KonjunkturEU-Kommission senkt Prognose für Euro-Zone

Die EU-Kommission erwartet ein Sinken der EU-Wirtschaft um 0,4 Prozent. Düster ist die Prognose für Frankreich, Griechenland wird sich laut Kommission bald berappeln.

EU-Währungskommissar Olli Rehn präsentiert der EU-Kommission den Wirtschaftsausblick.

EU-Währungskommissar Olli Rehn präsentiert der EU-Kommission den Wirtschaftsausblick.   |  © Yves Herman/Reuters

Die EU-Kommission hat in ihrer Konjunkturprognose den Ausblick für das Wirtschaftswachstum in der Eurozone gesenkt. In diesem Jahr erwartet die Kommission ein Schrumpfen der Wirtschaftskraft im Euroraum von 0,4 Prozent. Erst 2014 soll es wieder ein Wachstum von 1,2 Prozent geben. 

Im Februar hatte ihre Prognose noch nach einem geringeren Minus von 0,3 Prozent in diesem Jahr, ein Wachstum von 1,4 Prozent im kommenden Jahr vorgesehen. "Nach der Rezession, die das Jahr 2012 geprägt hat, wird eine Stabilisierung der Wirtschaft in der EU in der ersten Hälfte 2013 erwartet", teilte die EU-Kommission mit. 

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Die Entwicklungen in den einzelnen Euro-Ländern sind jedoch sehr unterschiedlich: Für Deutschland erwartet die EU-Kommission in diesem und im kommenden Jahr ein Wachstum von 0,4 beziehungsweise 1,8 Prozent. Im Krisenland Zypern soll die Wirtschaftsleistung hingegen in den beiden Jahren um insgesamt 12,6 Prozent einbrechen. In Griechenland erwartet die EU-Kommission nach einem Minus in diesem und somit im sechsten Jahr in Folge (minus 4,2 Prozent), für das kommende Jahr eine Rückkehr zum Wachstum mit 0,6 Prozent.

Kommission senkt Prognose für Frankreich

Die EU-Kommission senkte zudem ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in Frankreich. In diesem Jahr schrumpft die Wirtschaftskraft der zweitgrößten Volkswirtschaft des Euroraums um 0,1 Prozent, bevor sie 2014 wieder um 1,1 Prozent wachsen soll. Im Februar hatte die EU-Kommission noch erwartet, dass Frankreichs Wirtschaft in diesem Jahr um 0,1 Prozent wächst, im kommenden Jahr dann um 1,2 Prozent.

Gegen die EU-Defizitvorgabe von 3 Prozent des Wirtschaftswachstums verstößt Frankreich in diesem und im kommenden Jahr mit Defiziten von 3,9 und 4,2 Prozent den Erwartungen aus Brüssel zufolge deutlich. Der Schuldenstand wächst demnach von 90,2 Prozent im vergangenen Jahr schrittweise auf 96,2 Prozent im Jahr 2014.

Die EU-Kommission will dem Land daher zwei Jahre mehr Zeit zum Abbau der hohen Neuverschuldung geben. "Angesichts der wirtschaftlichen Situation ist es vernünftig, den Termin um zwei Jahre zu verschieben und das übermäßige Defizit bis 2015 zu korrigieren", sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn.

Leserkommentare
  1. "Europa spart sich kaputt. Nicht einmal zu einem Rückgang der Staatsverschuldung haben die drastischen Sparprogramme bislang geführt.

    Doch Deutschland zwingt Europa weiter zu diesem immer umstritteneren Kurs, obwohl sich heraus gestellt hat, dass die von Deutschland propagierte Schulden-Obergrenze auf einem peinlichen Rechenfehler basiert.

    Jetzt bedroht die Sparpolitik auch deutsche Arbeitsplätze, wie etwa in Köln den Autobauer Ford, dem der Zusammenbruch der Märkte im Süden immer mehr zusetzt.

    Namhafte Ökonomen sagen: Nicht nur der Rechenfehler, sondern die gesamte Sparpolitik in der EU ist ein Irrweg, der alle, auch uns Deutsche, teuer zu stehen kommen wird."
    http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2013/0502/schulden.php5

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    • ZPH
    • 03. Mai 2013 12:23 Uhr

    am allerwenigsten Frankreich. Und es hat seit Jahrzehnten niemand gespart und genau das ist Problem, jetzt wo die Schuldenpolitik an ihre Grenzen gekommen ist und die fehlende Wettbewerbsfähikeit nicht mehr durch immer mehr Schulden ersetzt werden kann.

    "Sparen"? Die Bedeutung diese Begriffs scheint nicht mehr bekannt zu sein! Sparen heißt Geld zurücklegen oder zumindest Altschulden tilgen! Insofern spart kein einziges Land in Europa-auch nicht Deutschland.
    Dagegen sind eine Menge Länder längst dort angekommen, wo sie ihre Zinsen nicht mehr zahlen können. Insofern sehe ich nicht so richtig, wie man aus dieser Situation ohne Ausgabenkürzungen herauskommen will-es sei denn über Geldentwertung -also Betrug an ehrlichen Leuten- und das scheint die eigentliche Schussrichtung dieser Schuldenprotagonisten zu sein!
    Dabei haben die Euroländer gar keine Wahl: Sie müssen auf dem Weltmarkt wieder konkurrenzfähig werden und das tut in der Hängematte, die sie sich bisher ausgesucht haben weh. Wenn sie sich aber nicht dazu durchringen, wird das alles noch viel schlimmer und sie werden absteigen, ob mit oder ohne Euro!

    • sjdv
    • 03. Mai 2013 13:55 Uhr

    Immer wieder diese Mär vom "Kaputtsparen" aufgrund des "Deutschen Spardiktats".
    Die Länder verschulden sich immer weiter und das in einem beschleunigtem Tempo. Keiner spart, am allerwenigstens die Mittlermeerländer, inkl. Frankreich.
    Spanien und Griechenland haben in 2012 eine Neuverschuldung von über 10% (!) des BIP, Tendenz steigend. Wie kann man da von "Kaputtsparen" reden ? Oder sollten es noch mehr sein, vielleicht 20 oder 30% des BIP ?
    Was jetzt passiert ist die Anpassung auf ein Niveau, dass der Produktivität dieser Länder entspricht. Griechenland z.B. hat jahrelang auf einem Niveau eines weit entwickelten Industriestaats gelebt - natürlich finanziert auf Pump. Das Land bewegt sich jetzt auf das Niveau zu, dass seiner wirtschaftlicher Leistungsfähig entspricht. Und da sind die Vergleichsmaßstäbe eher Rumänien oder Bulgarien als Deutschland.

  2. ...besser sein soll als 2013 oder 2012?
    Es werden immer noch Milliarden aus der Wirtschaft genommen die dann selbstverständlich im Konsum fehlen und damit die Arbeitslosigkeit erhöhen und die Wirtschaft schrumpfen lassen.
    Solange man unten Geld weg nimmt.kann es keinen Aufschwung geben.

    10 Leserempfehlungen
    • ZPH
    • 03. Mai 2013 12:23 Uhr

    am allerwenigsten Frankreich. Und es hat seit Jahrzehnten niemand gespart und genau das ist Problem, jetzt wo die Schuldenpolitik an ihre Grenzen gekommen ist und die fehlende Wettbewerbsfähikeit nicht mehr durch immer mehr Schulden ersetzt werden kann.

    9 Leserempfehlungen
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    "jetzt wo die Schuldenpolitik an ihre Grenzen gekommen.."

    Nicht die Schuldenpolitik ist an ihre Grenze gekommen, sondern das Wachstum..das wird Deutschland sehr bald auch zu spüren bekommen...

    Die Bankenkrise erforderte staatliche Stützungen. 2007-8 waren sich darüber alle einig. Das Problem ist, dass man zwar die Liquidität geschaffen hat, das (Geld-)Wasser aber in den üblichen Spalten versickert ist und dort freiwillig auch nicht mehr heraus kommt.

    Alle jene, die auf die Schulden schimpfen, ignorieren notorisch, dass die Schulden nur wirkungsvoll abgebaut werden können, wenn die Vermögen angegangen werden. Anders als Privathaushalte könne sich Staatshaushalte leider nicht einfach so gesundsparen. Aber da wird's vielen Schuldenkritikern schon zu speziell.

    Zurzeit schafft die Politik durch ihre Spar- und Niedrigzinspolitik aber nur, dass Bankguthaben still und leise von der Miniinflation aufgezehrt werden. Das reicht aber nicht, um das "Schuldenproblem" zu lösen. Zudem wenn sich die Wirtschaft durch die Sparpolitik im Rückwärtsgang befindet, wie in den Ländern wo die Spar-Medizin der Quacksalber wie die Aderlässe des Mittelalters nach erstem Nichtwirken anschließend besonders intensiv verabreicht werden.

  3. Man darf es wohl schon als positiv werten, wenn nun sogar aus Brüssel warnende Töne erschallen, und die Aufschwungsparolen der Kanzlerin an Glaubwürdigkeit verlieren. Endlich mal ein Erkenntnis der Realitäten statt unrealisierbarer Wunschträume.

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    • HeidiS
    • 03. Mai 2013 12:40 Uhr

    "Griechenland wird sich berappen" – klingt nicht nach Pessimismus. Oder soll es eine Art von Autosuggestion sein ...

  4. Euro-Zone wo liegt die ? Laut BILD hat die EU-Kommissions-Prognose mit uns wohl nichts zu tun ... oder doch ?

    Linkttipps :
    http://www.bild.de/politik/inland/aufschwung/we-are-the-champions-302444...
    http://www.youtube.com/watch?v=zA7hUcpUAFg&NR=1&feature=endscreen

  5. Wann ist die nochmal soweit..!!!

    Und irgendwann kommt einer von denen dann auf die Idee eine Europäische Währungsreform zu veranlassen und Schulden verschwinden zu lassen.

    Davor sind aber viele dann Kaputt gegangen an den Gesellschaftlichen zuständen die dadruch entstanden sind.

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    • jojocw
    • 03. Mai 2013 12:38 Uhr

    Nachdem man vor einigen Jahren endlich den Grund für das ganze Desaster erkannt hat, nämlich die Schuldenkrise, und man versuchte (wenigstens mit Worten) dem durch angekündigtes Sparen entgegenzuwirken, hat man jetzt kapituliert. (Weil man keine Reformen wagt.)
    Durch den (gesetzwidrigen) unbegrenzten Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB und den Druck von beliebigen Geldmengen durch dieselbe, sind die Renditen für die Anleihen stark gesunken.
    Wären die Anleihen dem freien Kapitalmarkt ausgesetzt, so wie es eigentlich Gesetz ist, dann wären die Schulden bereits jetzt für viele EURO-Länder unbezahlbar.
    Mit dem billigen Geld und niedrigen Zinsen kann man jetzt auf das Sparen verzichten. Die Schulden steigen unaufhörlich.

    Wer bezahlt: Die Geldsparer und vor allem die nachfolgende Generation.

    PS: Warum hat eigentlich D. eine Schuldenbremse eingeführt und die anderen nicht?

    2 Leserempfehlungen
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    Für so manchen Finanzjongleur gibt es doch nichts schöneres zum Geldvermehren wie die Eurokrise.

    Nicht umsonst beten sie zum DAX und lassen die Politik Nebelkerzen spenden.

    • HeidiS
    • 03. Mai 2013 12:40 Uhr
    8. Na ja,

    "Griechenland wird sich berappen" – klingt nicht nach Pessimismus. Oder soll es eine Art von Autosuggestion sein ...

    2 Leserempfehlungen
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    • Chali
    • 03. Mai 2013 12:54 Uhr

    Oh - unbedint!

    Alles fromme da ... Om mane patme hum!

    Mantra-artig-

    Das beruhigt.

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