LuftverkehrAirbus A350 absolviert ersten Testflug erfolgreich

Kurz vor der Luftfahrtmesse in Le Bourget präsentiert Airbus seinen neuen Prototypen im Flugbetrieb. Mit dem A350 soll US-Konkurrent Boeing weiter geschwächt werden.

Der Airbus A350 bei seinem ersten Testflug

Der Airbus A350 bei seinem ersten Testflug  |  © Jean-Philippe Arles/Reuters

Das neue Langstreckenflugzeug Airbus A350 hat seinen ersten Testflug erfolgreich beendet. Der vierstündige Flug ab dem südfranzösischen Flughafen Toulouse-Blagnac sei "perfekt verlaufen", sagte Airbus-Chef Fabrice Brégier. Die Maschine "verhält sich extrem gut", funkte der Pilot Peter Chandler. Tausende Menschen verfolgten den Start.

Mit dem Flug beginnt eine etwa einjährige Testphase von fünf Prototypen. Die erste Auslieferung ist im zweiten Halbjahr 2014 geplant. Bisher haben laut Airbus 33 Fluggesellschaften 613 Maschinen des neuen Typs geordert.  

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Der A350 hat eine Reichweite von 15.000 Kilometern und soll je nach Modell Platz für 270 bis 350 Passagiere bieten. Er konkurriert mit dem Dreamliner des US-Rivalen Boeing, der aber technische Probleme hat. Beide Konkurrenzmodelle werden zu großen Teilen aus mit Kohlefaser verstärktem Kunststoff gefertigt, der leichter ist als Metall. Laut Airbus wird der A350 dadurch rund ein Viertel weniger Treibstoff verbrauchen als herkömmliche Maschinen.

Werbung für Airbus vor wichtiger Luftfahrtmesse

Für Airbus ist der erfolgreiche Testflug eine werbewirksame Aktion drei Tage vor der Eröffnung der großen Luftfahrtmesse von Le Bourget am Montag bei Paris. Der neue Langstreckenflieger könnte laut Brégier die Messe Ende nächster Woche dominieren. 

Airbus schätzt, dass der Markt der Langstrecken-Flugzeuge in den nächsten 20 Jahren bis zu 7.000 Maschinen erreichen könnte. Brégier kündigte an, dass seine Firma davon die Hälfte für sich verbuchen will. Airbus verfügt derzeit mit dem A330 über ein Langstreckenmodell, das aber bereits 20 Jahre alt ist.

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Leserkommentare
  1. Es mag sich bei diesem Flugzeug sicherlich um eine sehr fortschrittliche, und technisch ausgereifte Maschine handeln; aber der 787 muss man ihre autonome Versorgung mit Luft für die Kabine zu Gute halten.
    Leider fliegt der A350 immer noch mit Zapfluft und ist damit zumindest theoretisch anfällig für Fume Events. Finde ich persönlich sehr bedauerlich.

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    Eine Leserempfehlung
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    Andere Quellen als Zapfluft aus den Triebwerken zu entnehmen sind nicht ganz unproblematisch. Außerdem kann es für verunreinigte Luft in der Kabine viele Gründe geben. Wenn z.B. die Luft auf dem Rollfeld vom vorderen Flugzeug stammt, ist es ziemlich egal, wo sie nun ins Flugzeug gelangt.. Ich denke beim A350 hat man nicht ohne Grund auf die konventionelle Methode gesetzt. Allerdings sollten natürlich alle Vorfälle und mögliche Problemlösungen untersucht werden.

  2. Entschuldigung, aber das ist kein sehr intelligenter Aufmacher.

    1. Wieso "weiter" geschwächt? Boeing ist, auch dank der Rüstungsaufträge, alles andere als schwach.

    2. Ausser der A320-Serie hat Airbus derzeit nur Ladenhüter im Portfolio: Die A340-Produktion wurde eingestellt (gut so!), die A330 verkauft sich auch nur noch wie hartes Brot und die Stückzahlen der A380 sind lächerlich. Boeing hat mit der 777 einen echten Reisser, und während des Jahres, das die A350 bis zur Zulassung braucht, wird es auch der 787 besser gehen.

    Fazit: Abwarten!

    P.S.: Auch Airbus-Flieger sind "weiblich".

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    Boeing verkauft auch lediglich ein Modell (737) in großen Stückzahlen. Die Boeing 747 wird so gut wie gar nicht bestellt (2012 eine einzige Maschine). Das liegt sicherlich nicht am Produktangebot (die 747-8 ist sicher ein konkurrenzfähiges Produkt), sondern zum großen Teil an den Folgen der Finanzkrise. Umso besser, daß leichte und effizientere Langstreckeneflugzeuge auf den Markt kommen. Langfristig wird man sich so oder so Gedanken über alternative Kraftstoffe machen müssen.

    103 Airbus A380 sind seit Beginn der Auslieferung Ende 2007 ausgeliefert worden. Im gleichen Zeitraum waren es gut 60 Boeing 747.

  3. Boeing verkauft auch lediglich ein Modell (737) in großen Stückzahlen. Die Boeing 747 wird so gut wie gar nicht bestellt (2012 eine einzige Maschine). Das liegt sicherlich nicht am Produktangebot (die 747-8 ist sicher ein konkurrenzfähiges Produkt), sondern zum großen Teil an den Folgen der Finanzkrise. Umso besser, daß leichte und effizientere Langstreckeneflugzeuge auf den Markt kommen. Langfristig wird man sich so oder so Gedanken über alternative Kraftstoffe machen müssen.

    103 Airbus A380 sind seit Beginn der Auslieferung Ende 2007 ausgeliefert worden. Im gleichen Zeitraum waren es gut 60 Boeing 747.

  4. Hat keiner etwas zu dem Thema an zu merken?

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    Na nun gibt es ja endlich mal eine Maschine, die die Luft für die Klimaanlage in der Kabine nicht aus den Triebwerken bezieht.

    Ein Vorteil?

    Lassen Sie es mich mal so ausdrücken:
    Man kann statt der üblichen NiCd Akkus auch die wesentlich kompakteren und leichteren Li-Ion Akkus nehmen, weil andere Geräte damit brennen ja auch nur alle paar mrd. Stunden ab.

    Nur doof, wenn dann etwas passiert, mit dem kein Ing gerechnet hat.

    Oder um es noch klarer auszudrücken:
    Der Ansatz der 787 mag ja primär vorbildlich sein. Allerdings gibt es bisher nur ein Flugzeugtyp, der dieses Volumen in diesen Höhen auf diese Art erzeugt. Von "erprobter Technik" reden da nur Typen, die von Maschinenbau soviel verstehen, wie ein Huhn von der Mondlandung.

    Der letzte Flieger, bei dem die Kabinenluft nicht als Bleed Air aus den Kompressorstufen der Triebwerke entnommen wurde, war die B707.

    Damals war man sich noch nicht so ganz sicher über die Qualität der Öldichtungen im Triebwerk, man nutze die Bleed Air stattdessen auf 3 der 4 Triebwerke zum Antrieb eines sogenannten Turbo Compressors, der dann seinerseits für die Außenluft ansaugte, verdichtete und in die Kabine einspeiste.

    Seither stammt die Luft, die Sie an Bord atmen, aus den Triebwerken.

    Ende des letzten Jahrtausends wurde dann auf Kunststoffoberflächen in der Kabine Spuren von TCP nachgewiesen, und seither werden immer wieder Besatzungen dienstunfähig, weil es in der Kabine riecht.

    Wobei es unerheblich scheint, ob es sich um verbranntes Kerosin handelt, um unverbranntes Kerosin, um Ölgeruch, um Enteiserflüssigkeit oder auch nur um die angesengelte Plastiktüte, die die Cabincrew im Ofen vergessen hat.

    Sie merken, Flieger1111, ich halte nicht so richtig viel von dieser Hysterie, schon, weil es bisher nicht gelungen ist, eine auswertbare Probe der beanstandeten Kabinenluft für eine eine Untersuchung im Labor mitzubringen.

    Noch was: ich bitte um Zurückhaltung mit "Keine Ahnung"-Vorwürfen, ich habe ein wenig Ahnung von ATA36 und 21.

  5. Na nun gibt es ja endlich mal eine Maschine, die die Luft für die Klimaanlage in der Kabine nicht aus den Triebwerken bezieht.

    Ein Vorteil?

    Lassen Sie es mich mal so ausdrücken:
    Man kann statt der üblichen NiCd Akkus auch die wesentlich kompakteren und leichteren Li-Ion Akkus nehmen, weil andere Geräte damit brennen ja auch nur alle paar mrd. Stunden ab.

    Nur doof, wenn dann etwas passiert, mit dem kein Ing gerechnet hat.

    Oder um es noch klarer auszudrücken:
    Der Ansatz der 787 mag ja primär vorbildlich sein. Allerdings gibt es bisher nur ein Flugzeugtyp, der dieses Volumen in diesen Höhen auf diese Art erzeugt. Von "erprobter Technik" reden da nur Typen, die von Maschinenbau soviel verstehen, wie ein Huhn von der Mondlandung.

    Antwort auf "zapfluft! "
  6. Andere Quellen als Zapfluft aus den Triebwerken zu entnehmen sind nicht ganz unproblematisch. Außerdem kann es für verunreinigte Luft in der Kabine viele Gründe geben. Wenn z.B. die Luft auf dem Rollfeld vom vorderen Flugzeug stammt, ist es ziemlich egal, wo sie nun ins Flugzeug gelangt.. Ich denke beim A350 hat man nicht ohne Grund auf die konventionelle Methode gesetzt. Allerdings sollten natürlich alle Vorfälle und mögliche Problemlösungen untersucht werden.

    Antwort auf "Der Gute A350"
  7. Der letzte Flieger, bei dem die Kabinenluft nicht als Bleed Air aus den Kompressorstufen der Triebwerke entnommen wurde, war die B707.

    Damals war man sich noch nicht so ganz sicher über die Qualität der Öldichtungen im Triebwerk, man nutze die Bleed Air stattdessen auf 3 der 4 Triebwerke zum Antrieb eines sogenannten Turbo Compressors, der dann seinerseits für die Außenluft ansaugte, verdichtete und in die Kabine einspeiste.

    Seither stammt die Luft, die Sie an Bord atmen, aus den Triebwerken.

    Ende des letzten Jahrtausends wurde dann auf Kunststoffoberflächen in der Kabine Spuren von TCP nachgewiesen, und seither werden immer wieder Besatzungen dienstunfähig, weil es in der Kabine riecht.

    Wobei es unerheblich scheint, ob es sich um verbranntes Kerosin handelt, um unverbranntes Kerosin, um Ölgeruch, um Enteiserflüssigkeit oder auch nur um die angesengelte Plastiktüte, die die Cabincrew im Ofen vergessen hat.

    Sie merken, Flieger1111, ich halte nicht so richtig viel von dieser Hysterie, schon, weil es bisher nicht gelungen ist, eine auswertbare Probe der beanstandeten Kabinenluft für eine eine Untersuchung im Labor mitzubringen.

    Noch was: ich bitte um Zurückhaltung mit "Keine Ahnung"-Vorwürfen, ich habe ein wenig Ahnung von ATA36 und 21.

    Antwort auf "zapfluft! "

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, rav
  • Schlagworte Airbus | Flughafen | Kunststoff | Messe | Metall | Werbung
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