China hat am heutigen Dienstag sein erstes Emissionshandels-System gestartet. Das System, mit dem klimaschädliche Emissionen gesenkt werden sollen, umfasst die Unternehmen in der südchinesischen Industriemetropole Shenzhen. Dies berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Bis 2014 soll der Emissionshandel demnach auf insgesamt sieben Regionen in der Volksrepublik ausgedehnt werden. China stößt so viele klimaschädliche Emissionen aus wie kein anderes Land dieser Welt.

In Emissionshandel-Systemen erhalten Unternehmen eine begrenzte Anzahl von Verschmutzungsrechten. Liegen ihre Emissionen über dieser Grenze, müssen sie zusätzliche Emissionszertifikate erwerben; liegen sie darunter, können die Firmen ihre überschüssigen Rechte verkaufen. Das System soll Investitionen in klimafreundliche Technologien begünstigen.

Der weltweit größte und am meisten fortgeschrittene Emissionshandel existiert seit 2005 in der Europäischen Union. Das EU-System hat nach Ansicht zahlreicher Akteure allerdings einige Konstruktionsfehler, die einen tatsächlichen Nutzen für das Klima verhindern. Der Umweltausschuss im Europäischen Parlament will bei seiner am kommenden Mittwoch beginnenden Sitzung über einen Reformvorschlag der Europäischen Kommission abstimmen, mit der die Zahl der Verschmutzungsrechte vorübergehend reduziert wird.

Den Start des ersten Emissionshandel-Systems in China werten Umweltschützer als positiv: "Das ist der erste Schritt zu einem nationalen Emissionshandel-System", sagte die Greenpeace-Expertin für Klimaschutz und Energie in Ostasien, Li Yan. Analysten geben allerdings zu Bedenken, dass der Emissionshandel nur 38 Prozent des Ausstoßes klimaschädlicher Gase umfasst, und daher nicht zu einem Sinken der Emissionen führen dürfte.

China hat sich keine Ziele zur Minderung der klimaschädlichen Emissionen gesetzt. Das Land rechnet vielmehr damit, dass der Klimagas-Ausstoß bis mindestens 2030 weiter zunehmen wird. Allerdings hat die Regierung in Peking vorgegeben, dass die Produktion klimatechnisch effizienter wird: Der CO2-Ausstoß je Produkteinheit soll bis 2020 um 40 Prozent sinken.