HandelsstreitChina leitet Untersuchung zu EU-Importen ein

Im Streit um Strafzölle auf chinesische Solarmodule will die Volksrepublik ihrerseits EU-Importe prüfen. Angeblich werden Chemikalien zu Billigpreisen eingeführt.

Container im Yangshan Hafen von Shanghai

Container im Yangshan Hafen von Shanghai   |  © Aly Song/Reuters

Die chinesische Regierung will eine Untersuchung zu Importen europäischer Produkte einleiten. Das Handelsministerium in Peking kündigte an, es prüfe Vorwürfe chinesischer Firmen, Konkurrenten aus der EU und den USA würden unter anderem die Chemikalie Perchlorethylen zu Dumpingpreisen einführen. Perchlorethylen wird viel in der chemischen Reinigung genutzt.

Zuvor hatte das Ministerium bereits angekündigt, die Preise von Rohren ohne Schweißnähte aus den USA, der EU und Japan überprüfen zu wollen. Die Teile werden vor allem in Heißwasserspeichern und Dampfleitungen von Kraftwerken verwendet.

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Offiziell bestreitet das Handelsministerium einen unmittelbaren Zusammenhang zu den Plänen der EU-Kommission, für chinesische Solarprodukte einen Strafzoll zu verlangen. Chinas Ministerpräsident Li Keqiang hatte jüngst jedoch angekündigt, konsequente Maßnahmen zum Schutz chinesischer Interessen und Rechte zu ergreifen. Strafzölle würden "anderen schaden, ohne dass sie einem selbst nützten", sagte er vor seinem Deutschland-Besuch. Ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums hatte gar vor einem "Handelskrieg" gewarnt.

Die EU-Kommission will bis Mittwoch entscheiden, ob sie Strafen gegen chinesische Solarfirmen verhängt. Demnach soll die Einfuhr von Solarpaneelen mit einem durchschnittlichen Zollsatz von 47 Prozent belegt werden. Teile der europäischen Solarindustrie werfen den Chinesen vor, ihre Produkte in Europa unter Marktwert zu verkaufen. Deutschland und eine Vielzahl weiterer Länder sind gegen Strafzölle und plädieren für weitere Verhandlungen mit Peking.

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Leserkommentare
  1. Was würde passieren, wenn Europa sich seinen Bedarf wieder selbst produziert?

    Würde China aggressiver werden (wie im Fall des Dalai Lama Besuches in Wien), oder das Gespräch suchen?

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Europäische Union | EU-Kommission | Chemikalie | Import | Ministerium | Ministerpräsident
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