."
    Wenn dann einige Jahre oder Jahrzehnte später die Infrastruktur zusammenbricht, siehe britisches Eisenbahnnetz, kommen die Kosten dann irgendwann wieder auf den Steuerzahler zu. Der hatte das Ganze aber schon einmal bezahlt.
    Also Bürger wehrt euch, Infrastruktur gehört in Staatshand, ohne Ausnahme.
    Das gilt ebenso für Strom- und Telefonleitungen.

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    • Chilly
    • 05.04.2013 um 10:46 Uhr

    Länder wie die Slowakei oder Slowenien (und zeitweise auch das Baltikum) uns nicht als Musterbeispiele für moderne Volkswirtschaften gepriesen worden. Dort galt eine weitgehende Liberalisierung und Ministeuersätze. Man folgte dort nur zu gerne den Prinzipien der Reagonomics und des Thatcherismus. Was war noch vor ein paar Jahren geradezu an Elogien über diese "neuen und modernen" Volkswirtschaften zu lösen, während unser Sozialstaatsmodell als antiquiert und rückständig, die wirtschaftliche Entwicklung erdrosselnd und einschnürend beschrieben wurde.

    In der Tat hat dieses Modell in den genannten Läündern zunächst auch viel Kapital angezogen und das Wachstum war deutlich. Jedoch viel die industrielle Basis weitgehend weg und spätestens als dort zum einen die Löhne stiegen und Indien/China als verlängerte Werkbänke noch günstiger und attraktiver wurden, bleib eigentlich nur der Weg in die Dienstleistungsgesellschaft. Mangels kreativer Innovationen schien der Weg in eine derugulierte Finanzwirtschaft sehr attraktiv, sorgte er doch für weitere Kapitalzufuhr. Nur als dieses Modell zu viele Länder beschritten, stockten diese Infusionen und die sich entwickelten Blasen, in Slowenien beispielsweise im Imobilienmarkt (der leider im Beitrag nicht erwähnt wird), platzten. Dies ist der Hauptgrund für die vielen notleidenden Kredite, zumal in Krisenzeiten ausländisches Kapital gerne in die Heimat zurück geholt wird.

    Wir haben eigentlich einmal mehr eine Deregulierungskrise.

    CHILLY

    • Chilly
    • 05.04.2013 um 10:46 Uhr

    Länder wie die Slowakei oder Slowenien (und zeitweise auch das Baltikum) uns nicht als Musterbeispiele für moderne Volkswirtschaften gepriesen worden. Dort galt eine weitgehende Liberalisierung und Ministeuersätze. Man folgte dort nur zu gerne den Prinzipien der Reagonomics und des Thatcherismus. Was war noch vor ein paar Jahren geradezu an Elogien über diese "neuen und modernen" Volkswirtschaften zu lösen, während unser Sozialstaatsmodell als antiquiert und rückständig, die wirtschaftliche Entwicklung erdrosselnd und einschnürend beschrieben wurde.

    In der Tat hat dieses Modell in den genannten Läündern zunächst auch viel Kapital angezogen und das Wachstum war deutlich. Jedoch viel die industrielle Basis weitgehend weg und spätestens als dort zum einen die Löhne stiegen und Indien/China als verlängerte Werkbänke noch günstiger und attraktiver wurden, bleib eigentlich nur der Weg in die Dienstleistungsgesellschaft. Mangels kreativer Innovationen schien der Weg in eine derugulierte Finanzwirtschaft sehr attraktiv, sorgte er doch für weitere Kapitalzufuhr. Nur als dieses Modell zu viele Länder beschritten, stockten diese Infusionen und die sich entwickelten Blasen, in Slowenien beispielsweise im Imobilienmarkt (der leider im Beitrag nicht erwähnt wird), platzten. Dies ist der Hauptgrund für die vielen notleidenden Kredite, zumal in Krisenzeiten ausländisches Kapital gerne in die Heimat zurück geholt wird.

    Wir haben eigentlich einmal mehr eine Deregulierungskrise.

    CHILLY

    • cff21
    • 05.04.2013 um 8:35 Uhr

    Eine kleine Anmerkung zur Aussage von Maks Tajnikar:
    Die Verschuldung Zyperns
    2011: 71,62%
    2012: 87,2%
    2013: 92,61%
    Der Sprung von 2011 auf 2012 ist, soweit ich weiß schon krisenbedingt gewesen, aber wie auch immer 190% sind deutlich zu hoch, vielleicht auch nur ein Schribfehler.

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    Auch die Niederlande hat es wohl erwischt; siehe:

    http://www.spiegel.de/int...

    Hieß es nicht bis jetzt, die Niederlande seien mit Finnland und Deutschland eines Geberländer innerhalb der EU? Oder trügt meine Erinnerung ob all dieser widersprüchlichen Meldungen?

    Wie sieht es mit Finnland aus?

    Wer bleibt jetzt noch übrig?

    Auch die Niederlande hat es wohl erwischt; siehe:

    http://www.spiegel.de/int...

    Hieß es nicht bis jetzt, die Niederlande seien mit Finnland und Deutschland eines Geberländer innerhalb der EU? Oder trügt meine Erinnerung ob all dieser widersprüchlichen Meldungen?

    Wie sieht es mit Finnland aus?

    Wer bleibt jetzt noch übrig?

  3. Der Euro steht nach wie vor sehr gut da!

    Es gibt eine Bankenkrise! Banken, die höchst Risikobehaftetes Investmentbankng betreiben und damit auf die Schnauze fallen.

    Es muss endlich wieder möglich sein, dass solche Banken Pleite gehen, ohne das diese Gerettet werden. Nur so kommt man aus dieser Krise wieder raus.

    Zypern war hier ein guter Ansatz. Wer als Anleger eine hohe Rendite möchte oder als Gläubiger möglichst billiges Geld bekommen möchte, dem muss wieder klar werden, dass dahinter ein Risiko steht. Mit einer Bankenrettung wird dieses Risiko egalisiert und es geht weiter wie bisher.

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    Man sollte die Banken mal einfach überhaupt nicht retten. Es sind doch irgendwelche Banklobbyisten die uns eintrichtern, dass wir sie gemeinschaftlich retten müssten. ALTERNATIVLOS!

    Anscheinend herrscht Dauerkrise obwohl in Europa ständig Banken von Staaten gerettet werden. Mir reicht's. Ich glaube kaum, dass es schlimmer wird wenn man halt die Banken nicht mehr rettet und einfach pleite gehen lässt.

    Die einfachen Bürger haben eh so gut wie kein Geld, daher ist's denen egal wenn ne Bank insolvent geht. Die Reichen jammern rum und? Die sind doch die Spekulanten und Schuld an diesem Unsinn.

    Dass Firmen keine Kredite mehr bekämen ist auch Unsinn. Es gibt aberhunderte Banken in Europa. Die werden sicherlich nicht alle pleite gehen. Die Banken mit nem vernünftigen Geschäftsmodell werden überleben und können weiterhin Kredite vergeben.

    Renten und Versicherungen: Ja, dann sind die halt weg! Wer in riskant investiert muss endlich mal das Risiko spüren. Diese Nivillierung der Risiken durch die Staatsgemeinschaft ist unhaltbar und macht mich richtig aggressiv.

    Da gibt es konservative Sparer die sagen, ne so ein komisches Optionen-Bündel ist mir zu riskant, aber nun müssen diese konservativen Sparer die Zeche der Spekulanten blechen. Nö.

    Man sollte die Banken mal einfach überhaupt nicht retten. Es sind doch irgendwelche Banklobbyisten die uns eintrichtern, dass wir sie gemeinschaftlich retten müssten. ALTERNATIVLOS!

    Anscheinend herrscht Dauerkrise obwohl in Europa ständig Banken von Staaten gerettet werden. Mir reicht's. Ich glaube kaum, dass es schlimmer wird wenn man halt die Banken nicht mehr rettet und einfach pleite gehen lässt.

    Die einfachen Bürger haben eh so gut wie kein Geld, daher ist's denen egal wenn ne Bank insolvent geht. Die Reichen jammern rum und? Die sind doch die Spekulanten und Schuld an diesem Unsinn.

    Dass Firmen keine Kredite mehr bekämen ist auch Unsinn. Es gibt aberhunderte Banken in Europa. Die werden sicherlich nicht alle pleite gehen. Die Banken mit nem vernünftigen Geschäftsmodell werden überleben und können weiterhin Kredite vergeben.

    Renten und Versicherungen: Ja, dann sind die halt weg! Wer in riskant investiert muss endlich mal das Risiko spüren. Diese Nivillierung der Risiken durch die Staatsgemeinschaft ist unhaltbar und macht mich richtig aggressiv.

    Da gibt es konservative Sparer die sagen, ne so ein komisches Optionen-Bündel ist mir zu riskant, aber nun müssen diese konservativen Sparer die Zeche der Spekulanten blechen. Nö.

  4. Systems seiner Zeit geliefert. Hätte er es nicht getan, dann wohl über kurz oder lang ein anderer.

    Eine funktionierende Lösung für die Probleme hatte er nicht. Und entgültig pervertiert wurde seine Lehre durch Lenin.

    Also, wo sehen die Protagonisten des Artikels die Lösung?

    6 Leser-Empfehlungen
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    Absurd. Durch Lenin wurde der Marxismus in der imperialistischen Epoche weiterentickelt. Es gibt im Prinzip keine Differenz zwischen Marx und Lenin.

    Die Lösung ist nicht der Abriss des aktuellen Systems und dessen Austausch durch ein anderes System (welches momentan hauptsächlich in der Fantasie einiger existiert), sondern ein einfaches Wort: Mässigung! Mässigung verbunden mit Nachhaltigkeit würde verhindern, dass solche Finanzexzesse entstehen.

    Mir ist auch bewusst, dass die Zusammenhänge hoch-komplex sind und ein einfaches Wort "keine Lösung" ist. Man sollte jedoch endlich wieder anerkennen, dass die Finanzindustrie kein langfristiges Wachstum schaffen kann. Man sollte endlich anerkennen, dass einzelne Ländern nicht binnen einer Dekade zu den Kraftzentren Europas aufschließen, nur weil man jetzt allen die gleichen bunten Scheinen gegeben hat. Man sollte endlich akzeptieren, dass Kredite keine gute Lösung zur Staatsfinanzierung sind. Kann sich ein Staat etwas nicht leisten, sollte er es bleiben lassen. Will er es unbedingt müssen Abgaben erhöht oder Ausgaben gestrichen werden.

    Die momentane Wirtschaft funktioniert nicht, weil einige Politiker und einige Banker meinen man könne der Mathematik ein Schnippchen schlagen.

    Absurd. Durch Lenin wurde der Marxismus in der imperialistischen Epoche weiterentickelt. Es gibt im Prinzip keine Differenz zwischen Marx und Lenin.

    Die Lösung ist nicht der Abriss des aktuellen Systems und dessen Austausch durch ein anderes System (welches momentan hauptsächlich in der Fantasie einiger existiert), sondern ein einfaches Wort: Mässigung! Mässigung verbunden mit Nachhaltigkeit würde verhindern, dass solche Finanzexzesse entstehen.

    Mir ist auch bewusst, dass die Zusammenhänge hoch-komplex sind und ein einfaches Wort "keine Lösung" ist. Man sollte jedoch endlich wieder anerkennen, dass die Finanzindustrie kein langfristiges Wachstum schaffen kann. Man sollte endlich anerkennen, dass einzelne Ländern nicht binnen einer Dekade zu den Kraftzentren Europas aufschließen, nur weil man jetzt allen die gleichen bunten Scheinen gegeben hat. Man sollte endlich akzeptieren, dass Kredite keine gute Lösung zur Staatsfinanzierung sind. Kann sich ein Staat etwas nicht leisten, sollte er es bleiben lassen. Will er es unbedingt müssen Abgaben erhöht oder Ausgaben gestrichen werden.

    Die momentane Wirtschaft funktioniert nicht, weil einige Politiker und einige Banker meinen man könne der Mathematik ein Schnippchen schlagen.

    • 29C3
    • 05.04.2013 um 8:59 Uhr

    Wartet mal die nächste EU-Erweiterung ab.

    5 Leser-Empfehlungen

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