WirtschaftskriseItalien investiert Milliarden in Konjunkturpaket

Die Regierung Letta weicht den strikten Sparkurs auf: Drei Milliarden Euro sollen für das Bahnnetz, Schulen und Straßen ausgegeben werden. Das soll 30.000 Jobs schaffen.

Italien will seine rezessionsgeplagte Wirtschaft mit einem drei Milliarden Euro teuren Infrastrukturprogramm stärken. Das kündigte Ministerpräsident Enrico Letta nach einer Kabinettssitzung an. Mit dem Geld sollen unter anderem das Bahnnetz verbessert, Brücken und Tunnel instand gehalten und Schulen renoviert werden.

Die Regierung erhofft sich davon, dass 30.000 Arbeitsplätze in der Baubranche geschaffen werden. Die Mittel dafür sollen aus anderen öffentlichen Projekten fließen, bei denen das Geld in diesem Jahr nicht benötigt wird.

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Zudem sollen Stromkunden über die Senkung der Steuer zur Förderung erneuerbarer Energien um 550 Millionen Euro entlastet werden. Konsequenzen für den Haushalt befürchtet Letta nicht. Er hält an dem Ziel fest, das Defizit in diesem Jahr wieder unter die EU-Grenzmarke von drei Prozent der Wirtschaftsleistung zu drücken.   

Der verabschiedete Gesetzentwurf ist das erste Konjunkturpaket der Regierung Letta nach dem strengen Sparkurs der vergangenen eineinhalb Jahre. In den nächsten Tagen will Letta zusätzliche Maßnahmen vorstellen, um die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone wieder zu beleben. Unter anderem soll die Bürokratie abgebaut und der Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit, vor allem unter Jugendlichen, verstärkt werden. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt in Italien derzeit bei 40,5 Prozent.

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Leserkommentare
  1. Das Geld soll also aus "anderen öffentlichen Projekten" stammen.
    Woher kommt dann der Konjunktureffekt? Die anderen Projekte bestanden ja vermutlich nicht darin dass man mit Schubkarren Geldbündel ins Meer kippt. Wobei lediglich den Schubkärrnern ein wenig Arbeit verschafft worden wäre.
    Und dann gibt es noch eine Steuerentlastung.
    Diese "Konjunkturspritze" soll vielleicht einen Placebo-Effekt bewirken?
    Vermutlich hat man heutzutage in der Redaktion keine Zeit mehr so eine Meldung auf Plausibilität zu bewerten...
    Wie man generell, auch nach Jahren der "Rettung", als Normalbürger und Medienkonsument nicht weiß wer wirklich gerettet und wer vernichtet wurde. Ob Griechenland und die anderen Krisenstaaten nun Fortschritte gemacht haben. oder tiefer im Schlamassel stecken den je.

    5 Leserempfehlungen
  2. Jetzt, wo wir uns alle Schulden in der Eurozone über die EZB teilen sollen, warum sparen dann wir? Der, der am meisten Schulden macht, bekommt das meiste aus der gemeinsamen Kasse und profitiert am meisten. Warum sollen dann wir Zurückhaltung üben?

    Führen wir doch auch die Rente ab 60 mit 60% des bisherigen Arbeitseinkommends ein, bauen wir unsere Kindergärten, und wereneuern unsere Infrastruktur.

    3 Leserempfehlungen
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    wir schaffen Jobs..im öffentlichen Dienst :D...einfach zum Kringeln..
    so wird das staatsnahe Klientel auch noch befriedigt, wenn man die Infrastruktur.-Bildungs Rakete zündet..vergl. unsere Grüne Partei..

    Tja, das ist dann wahre Klientelpolitik...Sparen heißt einfach..staatliche ÜBerbürokratie kürzen.
    Würde man in Dland an de Beamten ran gehen , müssten selbst Schwarzmaler wie unsere Sozdems anerkennen, dass wir gar keine Probleme haben..
    Darum sparen wir

    • Marula
    • 16. Juni 2013 12:47 Uhr

    Das war ja klar: Nachdem man Spanien, Portugal und (!) Frankreich genehmigt hat, das Defizitziel von 3 % nicht einzuhalten, wird Italien natürlich nachziehen.
    Schon Monti hatte ja schon mit 2,9 % gerechnet und das bei einem Sparkurs.
    Was ist schon eine Schuldenquote von 130 % der Wirtschaftsleistung?

    2 Leserempfehlungen
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    "Was ist schon eine Schuldenquote von 130 % der Wirtschaftsleistung?"

    Glauben Sie, dass die Schuldenquote geringer wird, wenn sich Italien wie Griechenland in eine durch Sparmaßnahmen verstärkte Rezession begibt? Merkels Politik in Griechenland führt doch genau dazu. Und was hat sich in dem Land denn verbessert? Reformen sind eine super Sache, aber wenn durch fehlende Investitionen die Wirtschaft am Boden liegt, helfen sie eben auch nicht.

  3. Da das Geld aus einem anderen Bereich abgezogen wird und da zum Arbeitsplatzabbau führt. [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Polemik. Danke, die Redaktion/sam

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    • Lefty
    • 16. Juni 2013 13:53 Uhr

    Antwort: Es hilft, aber nur den Lobbygruppen (Geld für die Bau-Industrie u.s.w.) - nicht dem Bürger, nicht unbedingt der Wirtschaft und schon gar nicht gegen die Rezession.

    Eine Leserempfehlung
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    • HeidiS
    • 16. Juni 2013 16:16 Uhr

    Betrifft das nicht die Branche, in die die Mafia am meisten mitmischt?

  4. wir schaffen Jobs..im öffentlichen Dienst :D...einfach zum Kringeln..
    so wird das staatsnahe Klientel auch noch befriedigt, wenn man die Infrastruktur.-Bildungs Rakete zündet..vergl. unsere Grüne Partei..

    Tja, das ist dann wahre Klientelpolitik...Sparen heißt einfach..staatliche ÜBerbürokratie kürzen.
    Würde man in Dland an de Beamten ran gehen , müssten selbst Schwarzmaler wie unsere Sozdems anerkennen, dass wir gar keine Probleme haben..
    Darum sparen wir

    Antwort auf "Warum sparen wir?"
    • el-mar
    • 16. Juni 2013 13:58 Uhr

    im Unterschied zu all den Maßnahmen die einfach nur auf die negativen Zahlen geschaut haben, geht's hier endlich mal' um die reale Wirtschaft, bzw. die Infrastruktur und Bildung welche dieser zugrunde liegt. Anders als die Privatwirtschafts-Lobbyisten, die immer nur über hohe Steuern und schlechte Strassen jammern, muss ja auch irgendwer dafür sorgen dass es überhaupt Strassen gibt.

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    ,dass wir das sowieso quer subventionieren und hier die bösen Reichen bluten sollen , ist eigentlich nicht einzusehen

  5. Südländern prakiziert wurde und noch immer wird, ist nicht nachhaltig und wird die Probleme langfristig nur noch ausweiten.
    Staatlich eingesetzte Mittel enden üblicherweise (nicht immer) in Fehlallokationen und so wird es letztlich auch bei diesem Konkunkturpaket sein.
    3 Milliarden erscheinen ohnehin nur wie ein Tropfen auf einen heißen Stein.

    3 Leserempfehlungen

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  • Quelle Reuters, AFP, dpa, ds
  • Schlagworte Enrico Letta | Brücke | Bürokratie | Euro-Zone | Jugendarbeitslosigkeit | Konjunkturpaket
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