Europäische UnionOettinger attackiert Europas "Gutmenschentum"

EU-Kommissar Günther Oettinger teilt aus: Die EU sei ein Sanierungsfall, Italien kaum regierbar, Frankreich wenig innovativ. Auch in Berlin passt ihm die Richtung nicht.

EU-Kommissar Günther Oettinger

EU-Kommissar Günther Oettinger  |  © Georges Gobet/AFP/GettyImages

Der EU-Kommissar Günther Oettinger hat die Europäische Union als "Sanierungsfall" bezeichnet. "Mir macht Sorge, dass derzeit zu viele in Europa noch immer glauben, alles werde gut", sagte Oettinger in einer Rede vor der Deutsch-Belgisch-Luxemburgischen Handelskammer in Brüssel, wie die Bild-Zeitung berichtet.

Die EU habe die wahre schlechte Lage noch immer nicht genügend erkannt, kritisierte der CDU-Politiker, der als Kommissar für die Energiepolitik zuständig ist. Statt die Wirtschafts- und Schuldenkrise zu bekämpfen, zelebriere Europa "Gutmenschentum" und führe sich als "Erziehungsanstalt" für den Rest der Welt auf.

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Auch die Lage in einigen EU-Mitgliedsländern sei besorgniserregend, sagte Oettinger. "Mir machen Länder Sorgen, die im Grunde genommen kaum regierbar sind: Bulgarien, Rumänien, Italien." Dazu komme, dass in vielen Ländern EU-kritische Bewegungen stärker würden. In Großbritannien regiere Premier David Cameron mit einer "unsäglichen Hinterbank, seiner englischen Tea Party".

Frankreich in der Krise, Deutschland im Zenit

Oettinger kritisierte auch Frankreich: Das Land sei "null vorbereitet, auf das, was notwendig ist". Es brauche eine Agenda 2010 "mit Rentenreform, was in Wahrheit Rentenkürzung heißt, längere Lebensarbeitszeit, Staatsquote runter". Frankreich habe eine Staatsquote von 57 Prozent, die Zahl der Staatsdiener sei doppelt so hoch wie im EU-Schnitt; es gebe keinen Mittelstand und wenig Innovation.

Deutschland habe den Höhepunkt seiner ökonomischen Leistungskraft erreicht: "Stärker wird Deutschland nicht mehr." Das habe auch mit der Tatsache zu tun, dass in Berlin "mit Betreuungsgeld, Frauenquote, Mindestlohn und Nein zum Fracking die falsche Tagesordnung" bearbeitet werde, sagte Oettinger. Dadurch drohe ein Teil dessen, was an Wettbewerbsfähigkeit erreicht worden ist, preisgegeben zu werden.

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Leserkommentare
  1. Alleine, dass der "Gutmensch" zum Schimpfwort wird, sagt schon einiges aus.

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    • boxo
    • 29. Mai 2013 8:00 Uhr

    [...]

    Gutmenschen sind ein seltsames Volk, das vor allem in Reichenvierteln lebt (also weit weg von den Problemen).

    Oettinger hat recht, vor allem haben sich Gutmenschen am Kapitalismus bereichert um im Alter den Sozialismus zu frönen. Das heisst jetzt wo sie alles haben sollen die anderen nicht auf ihre soziale Stufe kommen.

    Gekürzt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

    aus 2009:

    http://www.zeit.de/2009/5...

    “Der Gutmensch stellt sich in den Dienst der Menschheit und lässt sich feiern. Der gute Mensch aber stellt sich in den Dienst der Nächsten und hilft selbstlos. Der Gutmensch ist schwer erträglich, weil er sich immer auf die moralisch unangreifbare Seite stellt. (…) Der gute Mensch handelt gut im Dienste eines konkreten einzelnen Menschen. (…) Der Gutmensch aber stellt sein Gutsein in den Dienst der Menschheit, darunter macht er es nicht. Sein Ziel besteht darin, als gut zu wirken, und er erreicht es am schnellsten wenn er die anderen als Sünder erscheinen lässt.”

    Und natürlich nicht zu vergessen, einfach mal 'Bertolt Brecht Gutmensch' googeln. - Das erhellt.

    • F Holm
    • 29. Mai 2013 9:41 Uhr

    ...dann auch vernuenftige Quellen nutzen.
    Ihre Quellen sind unzureichend und die hingeworfenen Quellen schwach. Ihr Zeitbezug ist ein Kommentar von Herr Greiner und erhebt nicht den Anspruch "Gutmensch" zu definieren, sondern beschreibt sein Sicht.

    Besser (aus Wikipedia, aber mit vernuenftiger Quelle):
    Der Deutsche Journalisten-Verband vermutet dagegen in Zusammenarbeit mit Sprachforschern des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung die Herkunft des Begriffes (Gutmensch) in der Zeit des Nationalsozialismus.

    Quelle: Jürgen Hoppe/Deutscher Journalisten-Verband: Memorandum zur „Initiative Journalisten gegen Rassismus“, 27. März 2006 (zuletzt eingesehen am 26. Oktober 2007, PDF; 27 kB).

    Daher schliesse ich mich Kommentator TheEdge an, wer, wie Herr Oettinger solche Begriffe nutzt, kann/darf nicht vollstaendig ernst genommen werden.

    war immer ein "Schimpfwort" für Menschen, die um ihrer Selbstwillen "gute Taten" tun, um sich abends vor dem Spiegel selbst auf die Schulter zu klopfen, was für "gute Menschen" sie doch seinen. - Oettinger hat Recht. Die "Hilfen" für die selbst verschuldeten Länder sind verlogen.

    • Afa81
    • 29. Mai 2013 10:36 Uhr

    ...."die Reichen", "das Kapital", "der Manager" sind doch auch zu pauschalen Schimpfwörtern geworden. Ich denke, dass die Abneigung gegenüber dem "Gutmenschen" da durchaus mehr Substanz beinhaltet.

    Beim Reichen fragt doch keiner mehr, wie er reich geworden ist - einfach die Tatsache, dass jemand Geld hat macht ihn in unserer Welt doch schon unsympathisch, weil dann ein Automatismus ala: "Der hat Geld - der hält sich bestimmt für was besseres" etc. startet. Das "das Management" beim Abteilungsleiter anfängt interessiert auch niemanden - das sind störende Details beim vorsülzen von Miseren.

    Also, gerade die jenigen, die man als Gutmenschen bezeichnet zeichnen sich doch dadurch aus, dass sie gerne etwas mehr mit dem Bauch und etwas weniger mit dem Kopf denken. Erst dann, wenn der "Gutmensch" vielleicht ein wenig differenziert, wird auch der negative Anstrich dieses Wortes verfallen - vorher (berechtigter Weise) nicht. Und ich denke, dass auch Öttinger exakt dieses undifferenzierte "Machen wir es doch einfach gut" kritisiert - teilweise zu recht.

    Vielleicht versteht Herr Öttinger den Begriff "Gutmensch" so wie ich.

    Es handelt sich um professionell agierende Personen, die wohl nie einen Betrag für einen guten Zweck aus der eigenen Tasche hergeben würden, der auch nur annähernd die Schmerzgrenze erreicht, die aber bei jeder sich bietenden Gelegenheit Unterstützung auf Kosten der Allgemeinheit einfordern, und sei es noch so kontraproduktiv und sozial ungerecht.

    Sie hoffen, sich Ansehen zu erheischen in ihrem Bekanntenkreis und in der Öffentlichkeit, viel zu oft auch mit dem Ziel, auf dieser Schiene ein hoch bezahltes Amt im Wohltätigkeitsbereich zu ergattern bis hin zum Sozialminister.
    Biestig zuschlagen können Sie mit der Keule der politischen Korektheit, wenn jemand eine andere Meinung vertritt.
    Natürlich gibt es daneben auch noch die oft unkritische Fan- und die Beifall klatschende Nutznießergemeinde.

    Mir sind in meinem Leben dann doch allzuviele Mitmenschen begegnet, deren öffntliches Auftreten im Namen einer Organisation in krassem Gegensatz steht/stand zu ihrem Verhalten im privaten Bereich oder in einer späteren Zeit bei neu aufgestellten Spielfiguren.

    der "Gutmensch" ist was anderes als der gute Mensch, der vielleicht etwas wirklichkeitsfremden Idealen anhängt, aber durchaus bereit ist, sich für sie persönlich einzusetzen.

    Der "Gutmensch" hingegen ist derjenige, der die schlimmen Folgen des kapitalistischen Systems lauthals beklagt, es gleichzeitig aber auch stützt, da es ja die "Ordnung" garantiert und er an ihm seine bürgerlichen Interessen nährt. Grüne Wertanlagen sind ok, solange sie ordentlich Rendite abwerfen. Tun sie das nicht, darf auch nicht so Koscheres ins Portfolio - nur belästigen darf man ihn mit diesen unschönen Dingen nicht, da sie sein rundes Welterleben stören.

    Vordergründig hat auch der Gutmensch Ideale, doch seine persönliche Opferbereitschaft dafür hält sich in engen Grenzen. Wenn beispielsweise die Folgen der Migration ihm "zu nahe treten", kann er sich auch zum wütenden Besitzstandswahrer wandeln und lauthals die Verlegung des Asylbewerberheims in andere Viertel fordern. Wobei ihm selbstverständlich nur das Wohl der Einwanderer am Herzen liegt, welchem woanders eben mehr gedient sei.

    Ich persönlich halte den "Gutmenschen" also nicht für eine sehr angenehme Erscheinung der gegenwärtigen Zeit.

    Alles wechselseitige Schmähbegriffe der beiden großen "Lager" bzw. der Akteure die sich jeweils in der Selbstzuschreibung dort verordnen. Also bitte keine Geschmacksdiskussionen, da gibt es keine "Guten und Bösen".

    Versachlicht könnte man sagen dass Gutmensch eine sarkastische Beschreibung eines Menschen ist, dem man naives und eindimensionales soziales Denken unterstellt, gut gemeint ungleich gut gemacht.

    Was ich "Europa" attestieren würde dann wäre es Stagnation. Es ist eben ein stark alternder Kontinent, der maßgeblich von der Baby Boomer Generation, der also in den 60ern geborenen und auf dem Höhepunkt des ungezügelten Konsumrauschs aufgewachsenen, geprägt wird. Es ist allgemein so, wenn man selbstkritisch ist muss das auch jeder hier von uns eingestehen, dass man sich im Jugendalter ein gewisses Weltbild und seine persönliche Verortung dazu zurechtlegt und das bleibt im Grunde das restliche Leben. Das ist auch ganz normal, würden wir nicht die Fiktion bestimmter Gewissheiten für uns erschaffen und daran reifen, wie sollten wir im Alltag zurecht kommen.

    Das Problem sehe ich darin dass einerseits diese Generation extrem "meinungsstark" ist, andererseits in der demografischen Mehrheit ist. Alle davor und alle danach sind kleinere Jahrgänge. Das führt zu einer beobachtbaren Stagnation in der politischen Meinungsbildung, wir drehen uns immer um die selben Themen und es werden immer die selben Positionen ausgetauscht. Eine Gesellschaft am Zenit.

    mit "guter Mensch". Gegen gute Menschen haben die wenigsten etwas.

  2. .. Herr Oettinger bezüglich der EU-Staaten sagt und kritisiert, schließe ich mich zu 100% an.

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    • ZPH
    • 29. Mai 2013 7:45 Uhr

    bei seiner Einschätzung der europäischen Staaten von Europa und der EU. Ich frage mich nur, warum er nicht einsieht, dass diese Probleme nicht mit "mehr Europa" sprich mit mehr Macht für die EU gelöst werden können sondern im Gegenteil wenn überhaupt nur im Eigeninteresse der Staaten selber.

    • Ivold
    • 29. Mai 2013 8:00 Uhr

    Ich fuerchte dass er Unrecht hat. Was Oettinger will ist gemaess einflussreicher Lobbyisten globaler Unternehmer: Europa weiter dem globalen Wettkampf oeffnen, wodurch die europaeischen Mittelklassen zerrieben und Unterschichten weiter belastet werden. Was er nicht will: das Modell einer entweder nationalen oder europaeischen sozialen Marktwirtschaft, das eine globales Race to the Bottom verhindert und sicherstellt dass die Schere zwischen Arm und Reich nicht zu gross wird. Zwei Drittel der Importe und Exporte finden innerhalb des europaeischen Binnenmarkts statt; das Modell einer europaeischen sozialen Marktwirtschaft ist durchaus moeglich und laeuft entgegen den von Oettinger geausserten veralterten Rezepten. Und die Alternative dazu ist aber so oder so der propagierte globale Anarchokapitalismus...

    ... dass jemand mal ein paar Fakten nennt. Europas Geschäftsmodell ist im Süden nicht gut oder nicht vorhanden und in D bedroht. Als Mass sehe man sich die Anzahl der Patentanmeldungen per Land und Anzahl Bürger an: In der Schweiz sehr hoch, in D und Nordländer hoch, in F mittel, in Spanien schlecht und schlimmer in P und Gr. fast nicht vorhanden. Tendenz: Schlecht. Strukturtöpfe können mangels grundsätzlicher Voraussetzungen nicht ausgeschöpft werden. Asien überholt.
    Und was macht die Politik der EU und in allen Ländern : Zu dem grundsätzlichen Problem fast nichts. Es wird nach Gusto entweder gespart oder sich verschuldet oder Geld gedruckt. Auch D ergibt sich in Mittelstands- und Technologie-feindlicher Nabelschau und tut so, als käme der Wohlstand aus der Steckdose.
    Wie wir/EU so weiter kommen wollen, ist mir schleierhaft (ausser weiter in die Schulden).

    Damit werden Sie im September nur einer Alternativen Partei die Stimme geben können.

    • msknow
    • 29. Mai 2013 14:06 Uhr

    Kritik ist immer gut. Wenn sie aber nicht nur zur eigenen, gefühlten Statuserhöhung genutzt werden soll, braucht es eine Fehleranalyse.

    Und da ist der Mann ja völlig auf dem Holzweg. Italien ist mindestens seit 40 Jahren unregierbar - das wird einem schnell klar, wenn man nicht mal eben nach Rom oder Florenz fährt und Pasta schaufelt. Hat bis jetzt keinen gestört. Vor Großbritannien hat man Schiss, weil man die Rache des "Finanzmarkts" fürchtet. Ansonsten hätten die schon längst mal eins in die Weichteile...
    Und seit wann gibt es zwischen der Staatsquote und mangelnder Innovation einen Zusammenhang? Der momentane depressive Zustand der Franzosen liegt doch wohl eher an der anmaßenden politischen Einstellung der französischen Eliten, die noch durchgeknallter sind, als in Deutschland - und sicherlich auch der politischen Linken, die kaum ein Wort miteinander reden.
    Wer die Ursachen nicht kennt, verschlimmert idR die Probleme bei ihrer Bekämpfung nur. Wie in Deutschland.

    Herr Oettinger: Haben sie eigentlich keinen Stilberater? So wie Sie sehen in den Walt Disney Trickfilmen immer die Handlanger der wirklichen Bösewichte aus.

    -so ganz ohne Reformen wird es in so manchem EU-Land nicht gehen und es wird sehr lange dauern.
    -Seine Ansichten über Italien, Rumänien und Bulgarien teile ich, frage mich aber, wer hat sie denn reingelassen?
    -Das Betreuungsgeld ist für mich die nutzloseste Sozialleistung des Jahrzehnts und ein reiner Placebo zu Kindertagesstätten.
    -Das Thema Frauenquote ist nicht völlig unwichtig, aber m.E. eine Nebelgranate die vor weitaus wichtigeren Thema ablenkt. Zudem bin ich auch kein Freund einer festen Quote, sondern ehere für indirektere Ansätze.

    ...aber ich kann seine Haltung zu Mindestlöhnen nicht teilen und ich vermag auch zwischen den Zeilen seiner Äußerungen zu lesen, nämlich die Punkte, die er gerade nicht anspricht, wie z.Bsp. die Schere zwischen arm und reich, die Vermögens- und auch Einkommensverteilung allg.

    Letzeres Thema ist m.E. das Thema unserer Zeit, nämlich wie wollen wir im Zeitalter der Globalisierung und des regierenden Systemgewinners Kapitalismus, letzeren weiterhin zähmen (oder besser: können wir das überhaupt noch?)

    Solange sich eine EU und auch so manche Regierung diese Fragen nicht stellt, sollte sie nicht überrascht sein, wenn das Pulverfass irgendwann einfach mal hochgeht und man bestürzt feststellt, dass die Mittel für das Betreuungsgeld besser für Aufstandsunterdrückung verwendet worden wären.

  3. ...die PARTEI sei eine skurile Spasspartei.
    Der Oettinger ist der wahre Kabarettist.

    "Politik machen: den Leuten soviel Angst einjagen, dass ihnen jede Lösung recht ist."
    Wolfram Weidner

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    Aber es wundert schon das da auch das Wort Fraking wieder auftaucht was nun grad in den USA anfängt seine Probleme zu machen, und auch dort nicht mehr all zu wilkommen ist.

    Aber hier muss es ja nun her nach seiner Meinung weil dier unregulirte Markt es schon schaffen wird ...... hat uns der nicht erst in die Probleme geführt ?

    So wird viel Kritisiert was alle wissen und dann mit Loby-politischen.Gefales die Lösung dargestellt.

  4. 4. Oje..

    Na klar. Frankreich brauch eine Agenda 2010.

    Durch die Agendapolitik wurden in Dtl 1,6 Mio Vollzeitstellen abgebaut. Von 36 Mio Beschäftigten arbeiten fast 13 Mio Teilzeit, von denen 5 Mio wiederum nur einen Minijob haben, und vom Staat subventionierrt werden müssen. Es fehlen wir ca. 6 Mio Vollzeitarbeitsplätze.

    Dabei ist das Arbeitsvolumen über den Zeitraum von 2000 bis 2011 gleich geblieben: 58 Mrd Stunden, was 33 Mio Vollzeitarbeitsplätzen entspricht.

    Durch die Arbeitslosigkeit und die Minijobberei gehen dem Staat 25 Mrd Euro Einnahmen aufgrund nicht gezahlter Steuern und Sozialversicherungsbeiträge durch die Lappen. Desweiteren gibt der Staat 36 Mrd Euro an direkten Zuwendungen aus.

    Wenn das kein Gewinnerrezept ist!

    [alle Angaben nach: Lars Niggemeyer, Agenda 2010 - die große Beschäftigungsillusion; Blätter für deutsche und internationale Politik 5/2013]

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    '...Arbeitsvolumen über den Zeitraum von 2000 bis 2011 gleich geblieben: 58 Mrd Stunden'.

    Da D in dieser Zeit einen Produktionszuwachs bei etwa gleichbleibender Bevölkerungszahl hatte, kann ich keine Schlechterstellung durch die Agenda erkennen. - Wohl aber, daß 36 Mio. Menschen überhaupt etwas 'zu tun' haben gegenüber den von Ihnen berechneten 33 Mio. Vollzeit-Arbeitsstellen.

    Tja. Arbeit wird zum Luxusgut, scheint mir. Und wenn sich Frankreich dabei einen überzogenen Verwaltungs-Overhead leistet, dann ist das unproduktiv, scheint mir. - Ob die Rezeptur dann Agenda heißen muß, ist fraglich. - Daß etwas geschehen muß, nicht. Da werden wir in nächster Zeit die Holland'sche Grätsche erleben, ich bin schon ganz gespannt..

    Wieviele der Teilzeitbeschäftigten arbeiten in Teilzeit weil sie keine Vollzeitstelle bekommen können? Ich nehm mal an von den 13 Mio. will die Mehrheit gar keine Vollzeitstelle haben. Ebenso bei den Minijobbern.

    Vollautomatisierung, Computergesteuerte Fakrikation und Lagerung, Einsparung und Milliarden Gewinne, Die Agenda 2010 ist die Zukunft heute wir können nicht alle Banker und Versicherungsverkäufer werden . Wie wirkt sich die Rationalsierung in zukunft aus alle leben mit weniger arbeit und das ist Realität die heute hier besonders konservativ verleugnet wird.

    • lispm
    • 29. Mai 2013 11:22 Uhr

    Der Heizer auf der Dampflok ist auch am Jammern, das durch den Wegfall seines Arbeitsplatzes viele Heizer arbeitslos geworden sind. Hätten wir deswegen weiter Dampfloks fahren können?

    Gesellschaftliche Entwicklung passieren. Manchmal muss man sich anpassen und manchmal muss man mitgestalten.

    Ohne die Agenda 2010 hätte Deutschland weiter die gesellschaftlichen Veränderungen ignoriert.

    'Prekäre' Arbeitserhältnisse sind nicht durch die Agenda 2010 eingeführt worden. In Wirklichkeit hat sich die Welt verändert. Das hätten wir auch ignorieren können. Mit weiter hohen Arbeitslosenzahlen...

  5. Und zwar zu recht. Zumindest solange EU-Kommissare bei der Angabe zu ihren Englischkenntnissen so dreist schummeln wie er. Oh dear goodhumandom!

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  6. Das die EU nicht so funktioniert wie wir ( die Bevölkerung ) uns das vorstellen, können wir jeden Tag aus den Medien entnehmen! Nur wenn die Gründe hierfür genannt werden, werde ich mehr als stutzig: höhere Sozialabgaben, Betreuungsgeld, Mindestlohn u.s.w.! Mit "keinem" Wort wird die "immer noch" ansteigende Ungleichheit in der Vermögensverhältnissen, Geldbesitz, Gehaltsstruktur, u.s.w. auch nur erwähnt! Da Herr Öttinger ja in der "richtigen" Partei ist, kann ich seine Ausführungen ja noch nachvollziehen. Nur mit "Gerechtigkeit" ( ich weiß, wird's nie geben ) hat das, was er meint, mal gar nichts zu tun!!! Warum fällt diesen Leuten, die wiedergewählt werden wollen und dem "Volke dienen" sollen, dazu nichts, aber auch gar nichts ein???? Sind wir denn der Finanzwelt und den reichen 1 %, auch Eliten genannt, so ausgeliefert??? Das kann einfach, nach gesundem Menschenverstand, nicht gutgehen!!!!

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    Zitat: "Das die EU nicht so funktioniert wie wir ( die Bevölkerung ) uns das vorstellen, können wir jeden Tag aus den Medien entnehmen! Nur wenn die Gründe hierfür genannt werden, werde ich mehr als stutzig: höhere Sozialabgaben, Betreuungsgeld, Mindestlohn u.s.w.! Mit "keinem" Wort wird die "immer noch" ansteigende Ungleichheit in der Vermögensverhältnissen, Geldbesitz, Gehaltsstruktur, u.s.w. auch nur erwähnt!"

    Der Mann ist CDU-Mitglied bereitet den Boden für eine Agenda 2020 vor - nach der Bundestagswahl im September.

    Um des Himmels Willen - der Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft darf uns kein Opfer zu groß sein - auch wenn die Opfer immer von den gleichen gebracht werden müssen.

    JA wir sind diesen "Eliten" derart ausgeliefert und JA, das wird nicht gutgehen.
    Leider haben wir in Deutschland und z.T. auch in Europa ein grundlegendes
    Problem. Die Menschen, die mit ihrer Stimme bei Wahlen ( egal welche ) etwas
    ändern könnten ( zumindestens versuchen ), gehen einfach nicht mehr hin.
    Die Entwicklung der Wahlbeteiligung in allen Bereichen ( Bund, Land, Kommunen, Europa ) zeigt dies mehr als deutlich. Aber nicht zur Wahl gehen
    hat eben nicht den Effekt, die sogenannten "Eliten" zu "bestrafen" oder ihnen
    "ein´s auszuwischen", sondern den genau gegenteiligen Effekt, nämlich den,
    daß diese "Eliten" immer fröhlich so weitermachen können, wie bisher.
    Wenn die Menschen diese Tatsache verstanden und verinnerlicht haben,
    dann haben wir eine Chance den "Eliten" zu zeigen, wer eigentlich das Sagen
    hat, nämlich wir, die Menschen und die Gesellschaften als Ganzes.
    Gruß JP

    >> Mit "keinem" Wort wird die "immer noch" ansteigende Ungleichheit in der Vermögensverhältnissen, Geldbesitz, Gehaltsstruktur, u.s.w. auch nur erwähnt! <<

    ... Oettinger übrigens beweist, dass er nicht ganz auf der Höhe der Zeit ist.

    "Was bedroht die Welt? Dieser Frage geht jedes Jahr eine Arbeitsgruppe im Auftrag des Weltwirtschaftsforums nach. [...] Als größtes Risiko wird eine stark zunehmende Einkommensungleichheit genannt. Von allen Szenarien werde dieses am wahrscheinlichsten in den kommenden zehn Jahren eintreten. Das Thema Ungleichheit sorgt seit einiger Zeit für verstärkte Diskussionen - auch weil die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich als ein wesentlicher Auslöser von möglichen Krisen gilt."
    http://www.spiegel.de/wir...

    Aber gut, dieses Erkenntnisproblem hat Oettinger nicht exklusiv, das teilt er mit den meisten seiner Kollegen aus Union und FDP.

    Nicht verzweifeln. Noch haben Sie ja nicht gewonnen. Probieren Sie das:

    http://wirtschaftskommuni...

    "Mit "keinem" Wort wird die "immer noch" ansteigende Ungleichheit in der Vermögensverhältnissen, Geldbesitz, Gehaltsstruktur, u.s.w. auch nur erwähnt!"
    ---------------------------
    Vielleicht weil es objektiv nicht der Wahrheit entspricht?

    • ZPH
    • 29. Mai 2013 7:45 Uhr

    bei seiner Einschätzung der europäischen Staaten von Europa und der EU. Ich frage mich nur, warum er nicht einsieht, dass diese Probleme nicht mit "mehr Europa" sprich mit mehr Macht für die EU gelöst werden können sondern im Gegenteil wenn überhaupt nur im Eigeninteresse der Staaten selber.

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    Antwort auf "Dem, was..."
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    Europa spielt sich als Erziehungsanstalt der Welt auf, kriegt die eigenen Probleme nicht in den Griff, Italien und der Balkan sind unregierbar und gehören nicht in die EU, Frankreich ist nicht wettbewerbsfähig und liefert keine Ideen. Richtig! (Mr. Hansen, Kolumnist mit Deutschland-Erfahrung, empfahl letztens in diesem Medium eine EU mit Deutschland als Produktionsstätte und Frankreich als Ideenlieferant....)

    Antwort? Der Sanierungsfall wird aufgelöst. Sag es, Oettinger, sag es!

    • Ivold
    • 29. Mai 2013 7:46 Uhr

    Sehr richtig Herr Oettinger, immer weiter neoliberalisieren. So wie die USA unter Reagan; dem Land gehts heute uebrigens praechtig. Damit endlich auch auf den deutschen Occupy Camps mehr los ist und mensch endlich wieder manichaeisch denken kann.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, sc
  • Schlagworte Günther Oettinger | Europäische Union | David Cameron | Bild-Zeitung | Energiepolitik | Frankreich
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