Rating-Agentur : Slowenien will Moody's verklagen

Wegen der Herabstufung ihres Landes will Sloweniens Regierung juristisch gegen die Rating-Agentur Moody's vorgehen.
Gebäude des Firmenhauptsitzes von Moody's in New York (Archiv) ©REUTERS/Brendan McDermid

Slowenien will die Rating-Agentur Moody's verklagen, weil diese während einer laufenden Anleihenauktion das Land herabgestuft hat. "Wir denken über Rechtsmittel gegen Moody's nach, und ich persönlich neige dazu", sagte die slowenische Regierungschefin Alenka Bratusek der Zeitung Vecer in Maribor.

Bratusek sagte, Moody's habe sich "ungerechtfertigt" in die Ausgabe slowenischer Staatsanleihen eingemischt. Sie finde, keine Rating-Agentur sollte Länder "unangekündigt und ohne irgendeine Rechtfertigung" in ihren Konsolidierungsbemühungen behindern dürfen.

Bislang versucht die Regierung, sich mit einem neu aufgelegten Sparprogramm am Markt zu halten, um nicht auf den Rettungsschirm der Euro-Partner angewiesen sein zu müssen. Die Herabstufung durch Moody's wird dieses Vorhaben nun womöglich erschweren.

Am 30. April hatte Moody's das strauchelnde Euro-Land auf "Ramschniveau" (Ba1) herabgestuft. Am Tag zuvor startete in Slowenien eine Auktion mit Dollaranleihen, die wegen der Herabstufung für 48 Stunden unterbrochen werden musste. 

Am Freitag hatte die Rating-Agentur Fitch die Bonität des Landes wegen eines schlechteren wirtschaftlichen Ausblicks um eine Stufe auf BBB+ gesenkt. Bei Fitch liegt die aktuelle Bewertung damit noch drei Noten über dem "Ramschniveau".

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Kommentare

7 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Find ich gut! Aber. . .

das was die sagen ist immer ohne rechtliche Wirkung, ähnlich wie man für die falsche Wettervorhersage auch niemand belangen kann.
Außerdem gehören die zu dem Gewerbe das viel verdient und das Risiko Andere tragen läßt.
Wenn Slowenien gewinnt, glaube ich wieder an das Gute in der Wirtschaft.

in slowenien

gibt es die niedrigsten Renten im Euro-Raum.

Also sollte eine Reformierung und Zwangs-Anleihen kein Problem sein.

Wenn die Durcschnittsrente 300-400 Euro beträgt sollte es kein Problem sein alle Löhne über sagen wir 1000 Euro rasenmäher-artig wegzubesteuern,schon alleine aus Gründen der Gerechtigkeit.

Dabei viel Glück Slowenien.

Re: "in slowenien" (1)

Sie schreiben:
"in slowenien gibt es die niedrigsten Renten im Euro-Raum."...und nennen eine Durchschnitterente von 300-400 Euro.

Nun ja, das ist relativ, schließlich beträgt die Eigentumsquote in Slowenien über 80 Prozent (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, siehe http://www.efficiency-fro...) und damit fast doppelt so hoch wie in Deutschland - die den Slowenen zum Lebensuntserhalt zur Verfügung stehende Durchschnittsrente dürfte ergo nicht geringer sein als beim Gro der Bevölkerung hierzulande, berücksichtigt man auch nich die deutlich niedrigeren Jahres-Aufwendungen für Heizung, NK, Dienstleistungen etc...

Slowenien hat viel mehr - in Balkan-Manier - die Vorteile des EUROS genutzt und möglicherweise zurecht auf die in Gang gesetzten Rettungsmechanismen - angeführt durch Berlin - vertraut. Eine Flexibilisierung des Arbeitsmarktes wie in Deutschland fand nicht statt, die Behörden arbeiten uneffizient und - so die ZEIT (20.08.2012: http://www.zeit.de/wirtsc...) - "Slowenien erlaubt es sich, seine Bürger schon mit 58 Jahren in den Ruhestand zu schicken, viele gehen bereits mit 57 Jahren. Kein anderes Industrieland hat ein derart geringes, offizielles Renteneintrittsalter". Reformgedanken wurden durch entsprechend potente Slowenische Rentnerpartei "DeSUS" schon im Ansatz verhindert.

...ff...