KapitalismuskritikBlockupy-Aktivisten belagern Frankfurter Bankenzentrum

Die Protestbewegung Blockupy hat mit Protestaktionen begonnen. Aktivisten blockieren die Zugänge zur EZB und liefern sich Rangeleien mit der Polizei.

Unter dem Motto "Widerstand im Herzen des europäischen Krisenregimes" haben zahlreiche linke Gruppierungen Teile der Frankfurter Innenstadt lahmgelegt. Laut Polizeiangaben versammelten sich seit dem frühen Morgen mehr als 1.000 Aktivisten an mehreren Orten im Bankenviertel, unter anderem vor dem Platz der von der Polizei abgeriegelten Europäischen Zentralbank (EZB).

Den Kapitalismuskritikern standen Polizisten mit Helmen und Hunden gegenüber, ein Polizeihelikopter kreiste über dem Bankenviertel. Blockupy-Sprecherin Ani Dießelmann meldete erste Protesterfolge: "Die Blockade steht. Der Geschäftsbetrieb der EZB ist erfolgreich gestört", sagte sie. Diese Angaben wurden von der Polizei dementiert. Der Zugang zum Gebäude sei für die Mitarbeiter weiterhin möglich.

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Die Polizei berichtet von einzelnen Rangeleien. Einige Demonstranten warfen demnach Steine. Ansonsten sei "alles friedlich". Vor der EZB hielten Demonstranten Schilder mit Aufschriften wie "EZB – Echt ätzend" hoch und machten lautstark mit Rufen und Trommeln auf sich aufmerksam.

Im vergangenen Jahr hatten ähnliche Aktionen Frankfurt tagelang in einen Ausnahmezustand versetzt. Damals waren bis zu 5.000 Blockupy-Aktivisten angereist, woraufhin die Polizei die komplette Innenstadt abgeriegelt hatte. Davon hat man in diesem Jahr abgesehen.

Die Banken verstärkten aber ihre Sicherheits- und Vorsichtsmaßnahmen. Drei Filialen der Deutschen Bank blieben geschlossen. Einige Banker kamen ohne den klassischen Anzug zur Arbeit, um nicht aufzufallen. "Wir sind heute hier wieder in Notbesetzung, mit Jeans und T-Shirt, damit uns nur ja keiner erkennt", sagte ein Händler an der Börse. Zudem arbeitete die Mehrzahl der Banker von zu Hause oder in Ausweichquartieren. Viele nahmen den Brückentag frei – Donnerstag war Feiertag in Hessen

Der Protest der Gruppierungen, die sich zum Bündnis Blockupy zusammengeschlossen hatten, richtet sich gegen die Sparpolitik in Europa, Nahrungsmittelspekulationen von Banken sowie Mietpreiserhöhungen. Dafür haben sie diverse Aktionen in der Innenstadt und am Frankfurter Flughafen angekündigt. Am Samstag werden mehr als 15.000 Teilnehmer bei einer Demonstration durch die Innenstadt erwartet.

So wie die EZB-Zentrale sollen auch der Zugang zur Deutschen Bank und weiterer Institute "friedlich und massenhaft blockiert" werden. Von Mittag an wollen die Aktivisten dann im Flughafen gegen Abschiebung demonstrieren – allerdings sind laut einer Gerichtsentscheidung nur höchstens 200 Demonstranten im Terminal erlaubt.

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Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Spekulationen und gehen mit sachlichen Argumenten auf das konkrete Artikelthema ein. Danke, die Redaktion/ls

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  2. 2. [...]

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    Entfernt. Bitte beachten Sie das konkrete Artikelthema. Danke, die Redaktion/ls

  3. Ein paar Wackere raffen such auf, um angesichts martialischer Polizei, grauem Nieselwetter, und einer scheinbar übermächtigen Machtelite, sich für zivilisatorischen Fortschritt einzusetzen. Und der Rest der braven Bürger, dessen Interessen mehrheitlich vertreten werden, schaut unkonzentriert zu. Man ist ja so beschäftigt, muss die neusten Schnäppchen vom Mediamarkt studieren, zum Yogakurs gehen, uswusw..
    Aber Samstag, morgen mittags am Williy-Brandt-Platz könnte man sich ja mal bei der Abschlusskundgebung (ungefährlich!) kurz dazu stellen? Zwischen den wichtigen Shopping-Terminen?

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    Manche Leute müssen auch zur Arbeit gehen, damit der Sozialstaat funktioniert. Bei einem reglären acht Stunden Tag ist Demonstrieren, Zelte aufbauen, Parolen schreien leider meist nicht drinnen.

    ...dann kann ich die Menschen verstehen, die bei diesem Wetter zum Yogakurs gehen oder Mediamarktschnäppchen studieren!

    Was zur Hölle bringt es einem denken Menschen denn, wenn er sich bei total beschissenem Wetter [...] in die Frankfurter Innenstadt begiebt? Noch dazu, wenn es, wie Sie es selbst formulieren, gefährlich ist? Aber die Gefahr kommt vermutlich nur von den gewaltätigen Polizisten und geht keinesfalls von ein paar Randalierern aus, richtig?

    Natürlich vertritt der Mob da draußen Mehrheitsinteressen und opfert sich dafür auf. Die Mehrheit hat Sie alle quasi dazu aufgfordert. Vermutlich haben die meisten Demonstranten heute auch Urlaub genommen.

    Das, was der Mob da draußen macht bringt gar nichts! was hat sich denn seit den letzten Demonstrationen geändert? Richtig: NIX! Was sich sich dadurch ändern, dass man sich im Regen aufs Maul hauen lässt? Richtig: Nix!

    Man sollte anfangen zu denken, dann fallen einem Lösungen ein, die das von Ihnen kritisierte System mit sich selbst bekämpfen! Die Leute sollen aufhören ihr Geld in das System zu pumpen, dann fällt es zusammen und auch der Staat kann das nciht retten. Komischerweise rennt die Mehrheit den Kreditinstituten noch immer die Türen ein, anstatt au innovative Ideen zu setzen! Warum? vermutlich, weil Meckern (Demonstrieren) und Jammern einfacher ist!

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Polemik. Danke, die Redaktion/sam

    "..., dessen Interessen mehrheitlich vertreten werden"

    Nein! Danke.

    Was verstehen Sie darunter? Eine Minderheit von 3000 Randalierern, die außer Sachbeschädigung, Körperverletzung und Widerstand gegen die Staatsgewalt nichts auf die Reihe bringt? Ich erinnere an dieser Stelle an das Bloccupy- Camp in Frankfurt letztes Jahr, DAS

    • Afa81
    • 31. Mai 2013 13:30 Uhr

    Sehen Sie, genau diese Art von Reaktion gibt es nach jeder größeren Demonstration. Ich habe höchsten Respekt vor den Menschen, die aufgrund ihrer Überzeugung heute in Frankfurt demonstrieren. Und das gilt für alle Demonstrationen, auch wenn ich deren Ziele nicht immer teile.
    Jedoch ist ein großer Teil der Aktivisten wohl nur da, um sich anschließend über das faule Bürgertum, auszulassen. Und das am besten, indem man diese Menschen gleich als dumme Mediamarkt-Marionetten hinstellt.

    Bei Ihnen merkt man sofort, warum Sie sich auf diese Seite geschlagen haben - ausschließlich um sich anschließend mit dieser Tat zu brüsten und andere nieder zu machen. Und für so etwas habe ich keinen Funken Respekt übrig. Wenn ich ein Ziel habe und dafür kämpfen möchte, dann mache ich das - dabei ist es mir egal, ob andere das gleiche Ziel verfolgen.

    Und jetzt stecken Sie mal ihr IPhone weg und demonstrieren Sie weiter (ich nehme mal an, Sie befinden sich mitten drinnen - alles andere, wäre angeischts Ihres Kommentars nurnoch peinlich). Denn dann können Sie eventuell auch was sinnvolles leisten, anstatt nur Menschen zu beleidigen.

    Vorgestern ist hier wieder über den Gutmenschen diskutiert worden: Sie sind ein Paradebeispiel dafür. Das Ziel ist egal, sondern einzig das Licht, dass es auf einen selbst abwirft ist wichtig.

  4. 4. Arbeit

    Manche Leute müssen auch zur Arbeit gehen, damit der Sozialstaat funktioniert. Bei einem reglären acht Stunden Tag ist Demonstrieren, Zelte aufbauen, Parolen schreien leider meist nicht drinnen.

    8 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Und der Rest schaut zu"
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    <<< Manche Leute müssen auch zur Arbeit gehen, damit der Sozialstaat funktioniert. Bei einem reglären acht Stunden Tag ist Demonstrieren, Zelte aufbauen, Parolen schreien leider meist nicht drinnen. <<<

    Oh ja. Arbeiten. Geld verdienen. Profte machen. Also das ganze Ausbeutersystem überhaupt am Laufen halten.
    Damit der Sozialstaat funktioniert.
    Und die Damen und Herren Leistungsträger in den Frankfurter Kristallpalasten sind die Elite dessen.
    Ich verstehe.

    Pappa....-Staat...ist sehr stolz dass Sie so tuechtig sind

  5. 5. [...]

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  6. diese Wichtigtuer in Schach hält. Diese Leute spielen sich bloß auf. Hatte gestern in Frankfurt zu tun. Die Innenstadt war weitgehend blockiert. Dass die Frankfurter die lästigen Aktionen der Blockupy-Fanatiker weitgehend klaglos hinnehmen, spricht für die Toleranz der dortigen Bevölkerung. [...] Ein Artikel über den Gleichmut der Frankfurter Bevölkerung würde den Bericht über den sinnlosen Blockupy-Aktionismus gut ergänzen.

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/ls

    4 Leserempfehlungen
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    • an-i
    • 31. Mai 2013 10:44 Uhr

    sind Sie ein Investmentbanker...

    • Karl63
    • 31. Mai 2013 11:41 Uhr

    ist der Verkehr auf einigen Hauptverbindungsachsen genauso zum Erliegen gekommen. Der Grund war schlicht die Sperrung des Katharinenkreisel (hier in Frankfurt) aufgrund der Entschärfung / Beseitigung einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Das Bemerkenswerte daran war, dies war schon der dritte Bombenfund auf diesem Grundstück in diesem Monat.
    Diese Hinterlassenschaften sollten uns alle daran erinnern, das vergangene Jahrhundert war aus hiesiger Sicht durch zwei verheerende Kriege und zwei Diktaturen auf Deutschem Boden geprägt. Dass daraus die Bundesrepublik als stabile Demokratie erwachsen ist, fußte über Jahrzehnte (ganz wesentlich) auf zwei Säulen: eine Teilhabe aller Gesellschaftsschichten an der politischen Willensbildung und die Fähigkeit, den geschaffenen Wohlstand allen Schichten der Gesellschaft zu Gute kommen zu lassen.
    Nicht erst seit der Finanzkrise im Herbst 2008 ist klar, in dieser Republik driftet die Gesellschaft auseinander und in vielen unserer Europäischen Nachbarn geschieht dasselbe, nur schneller. Blockupy ist ein Weg um zu artikulieren, es ist nicht damit getan europaweit über den Bankensektor ein Füllhorn an Milliarden auszuschütten. Wenn wir jene, die die Auswirkungen der Krise am härtesten zu spüren bekommen letztlich nur ihrem Schicksal überlassen, dann beschädigt dies auch (nachhaltig) jene Ideen auf die das heutige Europa einst nach 1945 begründet wurde.

    • chris-
    • 31. Mai 2013 14:56 Uhr

    Sie toleriert vieles und kapselt sich in eingefriedeten Bereichen ab. Das ist auch Toleranz.

    Hier geht es meiner Meinung nach, in erster Linie darum, warum es Krisen und weltweite Ungerechtigkeiten gibt, und warum deutsche Banken keinen Schwenk machen. So viel ich weiß, hat sich der Ackermann in Indien mit der Problematik der wachsenden Megastädte der Zukunft befasst. Warum man das deutsche Volk als unreif für die Klärung diese Frage hält, wirft tatsächlich ein "?" in den Raum. Es geht nach wie vor um Entwicklung. Und wenn der Volkszorn brodelt, dann hat irgendwer eine Suppe versalzt.

  7. 7. [...]

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    Antwort auf "[...]"
  8. <<< Manche Leute müssen auch zur Arbeit gehen, damit der Sozialstaat funktioniert. Bei einem reglären acht Stunden Tag ist Demonstrieren, Zelte aufbauen, Parolen schreien leider meist nicht drinnen. <<<

    Oh ja. Arbeiten. Geld verdienen. Profte machen. Also das ganze Ausbeutersystem überhaupt am Laufen halten.
    Damit der Sozialstaat funktioniert.
    Und die Damen und Herren Leistungsträger in den Frankfurter Kristallpalasten sind die Elite dessen.
    Ich verstehe.

    20 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Arbeit"
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    Geld verdienen ist nicht automatisch Profite machen. Bäh, ist ja auch ganz, ganz böse, Geld zu verdienen. Damit bzw. mit den Steuern darauf können dann aber auch die Unterstützungen für die bezahlt werden, die Zeit haben, gegen irgendetwas zu demonstrieren, das sie schlicht nicht verstehen. Hauptsache ist hier und anderswo aber nicht das Demonstrieren, sondern das Gemeinschaftsgefühl, "etwas gegen $beliebiges_Beispiel" getan zu haben. Nur gehen die damit den meisten anderen Bürgern einfach nur auf den Wecker!

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, kg
  • Schlagworte Europäische Zentralbank | Abschiebung | Ausnahmezustand | Börse | Feiertag | Jeans
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