SteuerkriminalitätSteuerfahnder führen bundesweite Razzien durch

Das Land Rheinland-Pfalz hat eine nach eigenen Angaben lukrative Steuer-CD gekauft: 4.000 Fälle werden derzeit ausgewertet, eine bundesweite Fahndung läuft.

Steuerfahnder und Ermittler gehen bundesweit gegen Steuersünder mit Konten in der Schweiz vor. Die Durchsuchungen basieren auf einer Daten-CD, die das Land Rheinland-Pfalz gekauft hat. Die CD habe vier Millionen Euro gekostet, teilte Finanzminister Carsten Kühl (SPD) in Mainz mit. Sie enthalte rund 40.000 Datensätze.

Die Daten seien "authentisch und von einer ausgezeichneten Qualität", sagte Kühl. "Wir erwarten aus den vorliegenden Informationen ein steuerliches Aufkommen in Höhe von rund 500 Millionen Euro bundesweit."

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Spiegel Online hatte über den Daten-Ankauf und die Razzien berichtet. Auf der CD sollen sich demnach viele Konten mit eher kleinen Beträgen finden, das rheinland-pfälzische Finanzministerium gehe aber dennoch davon aus, dass sich rund eine halbe Milliarde Euro an Steuereinnahmen durch die Daten erzielen lassen.

In einem ersten Durchgang würden derzeit 4.000 Fälle ausgewertet. Ein Staatsanwalt sprach von 201 Razzien am Dienstag.

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Leserkommentare
  1. Ob der Verkäufer der CD seine 4 Millionen wohl ordnungsgemäß versteuert?

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    • Chali
    • 16. April 2013 13:40 Uhr

    Wo?

    Die Karibik ist gross - und sehr schön.

  2. Man hat sicherlich noch nicht in alle Konten geschaut, aber es scheint so - unter Berücksichtigung der Zahl wirklich wohlhabender Leute - dass von diesen bald kaum noch einer nicht den Staatsanwalt am Hals hat.

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    ..je wohlhabender eine/einer ist.

    • Vibert
    • 16. April 2013 13:21 Uhr

    Passt anscheinend zusammen.
    Also, wenn ich in der Schweiz ein "Schwarzkonto" hätte, wäre mein Vermögen schon längst über die Londoner City auf verschiedene "inselchen" verteilt worden. Ich sag's ja: DÄMLICH :-)

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    an die Britischen Jungferninseln?

    "Offshore-Leaks" ist schon von gestern.

  3. 4. Na...

    ...500 Millionen ist etwa soviel, wie der Vorgänger von Finanzminister Kühl und Herr Beck mutmaßlich nebst anderen Spezis beim Nürburgring in den Sand gesetzt haben, auch wenn das Verfahren noch läuft und einzelne Verantwortlichkeiten nicht feststehen, vgl.

    http://www.wiwo.de/politik/deutschland/nuerburgring-desaster-steuerzahle...

    Man will nun scheinbar nicht solange warten, bis der gemeine Steuerzahler das Staatssäckel wieder auffüllt, damit man neue Profilierungsprojekte starten kann.

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    • ach_ne
    • 16. April 2013 13:34 Uhr

    auch mal Arbeitsplätze außerhalb des Bankensektors geschaffen. Dann muss das Zeug auch unterhalten werden, selbst wenn es nicht genutzt wird: wieder Arbeitsplätze... Da sind die 500 Mio jedenfalls besser angelegt als auf schweizer Bankkonten, wenn auch nicht optimal.

    „...500 Millionen ist etwa soviel, wie der Vorgänger von Finanzminister Kühl und Herr Beck mutmaßlich nebst anderen Spezis beim Nürburgring...“

    Falls Sie die Exkulpierung von Steuerstraftätern mit dem Hinweis auf dumme bis größenwahnsinnige Projekte betreiben wollen, haben Sie nicht meinen Beifall. Das sollte man nicht vermischen, sonst steht am Ende das Argument der Notwehr vor dem Steuerstaat, um Gelder zu verstecken. Den Staat finanzieren dann alleine die Steuerehrlichen, die wohl mehrheitlich nichts gegen den Ankauf von Bankdaten haben, im Gegenteil.
    Und bei Steuerverschwendung kann man seinem Abgeordneten oder Gemeinderat Bescheid stossen. Das wird leider noch zu wenig getan.

    Ich weiß nun nicht ob Sie wirklich Grieche sind oder nur einen griechischen Nickname haben, doch Griechenland ist ja das beste Beispiel dafür, wenn Reiche und Superreiche von der "drückenden Steuerlast befreit" sind und wie diese aristokratische Denkweise dann die Finanzmoral eines ganzen Volkes vergiftet. Ahhh, wenn der Reeder keine Steuern bezahlen muss, dann kann ich ja auch tricksen. Der Reiche besticht solange Beamte bis hier eine Normalität entwickelt, so das praktisch Bestechungsgelder wie Steuern berechnet werden.

    In einer Demokratie entscheiden die gewählten Abgeordneten über die Ausgabe von Steuermitteln. Es ist nicht die Entscheidung des Einzelnen. So wie Sie sich in vielen Kommentaren äußern, sind Sie jedenfalls kein Demokrat, sondern Befürworter eines autoritären Staatsgebilde. Wenn sich ein Volk als Nationalhelden z.B. einen Michael Schuhmacher erwählt, dessen Qualifikation darin liegt immer schnellen im Kreis zu fahren, darf sich der intelligente Mensch nicht wundern, das diese eher einfältige Masse Regierungen wählt, die genau das dann auch protegieren.

    Das hat aber nicht damit zu tun, das wir Steuern benötigen um Kindergärten, Schulen Universitäten, Straßen etc. benötigen. Sie dagegen wollen keine guten Universitäten für alle. Bildung soll nur der Finanz- und Wirtschaftsaristokratie zur Verfügung stehen und der Plebs soll sich weiter den Heroen in den Arenen der sogenannten Sportwelt widmen.

    Aber vielleicht ist das aber auch genau das was Sie wollen!

    • ach_ne
    • 16. April 2013 13:34 Uhr

    auch mal Arbeitsplätze außerhalb des Bankensektors geschaffen. Dann muss das Zeug auch unterhalten werden, selbst wenn es nicht genutzt wird: wieder Arbeitsplätze... Da sind die 500 Mio jedenfalls besser angelegt als auf schweizer Bankkonten, wenn auch nicht optimal.

    11 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Na..."
    • thbode
    • 16. April 2013 13:38 Uhr

    So ein Pech. Wenn Schäuble den Deal vorher mit der Schweiz eingefädelt hätte...
    Was immer wieder erstaunt sind die Summen um die es immer geht. Dabei ist das ja nur die Spitze des Eisbergs. Wenn unsere fabelhaften Leistungsträger ihre Steuern genau so zahlen würden wie Altenpfleger oder Sachbearbeiter dann gäbe es gar keine Schuldenkrise... Die Schulden der Normalbürger stecken schlicht in den Schwarzgeldkonten. "Legale" Tricks wie Briefkastenfirmen in Luxemburg sind da noch gar nicht mitgerechnet.

    16 Leserempfehlungen
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    >> CDU will keine CD... <<

    ... hat sich über mindestens ein Jahrzehnt aus Schwarzgeld finanziert, und was die machen, kann ja nicht Unrecht sein, nicht wahr?

    Bester Witz derzeit:

    Schwarzgeldempfänger Schäuble schwadroniert vom Steuer-FBI (... und das politische Kabarett kann einpacken. Sowas Irres wäre denen nie eingefallen.)

  4. Es gibt ja immer viele Kommentatoren, die sich über die Herkunft der Daten ("geklaute CD", "Hehlerei" etc.) ereifern. Es wird oft als "Unding" angesehen, wie der Staat hier, meines Erachtens äußerst effektiv, Steuerflüchtige zur Kasse bittet. Ferner wird gern auf Steuerverschwendung des Staates verwiesen usw. Jedes Konstrukt muss herhalten, um die Benachteiligung des deutschen Allgemeinwohls zu rechtfertigen.

    Ich denke ein Staat muss wehrhaft sein, auch gegen Bürger, die Vermögen unversteuert,mit Hilfe der bekannten Strukturen in anderen Ländern (insbesondere hier die Schweiz) muss mit dem Rechtsstaat gekämpft werden. Wozu ein Kapitalabfluss auf diesem Wegen, am Allgemeinwohl vorbei, führt, sehen wir in exemplarisch in anderen Ländern.

    Fassen wir es kurz: Alle Annehmlichkeiten des deutschen Staates genießen (Infrastruktur, Versorgung, Schutz des Eigentums), aber dafür nicht zahlen wollen - das kann nicht gutgehen. Die Allgemeinheit hat ein Recht und Interesse, dass diese Summen versteuert werden. Zudem sollten auch die Strafen erhöht werden und die Selbstanzeige eingeschränkt.

    Und seien wir ehrlich: Bei den Einnahmen (und mithin wiederhergestellter Gerechtigkeit) sind 4 Mio. Euro für diese Datensätze weitaus besser angelegt, als so manche finanzielle Vergütung von V-Leuten in diversen Szenen.

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    ...und was mich allerdings auch wundert, wo denn auf der ersten Seite die posts mit den Schlagwörtern "Datenhehler", "Datenschutz", "Staat als krimineller Handlanger" bleiben.

    Bei Spiegel Online ist das bzgl. des gleichen Themas post Nr. 1 gewesen :-)

    Meine Meinung dazu: die bezahlten Schreiberlinge auf Onlineforen sterben nicht aus.

    • Chali
    • 16. April 2013 13:40 Uhr

    Wo?

    Die Karibik ist gross - und sehr schön.

    Antwort auf "rethorische Frage"
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    die englischen, den Kronschatz füllenden Kanalinseln auch.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sk
  • Schlagworte SPD | Finanzministerium | Euro | Finanzminister | Information | Qualität
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