Hauptstadtflughafen : BER-Verschiebung kostet monatlich bis zu 40 Millionen

Die verschobene Eröffnung des Hauptstadtflughafens könnte die Gesamtkosten auf mehr als fünf Milliarden Euro treiben. Im Sommer soll ein neuer Termin genannt werden.

Die verschobene Eröffnung des Berliner Hauptstadtflughafens kostet die Flughafengesellschaft nach Medieninformationen monatlich 35 bis 40 Millionen Euro. Diese Zahl habe Flughafenchef Hartmut Mehdorn dem Bundesverkehrsministerium genannt, berichtete das Handelsblatt unter Berufung auf ein Sitzungsprotokoll der "Soko BER", wie eine Arbeitsgruppe des Ministeriums heißt.

Damit könnten die Kosten für den Flughafen bis Ende 2014 auf mehr als fünf Milliarden Euro steigen. Grund dafür seien die Instandhaltung des BER, das von Mehdorn initiierte Bauprogramm "Sprint" und notwendige Modernisierungen am Flughafen Tegel, der länger als geplant offen bleiben muss. Bislang soll der Airport Berlin-Brandenburg 4,3 Milliarden Euro kosten.

Mehdorn will deshalb die Öffnung des Flughafens vorantreiben und setzt dabei offenbar auf eine Teilinbetriebnahme. Dem Rundfunk Berlin-Brandenburg sagte er, es gebe keinen Grund dafür, dass alle auf einmal umziehen. "Wir werden das also scheibchenweise machen." Schon vor drei Wochen hatte Mehdorn angedeutet, man könne den neuen Flughafen nach und nach in Betrieb nehmen. Damals hatte er allerdings auch betont, es gebe keinen Beschluss über eine solche Vorgehensweise.

Neue Zahlen erst im Sommer

Wie das Magazin Focus unter Berufung auf Flughafenexperten berichtete, könnte der Airport bei einer Teilinbetriebnahme bereits im Jahr 2014 eröffnet werden. Mehdorn selbst will sich erst im Juli oder August auf einen Termin festlegen. Dann erst könne er auch "eine belastbare Kostenprognose" erstellen.

Die Eröffnung des BER wurde bislang viermal verschoben. Grund sind unter anderem Mängel an der Brandschutz-Anlage.

Der Flughafen Berlin-Tegel soll nach Mehdorns Vorstellungen zudem länger als geplant offen gehalten werden. Das Nebeneinander der Airports sei für ihn kein Problem. "Tegel ist ja heute unser Hauptgewerk, wo wir unser Geld verdienen und das funktioniert sehr gut", sagte Mehdorn. "Es sind also drei Flughäfen, die wir zur Zeit parallel bearbeiten, und ich glaube, es ist für uns kein Problem, die auch parallel zu betreiben."

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Kommentare

24 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

wieso wegpusten?

wenn etwas raucht, dann ist ein Rauchabzug lediglich etwas, das den Schaden begrenzt, der bereits da ist (aka.: Es brennt!). Von jenen Kräften, die dort eingesetzt würden (überdies keine 1-Euro-Kräfte, sondern viel mehr Sicherheitskräfte, deren Gehälter ja gerade erst aufgestockt wurden und DEUTLICH darüber liegen. Für 40 Mio. monatlich kann man sich davon schon ein paar Dutzend bis hundert leisten), wäre also zu erwarten, dass diese den Brand entdecken (wenn die Brandmeldeanlage es schon nicht tut), die in dem jeweiligen Brandabschnitt befindlichen Gäste schnell nach draußen begleiten, den Brandabschnitt vom Rest des Flughafens abschotten (dafür gibt es Brandabschnitte - damit eben nur dieser eine Abschnitt brennt - und der Rest EBEN NICHT!) und dann, nach Alarmierung der eigentlichen Feuerwehr, eventuell einen Löschversuch unternehmen, so es vertretbar ist.

Wenn die Automatik nicht funktioniert, wird halt so lange mit Handarbeit gearbeitet, bis die Automatik endlich läuft. Wie sagt man so schön: Für einen Übergang zum Regelbetrieb braucht man keine "Goldrandlösung" - einfache Pappe oder eventuell Holz reicht da voll und ganz aus.