Bayern MünchenSteinbrück kritisiert Hoeneß' Verbleib als Aufsichtsratschef

Der SPD-Kanzlerkandidat hat das Bekenntnis der Aufsichtsräte des FC Bayern zu Uli Hoeneß kritisiert. Der Steuerhinterzieher soll sein Amt mindestens ruhen lassen.

Uli Hoeneß bleibt auch trotz der Steuerhinterziehung und des Haftbefehls gegen ihn Präsident und Aufsichtsratschef des FC Bayern – sehr zum Missfallen des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück. Er kritisierte die Entscheidung der Unternehmenswächter, Hoeneß als Aufsichtsratsvorsitzenden im Amt zu belassen. Das sei falsch, sagte Steinbrück bei einer Podiumsdiskussion in Düsseldorf

Dem Aufsichtsrat gehören unter anderem die Vorstandschefs von Audi (Rupert Stadler) und Adidas (Herbert Hainer) an. Deren Unternehmen sind jeweils mit 9,1 Prozent Anteilseigner an der FC Bayern München AG.

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Die Aufsichtsräte hätten die Verhaltensregeln, die sie ihren Unternehmen auferlegten, auch auf das "Fußball-Unternehmen" Bayern München übertragen müssen, begründete der frühere Bundesfinanzminister Steinbrück. Hoeneß hätte sein Mandat wenigstens ruhen lassen müssen. "Der Aufsichtsrat hat die Pflicht, ihm dies nahezubringen."

Hoeneß hatte selbst angezeigt, dem Staat Steuern vorenthalten zu haben. Ermittler erwirkten deshalb einen Haftbefehl und durchsuchten sein Haus und Büroräume, wie der Unternehmer ausführlich in einem ZEIT-Interview schilderte. Der Aufsichtsrat hatte Hoeneß' Angebot abgelehnt, sein Amt bis zur Klärung seiner Selbstanzeige ruhen zu lassen.

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Leserkommentare
    • deDude
    • 07. Mai 2013 8:17 Uhr
    1. [...]

    Entfernt. Kein konstruktiver Beitrag. Die Redaktion/kvk

    4 Leserempfehlungen
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    jedweder Kritik. Das ist kein Bashing. In der Sache selbst hat Steinbrück es wirklich nötig, sich populistisch hervor zu tun. Der Knabe hat sein Geld zwar wohl legal verdient, gleichwohl bleibt unter moralischen Aspekten ein sehr starkes Geschmäckle. Im Übrigen ist es Sache der Justiz über die Verfehlungen von Herrn Hoeneß zu richten und nicht die von Steinbrück.

    • TDU
    • 07. Mai 2013 9:01 Uhr

    Och, sind jetzt nach neuester Manier wieder andere verantwortlich für die eigenen Worte? Er sollte sich halt lieber um seinen Bereich kümmern. Da sind Rücktritte ja eher angesagt, um peinlichen Untersuchungen zu entgehen. Und das weiche Bett ist ebenfalls gesichert.

    Und mehr Steuern erwirtschaftet hat Hoeneß sicher auch als manche Aufsichträte und Steinbrücks hochdotierte Vorträge behandelten sicher nicht eventuellen Vorzüge des Sozialismus.

    Vielleicht wissen die Firmen ja was sie an ihm haben und erkennen den reuigen Täter an. Generation Internet gnadenlos macht doch auch jede Menge Ausnahmen von der Moral, wenn es der eigenen politischen Richtung dient.

    ob Bashing, oder nicht, es bleibt Tatsache, dass Herr Steinbrück auf Schritt und Tritt belegt, dass er eine schlechte Kanzler-Variante ist.

    Wer noch immer für die Selbstanzeige bei Steuerhinterziehung plädiert und damit Kriminellen die Straffreiheit garantiert, hat ein sonderbares Rechtsempfinden. Wäre er konsequent, müsste er diese Praxis auch für die organisierte Kriminalität zulassen, denn auch dort könnte der Staat noch etliche Millionen in die Kasse bekommen. Herr Steinbrück fördert mit diesem Hintertürchen also den Versuch der Steuerhinterziehung, denn läuft man in Gefahr entdeckt zu werden, bleibt die Selbstanzeige.

  1. "weil wir in guten wie in schlechten Zeiten zueinander stehn"

    Das kennt der Politiker Steinbrück natürlich nicht. Sitzt er nicht im AR beim BvB?
    Er soll sich also lieber mal raushalten.

    12 Leserempfehlungen
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    • docere
    • 07. Mai 2013 8:32 Uhr

    distanzierte sich Angela Merkel auch schon von Uli Hoeneß.
    Wäre sie nicht Kanzlerin, sondern Kandidatin, wäre es dann auch noch Watzke .. die Empörung und Kritik nach einer Aufsichtsratsitzung des BvB mit diesem Ergebnis wäre nicht anders.
    Mächtig viel "wäre", aber vorstellbar.

    Einmischung erlaubt.

    Der BVB ist ebenso wie die FC Bayern eine Kapitalgesellschaft mit hohen Umsätzen.
    Diese Gesellschaften unterliegen ebenso wie industrielle Unternehmen den gleichen Richtlinien.

    Steinbrück hat völlig Recht, wenn er den Verbleib von Hoeneß als Aufsichtsratvorsitzenden rügt.
    Die beteiligten Investoren, die im Aufsichtsrat sitzen, müssen sich daran messen lassen und verlieren Reputation.

    Ich wette, dass das Schielen auf den CL- Erfolg und die Vergesslichkeit von Menschen sowie die mögliche Nichtwahrnehmung des Skandals im Ausland zur kurz greift und sich Geschäftspartner demnächst nicht mehr von Compliance- Regeln blenden lassen - der Schuss geht nach hinten los !

    • vyras
    • 07. Mai 2013 12:44 Uhr

    "Stern des Suedens "weil wir in guten wie in schlechten Zeiten zueinander stehn""

    Vielleicht gibt es aber auch Situationen, in denen nicht mafiöser Corpsgeist gefragt ist, sondern ein Bekenntnis zu rechtlichen und moralischen Prinzipien. Das hat man im Aufsichtsrat des F C Bayern offenbar anders gesehen, und hat Wert darauf gelegt, bei Leuten wie Ihnen gut anzukommen.

    Steinbrück benennt dieses Versagen zurecht, und er ist noch zu zahm, bei einem geständigen Steuerhinterzieher, der nur gegen Millionenkaution "draußen" ist, reicht es nicht, ein Amt ruhen zu lassen, da ist eine Entlassung unvermeidlich.

    • docere
    • 07. Mai 2013 8:32 Uhr

    distanzierte sich Angela Merkel auch schon von Uli Hoeneß.
    Wäre sie nicht Kanzlerin, sondern Kandidatin, wäre es dann auch noch Watzke .. die Empörung und Kritik nach einer Aufsichtsratsitzung des BvB mit diesem Ergebnis wäre nicht anders.
    Mächtig viel "wäre", aber vorstellbar.

    Einmischung erlaubt.

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  2. Der BVB ist ebenso wie die FC Bayern eine Kapitalgesellschaft mit hohen Umsätzen.
    Diese Gesellschaften unterliegen ebenso wie industrielle Unternehmen den gleichen Richtlinien.

    Steinbrück hat völlig Recht, wenn er den Verbleib von Hoeneß als Aufsichtsratvorsitzenden rügt.
    Die beteiligten Investoren, die im Aufsichtsrat sitzen, müssen sich daran messen lassen und verlieren Reputation.

    Ich wette, dass das Schielen auf den CL- Erfolg und die Vergesslichkeit von Menschen sowie die mögliche Nichtwahrnehmung des Skandals im Ausland zur kurz greift und sich Geschäftspartner demnächst nicht mehr von Compliance- Regeln blenden lassen - der Schuss geht nach hinten los !

    23 Leserempfehlungen
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    • Karl63
    • 07. Mai 2013 9:34 Uhr

    nach außen dringt ist, die Vertreter von Herrn Hoeneß und die Staatsanwaltschaft arbeiten an einer Art "Deal". Unter dem Aspekt ist auch zu die gestrige Entscheidung des Aufsichtsrats des FC Bayern München zu sehen. Zudem hat Herr Hoeneß in der Printausgabe der ZEIT versucht, eine Begründung für sein Verhalten zu liefern.
    Die Frage ist eher, ob Peer Steinbrück gut beraten ist, das "Thema Hoeneß" weiter breit zu treten. Gewiss ist das Ansehen von Uli Hoeneß irreversibel beschädigt, aber er könnte (auch) am Ende "als reuiger Sünder" durchgehen.
    Peer Steinbrück hat mehr ein Problem damit, die Frage Sozialer Gerechtigkeit glaubwürdig zu verkörpern und sich - nicht nur in der Hinsicht - deutlich von der Kanzlerin abzusetzen.

  3. jedweder Kritik. Das ist kein Bashing. In der Sache selbst hat Steinbrück es wirklich nötig, sich populistisch hervor zu tun. Der Knabe hat sein Geld zwar wohl legal verdient, gleichwohl bleibt unter moralischen Aspekten ein sehr starkes Geschmäckle. Im Übrigen ist es Sache der Justiz über die Verfehlungen von Herrn Hoeneß zu richten und nicht die von Steinbrück.

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    • an-i
    • 07. Mai 2013 11:29 Uhr

    der eine verdient Geld und das hat bei Ihnen ein Gschmäkle!!, und der andere verdient das mehrfache von dem einem, Betrügt das Volk um Millionen und ist ein armer? wo ist hier die Logik?

  4. Der gute Hoeneß wird nun mit seinem Vertrauen auf die "Sicherheiten" von Positionen etwas vorsichtiger umgehen und dabei braucht er sicher nicht die Hilfe eines Steinbrück, der inzwischen in jedes Schlammloch watscht und der Ahnsehnlichkeit seines ohnehin sehr bemühten sozialdemokratischen Image einen Fleck nach dem an deren verpasst.
    Die Geldflusskapitänin Merkel wird ihn dann schon rechtzeitig ins Boot holen, wenn der Vorrat an schassfähigen Kandidaten zur Neige geht.

    2 Leserempfehlungen
    • wfu
    • 07. Mai 2013 8:55 Uhr

    Herr Hoeneß hat sich schuldig bekannt und trägt auch Dank einer fahrlässigen Staatsanwaltschaft die Folgen. Die öffentliche Folge ist der Tod genannt Rufmord. Herr Hoeneß hat mehr geleistet als Herr Steinbrück je leisten wird, er hat öffentlich zu seinen Fehler gestanden und wird dabei bleiben. Herr Steinbrück nutzt die deutsche Neidgesellschaft in diesem Falle weidlich aus. Er hat noch nie Fehler eingestanden und wird dies auch nicht tun. Er hat die Steuerschlupflöcher der Banken nicht geschlossen, obwohl ihn der Bankenverband darauf aufmerksam machte. Wer schickt die Reiterei? Wer will ein friedliches Europa? Wer ist hier der Heuchler? Wer erklärte die Banken für systemrelevant? Und die Menschen haben dem System zu dienen.
    Herr Steinbrück steht für Diktatur! Dies hat er bereits seiner Partei abverlangt.

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    Ist mir nicht bekannt, das man das Loch gefunden hat, das die Selbstanzeige preisgegeben hat. Zum Schluß war Hoeneß selbst derjenige der sich verquatscht hat. Vielleicht sogar aus Berechung. Wer weiß, möglich ist alles.

    Im übrigen hat Steinbrück recht. Das ist das falsche Signal. Ob Hoeneß oder jemand anders spielt keine Rolle. Hier geht es darum, das Unrecht auch Konsequenzen haben muss.

    Ach ja, die Banken wurden von der Kanzlerin für Systemrelevant erklärt. Die hatte ja schließlich das Sagen. Hier alles an Steinbrück auszumachen ist doch ziemlich fadenscheinig.

    >> Die öffentliche Folge ist der Tod genannt Rufmord. <<

    ... mit solchen Begriffen um sich wirft, sollte man sich wenigstens kurz fragen, ob sie in den Kontext passen. Hier geht es keineswegs um falsche oder ehrenrührige Behauptungen, insofern kann von Rufmord überhaupt keine Rede sein.

    Darüber hinaus scheint Hoeneß nach wie vor recht lebendig.

    Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mo.

    • vonDü
    • 11. Mai 2013 7:23 Uhr

    "Herr Hoeneß hat sich schuldig bekannt und trägt auch Dank einer fahrlässigen Staatsanwaltschaft die Folgen. Die öffentliche Folge ist der Tod genannt Rufmord. Herr Hoeneß hat mehr geleistet als Herr Steinbrück je leisten wird,"

    Hoeness hat sich mehr geleistet, als Steinbrück sich jemals leisten wird, wäre wohl richtiger. Wer von Rufmord faselt und dann

    "Herr Steinbrück steht für Diktatur! Dies hat er bereits seiner Partei abverlangt."

    so argumentiert,
    hat ein echtes Wahrnehmungsproblem, und vielleicht sogar ein Problem mit der Staatsanwaltschaft, wenn man die Aussage über Steinbrück, als Verleumdung anzeigt.

    • TDU
    • 07. Mai 2013 9:01 Uhr

    Och, sind jetzt nach neuester Manier wieder andere verantwortlich für die eigenen Worte? Er sollte sich halt lieber um seinen Bereich kümmern. Da sind Rücktritte ja eher angesagt, um peinlichen Untersuchungen zu entgehen. Und das weiche Bett ist ebenfalls gesichert.

    Und mehr Steuern erwirtschaftet hat Hoeneß sicher auch als manche Aufsichträte und Steinbrücks hochdotierte Vorträge behandelten sicher nicht eventuellen Vorzüge des Sozialismus.

    Vielleicht wissen die Firmen ja was sie an ihm haben und erkennen den reuigen Täter an. Generation Internet gnadenlos macht doch auch jede Menge Ausnahmen von der Moral, wenn es der eigenen politischen Richtung dient.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, tst
  • Schlagworte Uli Hoeneß | Peer Steinbrück | Bundesliga | Fußball | Adidas | Audi
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