Italiens neuer Wirtschafts- und Finanzminister Fabrizio Saccomanni lehnt weitere Einsparungen und Steuererhöhungen für sein Land ab. "Italien möchte Europa zu einer Strategie bewegen, die sich mehr auf das Wachstum konzentriert", sagte Saccomanni dem Fernsehsender La7 vor dem Finanzministertreffen der sieben führenden westlichen Industrienationen (G7).

Deutschland steht seit Wochen in der Kritik anderer EU-Mitgliedsstaaten, weil die Bundesregierung auf einen harten Sparkurs dringt. Der Streit über die richtige Strategie gegen die Krise wird auch die G7-Finanzminister beschäftigen, die sich an diesem Freitag in der englischen Grafschaft Buckinghamshire erstmals seit drei Jahren wieder in diesem Kreis treffen.

Saccomanni deutete an, dass seine Regierung möglicherweise die Defizitziele für das kommende Jahr überarbeiten wird. "Die Regierung hat ihren gesamten Bewegungsspielraum beim Defizit 2013 genutzt und wird dies auch 2014 tun", sagte der ehemalige Notenbanker. In diesem Jahr strebt die Regierung eine Neuverschuldung von 2,9 Prozent der Wirtschaftsleistung an und 2014 bislang 1,8 Prozent. Beim für Montag geplanten Treffen der Finanzminister der Euro-Gruppe in Brüssel werde er aber versprechen, dass Italien zu seinen Budgetzielen steht.

Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici wies derweil Vorwürfe zurück, seine Regierung spare nicht genug. Moscovici sagte im Deutschlandfunk, die französische Haushaltspolitik sei "ernsthaft" und ziele "darauf ab, Defizite zu verringern". Jedoch dürfe nicht zu viel gespart werden: Seine Regierung weise "einen Austeritätskurs zurück, dieses Dogma, welches das Wachstum bremst". Zuvor hatte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann die Regierung in Paris zu mehr Haushaltsdisziplin ermahnt.