Kurstafel in Tokio © Toru Hanai/Reuters

Die Kurse an Tokios Aktienbörse sind so stark gefallen wie zuletzt nach der Atomkatastrophe von Fukushima. Ausgelöst durch schlechte Konjunkturdaten für China verlor der Nikkei-Index nach anfänglich starken Zahlen mehr als 1.000 Punkte.

Am Ende ging der Nikkei mit einem Verlust von 1.143,28 Punkten oder 7,32 Prozent bei 14.483,98 Punkten aus dem Markt. Das ist der höchste Tagesverlust – bezogen auf die Prozenthöhe – seit dem 15. März 2011. Damals war der Nikkei um 10,55 Prozent eingebrochen.

Analysten sehen in dem Kurseinbruch eine Korrektur, nachdem der Nikkei-Index in diesem Jahr rasant um 5.000 Punkte oder mehr als 50 Prozent gestiegen war. Am Markt hatte es jüngst zunehmend Sorge deswegen gegeben.

Angetrieben worden war dieser ungewöhnliche Anstieg von der Politik des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe und dessen "Abenomics" genannter Wirtschaftsförderung aus Konjunkturprogrammen und einer aggressiven Lockerung der Geldpolitik. Der Yen wurde stark abgewertet und dadurch die Exportwirtschaft des Landes gestärkt.

Chinas Wirtschaft wächst langsamer

Anfangs hatte es an Tokios Börse so ausgesehen, als würde der Kurs weiter steigen. Im frühen Handel war der Nikkei um mehr als 300 Punkte gestiegen und näherte sich bereits der Marke von 16.000 Punkten. Doch als bekannt wurde, dass ein Einkaufsmanagerindex für China im Mai erstmals seit mehr als einem halben Jahr unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten gesunken ist, sank der Kurs.

Der von der Großbank HSBC ermittelte Index sank von April auf Mai um 0,8 Punkte auf 49,6 Zähler, wie teilte das Institut mit. Damit fällt der Index zum ersten Mal seit sieben Monaten wieder unter die Schwelle von 50 Punkten. Über dieser Grenze zeigt der Index Wachstum an, liegt er darunter, kann von einem schrumpfenden Industriesektor ausgegangen werden. Das deutet darauf hin, dass der industrielle Sektor in China leicht geschrumpft ist.

In Japan setzte daraufhin eine Verkaufswelle ein: Die Aktien von Toyota sanken um 5,1 Prozent auf 6.290 Yen, die von Honda um 5,2 Prozent auf 4.030 Yen. Aktien von Canon sanken um 3,9 Prozent auf 3.735 Yen, die von Fast Retailing um 8,0 Prozent auf 38.100 Yen.

Analysten bleiben dennoch zuversichtlich, dass der Trend an Tokios Börse langfristig weiter positiv ist.