BankenkriseEuro-Länder geben Zypern-Hilfe frei

Obwohl sich in Zyperns Haushalt ein neues Milliardenloch aufgetan hat, bleiben die Euro-Finanzminister bei ihren Zusagen. Nun müssen noch die Mitgliedsländer zustimmen.

Euro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem beim Treffen der Euro-Finanzminister

Euro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem beim Treffen der Euro-Finanzminister  |  © Peter Muhly/AFP/Getty Images

Das internationale Hilfspaket für Zypern ist beschlossen. Das sagte Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem nach einem Treffen der Euro-Finanzminister. Es umfasst zehn Milliarden Euro, von denen neun Milliarden Euro von den Euro-Ländern durch den Rettungsschirm ESM finanziert werden, eine Milliarde Euro vom Internationalen Währungsfonds (IWF).

Nach dem Beschluss der Euro-Gruppe müssen nun noch die nationalen Parlamente der Mitgliedsstaaten zustimmen. Der deutsche Bundestag will voraussichtlich in der kommenden Woche darüber entscheiden.

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Die zugesagten Kredite decken allerdings nicht einmal die Hälfte des Finanzbedarfs von Zypern. Hatte die Regierung in Nikosia zunächst ein Loch von 17 Milliarden Euro angegeben, räumte sie am Donnerstag einen Bedarf von insgesamt 23 Milliarden Euro ein.

Das zusätzliche Geld will Zypern selbst aufbringen, beispielsweise über einen Zwangsbeitrag von Anlegern mit Bank-Guthaben von mehr als 100.000 Euro. Geplant sind zudem höhere Unternehmenssteuern, eine Abgabe auf Kapitalgewinne und Einnahmen aus Privatisierungen.

Höherer Finanzbedarf wegen verschlechterter Konjunktur

EU-Währungskommissar Olli Rehn nahm angesichts des höheren Finanzbedarfs Zyperns die Regierung in Nikosia in Schutz. Die höhere Summe ergebe sich daraus, dass sich die Finanzlage Zyperns wegen der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung verschlechtert habe. Außerdem schlage die Schließung und Umstrukturierung der beiden Großbanken zu Buche.

Deshalb könnten die 23 Milliarden Euro nicht mehr mit den 17 Milliarden Euro verglichen werden, um die Zypern ursprünglich gebeten hatte. "Dabei wurden Äpfel mit Birnen verglichen und herausgekommen sind Orangen", sagte Rehn. Wie stark die Rezession in Zypern in den kommenden Jahren ausfallen werde, sei derzeit schwer zu sagen.

Die Euro-Gruppe plant zudem als weitere Maßnahme, unabhängig prüfen zu lassen, ob Zypern die EU-Geldwäscheregeln einhält. Erst wenn dieser Prozess abgeschlossen sei, könne die erste Tranche des Hilfskredits ausgezahlt werden, sagte Euro-Gruppenchef Dijsselbloem.

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Leserkommentare
  1. wenn sie einen Kredit auf ein Finanzierungskonzept mit so gewaltigen Löchern auszahlt , nachdem der Kreditnehmer der Bedarf mal eben verdoppelt hat, Ja, das ging von 11 auf 23 und nicht von 17 auf 23 Mrd. !

    Da wir unfreiwillig Bank sind, bleibt einem leider das Lachen über diese "Finanzminister" im Halse stecken.

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    Sind Sie etwa unsolidarisch?

    Sie pöhser Nazi!

  2. Jetzt bedient man sich aus dem ESM Topf und vergemeinschaftet die Schulden.
    Leidtragende sind die Steuerzahler. Insbesondere der deutsche Steuerzahler.

    Denn die Gläubiger (Banken, Versicherungen und Fonds) wollen an Ihre Zinsgewinne.

    Wenn der Kreditnehmer pleite ist, muss halt wie immer der Bürger seine Taschen leeren.
    Hauptsache unseren Eliten erziehlen Ihre Renditen im gewohnten Mass.

    Und das versuchen unsere Politiker Tag ein und aus, als Erfolgsmodell zu verkaufen.

    Egal, ob am Ende ein Krisenland nach dem anderen verarmt und die Wirtschaft zerstört wird.
    Die Menschen ins Armut fallen und des öfteren Ihr Leben nehmen, wie in Spanien.

    Euro? Nein Danke!!!!
    Europa? Ja.

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    lach,die spanier die italiener die zypra alle haben sie ihren staat ausgeraubt und die vermögen privatisiert,in deutschland hat der staat die armen ausgeraubt,laut ezb verfügt ein haushalt auf zypern über 700000euro vermögen,was jetzt dazu führt das ihr land pleite ist und von den ländern mit geretten werden muss die ihre einwohner nicht so mit geld überschüttet haben.

    btw die spanier sind zu 82% hauseigentümer....soviel mal zur armut...

    achja und im target 2 system haben wir noch ansprüche von in worten achthunderttausendmillionen euro,die wir auch nie wieder sehen....

    und dann muss man sich anhören das wir unsere nachbarn kaputt machen,das ist alles so lächerlich ....

    mfg

  3. Die Beratungsfirma Alvarez & Marsal hat in ihrem Gutachten für die Zentralbank von Zypern festgestellt, dass wichtige Beweismittel über das Handeln der Bank of Cyprus und des zweiten in Schieflage geratenen Geldhauses, die Laiki Bank (CPB) vernichtet worden seien.

    http://www.ksta.de/politi...

    Jetzt stellt Zypern zudem selbst fest, ein Fass ohne Boden zu sein und verlangt weitere Unterstützung ohne die Eigenanstrengungen konkret zu formulieren.

    So ein Schuldner verhält sich nach banküblichen Maßstäben unseriös und ist hat sich selbst um seine Glaubwürdigkeit gebracht.

    Ich bin auf die Argumente Schäubles bei der Aussprache im Bundestag in der nächsten Woche gespannt – um wieviel wird der Finanzierungsbedarf Zyperns dann weiter angestiegen sein?

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    "Ich bin auf die Argumente Schäubles bei der Aussprache im Bundestag in der nächsten Woche gespannt – um wieviel wird der Finanzierungsbedarf Zyperns dann weiter angestiegen sein?"

    Nun, im Grunde sind die faulen Ausreden, die der Öffentlichkeit präsentiert werden einerlei. Die Bundesvolkskammer segnet ohnehin jeden noch so grenzdebilen Schwachsinn kritiklos ab. Da ist es letztlich ohne Belang, ob Schäuble das Blabla aus Zypern oder einen rumänischen Wetterbericht aus Ceausescus Zeiten als Begründung vorweist. Der Wahrheitsgehalt beider Varianten dürfte in etwa gleich sein - auch wenn ich den rumänischen Wetterbericht gefühlt für seriöser halte.

    • Lefty
    • 12. April 2013 15:10 Uhr

    Nein,könnten zustimmem.Ach ne,ich vergass,In Deutschland haben wir einen Parteienblock,da ist die Zustimmung eben doch sicher.

    4 Leserempfehlungen
  4. lach,die spanier die italiener die zypra alle haben sie ihren staat ausgeraubt und die vermögen privatisiert,in deutschland hat der staat die armen ausgeraubt,laut ezb verfügt ein haushalt auf zypern über 700000euro vermögen,was jetzt dazu führt das ihr land pleite ist und von den ländern mit geretten werden muss die ihre einwohner nicht so mit geld überschüttet haben.

    btw die spanier sind zu 82% hauseigentümer....soviel mal zur armut...

    achja und im target 2 system haben wir noch ansprüche von in worten achthunderttausendmillionen euro,die wir auch nie wieder sehen....

    und dann muss man sich anhören das wir unsere nachbarn kaputt machen,das ist alles so lächerlich ....

    mfg

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    Antwort auf "Erfolgsmodell Euro"
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    Für die Renditen und Zinsgewinne der oberen 5 % wird der normale Bürger belastet. Das ist das Euro System!

    Nach Ihrer Meinung müsste man die Pleite Staaten auch Pleite gehen lassen.
    Wieso wird das dann nicht gemacht? Mal hinterfragt???
    Die Antwort: Weil sonst die These oben nicht funktoiniert.

    Denken sie nach, bevor sie sofort Schuldige auskunden.

  5. Die "Eurogruppe" ist in meinen Augen eher eine "Dilettanten-Truppe". Nicht eine einzige Massnahme, pardon, nicht ein einziger dieser haarsträubenden, völlig ungesicherten Blanko-Kredite hat die Situation bisher verbessert. Es wird mit jeder Woche miserabler in den Krisenländern. Wir verschulden den Norden bis unters Dach, ohne irgend etwas konkretes zu erreichen. Das kann nicht gutgehen. Und das wird es auch nicht.

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  6. "Ich bin auf die Argumente Schäubles bei der Aussprache im Bundestag in der nächsten Woche gespannt – um wieviel wird der Finanzierungsbedarf Zyperns dann weiter angestiegen sein?"

    Nun, im Grunde sind die faulen Ausreden, die der Öffentlichkeit präsentiert werden einerlei. Die Bundesvolkskammer segnet ohnehin jeden noch so grenzdebilen Schwachsinn kritiklos ab. Da ist es letztlich ohne Belang, ob Schäuble das Blabla aus Zypern oder einen rumänischen Wetterbericht aus Ceausescus Zeiten als Begründung vorweist. Der Wahrheitsgehalt beider Varianten dürfte in etwa gleich sein - auch wenn ich den rumänischen Wetterbericht gefühlt für seriöser halte.

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    Antwort auf "Glaubwürdigkeit?"
  7. Für die Renditen und Zinsgewinne der oberen 5 % wird der normale Bürger belastet. Das ist das Euro System!

    Nach Ihrer Meinung müsste man die Pleite Staaten auch Pleite gehen lassen.
    Wieso wird das dann nicht gemacht? Mal hinterfragt???
    Die Antwort: Weil sonst die These oben nicht funktoiniert.

    Denken sie nach, bevor sie sofort Schuldige auskunden.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, rav
  • Schlagworte Jeroen Dijsselbloem | Olli Rehn | Zypern | Bundestag | Euro | Internationaler Währungsfonds
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