Statistisches Bundesamt : Wirtschaft wächst zu Jahresbeginn leicht

Die Konjunktur in Deutschland kommt nach dem schwachen Jahresende 2012 nur langsam in Schwung. In Frankreich geht es sogar Abwärts, das Land rutschte in die Rezession.

Die deutsche Wirtschaft ist zu Jahresanfang wieder leicht gewachsen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts legte das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal um 0,1 Prozent zu.    

Wachstumsimpulse kamen dabei nach Auffassung der Statistiker "fast ausschließlich von den privaten Haushalten", die ihre Konsumausgaben angesichts steigender Löhne und einer stabilen Beschäftigung erhöhten. Dagegen investierten die Unternehmen angesichts der Verunsicherung durch die Schuldenkrise erneut weniger, während die Bau-Unternehmen unter dem langen Winter litten. Die "extrem winterliche Witterung" hatte vor allem im Februar und März viele Baustellen lahmgelegt.

Auch der Außenhandel konnte nicht positiv zur Statistik beitragen. Sowohl die Importe als auch die Exporte schrumpften – der schwachen Weltkonjunktur sei Dank. "Die Firmen hatten zuletzt Probleme in den Schwellenländern und konnten deshalb nicht wie noch im vorigen Jahr das maue Geschäft mit der Euro-Zone ausgleichen", kommentiert DekaBank-Ökonom Andreas Scheuerle. "Die Wachstumsmärkte in Asien liefen schlechter als erhofft."

Frankreichs Wirtschaft schrumpft 

Im Vergleich zu anderen Euro-Ländern steht Deutschland aber noch gut da. Die französische Wirtschaft schrumpfte im ersten Quartal zum zweiten Mal in Folge um 0,2 Prozent und rutschte damit in eine Rezession ab. Auch für das zweite Quartal sind Wirtschaftsexperten eher pessismistisch gestimmt. Die Banque de France erwartet höchstens ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent.

"Deutschland entwickelt sich besser als der Rest der Euro-Zone", zog Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer eine erste Bilanz. Die zog auch das Statistische Bundesamt unter das vergangene Jahr. Für das ohnehin schlechte Schlussquartal 2012 korrigierten die Wiesbadener Forscher die Entwicklung um weitere 0,1 Prozentpunkte nach unten. Diesen neuesten Berechnungen zufolge schrumpfte die Wirtschaft zum Jahresende um 0,7 Prozent. Für das Gesamtjahr 2012 bestätigten die Statistiker allerdings einen BIP-Anstieg von 0,7 Prozent.

Wegen des schwachen Jahresauftakts und dem kräftigen Rückgang Ende 2012 kündigten Ökonomen an, ihre Wachstumsprognose für 2013 zu senken. "Bisher hatten wir ein Wachstum von 0,6 Prozent erwartet, es dürfte aber nur noch zu einem Plus von 0,4 Prozent reichen", so DekaBank-Ökonom Scheuerle.

Laut Bundesregierung dürfte sich angesichts der verbesserten Auftragslage in der Industrie und der erwarteten Frühjahrsbelebung in der Baubranche nach dem langen Winter der Aufwärtstrend aber fortsetzen. Wegen der niedrigen Arbeitslosigkeit, steigender Löhne und niedriger Inflation ist das Konsumklima derzeit so gut wie seit Oktober 2007 nicht mehr.

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Kommentare

32 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Deswegen gibt es

ja auch eine Menge anderer Indikatoren, mit denen man sich einem Gesamtbild annähern kann. Jeder einzelne für sich kann falsche Schlüsse nahelegen.
So wie letzthin beim Vergleich der Privatvermögen in Europa. Der Vergleich sagt etwas aus, aber nur unter Berücksichtigung anderer Faktoren. Hohe Wohneigentumsquoten, steigende Barvermögen, geringe Arbeitslosigkeit, hohe Rentenzahlungen, hohe Krankenkassenausgaben, plus steigendem BSP wären alles zusammengenommen so viele Indikatoren, dass man schon eher unterstellen könnte, dass Menschen in einem Land mit solchen Zahlen recht gut leben.

Da sich "weiche Faktoren" immer etwas schwerer messen lassen, begnügt man sich nun mal öfters mit den einfach darstellbaren Zahlen.

Und auch die BSP-Zahlen sammeln durchaus andere Zahlen. Alles in allem zeigen hohe Krankenkassenkosten eben auch "gute Lebensqualität", nicht nur durch Industrie erzeugte Bronchialbeschwerden;-)
Sonst würden wir ja auch nicht älter werden als jemals zuvor.