Offshore-Leaks: Riesiger Datensatz enthüllt Geheimgeschäfte in Steueroasen
Es ist ein großer Schlag gegen den weltweiten Steuerbetrug: Journalisten aus aller Welt haben Millionen Dokumente ausgewertet und dabei 130.000 Steuerbetrüger enttarnt.
© DEA/DIEGO M.ROSSI/De Agostini/Getty Images

Die britischen Jungfrauen-Inseln
Ein internationales Journalistennetzwerk hat einen riesigen Datensatz über geheime Geschäfte in Steueroasen zugespielt bekommen. Die Dokumente belegen nach Angaben mehrerer Medien, wie Reiche und Kriminelle mithilfe von Briefkastenfirmen, Offshore-Konten und anderen Mitteln wie sogenannten Trusts ihre Vermögen verstecken und zweifelhafte Geschäfte abwickeln.
Das Internationale Konsortium für investigative Journalisten (ICIJ) hatte die Datenmenge von rund 260 Gigabyte vor über einem Jahr von einer anonymen Quelle erhalten und internationalen Medien zur Auswertung gegeben. In Deutschland erhielten der Norddeutsche Rundfunk und die Süddeutsche Zeitung Zugang zu den 2,5 Millionen Dokumenten, die aus zehn Steueroasen stammen sollen. Quelle sollen zwei Firmen sein, die auf die Konstruktion von Offshore-Gesellschaften spezialisiert sind. Die Dokumente enthalten dem ICIJ zufolge Daten von 130.000 Personen aus mehr als 170 Ländern, darunter Politiker, Unternehmer, Oligarchen, Waffenhändler und Spekulanten. Ein Insider spricht nach Angaben der Süddeutschen Zeitung von dem "bislang größten Schlag gegen das große schwarze Loch der Weltwirtschaft".
Enthüllt wurden durch die Recherchen unter anderem die Praktiken von griechischen Steuerflüchtlingen, die etwa 107 Offshore-Firmen auf den britischen Jungferninseln betreiben sollen, von denen aber nur vier gemeldet seien. Die griechischen Behörden reagierten umgehend auf die Berichte und kündigten Ermittlungen an. Der Generalsekretär für öffentliche Einnahmen im Finanzministerium sagte der Zeitung Ta Nea, die Informationen würden nun ausgewertet und auf mögliche illegale Aktivitäten oder Gesetzesverstöße überprüft.
Ein anderes Beispiel ist dem NDR zufolge die Portcullis TrustNet Group, die als Dienstleister auf Offshore-Firmen spezialisiert sei und zu deren Kunden Simbabwes Diktator Robert Mugabe und die Familie des verstorbenen indonesischen Diktators Haji Mohamed Suharto gehörten.
Hollandes Wahlkampfmanager
Nach Informationen der SZ besitzt der Wahlkampfmanager von Frankreichs Präsident François Hollande ebenfalls zwei Briefkastenfirmen – auf den Cayman Islands. Jean-Jacques Augier bestritt gegenüber dem Blatt allerdings, damit illegale Geschäfte zu betreiben.
Weitere Fälle finden sich dem ICIJ zufolge in Russland: Neben Oligarchen soll dort die Frau des Vizeregierungschefs Igor Schuwalov sowie Topmanager von Gazprom Geld in Steueroasen versteckt haben. Die SZ berichtet zudem über dubiose Geschäfte der Töchter des aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev oder den Trust des bekannten kanadischen Anwalts Tony Merchant auf den Cook-Inseln. Auch die Tochter des früheren philippinischen Diktators Ferdinand Marcos, Imee Marcos, soll dem Bericht zufolge einen Trust auf den Jungferninseln unterhalten. Dort könnten Teile des Milliardenvermögens von Marcos sein, das er in den achtziger Jahren aus dem Land geschafft habe.
In Deutschland wurden unter anderem die Geschäfte des 2011 verstorbenen Millionenerben und früheren Playboys Gunter Sachs enttarnt. Der Industriellenerbe legte den Recherchen der SZ, des NDR und der Schweizer Sonntagszeitung zufolge vor seinem Tod sein Vermögen in Steueroasen an und gab es bei den Finanzämtern nicht vollständig an. Seine Nachlassverwalter wiesen dies gegenüber der SZ zurück. Die betroffenen Firmen seien den Steuerbehörden "schon zu Lebzeiten von Herrn Sachs" offengelegt worden.







ich würde eher sagen:
Journalisten tun ihren Job:
sie bringen Licht in Ecken die interessierte Kreise lieber im Dunkeln lassen!
Weiter so!
"... was für einen anreiz gibt es, sein ordentlich versteuertes Geld auf irgendeiner Insel am anderen Ende der Welt anzulegen?"
Würden Sie jedes Jahr 13,5 Millionen Euro an Steuern zahlen, wenn Sie es vermeiden könnten? Frau Carmen Thyssen-Bornemisza möchte nicht. Sie hätte aber müssen, wäre da nicht die Sonne der Karibik.
In Spanien müsste sie für ihre Kunstsammlung jedes Jahr diesen Betrag hinblättern, weshalb der spanische Fiskus dann eines Tages darauf verzichten könnte, seine Bürger zu enteignen, um die Banken zu sanieren. Bislang allerdings parkt Carmens Kohle noch in der Karibik und die spanischen Finanzämter verzichten Jahr für Jahr auf 13,5 Mio. Euro.
Nachzulesen hier: http://www.sueddeutsche.d...
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Spekulationen und Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls
" Ich bin mal gespannt was die FDP dazu äußert- hat wahrscheinlich Datenschutzbedenken."
Hab ich auch, obwohl nicht der Nähe zu FDP-Werten verdächtig. Bis ein Gericht, die einzige Instanz, die zu Schuldsprüchen legitimiert ist, das als Tatsache festgestellt hat, bleibt das eine Mutmaßung. Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung und die Belange der Betroffenen sind zu schützen, ob Multimillionär oder Normalverdiener.
Es kann nicht sein, dass, vermutlich gutmeinende, Journalisten sich anmaßen, "Recht" zu sprechen dadurch, dass sie Leute an den Medienpranger stellen.
Vermutlich würde es denen, die das anders sehen, nicht gefallen, wenn ihr Name im Adressbuch eines Straftäters auftaucht und sie in in den Medien in diesem Zusammenhang öffentlich in ein zweifelhaftes Licht gestellt, obwohl sie den Betreffenden nur aus dem Sportverein kennen. Es ist, soweit mir bekannt, nicht verboten, Konten auf den Jungferninseln zu haben.
Eine andere Diskussion ist die, ob staatliche Instanzen ihrer Ermittlungsaufgabe im Fall der Steuerhinterziehung von Vermögenden noch nachkommen, oder dort 1,5 Augen zudrücken.
theoretisch gebe ich ihnen Recht.
Praktisch sind aber Anmerkungen zu machen:
zum Beispiel in zu bestimmten Fällen:
z.B. die "Lagarde Liste": die gesamte politische Kaste in Griechenland hat diese Liste versucht zu verheimlichen bis nicht ein mutiger Journalist das recht "in die eigene Hand genommen" hat.
Oder auch im Allgemeinen:
"Recht" ist kein statischer Zustand der z.B. zu Moses's Zeiten in Granit gemeiselt wurde und seit dem unverändert gilt.
"Recht" ist Ausfluss der Wertvorstellungen und MACHTVERHÄLTNISSE in einer Gesellschaft und somit auch dem Wandel unterworfen so wie eben auch die Wertvorstellungen und vor allem auch die MACHTVERHÄLTNISSE.
Im vorliegenden Fall könnte das bedeuten das z.B. Steuerhinterziehung in zunehmendem Maße eben nicht als "das macht ja jeder" Kavaliersdelikt durchgeht. Und das wird und muss selbstverständlich Auswirkung auf dessen rechtliche Behandlung haben weil die Gesellschaft Mittel und Wege zur Durchsetzung des geltenden Rechtes finden MUSS.
theoretisch gebe ich ihnen Recht.
Praktisch sind aber Anmerkungen zu machen:
zum Beispiel in zu bestimmten Fällen:
z.B. die "Lagarde Liste": die gesamte politische Kaste in Griechenland hat diese Liste versucht zu verheimlichen bis nicht ein mutiger Journalist das recht "in die eigene Hand genommen" hat.
Oder auch im Allgemeinen:
"Recht" ist kein statischer Zustand der z.B. zu Moses's Zeiten in Granit gemeiselt wurde und seit dem unverändert gilt.
"Recht" ist Ausfluss der Wertvorstellungen und MACHTVERHÄLTNISSE in einer Gesellschaft und somit auch dem Wandel unterworfen so wie eben auch die Wertvorstellungen und vor allem auch die MACHTVERHÄLTNISSE.
Im vorliegenden Fall könnte das bedeuten das z.B. Steuerhinterziehung in zunehmendem Maße eben nicht als "das macht ja jeder" Kavaliersdelikt durchgeht. Und das wird und muss selbstverständlich Auswirkung auf dessen rechtliche Behandlung haben weil die Gesellschaft Mittel und Wege zur Durchsetzung des geltenden Rechtes finden MUSS.
Der sozialversicherungspflichtig Beschäftigte bekommt seine Lohnsteuer automatisch abgezogen und erhält nur den Nettolohn ausgezahlt. Mehrwertsteuer wird automatisch abgezogen, gleiches bei Versicherungssteuer, Mineralölsteuer, Ökosteuer,... einzig bei der Hundesteuer kann man manchen "Steuerhinterzieher" vermuten. Eigentlich ist das aber auch keine Steuer im herkömlichen Sinne, sondern eine kommunale Gebühr.
Ganz anders bei Unternehmen und Selbstständigen. Regelmäßig gibt es Medienberichte über Dienstanweisungen in Steuerbehörden nur bei offensichtlichen Falschangaben überhaupt weitere Belege zu verlangen, dass nur eine Minderheit der Unternehmen überhaupt regelmäßig steuerlich geprüft wird, dass Steuerprüfer das Vielfache der eigenen Lohnkosten wieder einspielen durch ihre Ermittlungen.
Es fängt aber schon beim "legalen" Problem an. So wurde auf Kapitaleinkommen eine 25%ige Pauschalsteuer eingeführt, zuvor mussten Vermögende ihre Kapitaleinkommen mit dem höchsten Steuersatz versteuern, also fast doppelt soviel. Gleichzeitig gibt es unzählige legale Steuersparmöglichkeiten, für nicht sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.
Das alles in Kombination mit der Lohndrückerei führt zum bekannten Resultat: ausgebrannte öffentliche Haushalte, Umverteilung von Unten nach Oben - obendrauf sollen die verarmenten Massen sogar noch die Banken retten, erst mit Steuern, jetzt schon mit ihren Ersparnissen. Die Stimmung in Europa ist am Siedepunkt - so haben REVOLUTIONEN begonnen!
Man kann nur hoffen dass diese Daten nur die Spitze des Eisbergs sind, weitere auftauchen und die entlarvten kräftig zur Kasse gebeten werden! Klar jetzt jann man wieder mit dem Argument"illegal" erworbene Daten" kommen, aber Fact ist wenn ich bei meiner Einkommenssteuererklärung um 2000 Euro bescheisse bin ich wegen Steuerhinterziehung dran,wenn aber Millionen ins Ausland geschmuggelt werden nennt man so was eine gelungene Finanztransaktion. Entschuldigen Sie wenn ich jetzt vulgär werde aber so etwas ist zum K...
Die Baseler Zeitung meldet zu diesem Thema es seihen 300 Schweizer Personen und 200 Unternehmungen auch Schweizer in dieser Sache aufgetaucht.
was mit den Vermögen in den "Steueroasen" bewerkstelligt wird.
Es geht doch sicher nicht um das Ablagern von Geld; auch dieses Geld arbeitet vermutlich und erzielt Gewinne in Investmentgesellschaften, die vermutlich die Gewinnüberschüsse aus ihren Beteiligungen abziehen und nicht in das Wohl von Firmen und Mitarbeitern reinvestieren, oder liege ich da ganz falsch?
Beispiel: Mein Vermieter ist eine Wohnungsgesellschaft, die einst als "gemeinnützig" gegründet wurde, die hat nun ihren Sitz in einer europäischen Steueroase und sieht sich Vorwürfen der "Verwahrlosungspolitik" ausgesetzt ...
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