Steuerflucht: 130.000 versteckte Vermögen
Von Griechenland bis in die Mongolei, von Paris bis Venezuela: Die jetzt aufgedeckten Fälle von Steuerflucht sind ein globales Phänomen. Zehn Beispiele
- Datum: 04.04.2013 - 11:16 Uhr
© World Pictures/Photoshot/dpa

Die Cayman Islands in der Karibik sind eines der bekanntesten Steuerparadiese.
Journalisten aus aller Welt haben Millionen Dokumente ausgewertet und dabei 130.000 Steuerbetrüger enttarnt. Fall für Fall werden nun die Dimensionen der Steuerflucht in Steueroasen wie die Cayman Islands deutlich. Wir dokumentieren einige Beispiele.
Auf den Philippinen steht die älteste Tochter des ehemaligen Diktators Ferdinand Marcos unter Verdacht: Sie soll Begünstigte einer Investmentgesellschaft auf den Britischen Jungferninseln sein. Maria Imelda Marcos Manotoc, die Gouverneurin einer philippinischen Provinz ist, könnte damit über Teile des Familienvermögens in Höhe von fünf Milliarden Dollar verfügen, die Marcos in den achtziger Jahren außer Landes geschafft haben.
Spanien diskutiert über den Fall einer bekannten Kunsthändlerin: Carmen Thyssen-Bornemisza hat eine Firma auf den Cook Islands namens Nautilus Trustees Limited genutzt, um die Zahlung von Vermögensteuer zu vermeiden. Bei Kunstauktionen trat diese Firma als Käufer von Gemälden wie Van Goghs Wassermühle bei Gennep auf, um sie danach als Leihgabe an das Museum Thyssen-Bornemisza in Madrid weiterzureichen. Hätte die ehemalige Miss Spanien ihre Kunstwerke in Spanien gemeldet, wäre Vermögensteuer von jährlich 13,5 Millionen Euro fällig gewesen, berichtet die Tageszeitung El Confidential.
Neuer Skandal trifft Hollande
Der Wahlkampf-Schatzmeister des französischen Präsidenten François Hollande, Jean-Jacques Augier, ist Besitzer zweier Briefkastenfirmen auf den Cayman Islands. Augier bestätigte diese Angaben, bestreitet aber, damit etwas Illegales getan zu haben. Er habe "weder ein Konto auf den Caymans noch persönlich direkt dort investiert", sagt Augier. Die Briefkastenfirmen seien über seine Finanzholding namens Eurane gegründet worden, mit der er seine Geschäfte in China abwickle. Gegenüber Le Monde sagte Augier: "Vielleicht habe ich Vorsicht vermissen lassen, ich bin von Natur aus ein Abenteurer."
Auf der Liste der Enttarnten befindet sich auch Denise Rich, eine erfolgreiche Popsong-Schreiberin und Sängerin. Sie soll 144 Millionen Dollar in einer Investmentgesellschaft auf den Cook Islands gebunkert haben. Zu dem Vermögen des Trusts gehörte auch die Yacht Lady Joy, auf der Rich Promi-Partys feierte, um Geld für wohltätige Zwecke zu sammeln. Denise Rich ist bekannt als eifrige Spendensammlerin für die US-Demokraten; ihr Exehemann Marc Rich war wegen Steuerhinterziehung angeklagt und stand auf der Liste der meistgesuchten Kriminellen des FBI, wurde aber 2001 von dem damaligen US-Präsidenten Bill Clinton begnadigt. Denise Rich ist seit 2011 österreichische Staatsbürgerin.
Die beiden Töchter des aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev tauchen in den Offshore-Leaks mehrmals auf, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Sie besitzen seit 2008 drei Firmen auf den Britischen Jungferninseln. Auffällig dabei sei, dass bei allen drei Firmen ein und derselbe Unternehmer als Direktor fungiert, der Staatsaufträge in Milliardenhöhe bekommen hat. Der Verdacht liege nahe, dass die Firmen eine Gegenleistung für die Aufträge waren.
In Kanada steht der Staranwalt Tony Merchant im Zwielicht: Er hatte 1998 mehr als eine Million Dollar in einer Investmentgesellschaft auf den Cook Islands versteckt, dies der Steuerbehörde aber nicht gemeldet. Zwischen 2002 und 2009 zahlte er die Gebühren an den Trust in bar und Reisechecks, die er in Briefumschlägen in die Steueroase schickte.
Neben dem Fall Gunter Sachs rückt in Deutschland der Sohn des früheren DDR-Spionagechefs Markus Wolf in den Fokus. Der 60-jährige Franz Wolf soll der wichtigste Mann in einem Firmenkonstrukt gewesen sein, dessen prominentester Offshore-Klient der russische Top-Oligarch und Multimilliardär Michail Fridman war. Franz Wolf verweigerte gegenüber dem NDR jede Auskunft zu den Vorwürfen.
Hunderte von Millionen Dollar aus den Pensionsfonds von Venezuelas staatlicher Ölgesellschaft sollen durch den Steuerbetrug nach den Britischen Jungferninseln verschoben worden sein. Dabei seien Regierungsbeamte mit insgesamt 30 Millionen Dollar bestochen worden, berichtet das unabhängige venezolanische Institut Prensa y Sociedad.
Auch Griechenland ist in dem globalen Netzwerk vertreten: Griechische Steuerflüchtlinge unterhalten laut dem Internationalen Konsortium für investigative Journalisten (ICIJ) 107 Offshore-Firmen auf den Britischen Jungferninseln. Nur vier seien bei den griechischen Steuerbehörden gemeldet. Die Besitzer stammten aus Athens reichsten Bezirken, aber auch aus entlegenen Dörfern im Norden des Landes. Die griechischen Behörden reagierten umgehend und kündigten Ermittlungen an. Der Generalsekretär für öffentliche Einnahmen im Finanzministerium sagte der Zeitung Ta Nea, die Informationen würden nun ausgewertet und auf mögliche illegale Aktivitäten oder Gesetzesverstöße überprüft.
Der Parlamentspräsident und ehemalige Finanzminister der Mongolei, Bayartsogt Sangajav, hat laut der ICIJ ein geheimes Bankkonto in der Schweiz, auf dem zeitweise mehr als eine Million Dollar gelagert gewesen seien. Sangajav bezeichnete dies gegenüber dem Konsortium als Fehler: "Ich hätte das Konto nicht eröffnen sollen."








Man merke sich die Namen und warte ab, wessen Name noch mal veröffentlicht wird. "Bunkern" allein ist übrigens kein Straftabestand, wenn man Zinserträge anmeldet und das Geld legal erwirtschaftet oder erworben wurde.
vollkommen o.k. Dies gilt auch für Zins- und sonstige Vermögenseinnahmen. Eine in meinen Augen sehr berechtigte Frage ist aber doch erlaubt: Warum wählt man so komplexe Konstruktionen, die im Übrigen häufig auch nicht unerhebliche Kosten für Berater, Vermögensverwalter und sonstige Dienstleister auslösen, wenn man die erzielten Einnahmen brav und treu versteuert bzw. versteuern will?
Gut, es mag u.U. in Einzelfällen sonstige Gründe geben (z.B. die Möglichkeit von erbrechtlichen Einzelrechtsnachfolgen etc., die etwa das deutsche Erbrecht dem Grunde nach nicht kennt). In aller Regel dürften aber diese Konstruktionen im Wesentlichen das Ziel verfolgen, die laufenden Einnahmen der Besteuerung zu entziehen und im Übrigen den Vermögensübergang auf die nächste Generation ohne Erbschaftssteuerbelastung zu organisieren.
CHILLY
vollkommen o.k. Dies gilt auch für Zins- und sonstige Vermögenseinnahmen. Eine in meinen Augen sehr berechtigte Frage ist aber doch erlaubt: Warum wählt man so komplexe Konstruktionen, die im Übrigen häufig auch nicht unerhebliche Kosten für Berater, Vermögensverwalter und sonstige Dienstleister auslösen, wenn man die erzielten Einnahmen brav und treu versteuert bzw. versteuern will?
Gut, es mag u.U. in Einzelfällen sonstige Gründe geben (z.B. die Möglichkeit von erbrechtlichen Einzelrechtsnachfolgen etc., die etwa das deutsche Erbrecht dem Grunde nach nicht kennt). In aller Regel dürften aber diese Konstruktionen im Wesentlichen das Ziel verfolgen, die laufenden Einnahmen der Besteuerung zu entziehen und im Übrigen den Vermögensübergang auf die nächste Generation ohne Erbschaftssteuerbelastung zu organisieren.
CHILLY
Hängt man,die Grossen lässt man laufen....
... im Hinterkopf haben, dass die geleakten Dokumente nur einen minimalen Einblick in die Machenschaften der Steuervermeidungsbranche liefern. Es geht um etwa 120000 enttarnte Briefkastenfirmen.
Wenn man bedenkt, dass es allein auf Zypern schon rund 40 - 50.000 solcher "Unternehmen" gibt, kann man sich vorstellen, dass wir gerade allenfalls einen Blick durchs Schlüsselloch erhaschen.
Von den Großen dieser Erde
Melden uns die Heldenlieder:
Steigend auf so wie Gestirne
Gehn sie wie Gestirne nieder
Das klingt tröstlich und man muss es wissen
Nur: für uns, die wir sie nähren müssen
Ist das leider immer ziemlich gleich gewesen.
Aufstieg oder Fall: wer trägt die Spesen?
Freilich dreht das Rad sich immer weiter
Dass, was oben ist, nicht oben bleibt.
Aber für das Wasser unten heißt das leider
Nur: Dass es das Rad halt ewig treibt.
Ach, wir hatten viele Herren
Hatten Tiger und Hyänen
Hatten Adler, hatten Schweine
Doch wir nährten den und jenen.
Ob sie besser waren oder schlimmer:
Ach, der Stiefel glich dem Stiefel immer
Und uns trat er. Ihr versteht: ich meine
Dass wir keine andern Herren brauchen, sondern keine'
Freilich dreht das Rad sich immer weiter
Dass, was oben ist, nicht oben bleibt.
Aber für das Wasser unten heißt das leider
Nur: Dass es das Rad halt ewig treibt.
Und sie schlagen sich die Köpfe
Blutig, raufend um die Beute
Nennen andre gierige Tröpfe
Und sich selber gute Leute.
Unaufhörlich sehn wir sie einander grollen
Und bekämpfen. Einzig und alleinig
Wenn wir sie nicht mehr ernähren wollen
Sind sie sich auf einmal völlig einig.
Freilich dreht das Rad sich immer weiter
Dass, was oben ist, nicht oben bleibt.
Aber für das Wasser unten heißt das leider
Nur: Dass es das Rad halt ewig treibt.
hart arbeitende Menschen mit Lohn oder Gehalt gibt, bei den man die Steuern noch ordentlich erhöhen kann.
>> Da freut man sich doch bei SPD und Grünen, ... <<
... Thematik mit SPD und Grünen zu schaffen hat, wissen wohl nur Sie allein.
Aber da Sie den Zusammenhang schon herstellen sollte nicht unerwähnt bleiben, dass es die SPD war, die Schäubles Geldwäsche-Legalisierungsabkommen (auch Steuerabkommen genannt) mit der Schweiz verhindert hat.
...muss wohl auch nur Ihnen alleine einleuchten.
Husch, husch ins Körbchen bezahlter Schreiberling.
>> Da freut man sich doch bei SPD und Grünen, ... <<
... Thematik mit SPD und Grünen zu schaffen hat, wissen wohl nur Sie allein.
Aber da Sie den Zusammenhang schon herstellen sollte nicht unerwähnt bleiben, dass es die SPD war, die Schäubles Geldwäsche-Legalisierungsabkommen (auch Steuerabkommen genannt) mit der Schweiz verhindert hat.
...muss wohl auch nur Ihnen alleine einleuchten.
Husch, husch ins Körbchen bezahlter Schreiberling.
werden seit Generationen derart veräppelt - toll, dass die Reichen nicht einfach nur ein überhebliches Lächeln für "das Volk" übrig haben!
"Kleinen" sind, die bei Wahlen entweder überhaupt nicht mehr wählen gehen oder falls doch, gerne diejenigen Politiker wählen, die angeblich etwas von "Wirtschaft" verstehen und dann typischerweise dafür sorgen, dass die großen Vermögen geschont werden und die Gesamtabgabenbelastung (Steuern und Sozialabgaben) der "Kleinen" steigt und steigt. Ganz deutlich ist das daran zu erkennen, dass viele Deutsche ihre Hauptsorge darin sehen, "deutsches Geld" vor den ach so verschwendungssüchtigen Südeuropäern zu schützen, wie es unsere Kanzlerin so schon vorgibt zu tun. Rein tatsächlich macht sie das noch nichteinmal, sondern schwächt die Weltwirtschaft so nachhaltig, dass wir inzwischen selbst in D wieder ein Rezession haben. Aber der brave deutsche Michel glaubt, er habe alles für die Rettung seines Spargroschens getan.
CHILLY
"Kleinen" sind, die bei Wahlen entweder überhaupt nicht mehr wählen gehen oder falls doch, gerne diejenigen Politiker wählen, die angeblich etwas von "Wirtschaft" verstehen und dann typischerweise dafür sorgen, dass die großen Vermögen geschont werden und die Gesamtabgabenbelastung (Steuern und Sozialabgaben) der "Kleinen" steigt und steigt. Ganz deutlich ist das daran zu erkennen, dass viele Deutsche ihre Hauptsorge darin sehen, "deutsches Geld" vor den ach so verschwendungssüchtigen Südeuropäern zu schützen, wie es unsere Kanzlerin so schon vorgibt zu tun. Rein tatsächlich macht sie das noch nichteinmal, sondern schwächt die Weltwirtschaft so nachhaltig, dass wir inzwischen selbst in D wieder ein Rezession haben. Aber der brave deutsche Michel glaubt, er habe alles für die Rettung seines Spargroschens getan.
CHILLY
Wie könnten wir diesen Personen diese Bagatelldelikte vorwerfen.
Entscheidend ist doch, dass wir ohne diese Leistungseliten letztlich noch in Höhlen wohnen würden. Ausserdem... Sie werden ja ohnehin ständig geschröpft. Diese Ständige Neiddebatte mit dem häßlichen Ziel den Leistungsträgern ihren wohlverdienten mühsam zusammgengesparten Notgroschen zu entwenden muß endlich ein Ende haben.
"zynismus aus..."
Auf der einen Seite ist es wichtig Leistungsträger zu haben, wobei ich bessergestellte nicht immer dazu zählen würde. Es gibt einfach zu viel maßlos überbezahlte Posten/Berufe, da fängt es ja schon an..
Ich kenne viele Leistungsträger, nämlich hart arbeitende Menschen, ohne deren Arbeit unsere Gesellschaft innerhalb von ein bis zwei Wochen zusammenbrechen würde! Wenn diese "Steuerflüchtlinge" nicht arbeiten würden - wann würden wir es merken? Nach Tagen? Wochen? Monaten? Oder niemals?
Jeder ist ersetzbar. Jeder. Das gilt für den Chef eines großen Automobilkonzerns in Wolfsburg genauso wie für seine Sekretärin oder aber den Müllwerker, der hier heute zusammen mit seinen Kollegen die Mülltonnen gelehrt hat. Wenn jemand Glück hatte und mit einer hohen Leistungsfähigkeit gesegnet ist, also ein gut vernetztes Gehirn mit auf den Weg bekommen hat und damit Aufgaben übernehmen kann, die andere gar nicht oder nicht in der selben Zeit erledigen könnten, sollte er sich lieber freuen, anstatt sich immer nur darüber zu ärgern, dass man ihm/ihr zuviel wegnehmen wollen würde. Wäre doch auch viel schöner, wenn wir nicht in einer Geld-Neid-Gesellschaft, sondern in einer Wissens-Neid-Gesellschaft leben würden. Oder?
Ich glaube, es gibt sehr viele Jobs in diesem Land, die viele Menschen gerne machen würden. Unabhängig von der Einkommenshöhe. Weil diese Jobs ihnen Freude und Spaß machen. Es gibt andere Jobs, die ich z.B. nicht gerne machen würde, auch wenn ich es könnte - wenn jemand dann solch eine Arbeit hat, gönne ich ihm gerne etwas "Schmerzensgeld".
Auf der einen Seite ist es wichtig Leistungsträger zu haben, wobei ich bessergestellte nicht immer dazu zählen würde. Es gibt einfach zu viel maßlos überbezahlte Posten/Berufe, da fängt es ja schon an..
Ich kenne viele Leistungsträger, nämlich hart arbeitende Menschen, ohne deren Arbeit unsere Gesellschaft innerhalb von ein bis zwei Wochen zusammenbrechen würde! Wenn diese "Steuerflüchtlinge" nicht arbeiten würden - wann würden wir es merken? Nach Tagen? Wochen? Monaten? Oder niemals?
Jeder ist ersetzbar. Jeder. Das gilt für den Chef eines großen Automobilkonzerns in Wolfsburg genauso wie für seine Sekretärin oder aber den Müllwerker, der hier heute zusammen mit seinen Kollegen die Mülltonnen gelehrt hat. Wenn jemand Glück hatte und mit einer hohen Leistungsfähigkeit gesegnet ist, also ein gut vernetztes Gehirn mit auf den Weg bekommen hat und damit Aufgaben übernehmen kann, die andere gar nicht oder nicht in der selben Zeit erledigen könnten, sollte er sich lieber freuen, anstatt sich immer nur darüber zu ärgern, dass man ihm/ihr zuviel wegnehmen wollen würde. Wäre doch auch viel schöner, wenn wir nicht in einer Geld-Neid-Gesellschaft, sondern in einer Wissens-Neid-Gesellschaft leben würden. Oder?
Ich glaube, es gibt sehr viele Jobs in diesem Land, die viele Menschen gerne machen würden. Unabhängig von der Einkommenshöhe. Weil diese Jobs ihnen Freude und Spaß machen. Es gibt andere Jobs, die ich z.B. nicht gerne machen würde, auch wenn ich es könnte - wenn jemand dann solch eine Arbeit hat, gönne ich ihm gerne etwas "Schmerzensgeld".
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Spekulationen. Danke, die Redaktion/ls
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