Das Parlament in Zypern hat die internationalen Finanzhilfen mit einer knappen Mehrheit gebilligt. Dafür stimmten 29 Abgeordnete, 27 sprachen sich dagegen aus. Das berichtete der Fernsehsender Sigma. Insgesamt soll das hochverschuldete Land zehn Milliarden Euro von der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) erhalten. Zwei Milliarden werden bereits im Mai erwartet. 

Zypern muss im Gegenzug unter anderem seinen Bankensektor sanieren und mehr als 13 Milliarden Euro einsparen. Bereits am Nachmittag hatte das Parlament für eine erste Reihe Sparmaßnahmen votiert. Darunter sind eine neue Grundbesitzsteuer und Kürzungen der Gehälter von Staatsbediensteten.


Der zyprische Präsident Nikos Anastasiades sagte, dass die Zustimmung des Parlaments es Zypern erlaube "wieder zu atmen". Mitte Mai wäre Zypern ohne die internationale Hilfe bankrott.  

Demonstrationen gegen die Sparmaßnahmen

Der Vorsitzende der oppositionellen kommunistischen AKEL-Partei, Andros Kyprianou, sagte dagegen, die Insel könnte besser mit einer eigenen Währung auskommen. Die Kommunisten fordern eine Volksabstimmung über einen koordinierten Austritt Zyperns aus der Euro-Zone.

Vor dem Parlament demonstrierten mehrere Hundert Menschen gegen das Sparprogramm. Die Demonstration verlief weitgehend friedlich, wie die Polizei mitteilte.

Zypern ist – nach Griechenland, Irland, Portugal und Spaniendas fünfte Euro-Land, das seit 2010 internationale Hilfe bekommt. Beantragt wurden die Zypern-Hilfen bereits im Sommer 2012.